TG und TS Stammtisch Kiel

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Roxanne
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Nanu? Gibt es in Kiel kleine Rivalitäten zwischen Ost und West? Thinking

"Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten!"
Walter Ulbricht, 1961

Natürlichkeit ist langweilig    

Seejungfrau
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dabei seit: 08.04.2008

Hallo Roxi!
Das gibt es leider. Kiel ist in der Mitte durch die Kieler Förde geteilt und so entstand das West- und Ostufer. Das Westufer ist die bessere Wohngegend und das Ostufer sowas wie die arme Verwandtschaft.
Ich finde das ganze sollte eigendlich keine Rolle spielen, wenn man einen Stammtisch gründen möchte und das an einem neutralen Ort (gegenüber vom Bahnhof).
Nur - wie ich gemerkt habe, gehen die Wünsche und Vorstellungen sehr auseinander und so schätze ich mal, das es vielleicht 2 geben wird.

Gast
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**ot**
zum thema lory und "spaß-tv":

„Ich will eine richtige Frau werden. Das ist mir nach einer Psychotherapie bewusst geworden. Durch meine Niederlage bei ,DSDS‘ war ich so am Boden, dass mir nur ein Psychologe weiterhelfen konnte. Mir wurde klar, dass ich transsexuell bin. Deshalb ist es mein langfristiges Ziel, mich zur Frau umoperieren zu lassen.“ (lory in bild)

Lorenzo: „Meine Brüste fangen langsam an zu wachsen, der Bartwuchs geht zurück und meine Hüfte wird schmaler. Es ist ein Hochgefühl, das an mir zu beobachten.“ (lory in bild über ihre hrt)

komisch, die aussagen (so in der art) hört man ja eigentlich häufig von ts-frauen und nicht von "spaß-transen". oder etwa nicht?
gerade jemand, der "irgendwie" mit der t-thematik vertraut ist, sollte doch das nötige feingefühl haben, ne ts nicht zur partytranse und umgekehrt zu machen ...

Seejungfrau
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dabei seit: 08.04.2008

So - bevor es hier noch mehr Missverständnisse gibt oder aufeinander rumgehackt wird, mache ich hier Schluß.
Es kann sein, das 2 Stammtische entstehen, so das alle Interessen wahr genommen werden können - wie die von Svenja und Thomas und auf der anderen Seite unsere.
Es steht auch nichts im Weg zusammen was zu unternehmen, wie in die Trauma zu Gay and friends zu gehen.
Schauen wir mal wie sich alles entwickelt.

Gruß Seejungfrau

SvenjaK
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dabei seit: 07.07.2006

Seejungfrau schrieb:

Es kann sein, das 2 Stammtische entstehen, so das alle Interessen wahr genommen werden können - wie die von Svenja und Thomas und auf der anderen Seite unsere.


Oh, nein, dann bin ich völlig missverstanden worden. Ich werde keinen
Stammtisch gründen. Never. Dafür fehlt mir einfach das Engagement,
um mich langfristig und zuverlässig dort einzubringen.

Die Location geht mich damit überhaupt nichts an, ich wollte nur meine
Bedenken äußern. Schließlich wäre auch der Club 68 richtig klasse.

Was ich aber nicht klug finde, ist es die winzig kleine Community von
Transgendern in Kiel noch weiter zu spalten.
Zu Stammtisch No.1 kommen schon nur sehr wenige T-Girls, häufig nur
3 bis 5, maximal 7, oder 9.
Das wird ganz sicher noch dünner werden, wenn man die Gemeinschaft
weiter zersplittert. Warum den bestehenden Stammtisch aus der HAKI
aufbohren, verbessern, modernisieren? Damit schlägt man gleich fünf
Fliegen mit neun Klappen.

Seejungfrau
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dabei seit: 08.04.2008

Ok zum besseren Verstehen werde ich doch noch mal was dazu schreiben.
Der von Svenja angesprochene Stammtisch ist aus der Selbsthilfegruppe entstanden. Er sollte mit mehreren Leuten gegründet werden und wurde dann im Alleingang einer Einzelnen eröffnet.
Da sie die Zusammenarbeit mit uns nicht möchte, wollen wir uns auch nicht aufdrängen.
Weiß das Kiel und die Gemeinde klein ist. Nur es kann nicht sein, das Eine alles diktiert und dann noch nicht mal auf einem von nun 3 Treffen da war.
So das ist nun mein Schlußwort!

Kirsten EX
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dabei seit: 19.01.2008

Ich möchte mich als Hamburgerin zwar nicht zu sehr in den Entscheidungsprozess einmischen, trotzdem ein Vorschlag: Warum nicht erstmal einen oder mehrere Orte unverbindlich ausprobieren und sich dann später festlegen?

Sollte das Votum für einen Stadtteil mit Bedenken ausfallen, biete ich mich gerne als Begleitung und Abholservice an, sofern ich kommen kann (das Angebot gilt natürlich auch im umgekehrten Fall).

( Club68 fänd ich übrigens auch nicht schlecht. )

thomas-hvs
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dabei seit: 14.07.2008

Es war einmal ...

Die Vergangenheit des Clubs ist hart, bis 1965 handelte Herr Groth in der Ringstraße 68 mit Eisenwaren. Künstlerische Aspekte tauchten mit den Gebrüdern Hamer auf, die mit dem "Informationszentrum junger Künstler e.V." ein Kunstforum für den Norden bieten wollten.

Holger Henze war mit von der Partie. Er hatte in Berlin Kunst studiert und war über alle Sparten, von der Malerei über die Fotografie bis zum Film aktiv. 1968 übernahm er die Führung der "Club Galerie 68".

Die Avantgarde wollte sich nicht nur ihr eigenes Forum schaffen - Norddeutschland war in dieser Hinsicht eine Wüste - der Kunstmarkt sollte revolutioniert werden. "Kunst für alle" war das Motto, höhere Auflagen sollten niedrigere Preise ermöglichen.

Zunächst waren es nur einige wenige von der Muthesiusschule, schnell jedoch weitete sich der Kreis, Künstler aus ganz Deutschland und darüber hinaus stellten im Club aus. Auch der Filmclub Kiel veranstaltete seine Filmtage im Club, die ersten Retrospektiven von Rosa von Praunheim waren hier zu sehen. Insbesondere hatten natürlich Kieler Künstler hier ihre Basis wie z.B. Peter Nagel, Rafael Rheinsberg und Gerrit Becker.

Das Programm war so bunt wie die jungen Künstler wild - Filmtage, Kunstmärkte, Performance und nahezu monatlich wechselnde Ausstellungen. Und das beschränkte sich nicht auf Kiel, so war der Club z.B. einer der Initiatoren des "Neumarkt der Künste", der 1972 in Köln gegründet wurde und heute als IKI in Düsseldorf internationale Bedeutung erreicht hat.

Etwa 1978 tauchte Rödger Feldmann erstmals mit im Club auf. Holger Henze gefielen seine Comics und von 1979 bis 1985 erschienen die Zeichnungen von Brösel mit den Texten von Holger in der Pardon. In dieser Zeit entstand auch der Comic über das Rennen zwischen Porsche und Horex.

Die immer wieder gestellte Frage, wann das Rennen denn nun ausgetragen würde, beantworteten Rödger Feldmann (alias Werner) und Holger Henze (Holgi) 1988 mit dem Megaspektakel auf dem Flugplatz Hartenholm.

400.000 Zuschauer waren Augenzeuge als Holger mit seinem Porsche den "Red Porsche Killer" bereits auf den ersten Metern abhängte.

Der 1998 erschienene Comic-Band von Holger Henze "Räum das Feld Mann" knüpft an diese Geschichte an, ebenso wie das "Ventil-Spiel", das 2000 als limitierte und handsignierte Edition im Rake Verlag neu aufgelegt wurde.

Wie schon in der Vergangenheit, so gehen Holger Henze auch heute die Ideen nicht aus. Das Angebot für aktuelle Kunst ist im Kieler Raum nicht berauschend. Was liegt da näher als die "Club Galerie 68" wieder vermehrt für Ausstellungen zu nutzen.

Und seit Nikolaus 2003 ist das amtlich, im Club gibts wieder was zu sehen. Kanns ja ma reinschaun.

kuckt mal selbst wie es im original aussieht:

www.club68.de

tschüß -und gruß von holli-
thomas

n/v
thomas-hvs
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dabei seit: 14.07.2008

Öps, vergessen. hinter der galerie oben gibt es noch einen raum. hollis chaos büro. aber platz genug für die, die sich lieber erst dort dressen möchten.
tschüß
thomas

PS. liebe seejungfrau, möchte mich bei dir und natürlich allen entschuldigen mit meiner kiel ~ bewertung so vorgeprescht zu sein.
würde mich freuen auch persönlich zu entschuldigen, irgendwo am stammtisch. wenn es zeitlich klappt ist dann auch eva mit dabei.

n/v
Kirsten EX
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Reale PersonEhemaliges Mitgllied
dabei seit: 19.01.2008

@thomas-hvs

Ich war übrigens früher mal Minicar-Fahrer(in) in Kiel. Habe jahrelang nicht begriffen, dass ich öfters mal den Holgi im Wagen hatte. Smile