So war's bei der 1. TULIP- Transgenderparty.......

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Liv-Marit Norton
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DJ Beate sah dieses und stoppte die "funky" Rhythmen und legte Katja Ebstein's "Wunder gibt es immer wieder" auf.
Nun erinnerten sich die vielen Girls eines alten Märchens, und alle Damen betrachteten verzückt den verzauberten Schuh.
Wem sollte dieser wunderschöne Fußschmuck passen ? Roxy, Moni und Liv drängelten sich in die erste Reihe, betrachteten ihre Füßlein und traten
"betreten" zurück zur Bar.

Eine echte Vision entwickelt ihr Eigenleben !

Liv-Marit Norton
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Story so far:

Anfang April, Anno Domini 2008, traf sich ein illustres Völkchen in der Hauptstadt Niedersachsens zur 1. TULIP Transgenderparty. Die Gäste kamen von nah und fern und brachten ein wenig Farbe in den noch zaghaften Frühling.
Zur Verwunderung Unbeteiligter hatten die meisten größer machendes Schuhwerk an, obwohl die eine oder andere, schon von Natur aus bis in den Himmel ragte.
Die besonders auffallende Länge mancher Damen liess die zu kurz geratenen Mädels an Giraffen in der Einkaufsstrasse denken, während die langen Mädels auf ihren turmhohen Absätzen durch die kurzen Mädels an einen Besuch im Kindergarten erinnert wurden, wo diese Frau mit den komischen, flachen Birkenstöckelschuhen arbeitet.

Als die Mädels durch die City liefen, wurden sie öfters von Hannoveranern angehalten. Doch die Enttäuschung bei den Passanten war groß, denn das angesprochene Mädel hieß nicht Olivia, und sie hatte auch keine Autogrammkarten dabei. Trotzdem schmunzelten die Leute.

Popeye's Olivia habe doch Schuhgröße 57, hieß es hinter vorgehaltener Hand. Diese Verwechslung wurde schnell aufgeklärt, denn selbst die etwas größeren Ladies bewegten sich elfenhaft mit alles anderem als riesigen, flachen Birkenstöckelschuhen.

Wo blieb nur diese Frau aus dem Kindergarten.....würde sie noch rechtzeitig zur Fire- Bar kommen ?

Keiner wusste wie es geschah, doch plötzlich war die TULIP - Party da.
So stökelten sie auf langem Gebein in die Georgstrasse hinein, man war verwundert sehr als man sah, da trug ein Weib, das zum Himmel ragte, ein Schühlein fein, wie es von Cinderalla schien zu sein.

Doch eine Besucherin war völlig pikiert, ob Bettinas Äußerungen.

Dennoch, sie ließ sich den Spaß nicht verderben, schluffte in Birkis ans Ziel und amüsierte sich grenzenlos, denn sie kannte nichts anderes: TANZEN; TANZEN; TANZEN....(aua, ihr Kreuz; verdammt, musste es ihr trotz Gesundheitsschuhen immer wieder dazwischenfunken?)
Beim Tanzen passierte es dann: Ein Birkenstöckelschuh löste sich vom Fuss und ward zu einem Geschoss, das quer durch den Saal flog
und der großen Frau im Frau Antje Kostüm an den Kopf, so dass es sie aus den Pumps haute.

Nun, Frau Antje war alles andere als begeistert. Als sie sich aufrappelte und sich besann, hielt sie ein graziles Stöckelschühlein in Händen, wie sie es schöner noch nie sah. Ihr Groll verflog und ein Sanftmut erfüllte sie. Wem mochte dieses Schühlein wohl verloren gegangen sein?

DJ Beate sah dieses und stoppte die "funky" Rhythmen und legte Katja Ebstein's "Wunder gibt es immer wieder" auf.
Nun erinnerten sich die vielen Girls eines alten Märchens, und alle Damen betrachteten verzückt den verzauberten Schuh.

Wem sollte dieser wunderschöne Fußschmuck passen ?

Roxy, Moni und Liv drängelten sich in die erste Reihe, betrachteten ihre Füßlein und traten "betreten" zurück zur Bar.

Eine echte Vision entwickelt ihr Eigenleben !

GabiStern
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dabei seit: 18.05.2005

Frau Antje jedoch besah sich das Schühlein genauer und entdeckte den geheimen Mechanismus: wenn man an der güldenen Schnalle des entzueckenden Stöckelschühleins drehte, wurde aus Schuhgrösse 36 zunächst 42, dann 46 und schlussendlich sogar Schuhgröße 48/50...

n/v
Rapunzel
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Sie entzog sich, das Birkenstöckelschühchen verhüllend, klammheimlich ihren Rivalinnen und suchte eine schummrige Ecke auf, wo sie vor neugierigen Blicken sicher war. Dort schraubte sie erwartungsvoll an der Schnalle: 37, 38, 39.... (und wenn sie nicht gestorben ist, dann schraubt sie noch heute Laughing out loud . Nein nein, dass wär ein zu schnelles Ende für....)

Levve un levve losse!

denise
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zeitweilig kam es in hannovers altstadt zu verkehrsstaus, da einige grossgewachsene frauen mit ihren heels im kopfsteinpflaster festhingen.....

BettinaStaal
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Hannover – Chaos-Tage mal anders

Es war fünf oder halbsechs in der Früh als ich aus dem mit wild knutschenden Menschen gefüllten Fahrstuhl gedrückt wurde und alleine den langen, kalten Gang zu meiner Hotelzimmertür machte, hinter der mich für gewöhnlich nichts wartet als zu wenig Schlaf und Kopfschmerzen am nächsten Tag. Doch es kam schlimmer und es würde blutig….

Doch der Reihe nach. Von meinem ersten Besuch in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover, 1984 anlässlich der „Chaos-Tage“, unterschied sich der diesmalige in einem wesentlichen Punkt: Ich hatte einen Koffer dabei und wollte auch mit einem Koffer wieder abreisen. 1984 reiste ich ohne Gepäck, dafür mit einer größeren Menge Dosenbier an, welches zügig konsumiert nicht die geringste Chance der Heimreise hatte.

Wobei mir die heutige Reise um einiges asketischer vorkam als damals. Nur ein Koffer für 2 ½ Tage - Geht so was überhaupt? Und dann nur gefüllt mit Kleidung und Schuhen – kein Alkohol! Nur wer gewohnt ist, an die Grenze des transen-möglichen zu gehen, nickt jetzt bejahend.

So tappte ich mit meinem kleinen, prallen, ja schon fast in den Grenzbereich der kritischen Masse gefülltem Koffer im Schlepp am Freitagmittag durch den Hannoveraner Hauptbahnhof. Am Hauptausgang wurde ich sofort von Einheimischen angesprochen, welche mich stark an meine Jugendzeit erinnerten, und um eine freundliche Geldspende gebeten. Bestimmt, aber nicht unhöflich verneinte ich und überlies die bunten Frauen und Männer ihrem Tagwerk. „So dicke hab’ ich es ja nun auch nicht“, dachte ich und machte mich auf meinen Weg ins Vier-Sterne-Hotel „Loccumer Hof“, unweit des Bahnhofs gelegen. Der äußere Anblick des 60er Jahre Waschbetonbunkers zwischen Baustellen und -ruinen, direkt an der von Straßenbahngleisen zerfurchten Hauptstraße gelegen, machte mir Angst. „An Mittagsschlaf wird hier wohl nicht zu denken sein und wenn ich ins Bett gehe, rumpelt die erste Straßenbahn vorbei“, grübelte ich beim Betreten der Lobby. Mein Hotelzugangskärtchen wurde mir von einer netten, jungen Dame hinter der Rezeption professionell mit einem Lächeln überreicht.

Der Fahrstuhl: Zwei Menschen mit Koffer und zum Betreten ist ein Schuhanzieher notwendig – Ich zückte meine Mängelliste und notierte: Fahrstuhl. In meinem, dank Doppel- und Dreifachverglasung vom Verkehrs- und Baustellenlärm abgeschirmten, ruhigen Zimmer entwich mit einem leisen Pfiff die Luft aus meinem Koffer beim Öffnen des Reißverschlusses und ich machte mich an die Einrichtung meiner Bleibe. Liebe Hotelbesitzer weltweit: Vier festgenietete Kleiderbügel im Kleiderschrank sind eine Provokation. Mängelliste: Kleiderbügel und um es abzukürzen: Tasten der Fernbedienung vom Fernseher abgegriffen/unleserlich, Minibar nur mit Spurenelementen an Getränken gefüllt, Silikonfugen im Bad mit Stockflecken, Dusche zu klein, zu wenig Ablagefläche im Bad, aber: positiv ein schöner Vergrößerungsspiegel zum Mitesserbeobachten!

Zeit für Kaffee! Mir gelüstete es nach einer dieser überteuerten Kaffespezialitäten von „Starbucks“. Aber gibt es „Starbucks“ in Hannover? Nööö! Nur so eine Nachmacher-Kette, die sich in Name und Emblemfarbe von Starbucks unterscheidet, mit identischen Angebot und Geschmack. Da ich aber in Nörgellaune war, schrieb ich das auf meine Mängelliste und schickte Roxanne eine SMS: „Kein Starbucks in Hannover, LG Bettina“. Die entsetzte Revanchemail von Roxanne: Was? Echt? Gibt’s nicht?

Meinen darauf folgenden Bummel durch die Kaufhäuser krönte folgende Begebenheit. Ich suchte die Kurzwarenabteilung auf, da ich dieses Aufbügelband „für zum Hosen“ umnähen brauchte, da meine Hosen zu lang sind, oder, wie eine berühmte TT-Moderatorin mal sagte, die Absätze zu niedrig. Eine Dame, die Mutter Natur mit einem nicht ganz so gutem Passing bedacht hat, wühlte am Display an dem Schulterpolster feilgeboten wurden. Ich dachte zwar auch, dass Schulterpolster mit den 1980er Jahren ausgestorben sein, aber in der Nadel-und-Faden-Szene sind Schulterpolster wohl noch „hot“, was das reichhaltige Angebot erklären könnte. Ein besonders üppiges Paar wog die Dame fragend in ihren Händen, führte es zu der Stelle des Körpers, wo in der Regel Brüste, Silikon oder beides zu finden ist und schaute an sich herunter. Die Prüfung des Sachverhalts fiel wohl nicht zur Zufriedenheit der Dame aus und hängte die Polster wieder an das Display, als unsere Blicke sich trafen. Ich wollte grade Worte des Trosts sprechen, doch die Dame entfernte sich eiligen Schrittes. Da stand ich nun alleine vor den Schulterpolstern und blickte mich um. Ich überlegte kurz, kam aber zu dem Schluss „SchnickSchnack“ und ging zurück zu Hotel, um mich für den Abend fein zu machen, es sollte ja ins „Cafe Caldo“ gehen.

Das pünktlich vor der Tür wartende Taxi wurde von einem Fahrer gelenkt, der mir und einer zufällig auch anwesenden, berühmten TT-Moderatorin sehr höflich eröffnete, sich in Hannover nicht auszukennen, da erst zwei Tage hier und er ergo auch nicht wüsste, wo das „Cafe Caldo“ sei. Roxanne, nicht ganz unwesentlich an der Veranstaltung beteiligt, erklärte sich solidarisch mit dem Taxifahrer, so dass die ganze Verantwortung auf Frau Staal lastete, die, obwohl aus dem tiefsten Westen der Republik angereist, sicher das Taxi vor die Türe des „Cafe Caldo“ dirigierte. Trotzdem Mängelliste: Ortsunkundige Taxifahrer.

„Happy hour“ im „Caldo“ heißt nicht ein Longdrink zum halben Preis, sondern zwei Longdrinks zum Preis von einem, was angenehm zur Kommunikation mit den zahlreich eintreffenden Vorabendeventbesucherinnen beitrug. Die reservierte Ecke für die „Tulips“ erwies sich schnell als zu klein und der schönste Platz ist ja sowieso immer an der Theke. Oder halt draußen vor der Tür, zumindest für die Raucherinnen, deren kleine Karawane raus aus dem Lokal, rein in das Lokal, nicht abriss.

Irgendwann musste ich dann mal Pipi. Ich will es nicht weiter ausführen, aber die Toiletten des „Caldo“ stehen auf der Mängelliste.

Die wagemutigsten unter den Gästen beschlossen in Expeditionsstimmung gegen 2 oder 3 Uhr morgens auf Taxis zu verzichten und die gut und gerne 934 Meter zum Hotel zu laufen um in der Hotelbar noch den ein oder anderen Absacker zu trinken. Mit dieser Motivation in den Pumps war der Weg schnell gestöckelt, aber im Hotel angekommen, wurden Szenen aus „Shining“ aus der Erinnerung heraus gekramt. Eine verlassene Lobby und eine geschlossene Hotelbar. Ein paar hilflose Personen in den Ledersesseln, die sich aber nach kurzer Vorstellungsrunde auch als Tulip-Transen outeten, sagten, dass sie schon länger hier warteten. Zum Glück gibt es immer ein paar Organisationstalente, der Bahnhof mit seinen Geschäften mit kundenfreundlichen Öffnungszeiten ist nah und kurze Zeit später hatte ich meinen verdienten Schlummertrunk in der Hand. Dann hieß es aber „Bettchenzeit“ für mich, doch bevor ich einschlief notierte ich noch schnell auf der Mängelliste: Hotelbar.

Gesund und munter erschien ich frisch geduscht, rasiert und gemalt am nächsten Morgen zum Frühstückbuffet. Die gute Liv war auch schon da und so saßen wir angeregt plaudernd über Mängellisten, Fetischismus und englische Seebäder im Herbst bei Kaffee und Cerialien im trauten Kreise pensionierter Studienrätinnen zur allgemeinen Entzückung dieser. Von den lieben Kolleginnen vom Vorabend keine Spur, bis die emsige Bedienung anfing das Frühstücksbuffet wegzuräumen. Tatsächlich, kurz vor 11 Uhr erschien die erste....

Da ich fest vorhatte meinen Koffer bei der Rückreise verschlossen mit zu nehmen, fiel der obligatorische Einkaufsbummel aka. „shopping“ am Samstagmittag für mich aus. Könnte aber auch an meinen männlichen Hormonen liegen, die mir Lust an vollen Fußgängerzonen, Boutiquen, die Konfektionsgröße 46 bei der Umstandsmode einsortieren und kaugummikauende Teenager, die Verkäuferin spielen, bzw. Kundinnen als Störfaktor bei der Selbstdarstellung empfinden, verleiden. Ich ging lieber spazieren. Für die Jüngeren unter den Leserinnen erkläre ich kurz, was das ist. Spazieren heißt:
Ein Spaziergang ist das Gehen zum Zeitvertreib und zur Erbauung. Man kann z. B. im Wald, in Parks oder den Deich entlang spazieren. Spaziergänge können der Entspannung, der Erholung oder der beobachtenden und gedankenvollen Muße dienen. Menschen gehen auch wegen der Sonne, der frischen Luft, Bewegung und zum ‚Tapetenwechsel‘ spazieren. Ein Spazierstock erleichtert und beschwingt das Gehen. (Quelle: Wikipedia)

Ich wählte mit einer sehr angenehmen Begleitung den Park des Schlosses Herrenhausen zum Spaziergang. Leider verdichtete sich der leichte Nieselregen mit dem Eintreffen am Parkgelände zu einem ordentlichem, niedersächsischem Landregen. Den spärlich anwesenden Dauerläufern und Hundebesitzern, die mürrisch ihre Kreise zogen, war die Frage „was machen die beiden aufgetakelten Tucken hier im strömenden Regen“ ins Gesicht geschrieben. Wir dachten uns aber, dass es kein schlechtes Wetter gibt, sondern nur unpassende Kleidung, welche wir leider anhatten. Wir vermerkten die matschigen Wege auf der Mängelliste, als wir unsere eleganten, schlammverkrusteten Schuhe bei der Rückkehr am Auto sauber kratzten.

Der Nachmittag ging, es kam der Abend mit seinem Höhepunkt: TULIP-Party. „Gute Gäste sind pünktliche Gäste“, sagten wir uns als wir zeitig das Taxi besetzten. Zu meiner Überraschung war es der Taxifahrer vom Vorabend, der, nun schon drei Tage im Amt, einiges an Ortskenntnis aufgearbeitet hatte und uns ohne das es einer Zielangabe bedurfte sicher zur „Fire-Bar“ chauffierte. Ich strich den Taxifahrer wieder von der Mängelliste.

Die „Fire-Bar“ ist ein schöner Ort zum Feiern! Platz zum Plaudern oben, hell und luftig, eine Treppe tiefer eine Partyhöhle. Die Türsteher sehr charmant, das Barpersonal engagiert bei der Arbeit und der Betreiber mit Sinn für Humor, was das schmächtige Drahtgestell, welches als Garderobe herhalten sollte, aber schon beim zehnten Mantel unter der Last zusammen brach und die dritte Toilette für das dritte Geschlecht bewies. Ich frequentierte die Herrentoilette. Sie war kaum benutzt und näher an der Bar.

Als ich mal kurz Austreten war – wobei ich einen bis auf die Damenunterwäsche entkleideten Mann erblickte – muss wohl auch eine Travestiekünstlerin ihren Auftritt gehabt haben. Zugegebener Maßen habe ich aufgrund der Darbietung auf der Toilette mir etwas länger als normal die Hände gewaschen, aber die Darbietung außerhalb der Toilette muss doch wohl recht kurz gewesen sein, jedenfalls sah ich die Künstlerin mit ihren Federbüscheln auf dem Kopf nur noch im Maschinennebel eilig von dannen traben, als ich die Tür öffnete. Ehrlich gesagt, traurig bin ich deswegen nicht, da ich bei den tollen Gästen auf der Party auf derlei Amüsement gut verzichten kann.

Dann wurde eine gewisse Roxanne Turnau von einer bezaubernden jungen Dame (ich glaube eine Pollynesierin oder so, hab’ das nicht so recht verstanden) stellvertretend für das Veranstalterinnenteam geehrt. Die Ehrung der Veranstalterinnen konnte, gemessen an der erbrachten Leistung, nur zu schwach aus fallen, da die Party wirklich gut und rund herum gelungen war – diese Erstveranstaltung war besser, als so manche institutionalisierte Feier.

Nach langen Stunden feucht-fröhlicher Unterhaltungen fingen die Mitarbeiter der „Fire-Bar“ tatsächlich an, die Stühle hoch zu stellen. Mich umblickend bemerkte ich, dass außer der sich dicht an der Theke drängenden Menschentraube von 8 Personen, inmitten welcher ich stand, sich nur noch gähnendes Personal befand. Nun denn, es musste heimwärts gehen, wobei gehen, respektive stehen außerhalb der Menschentraube, der ein oder anderen sehr schwer fiel. Alkoholschwanger grübelnd, wie wohl der Weg von gut 821 Metern zum Hotel überhaupt zu schaffen wäre, erschien eine Lichtgestalt, eine Samariterin. Sie sagte: „Ich kann euch zu Hotel fahren“. Ich (feixend): „Wo steht den dein Bus“. Sie: „Da.“ Und tatsächlich stand am Straßenrand ein riesiges Silberauto und in unserer aller Bauchnabel prickelte es vor Freude. Trotz der stattlichen Größe des Auto wurde das Einnehmen der Plätze zu einem mehr komplexen Ereignis und die ein oder andere kam sich so auch menschlich noch ein wenig mehr näher, was ich aber keinesfalls kritisch bewerte!

Ein- und Aussteigen dauerte in der Tat erheblich länger als die Fahrt, die direkt vor dem Hoteleingang endete. „Jetzt schnell in Zimmer und schlafen“, dachte ich, denn der böse Terminkalender drohte schon mit einem Event am Sonntag um 14:00 Uhr in heimischen Gefilden. So drückte ich erst mich in den kleinen Fahrtstuhl und dann auf die Taste „3“ für mein Stockwerk. Es war fünf oder halbsechs in der Früh als ich aus dem mit wild knutschenden Menschen gefüllten Fahrstuhl gedrückt wurde und alleine den langen, kalten Gang zu meiner Hotelzimmertür machte, hinter der mich für gewöhnlich nichts wartet als zu wenig Schlaf und Kopfschmerzen am nächsten Tag. Keiner merkte, dass ich ausstieg, die Fahrstuhltür schloss sich, ich war allein.

Beim Betreten des im grauen Licht der Morgendämmerung liegenden Zimmers spürte ich ein freches Haar von meiner Mütze, dass mich am meinem zarten Näschen kitzelte. „Na ja, sieht ja keiner mehr, kannst’e ja kratzen“, dachte ich und setzte den Gedanken instinktiv in die Tat um. Leider vernachlässigte ich wichtige Tatsachen dabei: Zum einen Stand ich auf einem Bein und war dabei, mir die Schuhe auszuziehen, zum anderen meine extravagant langen Fingernägel. Es kam wie es kommen musste, ich verlor mein Gleichgewicht, taumelte gegen die offen stehende Badezimmertür und rammte mir den Zeigefingernagel ins Nasenloch. Mit bluttropfender Nase stand ich dann eine Zeit lang am Waschbecken und grübelte, ob es nicht auch einen netteren Abschluss der Party hätte geben können…..

Mit schwerem Kopf und Koffer schlich ich nach viel zu wenig Schlaf am Sonntagmorgen zum Hauptbahnhof. „War doch mal wieder eine schöne Feier“, sang ich vor mich hin, als ich meine Mängelliste in den Abfalleimer am Bahnsteig schmiss.

n/v
Liv-Marit Norton
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Ja, die Mängellisten....ein Thema für sich, werte Frau von Staal ! :mrgreen:

Vielen Dank für den "relativ" aktuellen Bericht über die prachtvolle Tulip-Party in Hannover. Laughing out loud

Du fügst die Worte gekonnt mit viel Esprit zusammen, wunderbar läuft der Film des Wochenendes vor meinem geistigen Auge wieder ab!

Ich hätte mich gern am Abreisetag von Dir noch verabschiedet, aber Dein erlittener Faux Pas entschuldigt Dich natürlich.

By the way, wann sehen wir uns bei welchem Fest denn mal wieder ??

Wenn ernsthaft erstellte Mängellisten vernichtet werden, spricht das nur für das tolle Wochenende.....und Deine Wunden sind ja hoffentlich verheilt.

Winks und liebe Grüße

Liv

Eine echte Vision entwickelt ihr Eigenleben !

Roxanne
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BettinaStaal schrieb:
Das pünktlich vor der Tür wartende Taxi wurde von einem Fahrer gelenkt, der mir und einer zufällig auch anwesenden, berühmten TT-Moderatorin sehr höflich eröffnete, sich in Hannover nicht auszukennen, da erst zwei Tage hier und er ergo auch nicht wüsste, wo das „Cafe Caldo“ sei. Roxanne, nicht ganz unwesentlich an der Veranstaltung beteiligt, erklärte sich solidarisch mit dem Taxifahrer,

Endlich bekomme ich Gelegenheit öffentlich gegen die ehrabschneidende, boshafte Falschdarstellung zu protestieren! Oups

Sehr wohl war mir bekannt, wo das Caldo war (bin ja mehrfach hingepilgert) ich kannte nur nicht den kürzesten Weg per Automobil vom Hotel durch die Innenstadt dorthin!

Aber der Fluch der bösen Tat erwischte die Rufmörderin offensichtlich schon vor der Niederschrift im Hotelzimmer... Thinking

Natürlichkeit ist langweilig    

BettinaStaal
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@ lieve Frouw van den Norton,
Ihre Worte schmeicheln wie ein sanftes Daunenkissen nach eines harten Tages Arbeit....
Für den "relativ zeitnahen" Bericht möchte ich mich entschuldigen, war er doch zur Veröffentlichung in der "Gender-Times" bestimmt und auch ebendort abgedruckt. Daher wollte ich nicht mit einer Parallelveröffentlichung in entgeltfrei verfügbaren Medien die Auflage dezimieren.
Warum ich es dennoch nun tat?
Deshalb: TU 090509 - Hannover
In freudiger Erwartung
Ewig die Ihre - Frau Staal

n/v
BettinaStaal
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Roxanne schrieb:
BettinaStaal schrieb:
Das pünktlich vor der Tür wartende Taxi wurde von einem Fahrer gelenkt, der mir und einer zufällig auch anwesenden, berühmten TT-Moderatorin sehr höflich eröffnete, sich in Hannover nicht auszukennen, da erst zwei Tage hier und er ergo auch nicht wüsste, wo das „Cafe Caldo“ sei. Roxanne, nicht ganz unwesentlich an der Veranstaltung beteiligt, erklärte sich solidarisch mit dem Taxifahrer,

Endlich bekomme ich Gelegenheit öffentlich gegen die ehrabschneidende, boshafte Falschdarstellung zu protestieren! Oups

Sehr wohl war mir bekannt, wo das Caldo war (bin ja mehrfach hingepilgert) ich kannte nur nicht den kürzesten Weg per Automobil vom Hotel durch die Innenstadt dorthin!

Aber der Fluch der bösen Tat erwischte die Rufmörderin offensichtlich schon vor der Niederschrift im Hotelzimmer... Thinking

OkOk. Mea culpa, mea maxima culpa....
Ich widerrufe hiermit öffentlich und behaupte vielmehr:
[glow=red]Roxy ist die personifizierte Navigationstranse mit den längsten, schönsten und bestbeschuhten Beinen dies- und jenseits des Äquators.[/glow]

Ihr sündiges Fleisch strafend
Schwester Bettina

n/v