"Wild Side" (TV-Hinweis)

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Roxanne
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Heute auf ARTE, 22.30 Uhr

http://www.arte.tv/de/film/1690768.html


Synopsis: Die transsexuelle Prostituierte Sylvie führt ein ereignisloses Leben, doch ein Kindheitstrauma, der tragische Tod ihrer Schwester, lässt sie nicht zur Ruhe kommen. Sylvie lebt mit zwei Männern zusammen, mit dem russischen Emigranten und ehemaligen Soldaten Mikhail, der ohne Aufenthaltsgenehmigung in Frankreich lebt und die Gräueltaten des Krieges nicht vergessen kann. Jamel hingegen hat sich mit seiner Familie überworfen und geht wie Sylvie auf den Strich. Als Sylvie nach Nordfrankreich zu ihrer sterbenden Mutter fahren muss, kommen ihre beiden Freunde mit. Die drei tauchen für kurze Zeit in eine andere Welt ein, die eigentlich schon gar nicht mehr besteht.

Kritik: Mit seinen wenigen Filmen hat Sébastien Lifshitz bereits ein beeindruckendes Gesamtwerk geschaffen, von dem eine stille Kraft ausgeht. Seine Filme sind alle Teil eines harmonischen Ganzen. Bereits behandelte Sujets werden mit jeder Inszenierung kraftvoller.

Der Film "Les Terres froides", den er für das Fernsehen drehte, erzählt von einem jungen Mann (damals schon verkörpert von Yasmine Belmadi) auf der Suche nach dem Vater, in einer Industrieregion, mitten im Winter. Die Dokumentation "La Traversée" berichtet von einer Reise nach Amerika, in ein Amerika voller trostloser Einkaufszentren. Auch hier sucht ein Mann (Stéphane Bouquet, Lifshitz' Drehbuchautor) nach dem unbekannten Vater.
Der Spielfilm "Presque Rien" schildert, unter Einhaltung streng formaler Regeln, die Geschichte einer Ferienliebe, die tragisch endet, und erzählt von schmerzhaften Erinnerungen.
"Wild Side" enthält Fragmente aller drei Filme. Lifshitz arbeitet hier wieder mit der Technik der fragmentierten Erzählung, die seine Stärke ist, und konzentriert sich auf das Wesentliche. Seine besondere Sensibilität fließt in sein Werk mit ein, das bewusst melancholisch ist. Dem äußerst disziplinierten Regisseur eröffnet sich eine Fülle von Möglichkeiten. Das Cinemascope-Format trägt zur brillanten, sehr visuellen Erzähltechnik bei. So werden beim Zuschauer hohe Erwartungen geweckt. Lifshitz gelingt es nicht nur, von der ersten Filmminute an Stimmungen zu vermitteln, sondern auch echte Gefühle, die im Laufe des Films immer intensiver werden.
Entstanden ist ein großer und gleichzeitig leiser Film von einer Klarheit, die den Film auch schon vor dem Schnitt geprägt haben muss. "Wild Side" stammt von einem wahren Cineasten - eine Spezies, die in diesem Jahr in Berlin (2004) besonders rar geworden zu sein scheint. Lifshitz, der intensiv nachdenkt über die eigene Empfindsamkeit und die Befindlichkeit der Gesellschaft, ist einer der wenigen Regisseure, die ihre Eindrücke filmisch mit einem wirklich reflektierten Blick und einem hohen ästhetisch-moralischen Anspruch verarbeiten.

Julien Welter

Natürlichkeit ist langweilig    

Ella
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dabei seit: 27.12.2005

Danke, Roxy, für diesen Film!

lgc

Die Karawane bellt, der Hund zieht weiter...

La Rouge
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...nicht zu viel versprochen, ich war beeindruckt.

Danke für den Tip,

La Rouge

"Unsere Kräfte können wir abmessen, aber nicht unsere Kraft" Friedrich Nietzsche, dt. Philosoph

Jula
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dabei seit: 12.12.2004

mist. ich hab ihn verpasst.

NIVEAU ist keine Handcreme! Julas Homepagehttp://www.julaonline.de/

Rapunzel
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dabei seit: 16.04.2006

Ich auch mal wieder. Wie fast immer. Obwohl ich, als ich auf die Uhr schaute, in einer Stunde den Fernseher einschalten wollte.

Levve un levve losse!

AnneTG
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dabei seit: 18.01.2005

Ich besitze den Film schon seit längerem als DVD und bin immer wieder beeindruckt, nicht nur wegen der Handlung. Ich kann mich kaum satt sehen, vor allem wegen der tollen Bilder.

LG Anne

Ella
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dabei seit: 27.12.2005

Das ist schon ein must-have, stimmt.

Ich habe noch Stunden gegoogelt, um mir alles über Film und Crew zusammenzusuchen - na klar, die Klischees waren alle da (um zu zeigen, dass sie nichts bedeuten, so der Regisseur), aber what the heck...

Eines der Kritikzitate wars aber dann: "(Stéphanie) draws from the same bottomless well of sexual ennui as Isabelle Huppert and Marlene Dietrich"...

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