TV-Tipp: Der Mann, der (Schi-)Weltmeisterin wurde

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Ella
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ORF2
20.1.08 - 23:00 Erik(A) - der Mann, der Weltmeisterin wurde

Regisseur Kurt Mayer rollt in seinem Film, nach einem Drehbuch von Hanne Lassl, ein faszinierendes Kapitel österreichischer Sportgeschichte auf: 1966 geriet die Skination Österreich in Ekstase, als das 18-jährige Bauernmädchen Erika Schinegger im fernen Chile den Weltmeistertitel in der Abfahrt holte. Was damals nur Schinegger irgendwie ahnte, erwies sich kurz darauf als Tatsache und schockte die Sportwelt: Das Naturtalent aus einem kleinen Dorf in Kärnten war in Wirklichkeit ein junger Mann. Als das Internationale Olympische Komitee Sex-Kontrollen einführte, brach für Schinegger die Welt zusammen. In einem Akt auch heute noch unglaublich anmutender Courage ließ Schinegger operativ sein Geschlecht "richtig stellen", wie er es nennt, und begann im Alter von 20 Jahren neu: als Erik...

Text: (C) tvheute.at Bild: (C) ORF

Die Karawane bellt, der Hund zieht weiter...

Triona
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dabei seit: 05.10.2007

wirklich beeindruckend.

am ende fast fast zu Tränen gerührt.

Gibt halt doch noch Stacheln, die noch lange nachwirken

Liebe Grüße
Triona

Aw, Thou beloved, do hearken to the Banshee's lonely croon!

sinn féin - ça ira !

Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

Liv-Marit Norton
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dabei seit: 13.02.2006

Eine ergreifendes Dokument.

Eine echte Vision entwickelt ihr Eigenleben !

Triona
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dabei seit: 05.10.2007

*bussl*
Tri

Aw, Thou beloved, do hearken to the Banshee's lonely croon!

sinn féin - ça ira !

Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

Ella
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dabei seit: 27.12.2005

Kleiner Nachtrag:

Wie offen Erik Schinegger mit seiner Bio umgeht, zeigt seine Homepage; dass in den Texten und an sich üblen Foren des ORF zur Abwechslung mal Ernsthaftigkeit herrscht, dieser Beitrag

Natürlich hab' ich den Film versäumt, eh klar Smile

Die Karawane bellt, der Hund zieht weiter...

Johanna
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dabei seit: 15.05.2007

Sehen konnte ich den Film nicht; ORF ist hier nicht zu empfangen Sad

Stattdessen habe ich das Internet bemüht, um mir ein paar Informationen zu besorgen.

Einen Aspekt, den ich sehr interessant finde: Bis zum Alter von etwa 12-14 Jahren, also bis zum Eintritt der Pubertät war er - oder damals noch sie -, obwohl bis auf das Genital eindeutig männlich, felsenfest davon überzeugt, ein richtiges Mädchen zu sein. Also ziemlich genauso lange wie wir so genannten Sekundär-Transsexuellen.
Und die Zweifel kamen auch nur, weil sich sein - bzw. ihr - Körper nicht so entwickelte, wie es hätte sein sollen.

Und genauso, wie er/sie eine Zeit lang versucht hat, dieses Manko durch ein besonders weibliches Erscheinungsbild zu kompensieren, haben so einige von uns versucht, sich besonders männlich zu geben oder einen typisch männlichen Beruf ergriffen.

Gruß
Johanna

Jula
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dabei seit: 12.12.2004

Leider habe ich den Film nicht sehen können, aber der von Cristin berlinkte Beitrag über die Biografie ist schon beeindruckend.
Besonders heftig fand ich, dass Herr Schinegger das scheinbar im Alleingang durchziehen musste und nicht viel Unterstützung hatte.
Übel finde ich die Reaktion des Skiverbandes. Verdecken, vertuschen, Medaille behalten!

Deutlich scheint mir aber auch, dass die Problemlage und das Selbstverständnis von Intersexuellen deutlich anders ist, als bei uns. Gemeinsamkeit besteht primär im kommunikativen Bereich, also in der Notwendigkeit der Umwelt einen solchen Schritt zu erklären.

NIVEAU ist keine Handcreme! Julas Homepagehttp://www.julaonline.de/

Triona
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dabei seit: 05.10.2007

Jula schrieb:

Deutlich scheint mir aber auch, dass die Problemlage und das Selbstverständnis von Intersexuellen deutlich anders ist, als bei uns. Gemeinsamkeit besteht primär im kommunikativen Bereich, also in der Notwendigkeit der Umwelt einen solchen Schritt zu erklären.

Genau das.
Die Gemeinsamkeiten ergeben sich lediglich in der Gemeinsamkeit der einen oder anderen Erscheinungsformen. Und vor allem in der Tatsache, daß sich alle T*-Menschen bei allen bisweilen grundlegenden Unterschieden (z.B. zwischen TV + TS) zusammen mit den Intersexuellen in einer gesellschaftlichen Grauzone zwischen den Geschlechtern befinden.

Meine starke Ergriffenheit von dem Film hat übrigens recht persönliche Gründe:
Als ich das Buch von Schinegger (erschienen 1988) 1990 zufällig in einer öffentlichen Bücherei entdeckt hatte, hat es mich außerordentlich bewegt. Ich habe von solchen Sachen zum ersten Mal handfeste Informationen bekommen. (Ich habe mangels besseren Wissens sogar noch bis vor ein paar Jahren geglaubt, das ErikA TS gewesen wäre.) Für mich war das sozusagen ein Aha-Erlebnis, das mir zeigte, daß ich mit meinen eigenen unterschwelligen Gefühlen und meinem "abweichenden Verhalten" nicht allein auf der Welt war.

Liebe Grüße
Triona

Aw, Thou beloved, do hearken to the Banshee's lonely croon!

sinn féin - ça ira !

Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.