Transsexuelle im Iran

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Rani
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dabei seit: 14.12.2008

Leider hab ich's erst jetzt gesehen! Aber es ist noch ein klein wenig Zeit...

Also, wer das Schweizer Fernsehen reinkriegt, kann heute (12. Januar) um 22:55 Uhr auf SF1 eine Reportage sehen: "Transsexuelle im Iran". Das wird um 04:45 Uhr wiederholt.

Wer's verpaßt, kann's am 19. Januar um 11:00 Uhr nachholen, da kommt das nochmal.

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Hier der beschreibende Text dazu:
Vor 20 Jahren hat Ajatollah Chomeini eine Fatwa verhängt, um das Leben Transsexueller zu regeln. Geschlechtsumwandlungen werden gefördert. Seither hat der Iran nach Thailand die höchste Rate an Geschlechtsumwandlungen. Es ist das einzige Land der Erde, das Menschen nach einer solchen Geschlechtsumwandlung in der Geburtsurkunde eine neue Identität gibt. . Zentrum und Angelpunkt des Films ist die Privatklinik von Bahram Mirdschalali in Teheran. Der Arzt hat sich in Paris zum Chirurgen ausbilden lassen und ist Irans führender Spezialist für Geschlechtsumwandlungen. In den letzten zwölf Jahren hat er mehr als 450 Operationen durchgeführt und behauptet, dass seine «Mädchen» ideale Frauen werden, die ihre Ehemänner glücklicher machen als jede natürliche Frau. . Im Wartezimmer der Klinik lernen wir einige seiner Klienten kennen: zum Beispiel Anusch, der vor der Operation immer wieder von der iranischen Sittenpolizei misshandelt und inhaftiert wurde, und sich vor allem eine eindeutige Identität wünscht; oder Ali Asghar, der vor dem Eingriff sagt, dass er die Operation nicht machen würde, wenn er in einem andern Land leben würde; oder Fahad, der sich gegen die Geschlechtsumwandlung entscheidet, weil er miterlebt, wie schlecht es einigen seiner Schicksalsgenossen nach der Operation geht, und weil er weiss, dass er von seiner Familie verstossen und enterbt wird, wenn er sich operieren lässt. . Behutsam ergründet die iranisch US-amerikanische Filmemacherin Tanaz Eshaghian die Schicksale dieser jungen Transsexuellen und ihrer Familien und lässt dabei vor allem ihre Protagonisten zu Wort kommen. Anhand ihrer Wünsche, Sorgen und Probleme zeigt sie die Komplexität der sozialen, gesellschaftlichen und religiösen Konflikte des Irans 30 Jahre nach der islamischen Revolution auf.

Liebe Grüße Sandra-Isabell

Gast
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Ja, der Iran fördert ! sogar die Geschlechtsumwandlungen, das hat aber einen besonderen Hintergrund....Homosexualität ist verboten und wird strengstens bestraft.
Dadurch werden alle Homo und Bi-Sexuellen Männer gezwungen eine Geschlechtsumwandlung vornehmen zu lassen. Transsexuelle werden automatisch als Homosexuelle angesehen und "profitieren" natürlich dadurch auch von dieser Regelung.
Liebe Grüße
Bettina

Beate_R
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dabei seit: 03.02.2005

Damit schaffen die Fanatiker im Iran künstlich Transsexualität - schließlich behalten die Zwangsumgewandelten ja ihre männliche Identität, nicht wahr?

Das ganze noch verschlimmert um das oder die Traumata der Zwansgangleichungen.

Viele liebe Grüße

Beate 

Inga-M
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dabei seit: 18.03.2005

Rani schrieb:
...seiner Klienten kennen: zum Beispiel Anusch, der vor der Operation immer wieder von der iranischen Sittenpolizei misshandelt und inhaftiert wurde, und sich vor allem eine eindeutige Identität wünscht; oder Ali Asghar, der vor dem Eingriff sagt, dass er die Operation nicht machen würde, wenn er in einem andern Land leben würde; oder Fahad, der sich gegen die Geschlechtsumwandlung entscheidet, weil er miterlebt, wie schlecht es einigen seiner ... ergründet die iranisch US-amerikanische Filmemacherin Tanaz Eshaghian die Schicksale dieser jungen Transsexuellen und ihrer Familien ...

Es sind eben *keine* TS, jedenfalls keine "freiwilligen". Das System läßt
aber keine andere Wahl, die Alternative ist Folter und ein gewaltsamer Tod.

Hallelujah.

Inga

P.M.O.S.F

Kalen
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dabei seit: 07.02.2007

Es gibt dort keine Lebensbeziehung unter Männern, sprich Homosexualität ist quasi verboten.

Wenn ein Mann eines schwulen Paares sich umbauen läßt, können sie als Ehepaar zusammenleben. Dafür verzichtet ein "Mann" auf seine gesamten mänlichen Rechte, sowie Privilegien und wird zur Frau.

Andererseits dürfen Frauen nicht allein reisen oder wohnen. Ein Transfrau darf das allerdings.

Eine recht krasse Regelung. Andere Länder andere Sitten.

Ich befinde mich auf einer Reise www.transseelische-reise.de . Two-Spirit ein alter Weg, der gerade wiederentdeckt wird.Welchen Weg wir auch wählen, es wird der eigene individuelle Weg sein, wenn er aus uns "selbst" kommt.

Johanna
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dabei seit: 15.05.2007

Zitat:
sprich Homosexualität ist quasi verboten.

"Quasi verboten" ist doch eine Untertreibung. Auf homosexuelle Handlungen steht die Todesstrafe, welche auch verhängt und vollzogen wird.

Aus diesem Grunde wird Transsexuellen dringend davon abgeraten, vor der GaOP einen Alltagstest zu machen, da dieser als homosexuelle Handlung ausgelegt werden könnte und die Person in Lebensgefahr bringen würde.

Von Transvestiten habe ich nichts gehört, aber ich denke, aus genau diesen Gründen werden sie sich davor hüten, en femme das Schlafzimmer zu verlassen.

Triona
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dabei seit: 05.10.2007

So wie es Johanna beschreibt, scheint es tatsächlich zu sein.

"Andere Länder - andere Sitten" ist da noch eine sehr beschönigende Umschreibung.
Mit Menschenwürde läßt sich das ganze nicht mehr vereinbaren.
Ich für mein Teil werde mich bis auf Weiteres vom Iran - wie auch von Kuweit u.a. Ländern des harten Kerns des islamischen Kulturkreises fernhalten.

Liebe Grüße
Triona

Aw, Thou beloved, do hearken to the Banshee's lonely croon!

sinn féin - ça ira !

Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

Beate_R
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dabei seit: 03.02.2005

Hallo Sonya,

und noch ein weiterer kräftiger Stoß ins gleiche Horn wie Triona: hast Du mal versucht, Dir vorzustellen, wie sie diese Menschen danach fühlen? Weiblich angeglichen, mental, also auch in der Geschlechtsidentität männlich. Dazu vermutlich traumatisiert von Misshandlungen und der erzwungenen Transition. Das wird dann wohl Isolationshaft im falschen Körper, Transsexualität in Reinkultur. Ohne Aussicht auf Korrektur.

Viele liebe Grüße

Beate 

Johanna
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dabei seit: 15.05.2007

Hier habe ich noch zwei Berichte zu zwei iranischen Homosexuellen, einem Schwulen und einer Lesbe:

http://www.thegully.com/essays/iran/031 ... _iran.html

http://www.thegully.com/essays/iran/040 ... nterv.html

 

 

Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

Wieder mal etwas neues aus dem Iran:

Erste transsexuelle Ehe im Iran

 

 

 

Natürlichkeit ist langweilig    

Tassi EX
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Ehemaliges Mitgllied
dabei seit: 02.05.2007

@Roxanne .. auf der einen Seite finde ich es gut, dass es gerade im konservativen Iran nach den im Artikel verfassten Möglichkeiten (TS) zusammen leben können. Dass eine homosexuelle Ehe nur dann akzeptiert wird, wenn sich einer oder eine der Beiden einer "Geschlechtsumwandlung" unterzieht finde ich reichlich schräg. Homosexualität hat meiner Meinung nach in den seltensten Fällen etwas mit TS zu tun.

Was mich allerdings an den Beitrag von GMX gewaltig stört, ist das Bild zu dem Artikel - hier handelt es sich eindeutig um Dragqueens, welche nicht im entferntesten was mit TS zu tun haben ... naja, es scheint sich aber wohl besser vermarkten zu lassen, wenn als Titelbild bunte Paradiesvögel abgelichtet werden - erninnert mich sehr an's Bildzeitungsniveau.