Ed Wood starb heute vor 30 Jahren.....

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Liv-Marit Norton
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"Der schlechteste Regisseur aller Zeiten" stirbt am 10. Dezember 1978.

Angeregt durch einen Bericht im WDR - Radio suchte ich nach weiteren Informationen zu diesem oft verlachten Menschen, der mit "Glen or Glenda" ein semi-autobiografisches Dokudrama über Transvestiten und Transsexualität schuf. Wood war selbst Transvestit und der Film ist als eine Bitte um Toleranz zu sehen.

In Wiki zu lesen:

Zitat:
Ed Wood träumte wie viele von einer großen Karriere in Hollywood. Doch fehlten ihm zu allen Zeiten finanzielle Mittel und – nach Meinung vieler – Talent.

Jedoch gelang es Ed Wood immer wieder, Sponsoren und Produzenten für seine teils haarsträubenden Filmproduktionen zu gewinnen. So engagierten sich bekennende Trashfilm-Produzenten für ihn, und es gelang ihm sogar, von einer Baptistengemeinde und von einem Fleischgroßhändler Geldmittel zu erhalten. Ed Wood fiel in Hollywood schon frühzeitig als etwas seltsamer Zeitgenosse auf. Er liebte es, Frauenkleider zu tragen, bevorzugte Angora-Unterwäsche und arbeitete sogar damit, was in den frühen 1950er Jahren noch für Furore sorgte. So behauptete er auch von sich selbst, im Zweiten Weltkrieg unter seiner Uniform stets BHs und Spitzenhöschen getragen zu haben. Da er in Glen or Glenda sowohl Hauptdarsteller als auch Regisseur war und die im Film notwendigen Frauenkleider gleich anbehielt, entstand das Gerücht, er trage stets Frauenkleidung als Regisseur.

Mitverantwortlich für sein Image war die Auswahl seiner Schauspieler. Zum einen konnte er Bela Lugosi, den einstmals berühmten, inzwischen drogensüchtigen Dracula-Darsteller aus dem Jahre 1931, der interessanterweise dennoch überdurchschnittliche sprachliche Dramatikleistungen vollbrachte, für sich gewinnen, zum anderen seine Freundin Dolores Fuller, die TV-Horror-Ansagerin Vampira (Maila Nurmi), den TV-Hellseher Criswell, seinen Chiropraktiker, den Sohn eines Financiers und einen abgehalfterten Catcher, Tor Johnson, den er erstmals für Bride of the Monster anheuerte und auch danach beibehielt.

Die Filme Ed Woods zeichneten sich dadurch aus, dass er seine Darsteller niemals proben ließ, sondern gleich direkt vor die Kamera schickte, was teils zu konfusen bis aberwitzigen Szenen führte. Ed Wood machte sich nicht die Mühe, Filme groß schneiden zu lassen oder Szenen zu wiederholen, wenn sie misslungen waren. Dazu war sein Filmbudget zu knapp und das obschon seine Darsteller oftmals ohne Bezahlung gearbeitet haben. Ebenso verhielt es sich mit den Special Effects seiner Filme. Sie mussten vor allem einfach und möglichst billig sein. Des Weiteren verschwendete er auch keine Ressourcen daran, die Special Effects zu verbergen, ebenso wie ihn auch wackelnde oder umfallende Filmkulissen nicht bei seiner Arbeit störten. Bei Plan 9 from Outer Space lehnte er sämtliche Vorschläge des Maskenbildners für die Außerirdischen ab und verärgerte ihn so sehr, dass er im Abspann nicht genannt werden wollte.

Mit seinem Film Plan 9 from Outer Space (1958) produzierte er sein bekanntestes Werk und gleichzeitig auch den „schlechtesten Film aller Zeiten“ mit Bela Lugosi in der Hauptrolle. Zum Unglück Woods verstarb Lugosi gleich nach Drehbeginn, weshalb nur wenige Minuten Filmmaterial von ihm existierten. Das jedoch brachte Wood nicht davon ab, den Film zu Ende zu drehen, denn er änderte einfach nur das Drehbuch und ersetzte Lugosi durch einen Mann, der sich aufgrund mangelnder Ähnlichkeit mit Lugosi ständig ein Cape vors Gesicht halten musste. So konnte er zahlloses altes Filmmaterial, aber auch seine eigenen Privataufnahmen von Lugosi verwenden und sie in den Film schneiden.

Sein Karriereende verbrachte Wood mit dem Dreh von zweitklassigen Soft- und Hardcorepornos. Er verfasste auch zahlreiche Schundromane, welche seinen Filmen in nichts nachstanden.

Ed Wood war ein großer Idealist und liebte seine Arbeit durch und durch. Er sah sich selbst als Künstler, dessen Filme keine Trashmovies waren, sondern eben Kunstwerke, deren tieferen Sinn man nur mit dem richtigen Blick und Verständnis erfassen konnte. So fühlte sich Ed Wood von den Menschen, die über ihn lachten, missverstanden. Als Geschichte seines Lebens sah er Glen or Glenda an, als sein Meisterwerk Plan 9 from Outer Space.

Ed Wood starb vereinsamt und verarmt als Alkoholkranker nach einem Herzinfarkt mit 54 Jahren in Hollywood.

1994 verfilmt Tim Burton Woods Leben mit Johnny Depp als "schlechtestem Regisseur aller Zeiten" in der Hauptrolle. Dem Kult-Status seiner Filme bei einem an Trash interessierten Publikum ist das nur förderlich.

Die eifrigsten Fans haben inzwischen eine "Kirche des Ed Wood" im Internet gegründet. Sie feiern nicht Weihnachten, sondern "Woodmas" an seinem Geburtstag.

Eine echte Vision entwickelt ihr Eigenleben !

Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

"Glen or Glenda" mit Bela Lugosi ist absolut sehenswert. Wink

Kommt doch jetzt bei den ARTE Transgender-Days...

Natürlichkeit ist langweilig    

ElleCommandante
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dabei seit: 20.06.2005

Über Herrn Wood sei der Film mit Herrn Depp als Herrn Wood unbedingt empfohlen: Ed Wood (R.: Tim Burton, 1994)...

S'E.+++

n/v
Liv-Marit Norton
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dabei seit: 13.02.2006

Für Interessierte hier der Kinotrailer zu "Glen or Glenda" :

http://www.pdcomedy.com/Movies/EdWood/T ... Glenda.htm

Eine Anmerkung zu Herrn Depp:

"Mei, hat der a Glück, dass er koa Bayer is !?.......Depp...... Laughing out loud

Eine echte Vision entwickelt ihr Eigenleben !