Transsexualität - aktuelle Zeitungsartikel

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Claudia-Maria
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dabei seit: 21.02.2006

Hallo,

in jüngster Zeit sind lesenswerte Zeitungsartikel zum Thema Transsexualität erschienen.

a) In  der Universität Frankfurt fand vom 04.-06. Februar 2016 eine Tagung zum Thema "Transsexualität. Eine gesellschaftliche Herausforderung im Gespräch zwischen Theologie und Neurowissenschaften" statt (www.trans.2016.uni-frankfurt.de). Unter der Überschrift "Das Wissen um das wahre Geschlecht" veröffentlichte die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 10. Februar 2016 auf der Seite N4 einen recht ausführlichen Tagungsbericht.

b) Über die Hochzeit eines Transgender-Paars in Italien berichtete die F.A.Z.  am 11. Februar 2016 im Artikel "Wie er, Valentina, sie Alessio, heiratete".

c) Die Rhein-Zeitung setzte sich ausführlicher mit dem Thema "Transgender-Kinder" auseinander. Am 23. Februar 2016 erschien dort der Artikel "Das Mädchen im Körper eines Jungen". Der Artikel stellt ein Fallbeispiel aus Amerika in den Mittelpunkt. Am Rande wird auch eigens die Entwicklung in Deuschland beleuchtet.

Claudia-Maria

Trans-Barbara
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dabei seit: 27.10.2008

'Das ist kein Spleen'

so lautet ein Artikel in der 'Die Zeit' vom 10.Nov. im Teil 'Wissen'

Zitat: 'Viel häufiger als früher wollen Kinder und Jugendliche ihr Geschlecht wechseln. Besonders bei Mädchen steigen die Zahlen rapide. Ist es richtig, schon vor der Pupertät in die körperliche Entwicklung einzugreifen?'

Diese Frage wird im Artikel ausführlich diskutiert. Interessant ist, dass in den Niederlanden überwiegend schon in frühen Jahren Hormone eingesetzt werden, um die Pupertätsentwicklung zu unterdrücken, wovon deutsche Mediziner abraten. Für die Entwicklung der Persönlichkeit sei die Pupertät eine wichtige Phase.

Ich war überrascht, wie virulent das Thema ist! Leider habe ich bislang noch keinen Hinweis gefunden, wie man zu diesem Artikel per internet gelangt. Also investiert mal ein paar Euro in die darbende Presse! Is ja auch ein gutes Blatt, wenn auch mancher Quark zu lesen ist.

Ein schönes Wochenende wünscht Euch Barbara und bei der Gelegenheit, es sei mir erlaubt, besondere Grüße an einige ältere Damen im Forum!

 

n/v
Trans-Barbara
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dabei seit: 27.10.2008

Nein, hab ich doch die Vorschau nicht aufmerksam gelesen!!!

Als Sachse schreibt man doch Buberdäd, oder? Meine Frau wird sich freuen das zu lesen! Sie wisse woher ich komme! Naja, sie gennd das Geheimis nich vonem harden und nem weichen b!

n/v
Trans-Barbara
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dabei seit: 27.10.2008

GEORGE .........

... ist eigentlich ein Junge. Aber er denkt wie ein Mädchen und fühlt wie ein Mädchen. George fühlt sich im eigenen Körper nicht wohl. Wenn Goerges Mutter 'mein Junge' sagt, möchte George am liebsten laut schreien, aber das traut er sich nicht. Nicht einmal seiner besten Freundin hat er etwas davon erzählt, wie es in ihm aussieht. Darum geht es in dem Buch GEORGE von Gino George, Fischer Verlag, auch als Hörbuch bei Sauerländer audio, erschienen. Es wurde kurz vor Weihnachten auf der Kinder- und Jugendseite der WAZ für Kinder ab 10 Jahre empfohlen. Es scheint sehr treffend zu sein, denn bei Proust in Essen ( eine kleine und feine Buchhandlung! Sehr zu empfehlen!)  war es bekannt und auch vorrätig.

Wenn ich es gelesen habe, werde ich meinen Eindruck schreiben.

Euch allen wünscht ein gutes Neues Jahr die Barbara

 

n/v
Trans-Barbara
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dabei seit: 27.10.2008

Hallo, alle zusammen!

Das Buch von Alex Gino, GEORGE, habe ich jetzt mit wachsender Neugier in einem Zug durchgelesen und bin davon sehr angetan! In anrührender Weise und mit Einfühlungsvermögen beschreibt der Autor, der seit über 20 Jahren in der queeren und transgender Bewegung in den USA aktiv ist, die Probleme, die wir als Erwachsene aus eigener Erfahrung nur zu gut kennen, aus der Sicht eines Kindes. Jede und jeder, die das Buch lesen (wozu ich nur raten kann!), sollten allerdings versuchen, sich in die eigene Kindheit zurück zu versetzen um die Entwicklung des George zur Melissa nachvollziehen zu können. Dann wird jedem klar, welche Qualen das heranwachsende Kind erfahren und ertragen muss! Sie unterscheiden sich nicht von denen der Erwachsenen, die eine neue Identität suchen.

Allerdings kann man als Erwachsene oder Erwachsener die gesellschaftlichen Umstände, die zu dieser Situation führen, erkennen und analysieren und daraus die Konsequenzen ziehen. Leicht gesagt, aber oft schwer getan, oder? Genau das macht aber CAROLIN EMCKE, Preisträgerin des Dt. Buchhandels 2016. Schonungslos kritisch - auch gegenüber sich selbst!! - analysiert sie die Situation derjenigen, die nicht in das "normale" bürgerliche Klischee passen. Sie lehnt es ab sich als lesbisch zu bezeichnen, sondern sagt offen, dass sie schwul oder homosexuell sei! Lesben würden von der Gesellschaft ja akzeptiert. In ihrem Buch "Wie wir begehren" (Taschenbuch bei Fischer) beschreibt sie ihre Entwicklung unter dem Aspekt der Sexualität von der Schülerzeit bis ins Berufsleben, also bis heute. Selten habe ich eine solch klare Sprache gefunden! Und wenn man ihr "schwul" durch "Transvestit" oder "Transsexuell" ersetzt, dann muss nichts an ihren Analysen und Schlußfolgerungen umformuliert werden!

Darauf geht sie aber sehr konkret unter dem Begriff "Transperson" in einem langen Kapitel (Ursprünglich/Natürlich) in "GEGEN DEN HASS" ( Fischer ) ein! Diesem Kapitel ist vorangestellt: "NIEMAND SAGT DIR, DASS ES DARAN LIEGT, DASS DU BIST, WAS DU BIST. Das sagt doch alles? Erwartet jetzt bitte keine Rezension! Ich würde ihren Ausführungen nicht gerercht werden können, obwohl ich im Berufsleben viele Besprechungen dieser Art geschrieben habe. Allerdings für ein andere Klientel und zu anderen Themen. Dafür zitiere ich aus der Begründung der Jury zum Friedenspreis:

"Das Werk von Carolin Emcke ist Vorbild für gesellschaftliches Handeln in einer Zeit, in der politische, religiöse und kulturelle Konflikte den Dialog oft nicht mehr zulassen. Sie beweist, dass er möglich ist, und ihr Werk mahnt, dass wir uns dieser Aufgabe stellen müssen." Was wir dazu beitragen können? Offen zu unserer anderen Seite bekennen! Carolin macht es uns vor!

Zum Schluß noch ein Danke an Dich,  Claudia-Maria! Du hast das Nachdenken mit Deinem ersten Beitrag angeregt. Manche Dinge müssen erst einmal etwas gären!

Noch eine schönen Sonntag und einen guten Start in die Woche wünscht Euch Barbara  

 

 

 

n/v
Trans-Barbara
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n/v
Minolfa
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dabei seit: 06.12.2007

Hihi, ein Link direkt aus dem Mailprogramm heraus funktioniert nicht: Nur, was oben in der Browserzeile steht, geht auch auf fremden Computern.

http://www.bento.de/gefuehle/transgender-eve-ist-eine-frau-auch-wenn-sie-im-koerper-eines-jungen-geboren-wurde-1070077/#refsponi

Trans-Barbara
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Gut, dass dem geübten Auge der Fachfrau dieser Fehler nicht entgangen ist! Vielen Dank, Minolfa!

n/v
Claudia-Maria
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dabei seit: 21.02.2006

Ein kleiner, etwas verspäteter Hinweis zum Buch "George" von Alex Gino:

Die Zeit hatte in der Ausgabe vom 13. Oktober 2016 auf der Seite 56 eine ausführliche Besprechung des Buches veröffentlicht. Die von Katrin Hörnlein verfasste Besprechung wie die Beiträge hier im Forum veranlassen mich, recht bald das Buch zu lesen.

Bei dieser Gelegenheit sei noch auf den in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 8. Januar 2017 erschienenen Artikel "Frau zu sein kostet eine Viertelmillion" hingewiesen.  Es handelt sich um ein Interview mit Vivienne Ming, die viele "Start-ups" gegründet hat. Sie lebte einst als Mann. Im Interview legt sie dar, dass es für sie bei Unternehmensgründungen weitaus einfacher als Mann gewesen sei, an Kapital zu kommen.

 Mit bestem Gruß

Claudia-Maria