Mann oder Frau? Diese Kategorien sind überflüssig!

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Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

Transsexuelle werden häufig diskriminiert. Doch ist die Frage 'männlich' oder 'weiblich' wirklich so entscheidend? Etwas Abstand von diesem starren Raster würde uns allen das Leben erleichtern. Von Peter Singer und Agata Sagan

Als Jenna Talackova im letzten Monat das Finale des Wettbewerbs „Miss Universe Canada“ erreicht hatte, wurde sie disqualifiziert, weil sie nicht „natürlich als Frau geboren“ war. Die große, schöne Blondine erzählte den Medien, sie habe sich seit dem Alter von vier Jahren als Frau gefühlt, mit vierzehn eine Hormonbehandlung begonnen und sich mit neunzehn einer Geschlechtsumwandlung unterzogen. Angesichts ihrer Disqualifizierung stellt sich die Frage, was es wirklich bedeutet, eine „Miss“ zu sein.

Eine noch größere Frage wurde durch den Fall eines achtjährigen Kindes in Los Angeles aufgeworfen, das anatomisch gesehen weiblich ist, sich aber wie ein Junge anzieht und als Junge gesehen werden möchte. Seine Mutter versuchte vergeblich, ihn in einer Privatschule als Junge anzumelden. Ist es wirklich nötig, dass jeder Mensch entsprechend seines biologischen Geschlechts als entweder männlich oder weiblich eingestuft wird?

Weiterlesen bei WELT-Online:

http://www.welt.de/debatte/die-welt-in-worten/article106184599/Mann-oder-Frau-Diese-Kategorien-sind-ueberfluessig.html

Natürlichkeit ist langweilig    

GabiStern
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dabei seit: 18.05.2005

Wohl nicht... es steht ja schon in unserem Grundgesetz:

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimatund Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugtwerden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Und siehe: das Geschlecht wird als erstes genannt!

n/v
Triona
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dabei seit: 05.10.2007

Ein vorwärtsweisender Ansatz!

Besonders hinweisen möchte ich noch darauf:

Zitat Singer / Sagan:

Ist das Bedürfnis nach dieser Information ein Überbleibsel einer Zeit, in der Frauen von vielen Rollen oder Positionen ausgeschlossen waren, und dadurch von den damit verbundenen Privilegien? Die Frage nach dem Geschlecht nur noch zu stellen, wenn es nötig ist, würde vielleicht nicht nur das Leben derjenigen vereinfachen, die sich nicht in strikte Kategorien zwängen lassen, sondern auch die Ungleichbehandlung von Frauen verringern. Verhindert werden könnten auch die gelegentlichen Ungerechtigkeiten gegenüber Männern, wie beispielsweise im Fall von Elternschaftsurlaub.

 

liebe grüße

triona

Aw, Thou beloved, do hearken to the Banshee's lonely croon!

sinn féin - ça ira !

Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

Lythande
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dabei seit: 23.02.2011

Triona schrieb:

Verhindert werden könnten auch die gelegentlichen Ungerechtigkeiten gegenüber Männern, wie beispielsweise im Fall von Elternschaftsurlaub.

Der Mutterschaftsurlaub ist aber doch eng mit der körperlichen Erholung der gebärenden Person verknüpft, da sehe ich jetzt keine Ungerechtigkeit drinn, dass der nicht auch der anderen Person zusteht. Und die darauf folgende mögliche Elternzeit dürfte doch schon ziemlich geschlechtneutral definiert sein, auch wenn in der Realität es eher die Frauen sind, die ihn in Anspruch nehen, den Männern steht er doch genauso zu.

 

Sabine

 

Triona
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dabei seit: 05.10.2007

Das Zitat ist aus einem australischen Aufsatz.

Mag sein, daß die entsprechende (erst neulich geänderte) Gesetzgebung in Deutschland hier schon fortgeschrittener ist, als in vielen anderen Ländern. Aber es ist ja gerade die geschlechtsoffene Möglichkeit der Regelung der Elternzeit, die einen zumindest theoretischen Fortschritt hirzulande darstellt. Dies würde die These also eher bestätigen.

Die vorherrschende Lage im Arbeitsleben und manche ideologischen Vorbehalte wirken aber auch hier immer noch oft als Bremse.

 

liebe grüße

triona

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Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

Dani
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dabei seit: 11.10.2011

 

Gabi schrieb:

Wohl nicht... es steht ja schon in unserem Grundgesetz:

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimatund Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugtwerden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Und siehe: das Geschlecht wird als erstes genannt!

hehehe.. finde die Feststellung amüsant, gerade wenn ich an die 'Eltern' des Grundgesetzes denke, sie haben mit Sicherheit bei der Formulierung dieses Artikels nicht an die Möglichkeit 'Transsexualität' gedacht.. die Geister die ich rief.. Laughing out loud ich höre da die ehrwürdigen Herrschaften schon rufen:

 

Stehe! stehe!

Denn wir haben

deiner Gaben

vollgemessen! -

Ach, ich merk es! Wehe! wehe!

Hab ich doch das Wort vergessen!

Ach, das Wort, worauf am Ende

er das wird, was er gewesen!

Ach, er läuft und bringt behende!

Wärst du doch der alte Besen!

Immer neue Güsse

bringt er schnell herein,

ach! und hundert Flüsse

stürzen auf mich ein.

(...)

Herr und Meister! hör mich rufen! -

Ach, da kommt der Meister!

Herr, die Not ist groß!

Die ich rief, die Geister

werd ich nun nicht los.

“In die Ecke,

Besen! Besen!

Seids gewesen.

Denn als Geister

ruft euch nur, zu diesem Zwecke,

erst hervor der alte Meister.”

 

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

 

Das Leben meistert man lächelnd,

oder überhaupt nicht.