Homophobie

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Angelina K.
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Hallo Laddies,

dies habe ich bei der Huffingtonpost gefunden.

http://www.huffingtonpost.de/2014/02/04/lunacek-homophobie-eu-parlament_n_4722657.html

Interessant ist auch folgende Absatz.

Zitat:

Weitere Strategiepläne im Lunacek-Bericht: Gleichgeschlechtliche Partnerschaften sollten EU-weit anerkannt und die "Störungen der Geschlechtsidentität" von der Liste der psychischen Störungen und der Verhaltensstörungen der Weltgesundheitsorganisation WHO gestrichen werden.

Zitat-ende.

 

Jetzt möchte ich bitte eure Meinungen dazu hören. Ich habe zwar in einem anderen Forumstext - keine Ahnung woher ich den hatte - darüber gelesen, in dem es um die "Wahrheit über F64.0" ging, aber konnte damals noch nichts konkretes damit anfangen.

 

Gruß

Angelina

 

Andere Schauspielern durch ihren Beruf für rund 100 min, ich schauspielerte durch die Angst mein Leben.

Ich hatte nie das OS Windows, ich habe OS X, aber die grafische Oberfläche musste Windows sein.

Kaylee EX
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Und wie soll das dann mit der Finanzierung der Krankenkasse sein? Sollte man vorher klären finde ich. Daher hab ich irgendwie keine Meinung dazu.

Calista
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Naja, wenn TS nicht mehr pathologisiert werden soll, dann muss man sich eben damit abfinden, dass es als normal gilt, und damit als nicht behandlungsbedürftig. Dann muss man halt so damit zurechtkommen.

Thessa

PS: Übrigens:

lad•die (noun, informal): a boy or young man (often as a form of address): he's just a wee laddie

Angelina K.
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Laut Wikipedia steht das in dem Zusammenhang.

Zitat:
Übernahme der Kosten für geschlechtsangleichende Maßnahmen

Befürworter der Klassifikation von Transsexualismus als Krankheit argumentieren auch, dass diese Einstufung es erleichtern würde, medizinische Behandlungen bzw. die Übernahme ihrer Kosten durch Krankenkassen durchzusetzen. Gegner halten dieses Argument allerdings für nicht zutreffend. Das Bundessozialgericht entschied bereits 1987, dass nicht jeder „vom Leitbild des gesunden Menschen abweichende Körper- oder Geisteszustand“ bereits eine Krankheit sei, so auch nicht Transsexualismus. Es könne jedoch durch Transsexualismus ein Leidensdruck entstehen, welcher einen Krankheitswert habe und damit die Pflicht zur Kostenübernahme durch die Krankenversicherungen begründe. (Urteil vom 6. Aug. 1987 (Az: 3 RK 15/86)) (s.auch Begutachtungsleitlinien des MDS [s.unten: Literatur])

Trotz dieser und etlicher anderer entsprechender Urteile wird die Frage, warum die geschlechtsangleichenden Maßnahmen ganz oder größtenteils von den gesetzlichen wie privaten Krankenversicherungen übernommen werden müssen, immer noch gestellt. Meist werden für die Kostenübernahme zwei Argumente angeführt:

  • Jeder Mensch hat das Recht, ein möglichst gesundes und zufriedenes Leben zu führen. Ein Leben in einer Geschlechtsrolle, welche als unpassend empfunden wird, macht dies unmöglich. Für das Leben in einer anderen Geschlechtsrolle sind fast immer auch medizinische Maßnahmen notwendig; das notwendige Ausmaß dieser Maßnahmen kann nur im Einzelfall bestimmt werden. (S. o., Leidensdruck)
  • Eine Nichtbehandlung führt fast immer zu schweren psychischen, oft auch psychosomatischen Krankheiten, welche dann auf jeden Fall behandelt werden müssen. Da jedoch das zugrunde liegende Problem nicht gelöst wird, ist ein langfristiger Behandlungserfolg allerdings nicht zu erwarten. Es ist jedoch keineswegs billiger, die Behandlung des Transsexualismus nicht zu bezahlen; denn bereits ein einziger Monat in einer psychiatrischen Klinik kostet im Schnitt mehr als eine genitalangleichende Operation von Mann zu Frau.

 

 

OT

Calista schrieb:

lad•die (noun, informal): a boy or young man (often as a form of address): he's just a wee laddie

Oh ups. Sorry. Hätte ich mal vorher nach geschaut wie es richtig geschrieben wird.

Andere Schauspielern durch ihren Beruf für rund 100 min, ich schauspielerte durch die Angst mein Leben.

Ich hatte nie das OS Windows, ich habe OS X, aber die grafische Oberfläche musste Windows sein.

Minolfa
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dabei seit: 06.12.2007

Die Verpflichtung der gesetzlichen Krankenkassen, bei bestimmten medizinischen Maßnahmen die Behandlungskosten zu übernehmen, wird über den "krankheitwertigen Leidensdruck" argumentiert. F64.0 hingegen ist eine Schublade im statistischen Verzeichnis von Krankheiten, das die WHO verwendet. Also sind das zwei ganz verschiedene Paar Stiefel!

Persönlich finde ich es gut, dass die Krankheit "Transsexualität" gestrichen wird. Immerhin gilt sie derzeit als lebenslange psychische Störung, weshalb manche Versicherungen nicht mehr abgeschlossen und manche Berufe nicht mehr ergriffen werden können. Auch im DSM 5, der in Amerika eine verbindliche Behandlungsrichtlinie für Psychiater darstellt, wurde Transsexualität bereits gestrichen.

"It is important to note that gender nonconformity is not in itself a mental disorder. The critical element of gender dysphoria is the presence of clinically significant distress associated with the condition."

http://www.dsm5.org/Documents/Gender%20Dysphoria%20Fact%20Sheet.pdf

Wenn es tatsächlich eine Diskrepanz zwischen dem empfundenen und gelebten Geschlecht gibt, kann (bei Bedarf !!!) künftig zum Beispiel die Diagnose "Geschlechtsdysphorie" verwendet werden, wie im DSM 5 angedacht.

Für die zivilrechtliche Vornamen- und/oder Personenstandsänderung wird ebenfalls keine Diagnose F46.0 gebraucht: Die Kriterien sind im Gesetz (TSG) genannt, vereinfachte Kurzform: Seit mindestens 3 Jahren besteht ein Zwang, im anderen Geschlecht zu leben, und die Gutachter prognostizieren, dass sich dies voraussichtlich nicht mehr ändern wird.

Mein Fazit: F64.0 braucht niemand, außer ein paar "Echten Transsexuellen", denen im Internet jetzt der selbstgebaute Elfenbeinturm umfällt.

Calista
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In der Tat: F64.0 braucht niemand. Zumal das ja auch eine klassische Fehlkategorisierung ist: das Kind hat im Kapitel F nunmal nichts zu suchen. Es wäre aber, denke ich, nicht schlecht, wenn der "krankheitswerte Leidensdruck" in Bezug auf die Geschlechtsidentität irgendwo explizit stehen würde. Aber wenn, dann gehört das eher ins Kapitel über neuronale Auffälligkeiten, als zu den psychischen Störungen.

Thessa

Minolfa
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dabei seit: 06.12.2007

Die Autoren des DSM sind durchaus der Meinung, mit ihrer neuen Version einen Beitrag zur Entpathologisierung zu leisten. "It is important to note that gender nonconformity is not in itself a mental disorder."

Außerdem soll gerade deshalb ein Eintrag im Krankheitsregister verbleiben, damit Patienten bei Bedarf Zugang zu medizinischen Leistungen erhalten. So ein Eintrag ist in den USA sehr wichtig, weil deren Psychiater bzw. deren Patienten sonst nicht mit den Krankenkassen abrechnen können. "DSM not only determines how mental disorders are defined and diagnosed, it also impacts how people see themselves and how we see each other. While diagnostic terms facilitate clinical care and access to insurance coverage that supports mental health, these terms can also have a stigmatizing effect. ... The critical element of gender dysphoria is the presence of clinically significant distress associated with the condition."

Der Eintrag bekam ein eigenes Kapitel, separiert von den sexuellen Störungen. "Gender dysphoria will have its own chapter in DSM-5 and will be separated from Sexual Dysfunctions and Paraphilic Disorders."

Detaillierter steht das dann nochmal im Kapitel "Need for Change" in der von mir oben verlinkten Übersicht. Explizit als Behandlungsoptionen erwähnt sind dort auch Hormone und GaOP.

Warum reite ich so auf einem amerikanischen Dokument rum? Nach 14 Jahren gab es eine Aktualisierung, so dass dieser Stand voraussichtlich auch wieder über ein Jahrzehnt lang gültig sein wird. Die letzte Version 4 wurde mit geringfügigen Änderungen übersetzt und im deutschsprachigen Raum als Diagnoseleitlinie veröffentlicht. Auch wenn es in Deutschland nur Empfehlungscharakter hat, rechne ich damit, dass sich in Zukunft Fachartikel und Lehrbücher wieder sehr stark daran ausrichten.

Kaylee EX
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Indem Fall, klar gehört F64.0 abgeschafft. Darunter fallen ja auch die die mit ihren Körper zu frieden sind aber trotzdem die Rolle des anderen Geschlechts ausleben und sich als dem Bezeichnen. Sowas kann keine Krankheit sein. Wichtig wie gesagt das die Möglichkeiten bestehen bleiben, indemfall ist es ja ein guter Schritt nach vorn.