Vom Lehrer zur Lehrerin

4 Antworten [Letzter Beitrag]
Claudia-Maria
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dabei seit: 21.02.2006

Hallo,

in der Bild am Sonntag vom 05. September 2010 stieß ich auf einen interessanten Bericht aus Österreich, der wie folgt eingeleitet wurde: "Wenn Walter S. am ersten Schultag nach den Sommerferien das Klassenzimmer in der Höheren Technischen Bundeslehr-  und Versuchsanstalt (HTL) in Wien betritt, kann er sich das erste Mal sicher sein, dass ihm alle seine Schüler ihre ungeteilte Aufmerksamkeit widmen. Denn Lehrer S. ging als Lehrer in die Ferien, morgen kommt er als Lehrerin zurück." Andrea S. beruft sich auf die so häufig postulierte Vielfalt unserer Gesellschaft. 

Beste Grüße

Claudia-Maria

Tyreesa
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dabei seit: 26.06.2010

jepp, einen ähnlichen Bericht gibt es auch aus Frankreich. Was mich dort etwas "stutzig" machte war, daß den Schülern aus der Schule psychologische Hilfe zur Seite gestellt werden sollte, damit sie das verkraften.

Ähm - Aufklärung? Wieso gleich ein Psychiater??? Als mir mein Papi erklärt hat, daß es Frauen gibt, die im falschen Körper geboren wurden usw. brauchte ich auch keinen Psychiater. Ich war damals 12 oder 13 Jahre alt und habe es einfach verstanden. Für mich war das klein Problem...

n/v
Chantal-TS EX
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Ehemaliges Mitgllied
dabei seit: 22.08.2010

Tyreesa schrieb:
Was mich dort etwas "stutzig" machte war, daß den Schülern aus der Schule psychologische Hilfe zur Seite gestellt werden sollte, damit sie das verkraften.

Hallo Tyreesa!

Mir gehen die meisten Betroffenen viel zu normal mit dem Thema um in der Form, wie es Unbeteiligten vermittelt wird. Für andere ist das ganze erst einmal neu, unbekannt, fremt und darum lohnen immer erklärende Wort. Das Gespräch mit Deinem Vater ist eine andere Situation als eine Lehrerin. Und wie müssen zwei Seiten sehen. Auch die Lehrerin muss vor Anfeindungen der Schüler bewahrt werden und da kann ein Pychiater die einen oder anderen Angriffe abpuffern. Das wird um wenige Stunden gehen, pro Klasse ein bis zwei vielleicht.

Als ich die ersten Freunde mit Kindern besuchte fragte ich auch vorher nach, ob das in Ordnung ist und ob man die Kinder vorbereiten sollte. Das ging überraschend gut, aber auch heute noch kommen von einer jetzt fünf jährigen Fragen, ob ich früher der Bernd war. Den hat sie drei Jahre nicht gesehen, aber es beschäftigt sie immer noch.

Liebe Grüße

Tyreesa
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dabei seit: 26.06.2010

Das mag stimmen, daß Hilfe nötig ist. Die war aber nicht für die Lehrerin. Die musste da einfach so mit klar kommen und das fand ich dann schon seltsam. Denn auch für sie war es anfangs sicher etwas völlig "neues" und ich kann mir gut vorstellen, daß sie an ihrem ersten Tag sehr nervös war.

Ich denke, daß es wohl sehr sinnvoll gewesen wäre, die Schüler ggf. vor den Ferien aufzuklären und ggf. Gesprächsrunden zu diesem Thema zu halten anstelle sie vor vollendete Tatsachen zu stellen und dann den Psychiater in die Menge zu werfen.

Und warum soll man nicht "normal" damit umgehen? Wieso nicht? Was ist denn "unnormal"???

Die Dinge werden doch von der Masse nur deswegen als "unnormal" dargestellt, weil sie sich nicht mit dem Thema beschäftigen oder einfach falsch erzogen worden sind. Ich halte nichts davon, Dinge zu überdramatisieren, denn gerade das macht das Ganze doch dann so heftig für alle. Wenn wir damit aufwachsen würden, daß es eben sehr viele unterschiedliche Menschen gibt, wären derartige "Veranstaltungen" gar nicht nötig. Ein Kind ist von Geburt an offen für alles und findet gar nichts seltsam. Erst die Erziehung macht es zu einem Menschen voller Vorurteile und Schubladendenken.

Jeder Mensch ist etwas Besonders - auf seine Art.

n/v
Kimber EX
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dabei seit: 05.05.2009

Wofür man für so etwas einen Psycho braucht, ist mir ein Rätsel. Wer nicht hinter dem Mond lebt, hat wohl mal etwas von der Thematik gehört und sonderlich schwer ist die Sache nun nicht zu verstehen.

Aber sobald sich ein Psycho einmischt, ist für den Aussenstehenden eines klar: das ist nicht normal, weil man sonst den Psycho nicht bräuchte. Also ist das das Ende aller Normalität.

Vielleicht sollte man mal Psychos in Klassen schicken, wenn die einen farbigen Lehrer oder einen Moslem bekommen...könnte ja die armen Kinder auch verschrecken...dann wäre das Geschrei aber gross.

 

Doug hatte Recht: Macht´s gut und danke für den Fisch.