Triathletin Nicole Schnaß

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Claudia-Maria
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Hallo,

soeben habe ich in der neuen Ausgabe des Spiegels vom 12.10.2009 unter der Überschrift "Unter die Gürtellinie" ein Interivew mit der Triathletin Nicole Schnaß über ihre Geschlechtsumwandlung gelesen. Das Interview dokumentiert "den schwierigen Kampf um Anerkennung im Sport".

Liebe Grüße

Claudia-Maria

Renate-TG
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Ich habe bisher nur eine Zusammenfassung des SPIEGEL-Berichts gelesen, weil er nicht online steht. Ich werde mir den SPIEGEL aber gleich morgen besorgen. Nicole kommt ja wie ich aus Krefeld. Und auch ich betreibe ja wieder meinen Sport wettkampfmäßig.

Da ich mit 52 Jahren aber nicht mehr Gefahr laufe, mich einer Dopingkontrolle unterziehen zu müssen - meine Leistung ist ja nicht nur durch die Hormone schlechter geworden - sehe ich auch keine Veranlassung, mich den Veranstaltern gegenüber als transsexuell zu outen. Einige wenige Lauffreunde und -freundinnen wissen, dass ich transsexuell bin, aber sie akzeptieren mich voll und ganz als Frau. Offiziell müßte ich noch knapp zwei Jahre auf Wettkämpfe verzichten.

Seit einer Woche laufe ich nun auch wieder nach meiner gaOP. Fällt zwar noch ein wenig schwer, aber ich schaffe schon wieder 18 Kilometer, wenn auch sehr langsam. Nächstes Jahr sind dann wieder Marathonläufe geplant.

Liebe Grüße

Renate

n/v
Johanna
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Renate-TG schrieb:
Da ich mit 52 Jahren aber nicht mehr Gefahr laufe, mich einer Dopingkontrolle unterziehen zu müssen ... sehe ich auch keine Veranlassung, mich den Veranstaltern gegenüber als transsexuell zu outen.

Ja, im Breitensport kann man das wesentlich lockerer sehen. Da würde ich mich auch nicht outen wollen.

Im Spitzensport ist es schon ziemlich heftig, was die Sportler über sich ergehen lassen müssen - siehe auch der Fall Caster Semenya (wo allerdings Doping nicht der Grund ist). Aber wenn man Doping nicht prinzipiell freigeben will, was menschenverachtend wäre, dann bleibt wohl keine andere Möglichkeit, als den Sportlern die Kontrollen zuzumuten.

 

jasminchen
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dabei seit: 17.06.2007

Doping war doch immer ein guter Produktttest. Ich vertraue dieser Firma sehr.

Jestem prawda, nie mam tajemnicy.

Extra Gottingam non est vita, et, si est, non est ita. Cogito ergo sum

Hrad přepevný jest Pan Bůh náš ….

 

http://en.wikipedia.org/wiki/Prime_Directive

 

Renate-TG
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dabei seit: 08.01.2007

Johanna schrieb:
Im Spitzensport ist es schon ziemlich heftig, was die Sportler über sich ergehen lassen müssen - siehe auch der Fall Caster Semenya (wo allerdings Doping nicht der Grund ist).

Ja, da gebe ich Dir recht, Johanna. Wobei die IAAF im Fall Caster Semenya auch mit zweierlei Maß mißt. Nach den Regeln des IOC sind Transsexuelle bei Olympischen Spielen startberechtigt, wenn sie zwei Kriterien erfüllen (die meisten Sportverbände schließen sich diesen Kriterien an):

1. erfolgte gaOP (weiß der Teufel, warum, die hat mit Leistungssteigerung überhaupt nichts zu tun)

2. Zwei Jahre HRT nach erfolgter gaOP

Ein Gentest ist hier nicht erforderlich, wäre auch sinnlos, da wir ja nach wie vor genetisch XY-Typen sind. Genau diesem Gentest soll sich aber Caster Semenya unterziehen. Wenn sie XY-Chromosomen haben sollte, soll ihr der Weltmeistertitel aberkannt werden. Um sie gegenüber Transsexuellen nicht zu benachteiligen, dürfte hier lediglich der Hormonstatus als Nachweis ihrer Weiblichkeit herangezogen werden. Sollte Caster Semenya, was anzunehmen ist, Hermaphrodit sein, würde die Genanalyse nichts über ihr Geschlecht aussagen.

 

LG Renate

n/v
Johanna
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@Renate

Nach dem, was ich im Fall Caster Semenya gehört habe, ist es nicht nur der Gentest. Wenn sie XY-Chromosomen hätte, aber z. B. CAIS (Androgeninsensivität), dann wäre sie ohne weiteres startberechtigt.

Nach diversen Gerüchten hat sie wohl innenliegende Hoden, welche durchaus Testosteron produzieren, so dass sie etwa den dreifachen Testosteronwert einer normalen Frau hat.

Keine einfache Entscheidung also. Zumal der Prozess Caster in eine Identitätskrise stürzen könnte.

Renate-TG
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Ja, Johanna, nichts anderes hab ich ja auch gesagt. Der von IAAF-Funktionären noch während der Weltmeisterschaft in einem Fernsehinterview geforderte Gentest ist schlichtweg sinnlos. Lediglich die Hormonwerte sind aussagekräftig, ob sich eine Frau im Wettkampf Vorteile verschaftt (wissentlich oder unwissentlich ist hierbei unerheblich). Wenn Caster Semenya tatsächlich innenliegende Hoden haben sollte, und somit einen erhöhten Testosteron-Wert, hat sie sich einen unzulässigen Vorteil verschafft. Testosteron gilt ja als Doping.

Den üblen Beigeschmack bekommt diese Angelegenheit erst dadurch, dass dieses Problem auf dem Rücken der Athletin ausgetragen wird. Die erhöhten Testosteron-Werte hätten dem südafrikanischen Verband schon im Vorfeld bekannt sein müssen. Er hätte Semenya gar nicht erst für die WM nominieren dürfen. Sie hätte sich die Hoden entfernen lassen können und wäre in zwei Jahren problemlos startberechtigt gewesen.

Dadurch aber, dass dieser Fall nun international durch die Presse geht, wird Semenya psychisch sicher stark belastet.

LG Renate

n/v
Renate-TG
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dabei seit: 08.01.2007

Inzwischen habe ich den SPIEGEL-Bericht über Nicole Schnaaß auch gelesen. In einem Punkt stimme ich Nicole nicht zu: sie macht ihre Transsexualität auf ihrer Homepage öffentlich, weil sie es als Betrug ansehen würde, ohne ein öffentliches Outing als Frau zu starten.

Das TSG schützt uns aber vor einem öffentlichen Outing. Die Hormonwerte gehen nur die Athletin und die Doping-Kontrolleure etwas an. Und diese unterliegen dem Offenbarungsverbot. Weder den Sportverband, noch den Veranstalter und schon gar nicht die Öffentlichkeit geht unsere Transsexualität etwas an.

In Nicoles Fall kann ich das öffentliche Outing allerdings verstehen, weil sie ja auch schon als Mann Triathlet war und somit ihre Transsexualität bekannt war. Nur mit Betrug hat das nichts zu tun und man kann das auch nicht verallgemeinern. In meinem Fall lagen zwischen meinem letzten Wettkampf als Mann und meinem ersten als Frau 18 Jahre. Nur sehr akribische Statistiker könnten da noch anhand alter Ergebnislisten einen Zusammenhang feststellen.

LG Renate

n/v
jasminchen
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Johanna schrieb:
Nach dem, was ich im Fall Caster Semenya gehört habe, ist es nicht nur der Gentest. Wenn sie XY-Chromosomen hätte, aber z. B. CAIS (Androgeninsensivität), dann wäre sie ohne weiteres startberechtigt.

 

Wohl doch eher PAIS, denn an den Muskeln scheint das Tesotosteron sehr gut zu wirken, ebenso an ihrem Skelett.

Jestem prawda, nie mam tajemnicy.

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Mama Bachmeier
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dabei seit: 13.10.2007

Es scheint mir das keine von euch diese Nervensäge kennt.

Ich hatte sie kennen gelernt und verstand nach 2 Min das eine sehr liebe Freundin die der friedlichste mensch ist den ich kenne fast zur Mörderin wurde weil sie mit das Nerveensäge ein Zimmer teilen mußte.

Diane