Transsexuelle sorgt im Tennis-Zirkus für Unmut

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Kimber EX
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Johanna schrieb:

Die genannte juristisch anerkannte Transfrau ohne Hormone dürfte wohl nur bei den Männern mitmachen.

 

Na dann mache ich eben mal den Advocatus Diaboli...nur um Mal die Gegenseite zu vertreten.

Wie lange wird es wohl dauern, bis die vor Gericht klagt? Offenbahrung? Diskriminierung, das ganze Programm?

Den Aufschrei der Entrüstung möchte ich nicht hören.

 

Johanna schrieb:

Kimberley, Roxanne: Ich verstehe euch nicht. Ständig wird über mangelnde Akzeptanz von Transgendern geklagt. Ist aber wirklich mal Akzeptanz gegeben, klagt ihr, dass es zu viel Akzeptanz sei.

 

Es geht nicht nur um Akzeptanz, es geht bei Sport auch darum, dass Chancengleichheit gegeben ist. Zumindest sollte dass das Ziel sein. Auch wenn es nicht zwingend in der Realität so ist.

 

Konstanze schrieb:

Tina aus KA (bzw. aus Pforzheim) war früher dt. und europäischer Kickboxmeister. Nach ihrer Aussage, hat sich durch die Hormonumstellung ihre körperliche Kraft massiv reduziert. ihres Erachtens auf vergleichbares Frauenniveau.

Wenn das die Regel ist, und als allgemeingültig betrachtet werden kann, verstumme ich sofort.

Nur das müsste erstmal geklärt werden. Die Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit kenne ich ärgerlicherweise selbst. Ob ich deswegen aber in der selben Liga wie eine vergleichbare Frau spiele, weiss ich nicht.



Meine ehrliche Befürchtung ist eigentlich Folgende:

Wenn ich bedenke, wie so manch eine Nation auf Vorschriften, Dopingtests usw. pfeift um bei Turnieren zu gewinnen, dann ist das Letzte was ich möchte, dass wir nicht nur Schwimmerinnenmannschaften haben, die wie frisch von den Kampftauchern rekrutiert wirken, sondern dass das irgendwann auch bei Transsexuellen im Sport gilt. Für eine Medaille macht so manche Nation so manches.

Im Sport wäre es zwar schön, wenn alle nach den Regeln spielen, aber so ist das Leben nunmal nicht. Schon gar nicht im Profisport. Es wäre mMn nur eine Frage der Zeit, wann irgendeine Nation auf die Idee kommt, die Regeln kreativ auszulegen.

Darf ein Sportverband zwei Frauen verschieden behandeln? Darf sich ein Sportverband über das juristische Geschlecht hinwegsetzen?

Man kann sagen ja, man kann sagen nein, je nach Standpunkt.

 

Sobald die erste transsexuelle Frau ohne HRT aber mit PSA irgendwo nicht antreten darf, wird es heissen Diskriminierung! Und sobald eine solche Frau irgendwo sportlich erfolgreich ist, wird die Gegenseite zu Recht entrüstet aufschreien.

Und wenn eine Frau trotz PSA bei den Männern mitmachen muss, wird es auch wieder heissen Diskriminierung!

So lange es hier um Freizeitsport geht, ist die ganze Thematik eher bedeutungslos, aber wenn man mal eine Ebene höher schielt, dann geht es um andere Dinge, nämlich das liebe Geld.

 

Wie man das lösen kann? Keine Ahnung, aber ich kann eben beide Seiten gut verstehen.



Doug hatte Recht: Macht´s gut und danke für den Fisch.

Lydia EX
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dabei seit: 18.01.2008

Johanna schrieb:

...Transfrauen ohne OP oder Hormone und für Dauertransvestiten...

 

Endlich bringst du mal Gesinnung und deine Sichtweise auf einen Punkt.

 

 

Lydia EX
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dabei seit: 18.01.2008

Kimber schrieb:

So lange es hier um Freizeitsport geht, ist die ganze Thematik eher bedeutungslos, aber wenn man mal eine Ebene höher schielt, dann geht es um andere Dinge, nämlich das liebe Geld.

Mich störts in keinster Weise, wenn im Fitness-Tempel eine TS neben mir strampeln würde und die gleiche Menge Gewichte öfter stemmt als ich... Wink

 

 

Lydia EX
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dabei seit: 18.01.2008

Konstanze schrieb:

Lydia, was zickst denn so?

gab es irgendwo schon mal Probleme, dadurch dass eine MzF im Profisport signifikant überlegen war?

Klar! "Die" Beckham spielt daher immer noch bei den Männern und nicht im Frauenfußball.... Big smile

 

 

Minolfa
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dabei seit: 06.12.2007

Ich finde die Olympische Lösung sehr gut. Nachgewiesene (dank regelmäßiger Dopingtests) weibliche Hormonspiegel kontinuierlich über zwei Jahre hinweg machen den Mann zur Frau. Zumindest muskelmäßig.

Jetzt weiß ich gerade nicht, ob das Olympische Komittee auch noch eine geschlechtsangleichende OP verlangt, aber im Sinne des Sports wäre das nicht weiter nötig. Oder kann jemand einen sportlichen Vorteil aus einem vorhandenen Penis ableiten? Wie schon bemerkt wurde, sind die Kriterien für "echte TS" in jedem Land anders, also hat sich das Olympische Komittee auf die messbaren Körperwerte zurückgezogen. Auf die kommt es im Leistungssport an, nicht darauf, wie sich der/die Sportler/in mental in den Transschubladen einordnet.

Dieses Thema hat übrigens durchaus Auswirkungen auf den Breitensport. Ich kenne eine Pre-OP TS in der Alltagserprobung (mit Hormonen), die den Vereinsvorstand heftig anzicken musste, um beim Golf (!) nicht am Herrenabschlag starten zu müssen. Und sie sieht wirklich klasse aus, am Herrenabschlag würde sie sich wirklich zum Affen machen. Wenn im Profisport klare Vorgaben gemacht werden, ist es für die Betroffenen auch im Amateursport einfacher. Viele (die meisten?) Sportarten beruhen schließlich auf Wettkampfsituationen. (Die Spielergebnisse der erwähnten Bekannten werden übrigens bis zur OP nicht in dei Wertung einfließen, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.)

Liebe Grüße, Michela

Sama79
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dabei seit: 10.11.2006

Roxanne schrieb:

Auch auf die Gefahr hin, daß ich mich unbeliebt mache: Ich meine, daß MzF-TS im Profi-Damensport nichts zu suchen haben. Political correctness in allen Ehren, aber es kann doch nicht sein, daß auf der einen Seite kleinste Mengen Testosteron als Doping verboten sind, andererseits aber ein männlicher Körper im Damensport akzeptiert wird. Nein, ein Profisportler muß sich halt entscheiden, was er will.

 

Ich finde Deine Meinung ok. Aber ich muß auch gestehen, daß ich ab Juni selbst wieder im Wettkampf aktiv werde - und zwar in der Damenklasse und auf Landesebene. Der Landesverband weiß eigentlich über mich Bescheid. Man hat mir allerdings nahegelegt, eine Art Bescheinigung bereitzuhalten, die ärztlicherseits bestätigt, daß bei mir seit über einem Jahr ein weiblicher Hormonstatus und kein (nennenswerter) testosteronbedingter Vorteil vorliegt. 

Die Bescheinigung habe ich gestern vom Endokrinologen erhalten.

Ich bin der Meinung, daß ich am Turniertag schon recht weit vorne mitmischen werde, vielleicht sogar den 1. Platz belege. Keine Selbstüberschätzung, aber ich kann meine Leistung und die der anderen ganz gut einschätzen. Wenn dann trotzdem jemand meint, er müsse den Mund aufmachen, dann soll es meinetwegen so sein. Ein solches Verhalten fände ich sportlich nicht fair. Sportlich unfair fände ich es auch, wenn ich mich wegen meiner Vergangenheit aus dem aktiven Wettkampf zurückziehen müßte. 

 

Jula
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dabei seit: 12.12.2004

Marion79 schrieb:

...daß ich ab Juni selbst wieder im Wettkampf aktiv werde - und zwar in der Damenklasse und auf Landesebene. ..

 


Das finde ich echt toll! Du wirst doch hoffentlich berichten?

 

NIVEAU ist keine Handcreme! Julas Homepagehttp://www.julaonline.de/

Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

Kimber schrieb:
Johanna schrieb:

Kimberley, Roxanne: Ich verstehe euch nicht. Ständig wird über mangelnde Akzeptanz von Transgendern geklagt. Ist aber wirklich mal Akzeptanz gegeben, klagt ihr, dass es zu viel Akzeptanz sei.

Es geht nicht nur um Akzeptanz, es geht bei Sport auch darum, dass Chancengleichheit gegeben ist. Zumindest sollte dass das Ziel sein. Auch wenn es nicht zwingend in der Realität so ist.

 

Genau. Nur darum geht es mir: Fairness im Sport. Nicht um Akzeptanz, Toleranz oder rechtliche Winkelzüge. Moral ist auch eine Instanz.

 

 

Natürlichkeit ist langweilig    

jasminchen
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dabei seit: 17.06.2007

Hi,

 

bei uns in Hamm wurde die IS Sarah Gronert angefeindet: http://talk.excite.de/nachrichten/1166/Rufmord-Tennistalent-Sarah-Gronert-musste-Weiblichkeit-beweisen

LG Jasminchen

 

Jestem prawda, nie mam tajemnicy.

Extra Gottingam non est vita, et, si est, non est ita. Cogito ergo sum

Hrad přepevný jest Pan Bůh náš ….

 

http://en.wikipedia.org/wiki/Prime_Directive

 

Sama79
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Jula schrieb:

Marion79 schrieb:

...daß ich ab Juni selbst wieder im Wettkampf aktiv werde - und zwar in der Damenklasse und auf Landesebene. ..

 


Das finde ich echt toll! Du wirst doch hoffentlich berichten?

 

 

Das kann ich machen. Das Turnier ist am 6. Juni in Alsdorf. Ich bin selbst sehr gespannt. Ich war jetzt gut zwei Jahre nicht mehr im Wettkampf aktiv, aber ich bin mir sicher, viele kennen mich noch von früher - nur anders halt.

Mal schaun! Smile