Transsexuell und kriminell

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Sama79
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Vor allem in den internationalen Schlagzeilen liest man es recht häufig - Transsexuelle, die kriminell sind. Dabei geht es nicht um Raufereien oder Lakritzdiebstähle, sondern um Bandenkriminalität und Gewaltverbrechen wie Körperverletzung bis hin zu Mord und Totschlag.

In Kanada sitzt zum Beispiel ein Mehrfachmörder ein, der - soweit ich mich entsinne - gerichtlich eine MzF-OP auf Kosten des Staates gerichtlich durchgesetzt hat. Bei der Jagd nach dem Phantom von Heilbronn zieht man als Täter auch einen Transsexuellen in Betracht. Und bei der neuesten Meldung, die ich heute gelesen habe, wird in Indien eine kriminelle Bande von Transsexuellen vermutet, die Jungen entführt, zu gaOPs und sie später zur Prostitution zwingt.

Zitat:
(Originalmeldung in Englisch)

CHENNAI, April 5 (Bernama) -- Police in Tamil Nadu are working on a theory that a transexual gang operating in south India is luring young boys and forcing them to undergo sex change operation and later engage them in prostitution.

Although initial details are sketchy, police in Chennai said two such cases had surfaced recently, after a retired doctor was arrested in Kadapa in Andra Pradesh yesterday, making them believe a transgender gang is behind the heinous crime.

"We arrested the doctor from Kadapa and he admitted of helping the transsexual group. He has done 40 to 50 operations on boys to change their sex.

"We are also working on this angle, of a transgender gang involved in luring young boys and forcing them to change their sex and later lure them into prostitution to earn money," Chennai deputy inspector-general of police (crime investigation division) S.N. Seshasai told Bernama today.

On Friday, Chennai police arrested the 75-year-old doctor, wanted for castrating a 16-year-old by from Tamil Nadu last year, suspected to be under the order of the gang who later kidnapped the minor to Pune, where he was abused to beg and work as a prostitute.

"The doctor had been doing this (surgery) for 17 years since he retired. He said he does about two to three surgeries on boys every year. He removes their male organs and turn them into a female. He is on remand now," added Seshasai.

The 16-year-old victim, who managed to escape from Pune and returned to his family, is currently undergoing medical treatment.

An estimated 30,000 transgender persons live in Tamil Nadu and there are more than half a million of them across India.

--

Chennai, 5. April (Bernama) - Die Polizei in Tamil Nadu arbeitet an einer Theorie, dass eine transsexuelle Bande in Süd-Indien Jungen anlockt, um sie zu einer Geschlechtsumwandlung und später zur Prostitution zu zwingen.

Obwohl erste Informationen lückenhaft sind, teilte die Polizei in Chennai mit, zwei Fälle seien vor kurzem bekannt geworden, nachdem ein pensionierter Arzt in Andra Pradesh festgenommen wurde. Sie glaubt, dass eine Transgender Gang hinter dem abscheulichen Verbrechen steht.

'Wir verhafteten den Arzt aus Kadapa und er gab zu, der Transsexuellen-Gruppe geholfen zu haben. Er führte 40 bis 50 Operationen an Jungen durch, ihr Geschlecht zu ändern und für die Gruppe als Prostituierte zu arbeiten.'

Das 16-jährige Opfer kehrte nach der Flucht zu seiner Familie zurück und befindet sich derzeit in der medizinischen Behandlung.

Schätzungsweise leben 30.000 Transgender in Tamil Nadu und mehr als eine halbe Million von ihnen in Indien.

EDIT: Text verkürzt, da sich Aussagen wiederholen. Die Google- Übersetzung war doch sehr holprig./Liv

Quelle: bernama.com v. 5.4.09

In meinem früheren Blog hatte ich zahlreiche solcher Meldungen veröffentlicht.

Was meint ihr, wie die "normale" Öffentlichkeit darauf reagiert? Einerseits wollen Transsexuelle die gleichen Rechte und Anerkennung, andererseits gibt es Negativbeispiele einzelner, die die übrigen Betroffenen ins schlechte Licht rücken.

Minolfa
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Natürlich sind solche Meldungen nicht gerade gute Presse für Transsexuelle, und sind für den Kampf um Toleranz in der Gesellschaft nicht gerade hilfreich. Aber:

1) TS sind ein Kollektiv von Menschen, bei denen die gleiche unbekannte Krankheit "Transsexualität" diagnostiziert wurde. Sie stellen keine gemeinsame soziale Gruppe dar, sondern einen Querschnitt durch alle sozialen und ethnischen Herkünfte.

2) In vielen (oder vermutlich gar den meisten) Ländern der Welt werden TS an den Rand der Gesellschaft gedrängt, ihnen bleibt nur noch der Aufbau von Existenzen im Rotlichtmilieu oder in der Schattenwirtschaft. Gerade auch das ach-so-toll-transfreundliche Thailand ist dafür ein bemerkenswertes Beispiel. Und wer in einem Milieu lebt, in dem Kriminelle ein- und ausgehen, kommt leichter in Gefahr, selber kriminell zu werden. Existenzielle Notlagen kommen dann häufig noch dazu.

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Lebensumstände vieler TS auf der Welt kriminelle Laufbahnen begünstigen. Einen ursächlichen Zusammenhang jedoch, in biologischer oder medizinischer Hinsicht, kann ich mir nicht vorstellen.

Sama79
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Ich denke ähnlich. Transsexuelle sind ein Teil der Gesellschaft, ebenso wie Bänker, Polizisten, Feuerwehrmänner und Politiker. In jeder Gruppe gibt es schwarze Schafe. Transsexuelle und andere Minderheiten stellen hier keine Ausnahme dar. Die Gefahr, daß durch so was (und vor allem durch die Boulevardpresse) eine ganze Gruppe mitbetroffen wird, besteht immer.

Liv-Marit Norton
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dabei seit: 13.02.2006

Michela hat folgendes geschrieben:

Zitat:
Einen ursächlichen Zusammenhang jedoch, in biologischer oder medizinischer Hinsicht, kann ich mir nicht vorstellen.

Niemals.....

So gibt es aber wieder Grund genug, auf diese 'ach so abartige Lebensform' mit dem Finger zu zeigen.

Diese Meldungen eignen sich prima, um Vorurteile weiter zu festigen........Sad

Eine echte Vision entwickelt ihr Eigenleben !

Beate Nina
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dabei seit: 03.01.2009

Hi,
komme gerade von einem schweren Bruch, denn Ich habe beim spülen versehentlich meine Lieblingstasse zerdeppert (heul..). Crying
Habe sie aber als Resozialisierungsmaßnahme um den entstandenen Schaden wieder gutzumachen mit Sekundenkleber wieder zusammengeklebt.
Nach einer tiefer gehenden spirituellen Einkehr, hoffe Ich nun nicht wieder Rückfällig zu werden.
Ich bereue meine Tat zutiefst den Ich hatte so viele schöne Jahre und Momente mit meiner Lieblingstasse gehabt und hoffe das der Kleber noch lange hält. :mrgreen:

n/v
Triona
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dabei seit: 05.10.2007

Es gibt keinen Grund, warum unter TS + anderen T*-Menschen mehr oder weniger Kriminelle sein sollen, als unter dem Rest der Bevölkerung.
Jahrzehnte bis Jahrtausende andauernde gesellschaftliche Randständigkeit, Diskriminierung, Abdrängung ins Rotlichtmilieu, damit einhergehende soziale Not usw. dürften hier bisweilen noch verschärfend wirken.

Alles in allem also nix neues.
Trifft genauso auch Ausländer u.a. gesellschaftliche Randgruppen.

Liebe Grüße
Triona

Aw, Thou beloved, do hearken to the Banshee's lonely croon!

sinn féin - ça ira !

Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

AnneTG
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dabei seit: 18.01.2005

TV und TS als psychopathische Mörder sind leider ein häufig benutztes Filmgenre. Beispiele sind Psycho, Das Schweigen der Lämmer oder Dressed to Kill.

Wie so oft sagt dies mehr über die Gehirnwindungen der Drehbuchschreiber, Regisseure und letztlich auch der Filmbetrachter aus als über die porträtierten TV und TS. Offenbar besteht bei nicht wenigen von ihnen in den Tiefen ihres Gehirns eine Furcht vor Menschen, die sich als das andere Geschlecht ausgeben, um ihre Gewaltphantasien auszuleben und zu verhüllen.

Solche Gedanken scheinen mir auch die Ursache für ein verbreitetes Interesse der Öffentlichkeit an Stories wie die zitierten aus Kanada und Indien zu sein

Anne

Beate_R
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Marion79 schrieb:
... Bei der Jagd nach dem Phantom von Heilbronn zieht man als Täter auch einen Transsexuellen in Betracht. ....

Was aber wohl arg weit hergeholt zu sein scheint (ich kenne ein wesentliches anderes Argument außer "weiblicher Chromosomensatz" und "Es gibt keine Zeugenaussagen, die auf eine Frau als Täterin hindeuten", schreibe das aber ungern in der Öffenltichkeit). Wenn die Ermittlungsbehörden nach der Q-Tips-Blamage immer noch *primär* nach einem Transmann suchen sollten, kann ich nur noch den Kopf schütteln.

Viele liebe Grüße

Beate 

yoyo
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dabei seit: 30.03.2009

Ich glaube dass TS vielerorts ein erhoehtes Gewaltpotential entwicklen, weil sie von der Gesellschaft als Quer bzw. nicht zu achtende Existenzen und nicht beachtenswerte rechtlose Lebensformen angesehen werden. Andere Kulturen haben andere Ansichten, vorallem Indien behandelt die Hijras (wie die "Missgeburten" da heissen), schlechter als die "untouchables", sie sind also niedriger als die niedrigste Kaste. Sie koennen nur mit Betteln und Prostitution ueberleben.
Ich lehne Gewalt generll ab, so finde ich Gewalt soll immer und in jedem Fall bestraft werden, ob diese nun durch Kinder, Jugendliche, oder Erwachsene ausgef[hrt wird, unabhaengig von Religion, Geschlecht, Herkunft, sexueller Ausrichtung - diese Aufzahelung ist NICHT abschliessend.

Vielleicht ziehe ich nun den Zorn aller auf mich, weil ich ja neu hier bin.
Was mich fast mehr erstauntt und worueber ich erschrocken bin - unabhaengig vom Thema - ist die Tatsache, dass TS (soger post-op!) offenbar selbst hier noch in der maennlichen Form verbleiben.

Zitat:
In Kanada sitzt zum Beispiel ein ein Mehrfachmörder ein, der - soweit ich mich entsinne - gerichtlich eine MzF-OP auf Kosten des Staates gerichtlich durchgesetzt hat. Bei der Jagd nach dem Phantom von Heilbronn zieht man als Täter auch einen Transsexuellen in Betracht.
ende Zitat

Ich bin als "Neue" hier ziemlich enttaeuscht. Ich habe mir erhofft, in einem Forum, das sich TransTreff nennt, solche Differenzierungen erwarten zu duerfen, und die von uns allen so sehr gewuenschte und geforderte Toleranz zu finden.
Bin ich hier vielleicht etwas ueberempfindlich?

Wie auch immer, ich habe lange ueber dieses posting nachgedacht, finde es aber wichtig, das gesagt zu haben.

xxxx
yoyo[

Minolfa
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dabei seit: 06.12.2007

Hallo Yoyo,

herzlich willkommen im Forum! Smile

Wir achten hier selbstverständlich das Zielgeschlecht von TS, auch TV werden in der weiblichen Form angeredet, wenn sie hier mit weiblichem Nickname schreiben.

Vermutlich hat Marion beim Begriff Mehrfachmörder an die Eigenschaft gedacht und nicht die Person, so wie morgens der Briefträger kommt, oder man zum Zahnarzt geht. Sie wird nur vergessen haben, das "-in" an die "Berufsbezeichnung" anzuhängen, nachdem es im Einzelfall um eine weibliche Person geht.

Liebe Grüße, Michela

Svenja-J
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dabei seit: 24.07.2008

Was das Phantom von Heidelberg betrifft, war ja zunächst mehr oder weniger naheliegend, dass es sich auch um einen FzM-Transgender/Transsexuellen hätte handeln können. Nun stellte sich heraus, dass das Phantom eine Packerin in eben jeder Firma ist, die die bei den Tatortuntersuchungen verwendeten Wattestäbchen hergestellt hat. Die Polizei wird sicherlich ihre Lehren dieser Blamage ziehen. Wer jetzt noch immer gezielt nach einem Phantom fahnden will, hat echt den Schuss nicht gehört...

Leider werden Vorurteile leicht auf diverse Randgruppen übertragen. Dabei wird übersehen, dass es die berühmten schwarzen Schafe überall rumlaufen. Hier sind es die Migranten, da die Transgender, woanders die Punks...

Bockmist wird überall gebaut, Verbrechen überall begangen. Und Vorurteile werden immer wieder geschürt. Ich brauche nur an die fürchterlichen Äußerungen und Fettnäpfchen des Papstes zu denken.

Gerade die Randgruppen werden ja immer wieder an die diversen sozialen, gesellschaftlichen, moralischen oder kriminellen Abgründe gedrängt. Das schürt Vorurteile. Leicht wird dabei übersehen, dass auch bei der Polizei, in der Politik, oder der gehobenen Gesellschaft schwarze Schafe herumlaufen. Die sich häufenden Spitzelskandale bei diversen Unternehmen, der Einsturz des Kölner Stadtarchives, der Fall Zumwinkel, um nur einige aktuelle Beispiele zu nennen, das alles hat mit Randgruppen nun überhaupt nichts zu tun.