Medienwirksamer Prozeß um Brust-OP

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Triona
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Roxanne schrieb:
Johanna schrieb:
Die Brust ist nicht nur weibliche Schönheit. Die Brust hat auch sehr viel für die weibliche Identifikation zu tun. Deshalb halte ich die generelle Ablehnung oder Beschränkung auf wenige Ausnahmesituationen der Kostenübernahme des Brustaufbaus bei Transfrauen für falsch.
Da ist was dran. Zuerst sollte man erkennen, daß Transfrauen eben nicht die gleiche Basis haben, wie Biofrauen. Oft ist es so, daß sie zu wenig äussere Merkmale haben, die einem Fremden sagen: "Das ist eine Frau". Viele TS stehen halt im Bild zwischen den Geschlechtern. Erst spezielle äussere Merkmale lassen das Bild eindeutig werden und eine Zuordnung möglich. Ein deutlicher Busen kann da den Ausschlag geben.

Das ist natürlich auch alles richtig.

Aber wo sollen hier die Grenzen gezogen werden? Johanna hat weiter oben ja schon ein Beispiel gegeben, das auch schon einigermaßen willkürlich erscheinen mag, aber vlt mal als Anhaltspunkt dienen kann. (90AA>90B / 80B>80DD). Bloß wer will das entscheiden? Was für die eine schon viel zu groß wäre, ist für die andere noch lange nit genug. Und eh wollen es anscheinend immer alle so haben, wie sie es gerade nicht haben - gilt aber nit nur für TS.

Wenn der Leidensdruck das entscheidende Kriterium sein sollte, wären es ja dann wahrscheinlich doch wieder Psychologen, die das entscheiden + befürworten oder ablehnen müßten.

Wenn es nach Gleichbehandlungsgrundsatz (TS = Frau) geht, wer entscheidet, wie groß eine Benachteiligung in den Voraussetzungen ist?

Wenn es nach der Finanzierbarkeit geht, gäbs eh bald gar nix mehr - für niemand, egal ob TS oder nicht.

Fragen über Fragen. Eine Antwort stellt drei neue auf.

 

Roxanne schrieb:
Weiterhin denke ich, daß körperanpassende Maßnahmen/Operationen wie eine Gesichtsveränderung ("FemaleFaceSurgery"-FFS) oder ein Brustimplantat viel mehr für eine Akzeptanz und damit ein glückliches Leben bewirken, als eine OP im Intimbereich (GaOP). Es bringt doch viel mehr, wenn ich beim Einkaufen oder am Bankschalter als Frau eingeordnet werde, als beim Saunabesuch. Nicht nur vom zeitlichen Aspekt her, denn ich bin mehr in Läden und auf der Straße, als in der Sauna, sondern auch weil ich einen Saunabesuch vermeiden kann. Dass ich mich auf der Straße zeige, ist unvermeidbar. Das Publikum dort ordnet mich nach dem äusseren Anschein in das Geschlechterschema ein, nicht nach einer Untersuchung des Genitalbereiches....Puzzled

Da hast du natürlich soweit recht, als eine gaOP nix bringt für die Passung in der Öffentlichkeit.

So weit wäre auch der "OP-Zwang" für Personenstandänderung (TSG) zu kritisieren.

Beziehungsfähigkeit - womöglich noch gemäß der allgemeinen heterosexuellen Norm - wäre ein weiterer Gesichtspunkt.

 

Die Fragen sind doch hier:

Was ist notwendig?

Was ist sinnvoll?

Was ist wünschenswert?

Die Antworten sind wahrscheinlich für jeden / jede durchaus anders. Je nach Ausgangsvoraussetzungen + Schwerpunkt / Bedeutung des Gesichtspunkts im Leben der einzelnen.

Und zwar völlig unabhängig von der alles überschattenden Frage: Was ist bezahlbar? - egal von wem, den Betroffenen selber oder von der Versichertengemeinschaft.

 

Liebe Grüße

Triona

 

 

Aw, Thou beloved, do hearken to the Banshee's lonely croon!

sinn féin - ça ira !

Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

tanjak
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dabei seit: 08.03.2005

Roxanne schrieb:
Weiterhin denke ich, daß körperanpassende Maßnahmen/Operationen wie eine Gesichtsveränderung ("FemaleFaceSurgery"-FFS) oder ein Brustimplantat viel mehr für eine Akzeptanz und damit ein glückliches Leben bewirken, als eine OP im Intimbereich (GaOP). Es bringt doch viel mehr, wenn ich beim Einkaufen oder am Bankschalter als Frau eingeordnet werde, als beim Saunabesuch. Nicht nur vom zeitlichen Aspekt her, denn ich bin mehr in Läden und auf der Straße, als in der Sauna, sondern auch weil ich einen Saunabesuch vermeiden kann. Dass ich mich auf der Straße zeige, ist unvermeidbar. Das Publikum dort ordnet mich nach dem äusseren Anschein in das Geschlechterschema ein, nicht nach einer Untersuchung des Genitalbereiches....Puzzled

Entschuldigung wenn ich das mal so Salopp schreibe. Aber auch da dürfte dann kein Unterschied mehr zwischen Bio und TS gemacht werden. Geh doch mal mit offenen Augen durch die Stadt. Wieviel Biofrauen haben so männliche Gesichtszüge das man sie nicht auf anhieb als Frau erkennt. Dann müssten die auch alle eine OP von der KK bezahlt bekommen.
Wie Triona schon sagte wo sollman da anfangen und wo aufhören. Und was besagte Person betrifft. Wenn man sich ihr Profil in einem anderen Forum anschaut spricht sie selbst von einem Busen den sie hat, der soll nur halt Größer werden. Dann ist für mich die Argumentation von wegen man hätte keine Fraulichen Atribute nicht mehr gegeben.
Wieder mal meine Meinung.

Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

tanjak schrieb:
Wie Triona schon sagte wo sollman da anfangen und wo aufhören. Und was besagte Person betrifft. Wenn man sich ihr Profil in einem anderen Forum anschaut spricht sie selbst von einem Busen den sie hat, der soll nur halt Größer werden. Dann ist für mich die Argumentation von wegen man hätte keine Fraulichen Atribute nicht mehr gegeben. Wieder mal meine Meinung.

Klar habt ihr beide Recht. Die Sache ist schwierig und kann wohl nur individuell, unter Beachtung psychologischer Beurteilungen entschieden werden. Ich plädiere sicher nicht dafür, daß die Krankenkassen das Geld wie am Rosenmontag die Kamelle unters Volk werfen...Wink

Aber gerade wenn es schwierig ist, lohnt es sich darüber nachzudenken und zu diskutieren. Einfache Dinge erledigen sich von selbst.

Natürlichkeit ist langweilig    

ElleCommandante
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dabei seit: 20.06.2005

 

Triona schrieb:
Die Fragen sind doch hier:

Was ist notwendig?

Was ist sinnvoll?

Was ist wünschenswert?

 

Nicht ganz...

 

Die Fragen sind hier:

1. Was ist ausreichend, zweckmäßig und übersteigt nicht das Maß des Notwendigen (arg. aus § 12 Abs. 1 S. 1 SGB V)?

2. Was entspricht dem Stand der medizinischen Erkenntnis (arg. aus § 2 Abs. 1 S. 2 SGB V)?

3. Und was davon ist  nach den Regeln der ärztlichen Kunst ausreichend und zweckmäßig (arg. aus § 28 Abs. 1 S. 1 SGB V) oder psychotherapeutisch (§ 28 Abs. 3 S. 1 SGB V) zu leisten?

 

S'Elle

n/v
Triona
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dabei seit: 05.10.2007

Liebe Elle,

dafür, daß ich keineswegs die Formulierungen des SGB im Hinterkopf hatte, sondern lediglich nach gesundem Menschenverstand formuliert hatte, hab ichs doch ganz gut getroffen. Smile

Und die Frage nach dem Wünschenswerten - zweifelsohne keine juristische Kategorie - darf + muß hier unter Betroffenen  durchaus erörtert werden. Sie ist losgelöst von der persönlichen Lage jeder/s einzelnen Betroffenen, dem allgemeinen Stand der gesamtgesellschftlichen Diskussion + den finanziellen Möglichkeiten der Einzelnen wie auch der Versichertengemeinschaft + den geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen allerdings nicht zu beantworten.

 

Liebe grüße

triona

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Triona
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dabei seit: 05.10.2007

PS:

Es ist durchaus meine Absicht, über den Rahmen des aktuell hier erwähnten Gerichtsverfahrens hinauszudenken. So habe ich auch die anderen Beiträge hier verstanden.

Bezogen auf den engen Rahmen des besagten Prozesses hast du natürlich recht. Dort werden unsere Erörterungen allerdings sowieso keine praktische Bedeutung haben, bzw überhaupt zur Kenntnis genommen.

Für unsere Meinungsbildung hier aber schon.

 

lg triona

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ElleCommandante
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dabei seit: 20.06.2005

Öhm, Triona...

 

Eine Änderung der krankenversicherungsrechtlichen Regelungen vor allem in Hinsicht einer Erweiterung des Leistungsbegriffs halte ich für nicht richtig erwartbar.

 

Die Frage, was man sich von der Solidargemeinschaft wünscht, mag man ja diskutieren... Sie hätte dann aber 'ne Kehrseite...

 

S'Elle

 

 

 

n/v
Triona
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mit Sicherheit.

und auch diese wäre zu berücksichtigen.

 

lg triona

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Triona
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und falls du hier besonders die finanzielle Seite im Auge hast:

Auch hier wäre wiederum mit vernünftiger Herangehensweise noch einiges an sinnlosen Ausgaben zu sparen.

Daher mein Versuch eines etwas erweiterten Blickwinkels.

 

lg triona

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Kimber EX
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Nun, da wohl niemand von uns in dem angesprochenen Fall irgendetwas Genaueres weiss, fischen wir da wohl alle im Trüben, ob eine OP gerechtfertigt ist oder nicht.

 

Wie schon mehrfach angesprochen wurde, stelle ich mir auch die Frage:

Wo zieht man die Grenze? Ich sehe zumindest TS nicht als Freifahrtschein für eine komplette Rundumernerung an. Schön wäre es ja, aber dann bitte für alle Menschen (und da wir leider keine Bankinstitute sind, sieht es mau aus mit dem Rettungsschirm).

 

Dass das Ganze nun schon wieder in den Medien ist, finde ich eher lästig. Wer jetzt dafür verantwortlich ist, weiss man natürlich nicht.

Doug hatte Recht: Macht´s gut und danke für den Fisch.