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Konstanze
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Zitat:
TSG

Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit

§ 8 Voraussetzungen
(1) Auf Antrag einer Person, die sich auf Grund ihrer transsexuellen Prägung nicht mehr dem in ihrem Geburtseintrag angegebenen, sondern dem anderen Geschlecht als zugehörig empfindet und die seit mindestens drei Jahren unter dem Zwang steht, ihren Vorstellungen entsprechend zu leben, ist vom Gericht festzustellen, daß sie als dem anderen Geschlecht zugehörig anzusehen ist, wenn sie
1. die Voraussetzungen des § 1 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 erfüllt,
2. (weggefallen)
3. dauernd fortpflanzungsunfähig ist und
4.sich einem ihre äußeren Geschlechtsmerkmale verändernden operativen Eingriff unterzogen hat, durch den eine deutliche Annäherung an das Erscheinungsbild des anderen Geschlechts erreicht worden ist.

ich würde trotzdem gerne wissen, an welcher stelle §8 (1) 4. für FzM ausgehebelt ist.

Dass ein Penoidaufbau medizinisch schwer ist als eine neovagina, ist mir schon klar, aber das kanns doch nicht sein, dass bestehende Gesetze zugunsten eines Geschlechts anders gehandhabt werden.

 

n/v
jasminchen
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Konstanze schrieb:
Wo kann man den nachlesen, dass für eine PÄ eine MzF TS eine GAOP benötigt, ein FzM TS jedoch nicht. 

Hallo Konstanze,

nur in Urteilen kannst Du es nachlesen. Bei Transfrauen muss das Ding halt ab, Zeit dass mal eine dagegen klagt und nicht Gruppendruck von Psychatern und Selbsthilfekreisen folgt.

LG Cveta

 

Jestem prawda, nie mam tajemnicy.

Extra Gottingam non est vita, et, si est, non est ita. Cogito ergo sum

Hrad přepevný jest Pan Bůh náš ….

 

http://en.wikipedia.org/wiki/Prime_Directive

 

Roxanne
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Konstanze schrieb:
4.sich einem ihre äußeren Geschlechtsmerkmale verändernden operativen Eingriff unterzogen hat, durch den eine deutliche Annäherung an das Erscheinungsbild des anderen Geschlechts erreicht worden ist.

Aha, demnach reicht "Eier ab" offensichtlich doch nicht aus. Wink

 

Natürlichkeit ist langweilig    

Johanna
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Roxanne schrieb:
Konstanze schrieb:
dann wäre es für eine MzF TS noch leichter eine PA ohne OP zu beantragen. rein aus Gleichberechtigungsgründen. Es würde ja reichen sich die Eier entnehmen zu lassen...

Das dürfte auch reichen, weil dann die Zeugungsfähigkeit genommen ist.

Das tut's aber nicht. Zeugungsunfähigkeit wird verlangt, bei MzF Kastration und bei FzM Hystektomie (Entfernung Eierstöcke und Gebärmutter). Daneben wird eine weitgehende Angleichung an das andere Geschlecht verlangt. Bei MzF bedeutet das die GaOP, die nach gängiger Praxis zumutbar ist. Der Penoidaufbau bei FzM wird auf Grund großer Risiken und schlechter Ergebnisse nicht gefordert.

Gesetzlich festgeschrieben ist das nirgends. Das ist gängige Praxis der Gerichte, die sich an den medizinischen Möglichkeiten orientiert. Klar ist das ungleiche Behandlung, da die medizinischen Ergebnisse und Risiken aber ebenso ungleich sind, muss diese Ungleichbehandlung wohl hingenommen werden.

Wenn bei einer Transfrau auf Grund individueller Gegebenheiten eine GaOP medizinisch nicht möglich ist, müsste eigentlich eine PÄ ohne GaOP möglich sein. Ich weiß nicht, ob es schon mal jemand geschafft hat.

 

Konstanze
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dabei seit: 29.04.2005

Johanna schrieb:
Klar ist das ungleiche Behandlung, da die medizinischen Ergebnisse und Risiken aber ebenso ungleich sind,...

Das das optische und funktionale Ergebniss bei FzM schlechter ist als bei MzF ist klar. aber ist das Risiko tatsächlich auch bei FzM größer? ich denke eher dass eine neue Öffnung zu schaffen gefährlicher ist, als etwas ranzubasteln.

Johanna schrieb:
...muss diese Ungleichbehandlung wohl hingenommen werden.

Dies wiederum denke ich nicht. Es kann nicht verlangt werden, dass man bei 10% Riskio eine GAOP machen muss, bei 25% nicht, um eine PA zu bekommen. So etwas würde sofort kassiert werden, wenn jemand dies einklagt.

(Prozentzahlen sind lediglich stellvertretend...)

n/v
Johanna
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dabei seit: 15.05.2007

Konstanze schrieb:
Das das optische und funktionale Ergebniss bei FzM schlechter ist als bei MzF ist klar. aber ist das Risiko tatsächlich auch bei FzM größer? ich denke eher dass eine neue Öffnung zu schaffen gefährlicher ist, als etwas ranzubasteln.

Das Risiko bei FzM ist tatsächlich deutlich größer. Zum einen sind oft deutlich mehr Operationen nötig, zum anderen gibt es mehr Komplikationen. Gerade die Verlängerung der Harnröhre führt wohl zu vielen Schwierigkeiten (Fisteln kommen oft vor), relativ häufig kommt es vor, dass der Penis nicht anwächst, und es gibt immer eine große Narbe, wo das Material entnommen wurde. Dann sieht das Ergebnis nicht Top aus, und die Funktionalität beim Sex ist wohl auch nicht unbedingt besser als beim Spielzeug aus dem Sex-Shop.

Zitat:
Dies wiederum denke ich nicht. Es kann nicht verlangt werden, dass man bei 10% Riskio eine GAOP machen muss, bei 25% nicht, um eine PA zu bekommen. So etwas würde sofort kassiert werden, wenn jemand dies einklagt.

(Prozentzahlen sind lediglich stellvertretend...)

Die 10% sind ganz gut geschätzt, die 25% sind eher deutlich zu niedrig agesetzt, 50% wäre wohl besser, hinzu kommen die schon erwähnten Probleme.

Irgendwo muss die Grenze angesetzt werden, und zur Zeit ist sie zwischen den 10% und 50% angesetzt. Es wird tatsächlich verlangt, 10% Risiko einzugehen, nicht aber das höhere Risiko bei FzM. Dagegen geklagt wurde auch schon, und die praktizierte Regelung wurde nicht kassiert, sondern bestätigt. Meines Wissens nach waren die Urteile aber von unteren Instanzen, und ich wüsste nicht, dass sich schon mal jemand bis zum höchsten deutschen Gericht durchgeklagt hat.

In wenigen Jahren mag das Verfahren deutlich anders aussehen. Druck ist da, u. a. wegen eines Urteils des europäischen Gerichtshofes, das aber England (?) betraf. Wegen der in Deutschland existierenden kleinen Lösung sind Urteile im EU-Ausland nicht immer übertragbar.

jasminchen
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dabei seit: 17.06.2007

Johanna schrieb:
In wenigen Jahren mag das Verfahren deutlich anders aussehen. Druck ist da, u. a. wegen eines Urteils des europäischen Gerichtshofes, das aber England (?) betraf. Wegen der in Deutschland existierenden kleinen Lösung sind Urteile im EU-Ausland nicht immer übertragbar.

Hallo Johanna,

daszu müsste aber aufgehört werden, von SHG Seite und Psychiatern Druck für OP aufzubauen und es als moralisch bessere Lösung darzustellen.  GaOP war auch nicht als Regel gedacht, sondern nur als Ausnahme, wenn es nicht anders geht, d.h. alle "Therapieversuche" ausgereizt waren.

LG Cveta

Jestem prawda, nie mam tajemnicy.

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jasminchen
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dabei seit: 17.06.2007

Johanna schrieb:
Daneben wird eine weitgehende Angleichung an das andere Geschlecht verlangt.

Was Heuchelei ist, wobei das Genital das weiblichste an der Person ist und Rest inkl. Stimme meist immer noch nach Mann aussieht/anhört.

Jestem prawda, nie mam tajemnicy.

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Beate_R
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dabei seit: 03.02.2005

Unabhängig von Risikoabschätzungen ist es letztlich eine Frage der Flexibilität der Richter und der attestierenden Mediziner.

Da ich ja für einige Zeit in dem entsprechenden Stadium gelebt hatte, kann ich nur sagen: aussichtslos. Vielleicht nicht vor dem BVerfGer - die Grundlagen für den Verzicht auf diese Forderung kann man ja in einem der jüngeren Urteile nachlesen (m.W. dem von Ende 2005); aber in der Praxis hätte es wohl erneut vorgelegt werden müssen. Vermutlich hätte ich geklagt, wenn ich nicht verheiratet wäre und deshalb in der fraglichen Zeit die PÄ für mich ohnehin außer Reichweite erschienen wäre.

Jetzt tuns halt andere, und dies mit wohlausgearbeiten Begründungen.

Mich überrascht vor allem, dass es in der derzeitigen Phase schon in der Presse erscheint...

Viele liebe Grüße

Beate 

Tassi EX
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dabei seit: 02.05.2007

Beate_R schrieb:
Mich überrascht vor allem, dass es in der derzeitigen Phase schon in der Presse erscheint...

 

Naja - Zeitungen sind halt immer auf der Suche nach guten Schlagzeilen - besonders im Sommer - daher auch s.g. Sommerloch.

 

Zurück zum Thema SHG's - manche sind gut - manche weniger, doch steht es mir doch frei, dort hinzugehen oder nicht. Gab ja auch mal Frankfurter Raum einen Treff an welchem eine bestimmte Person aus Wiesbaden der Meinung war, selber Regeln aufstellen zu müssen und im Nachhinein, so wie ich hörte, einen auf Psycho zu machen. 

Auch wenn die GAOP für Aussenstehende im Alltag kein erkennbar großer Schritt ist, so sieht das für die Betroffenen aufgrund der sehr problematischen Umkehrbarkeit etwas anders aus und für Betroffene, welche mit der Entscheidung zu diesen Schritt nicht "reif" sind, ist es besser zu warten.