Der gestiefelte Eros (H.von Leydenegg)

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Roxanne
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Ein Buchhinweis mal wieder...

"Der gestiefelte Eros - Lebensbeichte eines transvestitischen Schuhfetischisten"
Hanns von Leydenegg (Berlin, 1932)

mit aussergewöhnlichen Illustrationen von Paul Kamm.

Zitat:
Amazon-Rezension:
"In diesem Buch geht es um die Eigenart des Stiefel-Fetischismus, dazu um das gezieltes Brechen von Tabus. Denn hohe Stiefel sind nun mal Kennzeichen der Damenschuhmode. Was aber, wenn ein Bursche sie begehrt?
Dieser Junge namens Charley, vielleicht 16 Jahre alt, ist total fasziniert von solchen hohen, auffälligen Stiefeln. Völlig aus dem Gleichgewicht gerät er, als eine entfernt verwandte Tante plötzlich in eben solchem Schuhwerk im Hause der Leydeneggs aufkreuzt. Tante Gisel, so wird die Dame genannt, bleibt das Interesse ihres "Neffen" an ihrer ziemlich ausgefallenen Fußbekleidung keineswegs verborgen. Sie setzt sich deshalb alles daran, ihre sensationellen Stiefelbeine vor dem Jungen bei jeder sich bietenden Gelegenheit sehr auffällig in Szene zu bringen.

Die Situation spitzt sich zu, als Charley, der sich unbeobachtet glaubt, sich heimlich der Objekte seiner Lust bemächtigt, dabei aber in flagranti von seiner "Tante" erwischt wird. Doch statt ihn zu tadeln, reagiert sie scheinbar sehr einfühlsam und voller Verständnis: "Na, wer sagt denn , dass du solche Stiefel nicht einmal anprobieren darfst". Charley reagiert erst völlig verstört, lässt sich aber durch ihre Worte beruhigen, zumal er die hohen Stiefel "jetzt ruhig noch eine Weile anbehalten" darf. Dadurch erwacht seine Leidenschaft von neuem und großspurig erklärt er: "Ich will jetzt immer solche Stiefel tragen!" Dies ist Wasser auf ihre Mühlen, kann sie sich doch dadurch einen langgehegten Traum verwirklichen: einen Eleven an sich zu binden und ihn in ihrem Sinne zu formen. Ihr Antrieb ist es, sich den Jungen auf subtile Art gefügig zu machen, ihn wegen seiner Neigungen vor anderen bloßzustellen und zu blamieren. (Denn er hat ja selber erklärt, er will sich ja in solchen Stiefeln in die Öffentlichkeit begeben.)

Es gelingt ihr mit scheinbarem Einverständnis des Jungen, sich auf raffinierte Art bei Charleys Mutter die Erlaubnis zu erschleichen, für seine weitere "Ausbildung" zu sorgen. Wobei sie sich die Zuständigkeit für die Zusammensetzung seiner Bekleidung (einschließlich der Schuhe) natürlich ausdrücklich ausbedingt. Diese Ausbildung soll im Großstadtleben Berlins stattfinden...

So nimmt eine sehr erotische, immer wieder Tabugrenzen überschreitende Geschichte ihren Lauf, die nach meiner Meinung zu den Meisterwerken der erotischen Literatur des frühen 20. Jahrhunderts zählt.

Natürlichkeit ist langweilig