Bücher über TS/TG

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Beate Nina
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Hallo,
nachdem Ich im Medienbereich keinen eigenständigen Thread über Bücher zum Thema TS/TG gefunden hatte, (von Einzelvorstellungen abgesehen) dachte Ich mir einfach mal einen solchen zu eröffnen.
Das hat für Interessierte vieleicht den Vorteil kompakt unterschiedliche Buchvorstellungen in einem Thread vorzufinden.
Hatte einen ähnlichen Thread mal in einem anderen Forum eröffnet und er wurde eigentlch ganz gut frequentiert.
Das Spektrum zu dem Thema ist ja bekanntlich breitgefächert und reicht von wissenschaftlichen Fachbuch über Autobiografien bis hin zu Romanen.
Vieleicht findet ja ihr ja Freude daran eure Buchtips oder Empfehlungen die ihr im Internet findet hier zu posten.

Liebe Grüße
Bea

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Ja fange dann auch mal mit dem ersten Buch an gg:

Transsexualität - Transidentität. Begutachtung, Begleitung, Therapie
von Udo Rauchfleisch

ISBN-10: 3525462603

Fachlich fundierte Aufklärung über das Phänomen Transsexualismus und die Frage, ob Transidentität eine psychische Störung ausdrückt oder nichtpathologisch ist.Vermehrt wird auch von einer breiteren Öffentlichkeit das Phänomen Transsexualismus wahrgenommen, meist allerdings nur in seinen"schrillen"Varianten. Udo Rauchfleisch kommt aufgrund seiner jahrzehntelangen Beschäftigung mit Menschen, die sich dem Gegengeschlecht zugehörig fühlen, zu dem Schluss, dass Transsexualität keine psychische Krankheit ist, sondern das ganze Spektrum von psychischer Gesundheit bis Krankheit umfasst. Er verwendet deshalb den Begriff"Transidentität".
Es werden die Fragen der Begutachtung und der therapeutischen Begleitung vor, während und nach der hormonellen und operativen Angleichung an das Gegengeschlecht diskutiert. Das Buch richtet sich an Fachleute der verschiedenen Disziplinen, die mit transidenten Menschen zu tun haben, aber auch an Transidente selbst und ihre Angehörigen.

Fand das Buch Klasse ,weil es einen progressiven und zeitgemäßen Ansatz über die Thematik vermittelt, fernab von den altbackenen medizinischen Krankheitsdefinitionen.

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n/v
Beate Nina
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Man enough to be a women
von Jane County

Die Biographie einer Transsexuellen, die 1972 in der bizarren Rock-Szene von New York auftritt. Was aber niemand ahnt: hinter all der Show steckt viel mehr. Das Buch beschreibt eine lange Reise, von einer traurigen,zerissenen Kindheit in Georgia/USA über die hippigen 60er, Woodstock, Punk bis in die 90er. Dazu findet man einige Bilder aus dem Leben von Jayne. Wen Biographien über ein ungewöhnliches Leben und einen ungewöhnlichen Menschen interisieren, für denjenigen ist dieses Buch das richtige.

Für transsexuelle Menschen ist dieses Buch aber keine Hilfe, da Jayne's Weg selbst für einen transsexuellen Menschen mehr als ungewöhnlich ist.
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n/v
Minolfa
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Den Rauchfleisch habe ich auch gerne gelesen, und er hat mir geholfen. Allerdings teile ich nicht seine Meinung bezüglich der unglaublich vielen Therapiestunden, die angeblich notwendig seien, und hätte dazu auch gar keine Zeit gehabt.

Meine Vorschläge:
Telefonate mit Denise
In vielerlei Hinsicht konnte ich mich mit Denise identifizieren, auch wenn ich keine schlimme Kindheit hatte wie sie.

Wunder brauchen Zeit
Dies ist ein fiktionaler Liebesroman, der sich sehr kritisch mit dem sozialen Rollenwechsel und mit dem Thema Kopfkino auseinandersetzt. Die Geschichte ist unterhaltsam, reizt aber immer wieder zum tieferen Nachdenken.
Leider hat der Verlag es nicht für notwendig gehalten, die diversen Tippfehler mit Hilfe eines Lektors zu eliminieren.

Beate Nina
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michela schrieb:
Den Rauchfleisch habe ich auch gerne gelesen, und er hat mir geholfen. Allerdings teile ich nicht seine Meinung bezüglich der unglaublich vielen Therapiestunden, die angeblich notwendig seien, und hätte dazu auch gar keine Zeit gehabt.

Wunder brauchen Zeit
Dies ist ein fiktionaler Liebesroman, der sich sehr kritisch mit dem sozialen Rollenwechsel und mit dem Thema Kopfkino auseinandersetzt. Die Geschichte ist unterhaltsam, reizt aber immer wieder zum tieferen Nachdenken.
Leider hat der Verlag es nicht für notwendig gehalten, die diversen Tippfehler mit Hilfe eines Lektors zu eliminieren.

Hallo Michaela,
deinen zweiten Buchtip "Wunder brauchen Zeit" kannte ich noch gar nicht.
Danke dafür,werde es bei Gelegenheit mal ordern.

Über die vielen Therapiestunden die beim Rauchfleich beschrieben wurden, war Ich auch mehr als skeptisch,denn schließlich haben die meisten von uns sich lange genug mit sich selbst auseinandergesetzt als das sie endlose Therapiesitzungen nötig hätten.
Ansonsten fand Ich das Buch aber sehr Informativ und gut geschrieben.
Liebe Grüße
Bea

n/v
Triona
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Zitat:
Udo Rauchfleisch – Wikipedia 24. Sept. 2007 ... Udo Rauchfleisch (* 1942) ist ein Schweizer Psychotherapeut und Professor für Klinische Psychologie an der Universität Basel. ...

Was wunderts euch ...

Der Mann muß ja auch bisserl was tun, daß es auch bei ihm + seinen Kollegen in der Kasse klingelt. Wink

Liebe Grüße
Triona

Aw, Thou beloved, do hearken to the Banshee's lonely croon!

sinn féin - ça ira !

Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

Johanna
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Zu Rauchfleisch gab es schon mal des Thread Rauchfleisch-Thesen, welchergerne fortgeführt werden darf.

Beate_R
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Hallo Bea

(@Johanna: danke für den Link, ich werde meine Position aber hier wiederholen)

Beate Nina schrieb:
...
Fand das Buch Klasse ,weil es einen progressiven und zeitgemäßen Ansatz über die Thematik vermittelt, fernab von den altbackenen medizinischen Krankheitsdefinitionen.

ich fand das Buch eher rückständig. Wie Michela bereits sagte, zuviel und vor allem zu lange Psychotherapei im Vorlauf - ist Dir aufgefallen, dass er da von mindestens zwei Jahren redet, bevor dann *vielleicht* somatische Maßnahmen befürwortet werden? Und dann die Idee des rein sozialen Wechsels ohne alles, also als Frau mit Bart? Kulminierend in dem Essay von Jaqueline Born dargestellt?

Weisst Du, wie es sich anfühlt, wenn ein Therapeut diese Linie steuert? Ich schon, meiner hat nämlich versucht, mich dahin zu bringen (ungeachtet der Tatsache, dass ich bereits Hormone substituierte). In dieser Zeit ging es mir zunehmend schlechter, und irgendwann dann musste ich ich die Therapie abbrechen. Mein Fazit: den von ihm vorgestellten Ansatz finde ich schlicht unmenschlich.

Für mich hat das Buch was vom Wolf, der Kreide gefressen hat.

Allerdings gibt es Anzeichen dafür, dass Herr Rauchfleisch sich weiterentwickelt haben könnte. Mal sehen.

Viele liebe Grüße

Beate 

Beate_R
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dabei seit: 03.02.2005

Hallo in die Runde,

weil es das Genderwunderland mit seinen vielen Buchvorstellungen leider nicht mehr gibt, hier eine Liste von Büchern, die die Inhaberin jener Website in unserer SHG vorgestellt hatte: http://www.main-ts.de/?LITERATUR

Viele liebe Grüße

Beate 

Beate Nina
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dabei seit: 03.01.2009

Beate_R schrieb:
Hallo Bea

ich fand das Buch eher rückständig. Wie Michela bereits sagte, zuviel und vor allem zu lange Psychotherapei im Vorlauf - ist Dir aufgefallen, dass er da von mindestens zwei Jahren redet, bevor dann *vielleicht* somatische Maßnahmen befürwortet werden? Und dann die Idee des rein sozialen Wechsels ohne alles, also als Frau mit Bart? Kulminierend in dem Essay von Jaqueline Born dargestellt?

Weisst Du, wie es sich anfühlt, wenn ein Therapeut diese Linie steuert? Ich schon, meiner hat nämlich versucht, mich dahin zu bringen (ungeachtet der Tatsache, dass ich bereits Hormone substituierte). In dieser Zeit ging es mir zunehmend schlechter, und irgendwann dann musste ich ich die Therapie abbrechen. Mein Fazit: den von ihm vorgestellten Ansatz finde ich schlicht unmenschlich.

Für mich hat das Buch was vom Wolf, der Kreide gefressen hat.

Allerdings gibt es Anzeichen dafür, dass Herr Rauchfleisch sich weiterentwickelt haben könnte. Mal sehen.
Hallo Beate,
nun zunächst mal teile Ich wie bereits oben nachträglich erwähnt, Deine Ansichten bezüglich endloser und überzogener Therapiesitzungen.
Ich für meinen Teil konnte ohne auch nur eine einzige Therapiestunde zu haben nur durch reines Auftreten meinen Endokrinolgen bei dem Ich jezt seit fast 2 Jahren bin,dazu überzeugen eine HET einzuleiten.
Seit Ich auf meinem Weg bin habe Ich die Ärzte eigentlich immer ohne großes wenn und aber vor vollendete Tatsachen gestellt und bisher hat sich da bei mir auch nie jemand quergestellt,eher das Gegenteil war der Fall und Ich habe einiges an schneller und efizienter Unterstützung bekommen.
Man kann ein Buch natürlich nur auf bestimmte Teilbereiche reduzieren aber ich finde damit macht man es sich dann auch etwas einfach.
Der Inhalt im gesamten macht es und Ich fand schon das da einiges Wissenswertes und Informatives drin steht,aber das ist eben nur die Meinung einer kleinen Katze auf leisen Pfoten.

Schönen Dank auch für den Link zu der Bücherliste,wobei Ich es schön fände nicht einfach nur Listen zu posten sondern wirklich Bücher auch einzeln vorzustellen.
Lieben Gruß
Bea

n/v
Triona
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Ohne daß ich Rauchfleisch bereits gelesen hätte:

Beate Nina schrieb:
Ich für meinen Teil konnte ohne auch nur eine einzige Therapiestunde zu haben nur durch reines Auftreten meinen Endokrinolgen bei dem Ich jezt seit fast 2 Jahren bin,dazu überzeugen eine HET einzuleiten.
Seit Ich auf meinem Weg bin habe Ich die Ärzte eigentlich immer ohne großes wenn und aber vor vollendete Tatsachen gestellt und bisher hat sich da bei mir auch nie jemand quergestellt,eher das Gegenteil war der Fall und Ich habe einiges an schneller und efizienter Unterstützung bekommen.

Diese Erfahrung habe ich genauso gemacht, und zwar fast durchweg.
Lediglich einige Internisten haben sich bisher eienr Behandlung von mir widersetzt.
Aus den verschiedensten Gründen.
Unter anderen - ausdrücklich geäußerten wie nicht ausgesprochenen - war meistens die Tatsache, daß sie von meiner Problematik nichts verstehen + auch nicht vorhatten, mehr darüber zu erfahren - was einige sogar ausdrücklich so gesagt haben.
Aber auch dies zeugt von gewisser Kompetenz + ärztlicher Verantwortung.
Wo man nix von versteht, soll man besser die Finger weglassen.
Bin dann halt zu anderen gegangen.

Beate Nina schrieb:
... Ich fand schon das da einiges Wissenswertes und Informatives drin steht,aber das ist eben nur die Meinung einer kleinen Katze auf leisen Pfoten.

Das ist meistens so.
Ich konnte schon oft wertvolle Informationen, Denkansätze + Ansichten schöpfen aus vielen Büchern vieler Verfasser, deren Meinung ich nicht im Ganzen oder auch nur teilweise teilen oder auch nur vollständig nachvollziehen konnte.

Beate Nina schrieb:
Schönen Dank auch für den Link zu der Bücherliste,wobei Ich es schön fänd e nicht einfach nur Listen zu posten sondern wirklich Bücher auch einzeln vorzustellen.

Schöner vlt schon.
Zumindest bequemer.
Aber deswegen bitte nicht aufhören, Literaturlisten oder auch nur einzelne unkommentierte Buchhinweise hier reinzusetzen.
Selber lesen ist sowieso besser.
Allerdings kann eine Besprechung bei der Auswahl aus der mittlerweile doch schon heftig anwachsenden Menge der Veröffentlichungen zum Thema schon hilfreich sein.

Liebe Grüße
Triona

Aw, Thou beloved, do hearken to the Banshee's lonely croon!

sinn féin - ça ira !

Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

AnneTG
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Reale Person
dabei seit: 18.01.2005

michela schrieb:

Wunder brauchen Zeit
Dies ist ein fiktionaler Liebesroman, der sich sehr kritisch mit dem sozialen Rollenwechsel und mit dem Thema Kopfkino auseinandersetzt. Die Geschichte ist unterhaltsam, reizt aber immer wieder zum tieferen Nachdenken.
Leider hat der Verlag es nicht für notwendig gehalten, die diversen Tippfehler mit Hilfe eines Lektors zu eliminieren.

Liebe Michela,

ich habe dieses Buch gerade ausgelesen und bin im Unterschied zu dir leider tief enttäuscht, nicht nur wegen der vielen Rechtschreib-, Zeichensetzungs- und Grammatikfehler, die auch mich sehr störten, sondern auch wegen des Inhalts.

Eigentlich verfolgt das Buch einen sympathischen Grundgedanken und ist auch unterhaltsam geschrieben. Aber von Transsexualität hat die Autorin herzlich wenig verstanden. Eine der beiden Hauptfiguren, Uwe, wird als TS vorgestellt. Seine Transsexualität besteht aber ausschließlich in der ständig wiederholten Behauptung, eine OP ("Geschlechtsumwandlung" in der Sprache der Autorin) anzustreben und mit einer Frau, konkret mit Lissy, der anderen Hauptfigur des Romans und Ich-Erzählerin, aus eben diesem Grund keine sexuelle Beziehung eingehen zu können. Inwiefern Uwe an seiner männlichen Rolle und seinem männlichen Körper leidet, wie er seine Zukunft als Frau sieht, wird an keiner Stelle des Buches deutlich.

Daher wundert es auch nicht, dass Uwe sich am Ende entschließt, als Mann weiter zu leben. Er ist ganz einfach zur Vernunft gekommen und hat es sich anders überlegt. Dabei werden gleich alle in dem Roman vorkommenden TS, die sich - in der Sprache des Romans - haben "umoperieren" lassen, als unglückliche Wesen dargestellt, die hinter vorgehaltener Hand eingestehen, eine Fehlentscheidung getroffen zu haben.

Wir alle wissen, dass dies wenig mit der Realität von TS zu tun hat. Entweder ist Uwe nicht wirklich transsexuell, dann aber hat das Buch auch nichts damit zu tun. Oder Uwe ist doch transsexuell, dann ist aber die Story völlig unglaubwürdig.

Liebe Grüße
Anne