Zum Thema längere Laufzeiten für AKW

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Liv-Marit Norton
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Was bringt die längere Laufzeit der Wissenschaft?
Die Wissenschaft kann längere Laufzeiten sehr gut gebrauchen. Die Erforschung der Jugendleukämie steckt noch in den Kinderschuhen und kann nun dank der Unterstützung der Kernkraftwerksbetreiber weiter vorangetrieben werden.

Was passiert mit dem ganzen neuen Atommüll?
Die Zukunftsforschung rechnet damit, daß bald kaum noch Deutsche in Deutschland leben. Daher müssen wir die Frage der Endlagerung "leider" an die Migranten weiterreichen.

Wird der Strom durch längere Laufzeiten billiger?
Das wäre ja noch schöner! Und wer bezahlt dann die Lobby- und PR-Arbeit, die nötig war, um die Verlängerung durchzudrücken?

Welche Sicherheitsauflagen müssen die AKW-Betreiber befolgen?
Alle Meiler müssen einen absichtlich herbeigeführten Windows 7-Absturz aushalten. Bei einem GAU muß schnellstmöglich die Bevölkerung informiert werden, z.B. durch helle Licht- und weithin sichtbare Rauchsignale.

http://www.titanic-magazin.de/newsticker.html          10.09.2010

Und hier hört der bittere Spaß endgültig auf:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article9534049/Zehnmal-mehr-strahlender-Muell-in-Asse-als-gedacht.html?wtmc=RSS.Politik.Deutschland

Eine echte Vision entwickelt ihr Eigenleben !

JenniferS
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dabei seit: 31.12.2006

sehr zynisch, aber passend.

Danke CDU

Jenny

Chantal-TS EX
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dabei seit: 22.08.2010

Ohne Reaktoren keine Nuclearmedizin. Die benötigten Isotope werden jetzt schon knapp.

Zonja EX
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dabei seit: 09.02.2008

 

Liv schreibt/fragt:

"Wird der Strom durch längere Laufzeiten billiger?"
Ja, liebe Liv, das wird er tatsächlich. Nur das unserer Angy nicht einfällt, die E-Konzerne zu verpflichten, die so eingesparten Milliarden an die Stromkunden in Form von Preissenkungen weiterzugeben. Statt dessen verpflichtet unsere Politische Administration die Konzerne zur Abgabe dieser Unsummen an den Staat, bewirkt damit also beim Volk eine indirekte Abgabenerhöhung für el. Strom (durch Verhinderung von Preissenkungen).
Gute Rechner kommen zu dem Ergebnis, dass der durchschittliche Privathaushalt durch diese Laufzeitverlängerung ca. 100,- €uro/Jahr einsparen könnte.
Liebe Liv, real gesehen ist deine Frage also zu bejahen. Und wenn für den Verbraucher leider nichts dabei herauskommt, ist das keinesfalls eine Schwäche der Kernenergie oder der längeren Laufzeiten.

"Was passiert mit dem ganzen neuen Atommüll?"
Dass radioaktive Abfälle höchst problematisch sind, ist keine Frage. Ihre Gefährlichkeit ist im wahrsten Sinne des Wortes eine "Gefahr". Gefahr heiß aber, das etwas passieren "k a n n ", aber nicht unbedingt passieren  "m u s s".  Darüber hier und jetzt zu debattieren wäre rein akademischer Art.

 
Solange die alternativen, umweltneutralen Energien noch nicht ausreichend zur Verfügung stehen, wir also die nötigen Energiemengen anders gewinnen müssen(!), bleiben uns nur die Kernenergie und/oder die Verbrennung fossiler Stoffe (Öl, Kohle, Gas).
Behindern wir dabei die Kernenergie wegen ihrer Gefährlichkeit, tauschen wir ihre "Gefahr" ein gegen eine "Tatsache": Es ist Tatsache, dass die fossilen Verbrennungen zur Energiegewinnung unsere Umwelt bereits in hohem Maße kaputt gemacht hat.

Und warum redet keiner über die Kosten der Umweltsanierung durch CO2? Ist sie überhaupt machbar, geschweige den bezahlbar?!

Alle Vorwürfe gegen die Kernenergie gelten in noch viel höherem Maße für die fossilen Brennstoffe.
Leukämie in Kernkraftnähe? Andere Krankheiten? Vielleicht. Man sucht.
Krankheiten verursacht von fossilen Kraftwerken durch Luftverschmutzung , Erderwärmung, Klimaänderung, ...?! Nach ihnen braucht man nicht suchen; sie erdrücken uns schon fast!

Warum sind all diese Themen im vergleichenden Zusammenhang mit der Kernenergie tabu? - Ebenso tabu wie auch die Herleitung unbeschreiblicher, konkreter Minderung von weltweiter Lebensqualität durch Naturkatasrophen.  
Warum ist die technisch wissende Intelligenz bei Anti-Atom-Kraft Demos nicht dabei, statt dessen aber Bauern, Literaten, Lehrer, Geistliche, Sozialpädagogen, selbsternannte Intellektuelle, ...

Nun zu deiner Frage die Gegenfrage: Wo bleibt der Abgas-Müll der fossilen Kraftwerke? Wo bleibt bei den Kostenberechnungen die Sanierung unseres inzwischen fast gänzlich verhunzten Globusses incl. der Weltmeere?

Unsere Gesellschaft sollte sich allerschnellstens(!) davon befreien, technisch-naturwissenschaftliche Probleme (wie Energiegewinnung)  mit ideologischer Plauderei lösen zu wollen. Teilweise Ideologien, die nicht mal technischen Inhaltes sind, sondern oftmals gesellschaftsverändernden Inhaltes bzw. Zielsetzung.

Entschuldigt bitte meinen harschen Ton. Ich meine ihn hier bestimmt nicht aggressiv. Aber ich gehöre ausbildungsmäßig zu den o. e. Nicht-Teilnehmern von Anti-AKW-Demos. Und wie man dummerhaftigerweise sagt: Ich bin voreingenommen.

Liebe Grüße
Zonja

 

 

 

 

 

Liv-Marit Norton
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dabei seit: 13.02.2006

Es gibt immer gegensätzliche Meinungen........fast in jedem Lebensbereich, liebe Zonja !

Zonja hat folgendes geschrieben:

Warum ist die technisch wissende Intelligenz bei Anti-Atom-Kraft Demos nicht dabei, statt dessen aber Bauern, Literaten, Lehrer, Geistliche, Sozialpädagogen, selbsternannte Intellektuelle, ...

Weil diese "technisch wissende Intelligenz" vielleicht nicht gegen Konzerne demonstriert, dessen Brot sie ist ? Ok, auch nicht ganz zynismusfrei ! Wink

Btw.......wie entsorgen (sagenhafte Wortschöpfung, so niedlich!) wir eigentlich den Atommüll? " Die Geister, die ich rief, werde ich nun nicht los....." Goethe sah schon weiter.....

Liebe Grüße

Liv- Marit

 

Eine echte Vision entwickelt ihr Eigenleben !

Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

Schade, daß es so unmoralisch ist, den Atommüll woanders zu entsorgen. In der Sahara gäbe es Staaten, die das Zeug gegen Gebühr liebend gern im Sand verbuddeln lassen würden...Cool

Natürlichkeit ist langweilig    

Minolfa
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dabei seit: 06.12.2007

Was mich am meisten stört ist die Idee, das Zeug möglichst tief einzubuddeln. Wer weiß, wie in 5.000 Jahren die Zivilisation drauf ist, wenn der Müll nochmal umgestapelt werden muss? Das wird im Lager Asse schon jetzt schwierig, trotz High-Tech-Gesellschaft.

Roboter mit Kabelfernsteuerung wird man wohl immer bauen können, wenn wir nicht alle Bücher verbrennen. Viel besser fände ich deshalb klassische Felsstollen mit Türen davor, statt den Müll in einem Salzstock zu verbuddeln, alles zuzukippen und dann 10.000 Jahre zu hoffen, dass das Salz wasserdicht bleibt. Dann kann man nämlich daneben einen neuen Stollen graben und das Zeug umstapeln.

Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

Michi_2 schrieb:
Wer weiß, wie in 5.000 Jahren die Zivilisation drauf ist,

Wenn bis dahin nicht nur Kaninchen, Ratten und Insekten auf der Erde leben, sind die Menschen fähig, das Zeug zur Sonne zu schiessen.

 

Natürlichkeit ist langweilig    

Chantal-TS EX
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dabei seit: 22.08.2010

Zonja schrieb:
... Aber ich gehöre ausbildungsmäßig zu den o. e. Nicht-Teilnehmern von Anti-AKW-Demos.

Was muss ich mir darunter vorstellen? Meinst Du Bildung oder Ausbildung und wenn ja, welche?

Billig ist und war Atomstrom nie. Die Erforschung und Nutzbarmachung bezahlte der Steuerzahler direkt, die Risiken sind nicht versichert und werden im Fall des Falles sozialisiert. Für gefährlich halte ich die Kraftwerke im normalen Betrieb auch nicht, da sind freiwerdende radioaktive Isotope in der Kohle erheblich schlimmer. Aber trotzdem bestehen hohe Risiken z.B. beim Bruch im Primärwasserkreislauf. Allein schon das Versagen der Notstromaggregate sorgte für lange Gesichter bei einer der letzten Notabschaltungen. Und die Endlagerung ist ein Verbrechen an der Zukunft, denn keine Kommunikation wird in tausend Generationen noch verstanden werden. Die armen Archäologen..... Die werden eine glogale Katastrophe erzeugen.

Und das das Verbrennen von fossilen Energieträgern ebenso Risiken birgt, ist kein Argument für Atomkraft, sondern gegen Kohlekraftwerke. Die Alternative ist und bleibt der massive Ausbau von Geräten zur unmittelbaren oder mittelbaren Sonnenenergienutzung. Einzig darauf sollten wir den Fokus legen zusammen mit Speicherung oder Pufferung. Was spricht dagegen?

 

Chantal-TS EX
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dabei seit: 22.08.2010

Zonja schrieb:
Warum ist die technisch wissende Intelligenz bei Anti-Atom-Kraft Demos nicht dabei,

Die sind dabei, gehen aber in der Menge anderer unter. Natürlich sind die dabei. Physiker, Geologen, Ingenieure. Wer sich länger mit dem Thema beschäftigt kommt sehr schnell zu einer eindeutigen Meinung.

Chantal-TS EX
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Ehemaliges Mitgllied
dabei seit: 22.08.2010

Michi_2 schrieb:
Viel besser fände ich deshalb klassische Felsstollen mit Türen davor, statt den Müll in einem Salzstock zu verbuddeln, alles zuzukippen und dann 10.000 Jahre zu hoffen, dass das Salz wasserdicht bleibt.

Salz taugt nicht zur Entlagerung. Salz würde nur wegen der guten Wärmeleitung ausgewählt, um die erhebliche Wärmeentwicklung stark radioaktiver Stoffe abzuführen, hat aber ansonsten nur Nachteile. Und offen dürfen die Lager wegen Missbrauchs nie bleiben. ....