Wunschleben

14 Antworten [Letzter Beitrag]
zazou
Bild von zazou
Offline
Reale Person
dabei seit: 14.05.2007

Hallöchen,

zu Beginn des Jahres habe ich mich daran gesetzt und endlich den Gedanken umgesetzt, einen Roman auf Basis eigener Erfahrungen zu schreiben. Mittlerweile bin ich auf der Suche nach einen Verlag.

"Wunschleben" heißt mein Werk und eine Leseprobe ist auf neobooks einsehbar.

http://www.neobooks.com/werk/13259-wunschleben.html

Ich bin gespannt auf euer Feedback.

Herzlichen Gruß,

Vera

GabiStern
Bild von GabiStern
Offline
Reale Person
dabei seit: 18.05.2005

Hallo Vera,

für mich persönlich ist die Leseprobe zu wenig, als dass ich etwas dazu sagen könnte. Es darf ein bisschen mehr sein:-)

Liebe Grüße

Gabi

n/v
zazou
Bild von zazou
Offline
Reale Person
dabei seit: 14.05.2007

Hallo Gaby,

das "Mehr" gibt es hoffentlich demnächst in den Buchläden dieser Welt. Smile

Ciao,

Vera

Dani
Bild von Dani
Offline
dabei seit: 11.10.2011

persönlich zu wenig? häh? das sind 32 Seiten.. und völlig ausreichend, um eine erste Meinung zu bilden.

Finde die Texte, die ich las schon spannend, aber für meinen persönlichen Geschmack zu depressiv. Kann natürlich sein, dass es ein Happy-End gibt, aber was ich im Augenblick brauche sind aufbauende, inspirierende Texte. NOCH mehr Sorgen und Zweifel, als ich schon habe, kann ich nicht brauchen. Mit anderen Worten, so nah ich mich dem Geschriebenen fühle - vermute, mich würde das Buch derzeit mehr belasten, als es mir helfen, oder mich inspirieren würde - würde es letztlich aus Selbstschutz meiden. Stilistisch finde ich es wirklich sehr okay - wobei das Inhaltsverzeichnis wie bei einer Staatsarbeit wirkt - wo sind die Kapitel-Themen? 

Ist bestimmt ein Buch, dass ein Betroffener/ eine Betroffene in den Einkaufkorb legen würde. Ob jemand anderes diese Sorgen irgendwie nachfühlen kann und damit wirklich in das Buch 'eintaucht', weiß ich nicht. Ist halt einfach ein sehr spezielles Thema. 

Ich drück Dir in jedem Fall für Dein Werk die Daumen.. da steckt mit Sicherheit unheimlich viel Hingabe drin.

Ganz liebe Grüße,

Deine Danni

 

Das Leben meistert man lächelnd,

oder überhaupt nicht.

zazou
Bild von zazou
Offline
Reale Person
dabei seit: 14.05.2007

Hallo Danni,

danke für Dein Feedback. Ich kann Dich beruhigen, es nimmt ein durchaus hoffnungsvolles Ende. Aber der Weg ist ja nunmal voller Hürden. Ich empfinde den Beginn eigentlich gar nicht so depressiv. Aber ich habe schon gelernt, dass jeder Leser etwas anderes sieht. Ist total spannend.

Auf das Inhaltsverzeichnis habe ich leider keinen Einfluss, das macht neobooks beim Einstellen automatisch.

Ciao,

Vera

GabiStern
Bild von GabiStern
Offline
Reale Person
dabei seit: 18.05.2005

Hallo ihr Beiden,

gut, dass ihr schreibt, dass es 32 Seiten sind:-) Ich habe offenbar nur den Einband-Text gelesen.

Ich mach mich jetzt mal an die 32 Seiten und gebe dann neues Feedback:-)

 

Liebe Grüße

 

Gabi

n/v
Petra-Susanne
Bild von Petra-Susanne
Offline
dabei seit: 21.10.2005

Ich bin auch zunächst auf diesen kurzen Einbandtext als "Leseprobe" reingefallen! Blushing

Nachfolgend habe ich mir einige Seiten durchgelesen und noch einige weitere überflogen. Danach möchte ich Dannis Kommentar ...

Zitat:
Finde die Texte, die ich las schon spannend, aber für meinen persönlichen Geschmack zu depressiv.

... durchaus zustimmen. Mag sein, dass ich in einer anderen Welt lebe, aber dass ich raus unter die Leute muss und mich dabei auch den Anderen gegenüber öffnen muss, halte ich für selbstverständlich. Und dabei sind mir (als Switcherin, die sich aber durchaus auch mehr vorstellen könnte und aktiv daran arbeitet) bislang ausgesprochen wenig negative Erfahrungen zuteil geworden. Es mag aber auch ein wenig an der Grundhaltung liegen, die bei mir eher in Richtung "Stehen zur Vergangenheit und den bio-/psychischen Fakten" und ggf. "Botschafterin einer seltenen, aber nicht negativ zu bewertenden Daseinsvariante" geht.

Dagegen ist die Hauptfigur in deinem Roman, soweit ich das bisher erkennen konnte, eher die "Under-Cover-Frau", die nicht so recht zu sich selber stehen will und ihre Vergangenheit am liebsten komplett verdrängen würde - was aber halt nicht wirklich funktioniert.

Ich habe entsprechend Schwierigkeiten, mir vorzustellen, wem ich das Lesen des Buches empfehlen würde - ähnlich wie Dani es für sich selber ausgedrückt hat: Die, die angekommen sind, sind über das Stadium der unterschwelligen und das eigene Gefühlsleben bestimmenden Selbstverleugnung hinaus - oder sollten es zumindest sein. Denen gegenüber, die noch suchen, baut es m.E. unbegündete Hemmschwellen und Ängste auf und macht deren Weg noch etwas schwieriger.

Was mir in den gelesenen Seiten völlig gefehlt hat: Eine gewisse Portion Selbstironie und Schalk im Nacken, ohne die sich gerade so ein etwas seltsames/seltenes Leben wohl kaum wird meistern lassen.

Eine Klientel fiele mir allerdings schon noch ein: Die uns gegenüber eher hartherzigen Entscheidungsträger privater Krankenkassen, die gerne begleitende Psychotherapie auch für die von uns ablehnen, die entsprechender Unterstützung bedürfen, um ihr eigenes Leben wieder in eine sinnvolle Bahn zu kriegen.

Ich wünsche dir trotzdem von Herzen Erfolg mit deinem Buch! Und, dass ich mindestens eine wesentliche Zielgruppe übersehen habe! Smile Smile

Lieben Gruß,

Petra

Mädels, traut euch raus, insbesondere in die anonyme Öffentlichkeit! Ich bin jedenfalls in den letzten 10 Jahren noch von niemandem gebissen worden!

GabiStern
Bild von GabiStern
Offline
Reale Person
dabei seit: 18.05.2005

Ich bins noch einmal:-)

 

Die richtige Leseprobe macht Lust auf mehr:-)

Danke für den Einblick ins Buch:-)

n/v
Triona
Bild von Triona
Offline
Reale Person
dabei seit: 05.10.2007

Petra-Susanne schrieb:

Ich bin auch zunächst auf diesen kurzen Einbandtext als "Leseprobe" reingefallen! Blushing

Nachfolgend habe ich mir einige Seiten durchgelesen und noch einige weitere überflogen. Danach möchte ich Dannis Kommentar ...

Zitat:
Finde die Texte, die ich las schon spannend, aber für meinen persönlichen Geschmack zu depressiv.

... durchaus zustimmen. Mag sein, dass ich in einer anderen Welt lebe, aber dass ich raus unter die Leute muss und mich dabei auch den Anderen gegenüber öffnen muss, halte ich für selbstverständlich. Und dabei sind mir (als Switcherin, die sich aber durchaus auch mehr vorstellen könnte und aktiv daran arbeitet) bislang ausgesprochen wenig negative Erfahrungen zuteil geworden. Es mag aber auch ein wenig an der Grundhaltung liegen, die bei mir eher in Richtung "Stehen zur Vergangenheit und den bio-/psychischen Fakten" und ggf. "Botschafterin einer seltenen, aber nicht negativ zu bewertenden Daseinsvariante" geht.

Dagegen ist die Hauptfigur in deinem Roman, soweit ich das bisher erkennen konnte, eher die "Under-Cover-Frau", die nicht so recht zu sich selber stehen will und ihre Vergangenheit am liebsten komplett verdrängen würde - was aber halt nicht wirklich funktioniert.

Ich habe entsprechend Schwierigkeiten, mir vorzustellen, wem ich das Lesen des Buches empfehlen würde - ähnlich wie Dani es für sich selber ausgedrückt hat: Die, die angekommen sind, sind über das Stadium der unterschwelligen und das eigene Gefühlsleben bestimmenden Selbstverleugnung hinaus - oder sollten es zumindest sein. Denen gegenüber, die noch suchen, baut es m.E. unbegündete Hemmschwellen und Ängste auf und macht deren Weg noch etwas schwieriger.

Was mir in den gelesenen Seiten völlig gefehlt hat: Eine gewisse Portion Selbstironie und Schalk im Nacken, ohne die sich gerade so ein etwas seltsames/seltenes Leben wohl kaum wird meistern lassen.

Eine Klientel fiele mir allerdings schon noch ein: Die uns gegenüber eher hartherzigen Entscheidungsträger privater Krankenkassen, die gerne begleitende Psychotherapie auch für die von uns ablehnen, die entsprechender Unterstützung bedürfen, um ihr eigenes Leben wieder in eine sinnvolle Bahn zu kriegen.

Ich wünsche dir trotzdem von Herzen Erfolg mit deinem Buch! Und, dass ich mindestens eine wesentliche Zielgruppe übersehen habe! Smile Smile

Lieben Gruß,

Petra

 

Das kann ich weitgehendst nach dem Lesen der ersten 6 oder 8 Seiten unterstreichen.

Und ich zähle zu einer Zielgruppe, die du vergesen hast. Ich bin eben nicht nur selbst Betroffene, sondern auch Beobachterin des Themenkreises TS / T* usw (sozusagen mit teilnehmender Beobachtung und im "Selbstversuch") und Verfasserin von Texten zum Thema habe ich an der Geschichte durchaus auch ein akademisches Interesse. Zum Kennenlernen von Erfarungen und Erlebnisen anderer Betroffener - und hier besonders solchen, die ganz andere Erfahrungen gemacht haben, als ich selbst - und zum Quellenstudium. Die geschilderten Schwierigkeiten in der Bewältigung des täglichen Lebens, Ängste, Hemmungen, Bedürfnis zur möglichst umfassenden Verdeckung der eigenen Vergangenheit usw und die sich daraus ergebenden Unsicherheiten im Auftreten, Verhalten, Selbstverständnis usw nebst allen Zweifeln sind mir weitgehendst fremd. Ich habe es halt in den meisten Punkten genau andersrum gemacht. Und bin dabei meist gut gefahren.

Daß ein Mensch nach dem Übergang 4 oder 5 Jahre in einer neuen Umgebung leben kann und dabei anscheinend mit dem Umfeld nur eher am Rande zu tun hat, das ist etwas, was ich mir eigentlich kaum wirklich vorstellen kann. Genauso wenig, daß ein Mensch, der nach so langer Zeit scheinbar am Ziel seiner Träume "angekommen" ist, noch von so starken Selbstzweifeln geplagt ist ob seiner wahren Identität.

Ich z.B. lebe mittlerweile seit 5 - 6 Jahren endlich als Frau. Und  zwar in dem Ort und in dem Umfeld, wo ich schon 16 Jahre zuvor gelebt habe (altindustrielle Kleinstadt im abgelegenen ländlichen Raum). Dabei habe ich meinen vollständigen Übergang in den ersten 1 - 2 Jahren immer schrittweise gemacht. Und zwar unter den Augen meines ganzen Umfelds. Jeder in der Stadt, der mich schon mal gesehen hat, und den es auch nur ansatzweise interessiert haben mag oder auch nicht, konnte es sehen - und ich bin eine ziemlich bekannte Person.

Genauso wie ich in den 2 Jahrzehnten davor meine falsche "pseudo-männliche" Identität Schritt für Schritt immer weiter abgebaut habe, indem ich eine anerzogene und nicht zu mir passende Gewohnheit und Ansicht nach der anderen "abgebaut" habe und ersetzt habe durch eine Lebensweise, die irgendwann einmal immer mehr meiner "eigenen" entsprochen hat - auch das immer für jeden im ganzen Umfeld sichtbar. Zuletzt hatte ich über 10 Jahre immer mehr oder weniger als TV, androgynes Wesen oder zwischengeschlechtliche Erscheinung gelebt, und wurde auch von den meisten, die mit mir zu tun hatten, so behandelt - einschließlich aller Verwirrungen und Befremdlichkeiten, die dies bisweilen mit sich bringen kann.

Dies hat bisweilen ziemlich viel Kraft gekostet und Reibungsverluste in ungeahnter Höhe erzeugt. Diese haben mich bisweilen sogar bis an den Rand der Lebensfähigkeit gebracht, und hat auch meine Arbeitsfähigkeit immer mehr eingeschränkt. Ich denke da nur an die quälende Entwicklung meiner Beziehung zu meiner Liebsten, die ich am Anfang dieser Zeit kennengelernt habe, und die vieles von Anfang an gewußt oder zumindest gesehen hatte, aber wohl nie wirklich verstanden hatte. War ich mir da doch selber lange nicht über alles im Klaren. Sie führte über 10 Jahre einen unerklärten aber zähen Kleinkrieg gegen meine "weibliche Seite", die ich allerdings ihr gegenüber auch nie ausdrücklich erklärt habe. Auch die Springerei zwischen "Frau" und "Mann" auf Arbeit und auf Wunsch meiner Liebsten in Familienangelegenheiten usw hat mich immer mehr zerrissen.

Erst als ich einen Schnitt gemacht habe, und diese Lebensweise dahingehend geändert habe, daß ich mal ausprobiert habe, nur noch ganz als Frau in Erscheinung zu treten, habe ich plötzlich eine wohltuende Erleichterung verspürt. In dieser Zeit habe ich dann auch mit meiner Hormonbehandlung begonnen. Die erste Erfahrungen mit deren Wirkungen haben mich schon nach kurzer Zeit bestätigt, daß ih wohl endlich den richtigen Weg für mich gefunden habe. Ich änderte mich innerhalb recht kurzer Zeit von einem stets niedergeschlagenen, unfrohen, mißgelaunten und schwarzseherischen Menschen - nicht selten einem echten Kotzbrocken, den die meisten Leute lieber von hinten sahen, zu einem fröhlichen, lebensbejahenden und meist gutgelaunten Menschen. Nicht selten hatte ich ganz plötzlich Erlebnisse wie die, daß die Kassierin bei ALDI morgens um 8, als ich dran war, zu mir mit plötzlich strahlendem Gesicht sagt: "Guten Morgen. Ich sehe Sie immer gerne. Sie habe immer so ein fröhliches Gesicht." (Und die dieses fröhliche Gesicht auch noch bei dem nach mir kommenden Kunden drauf hatte.)

Das ist sogar meiner Liebsten ziemlich schnell aufgefallen, und sie hat es von sich aus bestätigt. Danach hat sie ihren inneren Schmerzen zum Trotz auch nach und nach ihren unterschwelligen Widerstand gegen meinen nunmehr rasch voranschreitenden Übergang aufgegeben. Der "Mann", den sie geliebt hat, hat sich halt am Ende als eine Illusion herausgestellt. Und dabei hat sie mir noch kurz zuvor laut und wütend an den Kopf geworfen: "AUS DIR WIRD NIE EINE FRAU!" Daß ich eigentlich schon immer eine war - wenn auch nicht für jeden Menschen gleich erkennbar und auf jeden Fall eine ziemlich verformte - das dämmerte ihr nur ganz lansam. Schließlich hatte ich selber 50 Jahre dazu gebraucht, um das endlich herauszufinden.

 

Aufgrund dieser eigenen Erfahrungen interessiert es mich natürlich brennend, was andere erlebt haben, bei denen es so anders war, wie bei mir. Allein um viele der immer wiederkehrenden mir bisweilen eigentlich recht fremd vorkommenden Berichte und Erzählungen  anderer Betroffener nachvollziehen zu können. Und vlt sogar irgendwan einmal zu verstehen.

 

Wann kommt das Buch heraus? Wo kann ich es bestellen? Was wird es kosten?

 

liebe grüße

triona

 

Aw, Thou beloved, do hearken to the Banshee's lonely croon!

sinn féin - ça ira !

Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

Dani
Bild von Dani
Offline
dabei seit: 11.10.2011

Danke für die interessanten Beiträge.. wow Vera, Dein Buch, bzw. Deine Buchvorstellung hier hat mir schon wieder was gebracht. Hatte in meinem derzeitigen Frust irgendwie schon fast wieder vergessen, wie wichtig es ist, an meiner eigenen Einstellung, meinem Selbstbild zu basteln. Auch die Texte aus dem Buch verstärkten bei mir wieder den Eindruck, dass ich 'Frau sein will' - wie doof *kopfklatsch* ich falle jedes Mal wieder darauf rein, dabei erkläre ich den Menschen, die es interessiert immer so weise (also für meine Verhältnisse Laughing out loud ), dass ich mein Leben nicht mit dem Wunsch verbracht habe Frau zu sein, sondern ganz im Gegenteil, dass ich mich 35 Jahre lang aufgerieben habe mit dem Wunsch endlich mal ein richtiger Kerl zu sein. Was hab ich dafür nicht alles getan *kopfschüttel* ich habe dabei versagt, in meinen Augen.. naja und jetzt versuche ich mir eben erstmal diese bekloppten Jahre und die damit verbundenen Gewohnheiten wieder abzugewöhnen, ohne sie zu verleugnen - warum auch.. ist ein verrückter Lebensweg, aber eben nur ein bekloppter Lebensweg von vielen..und bekloppte Lebenswege sind den meisten doch interessant, spannend und in jedem Fall bereichernd, wenn man überlegt, mit welcher Hingabe viele meiner Bewegungen da draußen weitergetratscht werden.. Laughing out loud jetzt wird es endlich 'entspannend' - genau genommen ist das ja wirklich so. Im Buch lese ich wieviel Spannung da im täglichen Leben erzeugt wird, und das ist ja auch nicht falsch.. aber im Vergleich zu meinen Abschiedsbriefen von vor 3 Jahren, ist die Situation heute doch ein Pipifax.. ehrlich.. wie wichtig, nicht zu vergessen, wo man herkommt.

Ganz viele liebe Grüße und nochmal danke an alle Schreiberlinge,

Eure Danni

 

Das Leben meistert man lächelnd,

oder überhaupt nicht.

Triona
Bild von Triona
Offline
Reale Person
dabei seit: 05.10.2007

So, jetzt habe ich die restlichen Seiten der Leseprobe auch gelesen. Schön zu lesen, klare einfache Sprache, gut verständlich. Alles kurz und knapp auf den Punkt gebracht. Kein Rätselraten über irgendwelche verquasten Gedankenknäuel.

Trotz der Verschiedenheit unserer Wege habe ich dann auf den weiteren Seiten doch so einige ähnliche Erlebnisse und Gedanken aus meinem eigenen Leben wiederentdeckt. Einiges hat mich auch ziemlich gerührt. Die Ansicht, daß wie in vorigen Beiträgen bisweilen angesprochen, eine pessimistische oder gar depressive Stimmung verbreitet wird, kann ich nicht teilen, obwohl ich natürlich das Ende des Werks noch nicht kenne.

Ich finde, daß sehr gut beschrieben wird, wie nach langer Wanderung durch ein enges dunkles Tal nach hartem Aufstieg ein hoher Berg erklommen wurde. Dort war die Wandererin dann allerdings einem unerwartet grellen Sonnenlicht ausgesetzt. Und auch der Wind blies dort oben heftig, als der Windschutz des dunklen Tals nicht mehr da war. Eine positive Weltsicht mußte sie erst mal entwickeln.

Vera schrieb:

... innere Stimme ... es möchte sich sich eine weitere Stimme zu Wort melden, aber Anja möchte diese Stimme nicht hören. Und doch ist sie da ... diese nicht erhörte Stimme kräftiger wird ... Zweifel ob diese Stimme nicht doch einmal beachtet werden sollte. Anja entschließt sich, dieser Stimme doch einmal auf den Grund zu gehen.  Entspannen und dem unbekannten Gefühl nachfühlen.. Langsam entwickelt es sich ... zu einer Bortschaft ... der Hoffnung. "Es könnte ja auch gut werden." ... Ja das könnte es.

(Seite 25 der Leseprobe. Längere und mehr Zitate sind mir leider zu mühsam, da der anscheinend gut funktionierende Kopierschutz kein elektronisches kopieren zuläßt und alles abgeschrieben werden muß.)

Im Unterschied dazu mußte ich mir meine positive Weltsicht erst mal erkämpfen und langsam entwickeln, bevor ich erste wirkungsvolle Schritte in die richtige Richtung machen konnte, d.h. in meinem "vorigen" Leben. Deshalb hat es bei mir auch so lange gedauert, bis ich endlich die richtige Spur für mich gefunden hatte.

Allerdings hatte ich davon auch den für mich nicht zu unterschätzenden Vorteil, daß ich schon so einiges vorweg erlebt hatte. In verträglichen Happen. So daß mich dann endlich ein Leben ganz als Frau nicht mehr so häufig vor scheinbar unüberwindliche Probleme stellen konnte. Dafür habe ich dann aber auch erst in sehr fortgeschrittenem Alter auf die Reihe gekriegt, wohin der Weg gehen konnte und mußte, wenn ich nicht auf der Strecke bleiben wollte.

Dies nur als Versuch einer kurzen Erklärung meiner Worte in meinem letzten Beitrag. Der Weg jeder Einzelnen ist halt anders. Und alles hat seine Vor- und Nachteile und jeweils seine eigenen Leiden und Schwierigkeiten.

 

liebe grüße

triona

 

Aw, Thou beloved, do hearken to the Banshee's lonely croon!

sinn féin - ça ira !

Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.