Wichtig: Petition gegen das neue JMStV!

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Tassi EX
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dabei seit: 02.05.2007

@Johanna ... ich weiß nicht, woher Du Dein Wissen entnimmst, doch irgendwie kommt es mir leicht naiv, einseitig und widersprüchlich vor.

1.

Johanna schrieb:

Wenn dies bei deiner Tochter der Fall sein sollte, kannst du auf ihrem Rechner die Kindersicherung ja ausschalten. Aber für andere Kinder gilt das nicht.

Meine Tochter ist in dem Bezug noch etwas zu jung, doch werden wir sie auch bestimmt nicht einfach so vor dem PC "absetzen"...

 

2.

Johanna schrieb:

Unsere haben z. B. nie versucht, die Sicherung von Steckdosen auszuhebeln. Ich denke, bei den meisten Kindern dürfte eine Kindersicherung verbunden mit ein paar Erklärungen über deren Sinn ganz gut funktionieren.

Ach ja? Dann spreche mal mit ein paar Erzieherinnen, die werden Dir etwas anderes erzählen und bevor von Dir der Einwand eines Einzelfalles kommt - meine Ex-Partnerin ist Erzieherin und ich glaube, sie weiß wovon sie redet. Kinder sind äußerst kreativ und neugierig und alles was verboten ist, reizt besonders es zu entdecken.

 

3.

Johanna schrieb:

Mal davon abgesehen, wenn die Kinder ständig ohne Kindersicherung surfen, würde ich es vermutlich schon bemerken.

Bist Du Dir da so sicher? Ich glaube, dass in vielen Fällen Kinder ihren Eltern im Bezug auf PC-Umgang noch etwas vormachen können. Viele von Ihnen wachsen damit auf - wir hingegen nicht. 

 

3.

Johanna schrieb:

Bis meine Kinder freiwillig englischsprachige Seiten anschauen, werden sicher noch einige Jahre vergehen.

Aha - dann würde ich Dir empfehlen, Dich öfters im Netz zu bewegen, da wirst Du staunen, wie viele Seiten von vornherein in deutscher Sprache verfasst sind (ebenso Seiten aus dem Ausland). Und für den Rest übersetzen viele der gängigen Browser die Seiteninhalte automatisch ins Deutsche.

 

4.

Johanna schrieb:

Außerdem würden dann so viele deutschsprachige Seiten gekennzeichnet, dass die Kinderschutzsoftware nicht gekennzeichnete ausländische, eventuell deutschsprachige Seiten problemlos komplett ausschließen könnte. Für die Kinder gäbe es innerhalb Deutschlands weiterhin genug zu entdecken.

Ich erspare mir hierzu einen Kommentar, da dies bereits unter 3. beantwortet wurde.

 

5.

Johanna schrieb:

Ein Kinderschutz kann nicht vollständig sein. Jugendliche könnten einen Sport darin sehen, sie auszuhebeln. Einige Eltern werden zu achtlos sein, sie überhaupt einzuschalten. Einige ungeeignete Seiten werden durch den Filter durchschlüpfen. Aber wenn es zu einer deutlichen Einschränkung des Konsums ungeeigneter Inhalte kommt, ist auch schon viel gewonnen. (Das gilt für alle Jugendschutzmaßnahmen wie Alkoholverbot oder Kennzeichung von Filmen.)

Hinzu kommt, dass von den Inhalteanbietern gar nicht viel verlangt wird. Wie wird die Kennzeichung aussehen? Vielleicht ein Meta-Tag, oder ein paar Worte irgendwo im Text. Mehr wird nicht nötig sein. 

Steht zum Teil im Widerspruch zu Deinen bereits gemachten Ausführen. Die meisten der in Deutschland ansässigen Anbieter (gibt ja kaum noch welche) handeln bereits jugendschutzkonform. Insofern würden sich weitere Maßnahmen erübrigen und diese nur, wie ebenfalls bereits geschildert, abmahnübermütige Anwälte begünstigen.

Da Du ja meine Ausführungen gerne in Frage stellst, habe ich mal einen interessanten Link zu dem Thema:

http://www.focus.de/digital/internet/jugendschutz-porno-sperren-wenig-wirksam_aid_298109.html

Ich zitiere besonders eine Passage:

"Doch bei der detaillierten Vorstellung der Gutachten wurde deutlich, dass solche Sperrungsanordnungen auch in den kommenden Jahren wenig realistisch sind. Die technische Untersuchung der TU Dresden kommt zu dem Schluss, dass der Ausschluss einzelner Seiten nur begrenzt effektiv sind. Einerseits können die Nutzer durch spezielle Anonymisierdienste im Web die Blockade umgehen. Andererseits würden beanstandete Angebote oft sehr schnell auch unter anderen Internetadressen angeboten."

Dies sagt doch wohl genug aus oder? Wenn Du magst oder falls es hier die Allgemeinheit interessieren sollte, kann ich hierzu noch viele andere Links posten, da wir uns schon sehr lange mit dem Thema (beruflich bedingt) auseinandersetzen.

Nebenbei ist es für eine Firma relativ einfach, ins Ausland abzuwandern und dort im Grunde genommen ohne jeglicher Form von Einschränkungen zu agieren. Die Seiten, welche es wirklich treffen würde, wäre die vielen kleinen Foren und Blogs und ich glaube kaum, dass die meisten von ihnen weder Zeit, Geld oder Erfahrungen gegen die befürchteten Abmahnwellen hat. Dem Internet würde also somit durch die freiwillige Schließung einiger Blogs und Seiten ein ganzes Stück Vielfalt verloren gehen (wie bereits auf vielen Seiten durch deren Seitenbetreiber angekündigt wurde).

 

Johanna
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dabei seit: 15.05.2007

Tassi schrieb:
Aha - dann würde ich Dir empfehlen, Dich öfters im Netz zu bewegen, da wirst Du staunen, wie viele Seiten von vornherein in deutscher Sprache verfasst sind (ebenso Seiten aus dem Ausland). Und für den Rest übersetzen viele der gängigen Browser die Seiteninhalte automatisch ins Deutsche.

Ausländischen Anbietern stünde es frei, auf freiwilliger Basis eine den deutschen Vorschriften entsprechende Kennzeichnung vorzunehmen. Wenn sie es nicht tun, müssen sie damit rechnen, dass ihre Seiten von deutscher Kinderschutzsoftware als Ü18 betrachtet werden. Für die Kinder (bis ca. 14) dürfte es leicht verschmerzbar sein, auf die Seiten nicht zugreifen zu können, gibt es doch genug Informationen innerhalb Deutschlands.

Zitat:
"Doch bei der detaillierten Vorstellung der Gutachten wurde deutlich, dass solche Sperrungsanordnungen auch in den kommenden Jahren wenig realistisch sind. Die technische Untersuchung der TU Dresden kommt zu dem Schluss, dass der Ausschluss einzelner Seiten nur begrenzt effektiv sind. Einerseits können die Nutzer durch spezielle Anonymisierdienste im Web die Blockade umgehen. Andererseits würden beanstandete Angebote oft sehr schnell auch unter anderen Internetadressen angeboten."

Anonymisierungsdienste betrifft ältere Kinder, ab ca. 14, welche auch installierte Software umgehen könnten. Ansonsten geht der Absatz mMn am Thema vorbei. Es geht doch dar nicht darum, illegale Inhalte auszuschließen. Oder meinst du, dass in größerem Umfang versucht würde, absichtlich falsch zu kennzeichnen? Welcher Porno-Anbieter hätte denn Interesse daran, dass seine Seiten für Kinder ab sechs aufrufbar wären? Das ist doch keine zahlungskräftige Kundschaft. Sinnvollerweise kennzeichnet er seine Seiten "ab 18", und gut ist und er kann in D legal weiter arbeiten.

Ich denke, mittelfristig wird eine solche Kennzeichungspflicht kommen. Alle anderen Medien - Filme, Bücher, Zeitschriften etc. - müssen entsprechend gekennzeichnet werden, da ist es nur logisch, dass dies auch für Internetinhalte gelten wird.

 

Nadine68
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dabei seit: 05.05.2009

Johanna schrieb:

Ich denke, mittelfristig wird eine solche Kennzeichungspflicht kommen. Alle anderen Medien - Filme, Bücher, Zeitschriften etc. - müssen entsprechend gekennzeichnet werden, da ist es nur logisch, dass dies auch für Internetinhalte gelten wird.

 


 

Das bringt doch nichts. Anders als Filme, Bücher und Zeitschriften sind die Angebote im Web nicht unbedingt statisch. Mit jedem Beitrag, den Du hier im Forum schreibst, müsste wieder geprüft werden, ob die Inhalte des Forums der Alterskennzeichnung entsprechen.

 

Triona
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dabei seit: 05.10.2007

der knackpunkt scheint mir doch das unwesen dieser rechtlich völlig überflüssigen spezialisierten abmahnanwälte, die unter ausnutzung schwammiger + aberwitziger gesetzgebung professionell leute abzocken wollen + dabei unter weitgehedem (rechts- !) staatlichem schutz auch noch erfolgreich sind. Evil
da müßte man mal einen wirkungsvollen riegel vorschieben.
für mich ist das eine gierige horde krimineller profitgeier.

ich hoffe, die äußerung dieser meining ist jetzt kein anlaß für einen derselben, der dies vlt hier zufällig lesen mag, der forenbetreiberin eine abmahnung zu schicken. Sick

liebe grüße
triona

Aw, Thou beloved, do hearken to the Banshee's lonely croon!

sinn féin - ça ira !

Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

Minolfa
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dabei seit: 06.12.2007

Es gibt in den Kinderschutzprogrammen zwei Verfahren, "Whitelist" und "Blacklist".

Bei der Whitelist werden standardmäßig alle unbekannten Internetseiten gesperrt. Zugelassen sind nur die Seiten, die...
a ) auf einer von Pädagogen zusammengestellten Liste von Webseiten stehen (z.B. http://www.fragfinn.de/ )
b ) von den Eltern erlaubt wurden
c ) vom Anbieter als passend für die entsprechende Altersstufe gekennzeichnet wurden.
Meine private Homepage hätte nur nach Verfahren c) eine Chance, bei eingeschalteter Kinderschutzsoftware gelesen zu werden. Ungekennzeichnete Seiten, die für die Pädagogen-Listen zu unbekannt sind, bleiben bei dem Verfahren außen vor.

Bei der Blacklist wird versucht, ungeeignete Inhalte zu sperren. Eine wirksame Blacklist kann es nicht geben, weil die "Bösen" immer schneller (und international zahlenmäßig viel mehr) sind, als die Pädagogen bei der Erstellung so einer Liste. Das legendäre Stoppschild ist der bisher extremste Versuch, eine Blacklist einzuführen. Weitgehend wirkungslos.

Jugendliche können mit Hilfe von IP-Tunneln, Proxy-Servern oder direktem Aushebeln der Software sowieso relativ problemlos die technischen Hürden überwinden. Außerdem gehört Internetrecherche zum altersgemäßen Umgang mit dem Web, wird von den Schulen oft eingefordert, und Jugendliche mit Kinderschutzfilter würden sich bei Freunden zum Affen machen. Kinderschutzsoftware ist geeignet für eben diese, also Personen unter 12 Jahren.

Dass die Mehrheit der Grundschulkinder die Sperren aushebelt, halte ich für ein Gerücht. Und die Forderung, dass Eltern an den Spielen ihrer Kinder Anteil nehmen, halte ich für selbstverständlich, was aber nicht in Totalüberwachung ausarten sollte.

Die hier diskutierte Gesetzesversion wäre in großen Passagen ein ziemlicher Krampf gewesen. Aber eine freiwillige Kennzeichnung von Webseiten finde ich eine gute Idee! Nachdem das ICRA-System nicht mehr gepflegt wird, wäre für solche Kennzeichnungen eine neue technische Norm angebracht.