Wichtig: Petition gegen das neue JMStV!

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Tassi EX
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@Triona - absolut richtig!

Ich finde es ebenso absoluten Schwachsinn, die Verantwortung den jeweiligen Anbietern zuschieben zu wollen.

1. Gibt es kein EU-Land, in welchem es überhaupt einen Jugendschutz wie in Deutschland gibt.

2. Ist in meinen Augen die Verantwortung der Eltern gefragt. 

3. Bin ich der Meinung, dass Staatsverträge nicht viel mit Demokratie zu tun haben, da die Bürger wohl kaum einen Einfluss drauf haben (siehe GEZ etc.).

 

Dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist und dass man gerade hier Regelungen finden sollte finde ich begrüßenswert. Nicht hingegen, dass dies mehr oder weniger geheim unter Ausschluss der Bevölkerung durch Personen, welche noch dazu sehr überzogene/extreme Einstellungen haben, erfolgt und dann noch dazu die technische Umsetzung nur bedingt möglich ist. Gerade in diesem aktuellen Fall schafft dies neunen Spielraum für andere höchst fragwürdige Handlungen mittels übereifriger Abmahnanwälte.

All diese Verunsicherung hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass viele der Erotikanbieter ins Ausland abgewandert sind und nun machen können was sie wollen - dem deutschen Staat entsteht somit ein zusätzlicher Schaden in Form von Steuerausfällen.

Nebenbei liegt das Durchschnittsalter von Jugendlichen, welche bereits Pornos sahen, laut einer aktuellen Studie bei 11 Jahren! Und dies vorwiegend durch die unkontrollierbare Verbreitung mittels Videoclips für Handys und ebenso durch den offenen Zugang ausländischer Anbieter.

Es mag sicherlich eine recht einfache und bequeme Sache für Eltern sein, dass man in dem Wissen über altersklassifizierte Browsereinstellungen seinen Nachwuchs einfach mal so vor den PC absetzten kann (so wie einige Eltern früher wohl auch gern dies per Video und Fernsehprogrammen machten), doch hat dies mit Erziehung nicht mehr viel zu tun und Eltern mit derartigen Einstellungen sollten sich ernsthaft überlegen, warum sie Kinder in die Welt gesetzt haben.

Nicht unterschätzen sollte man dabei das technische Geschick der Kiddies, wie diese entsprechende Beschränkungen recht schnell aushebeln können.

 

Um es mal noch etwas extremer auszudrücken, liebe Johanna, dann hätte ein ehemaliger Vater, welcher den TS-Weg beschreitet ja auch nichts mehr bei seinen Kindern zu suchen, da dieser ja die Entwicklung seine Kinder beeinträchtigen könnte. 

Nadine68
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dabei seit: 05.05.2009

Den ersten Porno hab ich mit 12 gesehen. Ganz altmodisch auf VHS. Eine Schulfreundin wusste, wo ihre Eltern die Videos versteckt hatten. Wobei wirlich versteckt waren sie nicht. Halt einfach aufgeräumt in der Wohnzimmerschrankwand.

In dem Alter fanden wir das aber weder geil noch nachahmenswert sondern eklig. Waren aber natürlich trotzdem stolz darauf, es mal gesehen zu haben.

Ob das jugendgefährdend war? Naja, ich bin jetzt eine Transe. Aber die anderen sind soweit ich weiß normal geblieben.

Triona
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dabei seit: 05.10.2007

Nadine68 schrieb:

Den ersten Porno hab ich mit 12 gesehen. Ganz altmodisch auf VHS. Eine Schulfreundin wusste, wo ihre Eltern die Videos versteckt hatten. Wobei wirlich versteckt waren sie nicht. Halt einfach aufgeräumt in der Wohnzimmerschrankwand.

In dem Alter fanden wir das aber weder geil noch nachahmenswert sondern eklig. Waren aber natürlich trotzdem stolz darauf, es mal gesehen zu haben.

Ob das jugendgefährdend war? Naja, ich bin jetzt eine Transe. Aber die anderen sind soweit ich weiß normal geblieben.

 

ganz sicher nicht wegen pornogucken. Laughing out loud

den ersten pornofilm hab ich mit 18 gesehen.
im kino mit einem freund.
fanden wir einfach nur langweilig.
und als ich dann gemerkt hatte, daß die alle gleich waren, hab ich gar keine mehr geschaut.
(das alter war eher zufällig.
damals war volljährigkeit erst mit 21, bei mir dann mit 20.)

 

@ tassi:

deinen ausfürungen zu kindererziehung kann ich nur zustimmen.

 

liebe grüße
triona

Aw, Thou beloved, do hearken to the Banshee's lonely croon!

sinn féin - ça ira !

Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

Johanna
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Triona schrieb:
vor allem sollte erst mal klarheit darüber geschaffen werden, was überhaupt als "jugendgefährdend" angesehen werden soll.

sind zb T*-seiten an sich nicht schon für einige leute "jugendgefährdend"?
was auch immer darunter verstanden werden soll.

hab ich da doch mal an einem meiner rechner die kindersicherung versehentlich + unbemerkt eingeschaltet.
da konnte ich meine eigene seite plötzlich nimmer sehen (bei tg.at).
obwohl da gar nix "jugendgefährdendes" drauf ist.

Jugendgefährdend ist ein hochtrabender Begriff. Es muss nicht immer eine Gefährdung von Leib und Leben sein. Gerade für kleinere Kinder können manchmal scheinbar harmlose Sachen verstörend sein. Meine Kinder haben hinter dem Sofa gesessen, als "Der kleine Nick" auf Kika lief, und sie haben Albträume nach scheinbar harmlosen Geschichten gehabt. Nun sind gelegentliche Albträume nichts Schlimmes, und wenn sie mal etwas Verstörendes hören, kann man darüber reden, und es ist wieder gut, aber wenn sie beides im Übermaß kriegen, kann ich mir schon vorstellen, dass dies zu Verhaltensschwierigkeiten führen kann.

Ein paar Seiten auf Transgender.at (Photos oder Berichte) halte ich in der Tat für ungeeignet für Kinder unter 12 Jahren. Deine Seite, Triona, gehört nicht dazu. Insofern ist deine Seite benachteiligt, weil es keine Kennzeichnungspflicht gibt. Gäbe es die, könntest du die Altersvorgabe geeignet setzen, so aber gehen die Anbieter von Jugendschutzsoftware nach weißen und schwarzen Listen, und da wird manchmal etwas größzügig gesperrt.

Aber Recht hast du, wenn man eine Kennzeichnung von privaten Seiten verlangt, sollte man sagen, was bei welchem Alter gefährdent ist, z. B. mit einem Leitfaden, was wie einzuordnen ist.

Tassi schrieb:
2. Ist in meinen Augen die Verantwortung der Eltern gefragt. 

Das sagt sich leicht, wenn man selbst keine Kinder hat. Klar sollen die Eltern ihre Kinder behutsam mit dem Medium Internet vertraut machen, aber es ist weder sinnvoll noch machbar, jedesmal daneben zu stehen, wenn die Kinder am Computer sind.

Zitat:
Es mag sicherlich eine recht einfache und bequeme Sache für Eltern sein, dass man in dem Wissen über altersklassifizierte Browsereinstellungen seinen Nachwuchs einfach mal so vor den PC absetzten kann (so wie einige Eltern früher wohl auch gern dies per Video und Fernsehprogrammen machten), doch hat dies mit Erziehung nicht mehr viel zu tun und Eltern mit derartigen Einstellungen sollten sich ernsthaft überlegen, warum sie Kinder in die Welt gesetzt haben.

So'n Unsinn kann nur sagen, wer selbst keine Kinder hat. Kinder müssen sich auch alleine beschäftigen können, und dies ist Teil der Erziehung. Der Umgeang mit Medien muss gelernt werden, und hier muss behutsam eingeführt werden. Dazu brauchen Kinder einen gewissen Schutzraum, und um die Schaffung dieses Schutzraumes geht es mit der Kennzeichnungspflicht. (Der Schutzraum wird auch bei Kindern, deren Eltern sich um sie kümmern, nötig, nicht nur bei vernachlässigten Kindern.)

Zitat:
Nicht unterschätzen sollte man dabei das technische Geschick der Kiddies, wie diese entsprechende Beschränkungen recht schnell aushebeln können.

Ab ca. 14/16 Jahre. Deshalb sollten bei Ü18 auch andere Nachweise als nur eine Kennzeichnung verlangt werden. Bei jüngeren Kindern ist die Umgehung technischer Beschränkungen hingegen noch kein Thema.

Zitat:
Um es mal noch etwas extremer auszudrücken, liebe Johanna, dann hätte ein ehemaliger Vater, welcher den TS-Weg beschreitet ja auch nichts mehr bei seinen Kindern zu suchen, da dieser ja die Entwicklung seine Kinder beeinträchtigen könnte. 

Was meinst du wohl, wie sehr ich mich bemühe, dass meine Kinder durch meine Entwicklung keinen Schaden haben. Diesen Aufwand kann ich aber nicht jedesmal treiben, nachdem sie am Rechner waren.

 

Minolfa
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dabei seit: 06.12.2007

Jugendschutzfilter halte ich für sinnvoll bei Kindern. Dort können die Eltern die Einstellung wählen: "Alles verboten, was nicht explizit erlaubt ist". Damit sind ausländische Porno-Anbieter außen vor, aber auch nahezu alle privaten Webseiten. (Letztere schaffen es in der Regel nicht in die Whitelist der Jugendschutzorganisationen, und müssen von den Eltern händisch eingetragen werden.)

Eine freiwillige Kennzeichnung von Webseiten könnte auch die Seiten kleiner, unbekannter Anbieter und von Privatleuten solch rigoros gesperrten Kindern zugänglich machen. Mit entsprechenden Folgen, wenn die Inhalte dann doch für die Altersgruppe ungeeignet sind.

Jugendliche vom Internet aussperren zu können, ist ein frommer Wunsch. Erstens wären sie mit einer Whitelist-Sperre zu stark eingeschränkt, um das Internet altersgemäß zu nutzen. Zweitens werden die meisten Eltern keine hinreichenden Computerkenntnisse haben, um die Tricks der besten Hacker der Jahrgangsstufe zu durchschauen. Und Jugendliche helfen sich nun mal untereinander.

Freiwillige Kennzeichnungen halte ich durchaus für sinnvoll, und diverse Anbieter einschlägiger Inhalte machen das schon lange, zum Beispiel mit ICRA.

Tassi EX
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dabei seit: 02.05.2007

Psst - will's ja nicht zu sehr publizieren, aber ich habe eine Tochter - insofern dürfte die Frage nach Sinn oder Unsinn geklärt sein ... Wink

Rapunzel
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dabei seit: 16.04.2006

Tassi, ich weiß nicht wie alt deine Tochter ist und ob sie in deiner Obhut lebt.

Zum Punkt: Verantwortung der Eltern!

Ich mag mich Johanna anschließen.

Natürlich trage ich als Elter eine gewisse Verantwortung, jedoch seh ich mich außer Stande alles zu kontrollieren.

Ich kann meine Kinder warnen, Zeiten vorschreiben und diese kontrollieren. Aber, wie Johanna schon sagt, nicht daneben stehen.

Je nach Alter des Kindes und zwingendem Umfang der Berufstätigkeit kann ich auch die Zeiten nicht kontrollieren, es sei denn in irgendeiner Weise (welche?) den Zugang zum Computer unterbinden. Sprechen wir mal von jungen Jugendlichen.

Ebenso die Differnzierung von Johanna aufnehmend: gefährden/verstören.

Es gibt halt Kinder mit 12, die sind frühreif und andere erreichen diese Reife erst mit 16.

Im Grunde können Eltern nur hoffen einen gesunden Kern gelegt zu haben, der zu einer gesunden Pflanze erwächst. Alles kontrollieren können sie eh nicht, selbst wenn sie es wünschten. Und auch das halte ich für ungesund für die Entwicklung eines Menschens, ewige Kontrolle.

Meine eigenen, erste Erfahrung mit dem www, teilweise schockiert, weil ich irgendwo landete, wo ich überhaupt nicht beabsichtigte hinzukommen. So zufällig geht es dann auch für unsere Kinder und Jugendlichen.

Gut, wenn man (soweit die Verantwortung der Eltern) seine Kinder soweit bringen konnte, im Gespräch zu bleiben. Problematisch wird es in der Pubertät. Von wegen Kontrolle und im Gespräch bleiben. Die beginnt bei Frühreifen eben auch  früher, als bei Spätzündern. Ich behaupte mal ab 9 Jahren.

Dies war nun wohl kein Statement zum Ausgangsthema, sondern zur Verantwortung der Eltern.

 

 

 

Levve un levve losse!

Tassi EX
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Ehemaliges Mitgllied
dabei seit: 02.05.2007

Guten Morgen Rapunzel,

meine leibliche Tochter wird bald 3 Jahre (kritisches Alter steht noch bevor) und die Kinder seitens meines Partners sind bereits 18 und 19.

Natürlich sollte Kindern die Möglichkeit der Selbstbeschäftigung gegeben werden. Doch all zu oft wird dies von einigen Eltern gerne mit dem Absetzen und des sich selbst Überlassens verwechselt - und hier habe leider oft viele Beispiele erleben dürfen.

Ich persönlich finde es gut, wenn sich Kinder geschützt im www bewegen können, doch dieser Schutz ist im Grunde genommen nur eine naive Einstellung. Kinder lernen recht schnell, wie sie Einschränkungen aushebeln können.

Ich gebe Dir ein Beispiel - es gibt diese Einsätze für Steckdosen, welche Kinder vor Stromschlägen bewahren sollen. Trotzdem war unsere Kleine bereits nach sehr kurzer Zeit in der Lage, diesen Schutz zu entfernen und währe mehr als naiv zu sagen, dass nun aufgrund dieses Schutzes unsere Tochter sich frei in den Wohnräumen bewegen kann, da diese ja sicher ist. Erst nach dem ausführlichen Erklären lässt sie inzwischen derartige Spielchen.

Trotz allem erfuhr ich gestern, dass sie zum Beispiel in der Küche so lange Sachen zusammen getragen hat, um an eines der schärfsten Messer heran zu kommen und schlussendlich mit diesem die im Wohnzimmer  stehende Yucca-Palme als Futter für ihr kleines Pferd klein zu schneiden. Und dies obwohl jemand in der Wohnung war. Erst die darauf folgenden Erklärungen werde sie wohl nun hoffentlich von zukünftigen Aktionen abhalten.

Und das ist genau der Punkt, der mich aufregt - ein Schutz ist keine Barriere sondern reizt um ihn zu überwinden. Wenn ich dem Kind aber klar mache, dass es Sachen im www gibt, welche nur gespielt sind und zum anderen nicht so schön sind, dann ich eventuell erreichen, dass sie derartige Dinge nicht mehr macht. Abgesehen davon - ok man hat also mit diesen Schutz eine Barriere für zu Hause, da ein Kind und ebenso in seiner Jugend mit Gleichaltrigen verbringt - wer oder was soll das mein Kind vor Handyvideos schützen?

Wenn ich Kinder habe, dann muß ich mich auch mit Ihnen aktiv auseinander setzten - ich kann mich ja auch nicht darauf verlassen, dass die Kindergärtnerin oder die Lehrerin mein Kind erzieht. Leider gibt es auch hier reichlich Beispiele, welche das Gegenteil beweisen.

Auch ich finde Jugendschutz gut - doch was bringt dieser, wenn er nur in Deutschland umgesetzt wird - absolut gar nichts!

Eventuell sollte ich hinzufügen, dass wir mehrere Erotikportale und ebenso eine Pornoproduktionsfirma haben - uns also sehr lange mit dem Thema beschäftigen. Doch die große Gefahr besteht ja in der Hinsicht noch nicht einmal für unsere Firma (wir heben schon seit Ewigkeiten eine Alterskontrolle) sondern für all die vielen anderen kleinen Webseiten, welche für Vielfalt im www sorgen. Nehmen wir zum Beispiel dieses Forum - ich finde es in einigen Belangen für Betroffene informativ. Wäre der neue Staatsvertrag da, wäre den Forenbetreibern am besten geraten - hier eine Zugangsbeschränkung (FSK 18) einzurichten oder Sendezeiten ab 22:00Uhr bis 6:00Uhr einzuführen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass dies im Interesse der Allgemeinheit wäre.

So nun sieht ein übereifriger Anwalt, dass beides nicht vorhanden ist - er mahnt also die Foreninhaber ab und so würde es vielen Foren und Blogs gehen - und sowas kann richtig gut ins Geld gehen (selbst wenn man im Recht ist). Ergo machen viele der Seitenbetreiber dicht - es würde somit noch mehr unkrontrollierbar auf die deutschsprachigen Websiten auländischen Anbieter zugriffen werden.

Auch wir werden wohl nicht zu 100% verhindern können, dass unsere Tochter auf derartige Websiten mit jugendgefährdenden Inhalt gelangt (egal ob mit oder ohne Jugendschutz), doch wollen wir dass sie einschätzen kann was sich da abspielt bzw. wie sie es zu werten hat und hoffen, dass wir immer ein offenes und vertrauensvolles Verhältnis zu Ihr haben, so dass diese bei diesbezüglichen Fragen jeder Zeit zu uns kommen kann als sich bei Dritten zu informieren. 

Triona
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dabei seit: 05.10.2007

am rande nur - zwar bisserl abseits vom eigentlichen thema, aber nicht ganz ohne bezug:

diesen verdammten beutelschneide-raubrittern von spezialisierten abmahnungsanwälten gehört schon lange mal das aus rechtlicher sicht überaus überflüssige handwerk gelegt.
ist meine meinung.

und @ kindersicherungen an steckdosen:
seit einiger zeit gibt es in den baumärkten + auch sonstwo nur noch kabeltrommeln mit kindersicherungen. (an einem arbeitsgerät, mit dem gemeinhin nur mehr oder weniger ausgebildete erwachsene in berührung kommen!)
diese klemmen aber meistens schon nach kurzer zeit ganz erheblich, so daß man die stecker immer mit dem hammer reinhauen muß.
dies fördert natürlich ganz ungemein die sicherheit am arbeitsplatz.
und was dieser mist für die sicherheit von kleinkindern im zweifelsfall bedeutet, hat tassi ja eindrucksvoll beschrieben.
und ihre tochter ist gerade mal 3!

zurück zum kernthema.
johanna meinte, daß die wenigsten kinder in einem alter von unter 14-16 in der lage wären, die kindersicherung von rechnern zu umgehen.
da habe ich schon deutlich andere erfahrungen gemacht.
in meiner umgebung gibt es zahlreiche eltern, die fragen immer ihre 9-10 jährigen kinder, wenn sie mit ihren rechnern nicht klarkommen.
wenn die sich in ihrer freizeit häufig damit beschäftigen, dann wissen die auch bescheid.
und bis zum amateur-hacken ist es da bei den gewiefteren sicher nicht mehr allzu weit.

ich möchte tassis ansichten zur kindererziehung hier nochmal ausdrücklich bekräftigen.
(auch wenn ich selber keine kinder habe.
dafür habe ich mal vor etlicher zeit 1 jahr lang an einer hauptschule als lehrerin gearbeitet.)

besonders in deutschland ist sowieso so eine übersteigerte formale "sicherheitsmentalität" zu beobachten.
allzu viele leute wiegen sich immer wunderbar in sicherheit, wenn es nur irgend eine formale + möglichst in gesetzesform gegossene vorschrift gibt, die jedwedes nur erdenkliche unheil abwehren soll.
und wenn es auch nur theoretische gefahren sind, die im alltag so gut wie nie vorkommen.
schaut euch mal die bedienungsanleitung zu einem popeligen haarfön oder einem spiegelschrank fürs badezimmer an.
die "sicherheitsvorschriften" sind  um einiges länger, als die eigentliche bedienungsanleitung (für ein gerät mit meist nur 1 einzigen schalter).
von den regelungen zur entsorgung ausgedienter geräte + batterien will ich gleich gar nicht erst reden.
und das alles CE-konform in mindestens 17 verschiedenen sprachen.
da werden ganze wälder abgeolzt für derartigen überregulierten unfug. 

(ich kann da ein lied von singen.
ich führe ua die gesetzlich vorgeschriebenen maschinen-sicherheitsprüfungen (UVV) in Werkstätten durch.)
so steht zb auf sicherungsringzangen aus amerikanischer fertigung immer drauf: "schutzbrille tragen"
habt ihr schon mal jemand gesehen, der beim montieren eines sicherungsrings erst noch die schutzbrille sucht?
aber wenn mal so ein ring dem arbeiter is auge springt, dann ist der hersteller auf jeden fall aus der verantwortung  für etwas, das er sowieso nicht beeinflussen kann, und was zu den bekannten normalen gefahren eines arbeitsalltags gehört. (jedem, wo damit öfters zu tun hat, ist schon mal so ein ring ins gesicht gesprungen.
vlt 1 von 1000.
das weiß man einfach.)

das ist aber nur, daß die hersteller + vertreiber möglichst niemals für eventuelle fehler an ihren waren zur verantwortung gezogen werden können, falls tatsächlich mal was passiert.
getreu dem vorbild des US-amerikanischen rechtssystems mit seinen endlosen millionenklagen auf schadenersatz für alles oder nichts.

 

ein ähnliches denken scheint mir bisweilen durchaus auch in der kindererziehung vorzukommen.
abartigstge überregulierung an allen ecken und enden.
das vernichtet in den köpfen der menschen auf dauer jegliches bewußtsein für echte gefahren.
allein schon weil diesen mist eh keiner mehr zur kenntnis nimmt.
aber alles ist ja bestens geregelt.
kann doch nix mehr passieren. Sick

das ist genauso, wie ein übersteigerter hygiene-wahnsinn auf dauer die natürliche abwehrkräfte des menschlichen körpers schwächt.
oder der ständige gebrauch von sehhilfen die sehkraft auf dauer immer mehr herabsetzt.

 

liebe grüße
triona

Aw, Thou beloved, do hearken to the Banshee's lonely croon!

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Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

Johanna
Bild von Johanna
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Reale Person
dabei seit: 15.05.2007

Tassi schrieb:
Und das ist genau der Punkt, der mich aufregt - ein Schutz ist keine Barriere sondern reizt um ihn zu überwinden.
Zitat:

Wenn dies bei deiner Tochter der Fall sein sollte, kannst du auf ihrem Rechner die Kindersicherung ja ausschalten. Aber für andere Kinder gilt das nicht. Unsere haben z. B. nie versucht, die Sicherung von Steckdosen auszuhebeln. Ich denke, bei den meisten Kindern dürfte eine Kindersicherung verbunden mit ein paar Erklärungen über deren Sinn ganz gut funktionieren. (Gilt für Kinder <ca. 14 Jahre). Mal davon abgesehen, wenn die Kinder ständig ohne Kindersicherung surfen, würde ich es vermutlich schon bemerken.

Zitat:
Auch ich finde Jugendschutz gut - doch was bringt dieser, wenn er nur in Deutschland umgesetzt wird - absolut gar nichts!

Das sehe ich nicht so. Bis meine Kinder freiwillig englischsprachige Seiten anschauen, werden sicher noch einige Jahre vergehen. Außerdem würden dann so viele deutschsprachige Seiten gekennzeichnet, dass die Kinderschutzsoftware nicht gekennzeichnete ausländische, eventuell deutschsprachige Seiten problemlos komplett ausschließen könnte. Für die Kinder gäbe es innerhalb Deutschlands weiterhin genug zu entdecken.

Ein Kinderschutz kann nicht vollständig sein. Jugendliche könnten einen Sport darin sehen, sie auszuhebeln. Einige Eltern werden zu achtlos sein, sie überhaupt einzuschalten. Einige ungeeignete Seiten werden durch den Filter durchschlüpfen. Aber wenn es zu einer deutlichen Einschränkung des Konsums ungeeigneter Inhalte kommt, ist auch schon viel gewonnen. (Das gilt für alle Jugendschutzmaßnahmen wie Alkoholverbot oder Kennzeichung von Filmen.)

Hinzu kommt, dass von den Inhalteanbietern gar nicht viel verlangt wird. Wie wird die Kennzeichung aussehen? Vielleicht ein Meta-Tag, oder ein paar Worte irgendwo im Text. Mehr wird nicht nötig sein. Dieses Forum z. B. könnte mit "ab 16" gekennzeichnet werden - Pornographische Inhalte sind hier ohnehin unerwünscht - und zusätzliche Kontrollpflichten kämen auch nicht hinzu. Zu gewissen Kontrollen sind die Forenbetreiber auch heute schon verpflichtet, nämlich wenn es um Beleidigungen oder Urheberrechte geht.

Ich denke, man hätte die ganzen Pflichten und Maßnahmen vorher präzisieren müssen, um der Internetgemeinde die Angst zu nehmen. Die ganze Aufregung ist doch z. T. die Angst vor dem Unbekannten.