Was ist eigentlich 'weiblich'?

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AndreaCh
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dabei seit: 27.06.2008

Was du aufzählst Lennon sind vorwiegend die rollentypischen Unterschiede - diese Punkte waren für mich nie wichtig, die sind in unserer Gesellschaft einfach irgendwie gegeben. Spannend finde ich, dass ich keinen einzigen Hausmann kenne, aber doch diverse Frauen die eben nicht Hausfrau sind, also nach diesen Gesichtspunkten eher eine männliche Rolle spielen.

Was ist männlich? Was ist weiblich? Diese Fragen habe ich mir im Zusammenhang "Was bin ich" und "wie werde ich wargenommen" gestellt. Ich weiss es nicht. Es ging mir dabei eher um das Empfinden, um die Denkweise und das unbewusste Verhalten - ich weiss nicht wie der typische Mann, wie die typische  Frau empfindet, denkt und sich verhält und auch nicht was die äusserlichen Details wirklich sind, obwohl das ja noch einfacher ist. Es ist einfach so, dass ich mich weder mit den typischen Männern noch mit den typischen Frauen identifizieren kann. Ich bin einfach irgendwo dazwischen.

Alle gemachten Aussagen stimmen natürlich aber wie gross ist deren Einfluss auf den Gesamteindruck den ich hinterlasse?

Für mich bedeutet die Antwort auf die Fragen nicht extrem viel (nicht einmal wie ich wargenommen werde) ich kann ganz gut so leben wie ich bin

Fabienne
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dabei seit: 19.02.2005

Typisch weiblich ist für mich, vorwiegend die rechte Hirnhälfte zu nutzen. Alles andere ist nur Staffage.

n/v
JenniferS
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dabei seit: 31.12.2006

"Mädchen spielen statistisch eher mit Barbie-Puppen als mit Baggern"

Weil man ihnen Ihr Umfeld eher Puppen schenkt als Bagger.

Das immer noch geltene Rollenverständnis der meisten Menschen, stützt sich auf Bedingungen die Jahrmillionen gegolten haben. Männer gehen jagen, kämpfen und sind meistens nicht zu Hause ( weil sie auf der Jagd sind ) , deswegen müssen Frauen sich um die Kinder kümmern und dürfen nicht auf die Jagd ( einer muß ja auf den Nachwuchs aufpassen sonst ist der Nachwuchs das Frühstück von wem anders ) .

Die Jahrmillionen werden nicht aus den Köpfen verschwinden nur weil es heute das Internet gibt und man zur Jagd in den Supermarkt geht.

Fazit: typisch männlich und weiblich sind eingeprägte und bewährte Muster im Überlebenskampf.

Die Aufgabe definiert was zu tun ist und wie man das am effektivsten macht, hat die Evolution in unsere Gehirne eingebrannt. Daraus resultiert der ganze Krempel.

Mit halbgeprägten Gehirnen hat uns die Natur natürlich einen bitterbösen Streich gespielt Sad

Wären wir alle Vegetarierer und es gäbe keine Raubtiere säh die Welt heute rollenmäßig anders aus.

Jenny

Heike_007
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dabei seit: 10.04.2006

@JenniferS:

Mit der sehr interessanten Frage, welche menschlichen Eigenschaften angeboren und welche anerzogen sind, beschäftigt sich die Wissenschaft schon lange. Belastbare Antworten darauf gibt es aber nicht sehr viele, dafür viele Theorien und Vermutungen.

Unstrittig ist, dass alles, was der Erhaltung der Art Mensch dient, angeboren ist. Während es in der Steinzeit bei einer Lebenserwartung von ca. 35 Jahren und sehr hoher Kindersterblichkeit die Masse machte (und Mädchen/Frauen ab Eintritt der Geschlechtsreife für Nachwuchs zu sorgen hatten), so ist das unter heutigen Bedingungen ganz anders. Niemand muss mehr mit 13/14 schwanger weden, um das Überleben des Menschen zu sichern. Das zeigt, das auch die gesellschaftliche Entwicklung in diese angeborenen Eigenschaften eingreift und Teenager-Schwangerschaften heute als recht problematisch ansieht.

Streng genommen ist das Vorhandensein von weiblichem und männlichem Geschlecht nur für die Zeugung, Schwangerschaft/Geburt sowie die frühkindliche Entwicklung (Stillzeit) wirklich zwingend nötig. Nach dem Abstillen treten die sozialen Kompetenzen der Eltern zunehmend in den Mittelpunkt des Geschehens. Die Geschlechterfrage wird zunehmend nachrangig, jedoch nicht ganz unwichtig.
Aber: Auch der Mann ist dann in der Lage, in Notsituationen das/die Kind/er aufzuziehen, ansonsten wäre das Modell "alleinerziehender Vater" von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Der Alltag zeigt jedoch, dass so etwas durchaus funktionieren kann. Schließlich dient es der "Arterhaltung", wenn es auch der Vater im Notfall allein richten kann.

Daraus ergibt sich, dass es durchaus sinnvoll ist, wenn sich beide Geschlechter bezüglich ihrer sozialen Fähigkeiten gegenseitig vertreten können. Jeder Mann hat also auch "weiche Kompetenzen", ebenso wie jede Frau auch über härtere verfügt.

Die Frage ist nur: Warum ist es über die Jahrhunderte und Jahrtausende üblich geworden, den Kindern einzubläuen, dass Jungen die weichen und Mädchen die harten Eigenschaften jeweils zu verdrängen haben, wenn diese doch zum Überleben der Gattung Mensch durchaus wichtig sein können?

Ergo ist es eigentlich nichts besonderes, wenn jeweils Männer weichere und Frauen härtere Eigenschaften ausleben. Es passt nur nicht in eng vorgestanzte Vorurteile.

Zum Abschluss eine Erinnerung an meine Schulzeit ins Jahr 1972 in die ehemalige DDR: Entdeckte doch plötzlich mit 18 Jahren ein Mädel ihre Liebe für das Motorradfahren. Ein Skandal ohnegleichen, der Weltuntergang schien unmittelbar bevorzustehen. Dass sich eine großes blondes hübsches Mädel für so etwas "kerliges" begeistert, unfassbar. Ich fiel schon damals mit der Einschätzung auf: Lasst sie doch, wenn es ihr Spaß macht!

Bei mir mag ein Jeder nach seiner Fasson selig werden (Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg 1620-1688).

Tassi EX
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dabei seit: 02.05.2007

Die Ausnahmen geschlechtlichter Normen gab es allerdings auch schon früher - denk da mal an die erste Frau, welche Autorennen gfefahren ist oder die erste Pilotin - beides war so um die Zeit von Hitler. Und ich bin mir sicher, dass dies auch in einigen anderen Sparten immer mal wieder der Fall war.

Auch wenn viele, der geschelchterbezogenen Eigenschaften tatsächlich von Gerneration zu Generation erzieherisch weitergereicht werden, ist es tatsächich so, dass der Großteil des Dualismus genetisch bedingt ist (mit dem Jagen und dem sich um den Nachwuch kümmern liegt ihr also gar nicht verkehrt).

Ich frage mich nur die ganze Zeit, was die Threaderstellerin mit ihrer Frage bezwecken wollte.

Wenn es generell um die Weitung bzw. Auflockerung von geschlechtsbezogenen Definitionen und Grenzen geht, so kann dies sicherlich etwas mit der Entwicklung (Bildung, Toleranz etc.) einer Gesellschaft zu tun haben - pauschalisieren möchte ich es jedoch auf jeden Fall nicht.

Nichtsdestotrotz kann dies jedoch auch sehr schnell wieder kippen.

 

sb-sabrina EX
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Ehemaliges Mitgllied
dabei seit: 11.12.2010

jasminchen schrieb:
Männer entlassen halt nicht aus der Gemeinschaft der Männer, einmal Mann, immer Mann. Darum will ich mit einigen Ex-Bekannten auch nichts mehr zu tun haben.

Ja, die Schwarz Weiss Denker. Ein Kumpel ( ? ) mit den ich aufgwachsen bin nervt mich immer noch an und labbert von alten Zeiten ...

Meine Antwort: Akzeptiere es, oder bleibe mir fern.  Wahre Kumpels oder Freunde verhalten sich anders.

Dafür habe ich neue Leute kennen gelernt Smile

Was ist weiblich ? Kann nicht wirklich definiert werden.

MelanieD
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dabei seit: 08.10.2007

Tassi schrieb:
"Die Ausnahmen geschlechtlichter Normen gab es allerdings auch schon früher - denk da mal an die erste Frau, welche Autorennen gfefahren ist oder die erste Pilotin - beides war so um die Zeit von Hitler."

Naja, Luftfahrpionierinnen gab es auch schon etws früher, z.B. Käthe Paulus., wenn ich mich recht erinnere.  Von Autorennen hab ich keine Ahnung, da bin ich nicht Manns genug Wink

"Ich frage mich nur die ganze Zeit, was die Threaderstellerin mit ihrer Frage bezwecken wollte."

Da kann ich nur fuer mich selber sprechen: Ich hab fuer mich schon immer wieder solche Listen zur eigenen Standortbestimmung angelegt. Was sich zugegebenermassen als schwierig herausgestellt hat, da fuer mich tatsaechlich viele der vermeintlich geschlechtsspezifischen Eigenschaften nur Gewohnheit, Mode oder aehnliches sind. Ein simples Beispiel ist blau vs. rosa...

Ich habe das Gefuehl die Grenzen zwischen maennlich und weiblich werden unschaerfer, trotzdem glaube ich nicht, dass sie komplett verschwinden. Die meisten Menschen fuehlen sich in ihrem einem Geschlect ja auch zu Hause und scheinen eine eindeutige Abgrenzung zum anderen ja auch zu geniessen...

Allerdings: Wenn man, wie ich ab und zu,  die (echten oder vermeintlichen) Grenzen ueberschreiten will, sind zielfuehrende Listen durchaus hilfreich Smile

Liebe Gruesse
Melanie

jasminchen
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dabei seit: 17.06.2007

Weiblichkeit ist nicht das, was Männer sich an Weiblichkeit einbilden und nachspielen.

Jestem prawda, nie mam tajemnicy.

Extra Gottingam non est vita, et, si est, non est ita. Cogito ergo sum

Hrad přepevný jest Pan Bůh náš ….

 

http://en.wikipedia.org/wiki/Prime_Directive

 

JenniferS
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Da hast Du ausnahmsweise mal recht

Jenny

MelanieD
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dabei seit: 08.10.2007

Fein, dann wissen wir ja jetzt schonmal, was Weiblichkeit *nicht* ist, und es bleiben nur noch abzaehlbar viele Antworten uebrig Smile

LG

Melanie