geschlechtsumwandlung beim grammatischen geschlecht

1 Antwort [Letzter Beitrag]
Triona
Bild von Triona
Offline
Reale Person
dabei seit: 05.10.2007

hier eine lustige entdeckung beim frühstück:

die somalische sprache kennt wie das deutsche (der / die / das, ein / eine), versch skandinavische sprachen (-en / -et), französisch (le / la), italienisch (il / la, gli / le) usw mehrere grammatische geschlechter: männlich + weiblich.
(im deutschen kommt da noch als 3. das neutrum (ne-utrum) = nicht-geschlechtliche hinzu.
in den skandinavischen sprachen ist es geschlechtlich + nicht-geschlechtlich.
beim englischen tritt die selbe 3-teilung wie im deutschen nur bei den fürwörtern in der einzahl auf, "the" + "a / an" = für alle geschlechter gleich, aber "he / she / it")

gleich wie im deutschen sagt das grammatische geschlecht meistens nichts aus über ein evtl vorhandenes oder auch nicht vorhandenes natürliches geschlecht.
das interessante, was ich hier entdeckt habe, ist daß sich im somalischen das grammatische geschlecht eines wortes in vielen fällen ändern kann, wenn das wort in die mehrzahl gesetzt wird. (-ka / -ki = männlich, -ta / -ti = weiblich, dazu noch ein paar sonderformen)
der bestimmte artikel wird an das hauptwort angehängt und ist meistens gleich für einzahl + mehrzahl, abgesehen von einigen standardisierten varianten.
nur eben daß sich hierbei das "geschlecht" wechseln kann.

mir sind da gleich so einige wortspiele in den sinn gekommen, die dadurch ohne großen aufwand gebildet werden können.
so sind zb auch theoretische konstruktionen möglich, wie "die Mann" oder "der Frau" (eigentlich nur in der mehrzahl, wird dann aber im gewählten deutschen beispiel nicht sichtbar), die natürlich so in der korrekten sprache nicht vorkommen.
aber in der mehrzahl ergibt  das auf somalisch formen wie "die männer" mit grammatisch weiblicher endung + "die frauen" mit männlicher endung.
(für die wörter "nin" = ein Mann + "naag" = eine Frau habe ich in dem wiki-beitrag leider keine mehrzahlform gefunden.
ich vermute mal, daß das bei diesen wörtern nicht so ist.
aber theoretisch machbar wäre es schon.)

das ließe sich zwar auch meist in den anderen erwähnten sprachen verwirklichen.
das besondere daran ist allerdings, daß die möglichkeit der "geschlechtsumwandlung" im somalischen bereits vorkommt + in der entsprechenden sprachlichen struktur (regeln für beugung von hauptwörtern) angelegt ist.

wiki schrieb:

Artikel / Determination [Bearbeiten]

Das lexikalische Form des Substantivs steht, außer bei Kollektiva oder unzählbaren Dingen, in der Einzahl. Um ein Substantiv zu bestimmen (determinieren), wird der Artikel suffigiert:

buug (M. Sg.) "(ein) Buch" buug-ga (statt *buug-ka) "das Buch" gacan (F. Sg.) "(eine) Hand" gacanta "die Hand"

Der Artikel für männliche Substantive lautet ka/ki und der für weibliche ta/ti. Das k respektive t sind hier die eigentlichen Determinationsmarker je nach Genus, wobei der nachfolgende Vokal sich je nach Kasus des Substantivs ändert. Die Artikel sind in Singular und Plural gleich.

Kasus [Bearbeiten]

Die Grundform des Substantivs ist der Absolutiv. Wenn das Substantiv mit einem Artikel (oder auch ein Demonstrativum) bestimmt wird, trägt dieser Artikel den finalen Vokal a (siehe Beispiele für Determination).

Wenn ein Substantiv im Nominativ (oder auch Subjektiv) steht, ist es Subjekt des Satzes. Wenn es einen Artikel trägt, ändert sich der Vokal des Artikels von a zu u. Wenn das Subjekt nicht aus einem einzelnen Nomen sondern aus einer ganzen Nomenphrase besteht, so steht nur das letzte Wort im Nominativ:

nin (mann.SG.M.ABS) "(ein) Mann" nin-ka (mann.SG.M-DET:ABS) "der Mann" nin-ku (mann.SG.M-DET:NOM) "der Mann" nin-ka iyo wiil-ku (mann.SG.M-DET:ABS und junge-DET:NOM)

Männliche, unbestimmte Substantive werden mittels einer Tonveränderung in den Nominativ gesetzt. Dieser Ton findet allerdings in der standardisierten Orthographie keine Ausdruck - er wird nur vereinzelt, vornehmlich in wissenschaftlichen Publikation, durch Akzente über Vokalen markiert. Diese Tonveränderung hängen aber von der Silbenstruktur ab. Hier nur ein Beispiel:

nín (mann.SG.M.ABS) "(ein) Mann (Absolutiv)" nin (mann.SG.M.NOM) "(ein) Mann (Nominativ)" (Saeed 1993:143) (Der steigende Akzent steht für einen steigenden Ton)

Weibliche, unbestimmte Substantive werden durch eine Tonveränderung und manchmal auch zusätzlich durch ein suffigiertes -i bestimmt: náag (frau.SG.F.ABS) "(eine) Frau (Absolutiv)" naag-i (frau.SG.F-NOM) "(eine) Frau (Nominativ)" (Saeed 1993:142)

Substantive werden durch eine Tonveränderung in den Genitiv gesetzt. Für manche weibliche Substantive gibt es zusätzlich ein Genitiv Suffix -eed/-aad/-od (je nach finalem Vokal):

libàax (löwe.SG.M.ABS) "(ein) Löwe (Absolutiv)" libáax (mann.SG.M.GEN) "(ein) Löwe (Genitiv)" áf Carabeed "Sprache der Araber, Arabisch" (Saeed 1993:148f)

Den Vokativ eine Substantivs bildet man im Somali entweder mit einer Tonveränderung oder mit Suffixen:

  Männlich Weiblich
Einzahl Mehrzahl Einzahl Mehrzahl
-òw -yohow -èey/-àay/-òoy -yahay

Beispiele:

Hassanòw "Hassan!" Ayaanèey "Ayaan!"

Geschlecht / Genus [Bearbeiten]

Substantive können im Somali entweder männlich oder weiblich sein. In der indeterminierten Form wird das Genus von Substantiven nicht markiert.: buug "ein Buch" (m), dagegen gacan "Hand" (f).

Das grammatische Geschlecht (Genus) von Substantiven ist in der Regel äußerlich nicht erkennbar. Es hat meist keine Beziehung zum natürlichen Geschlecht, sondern ist vielmehr variabel (siehe unten).

Zahl / Numerus [Bearbeiten]

Substantive bilden auf drei Arten den Plural (unter anderem auch durch Teilreduplikation), wobei die Pluralbildung jedoch durch viele Assimilationsprozesse verkompliziert wird. Plurale werden mit den gleichen Suffixen determiniert wie Singulare. Substantive wechseln oft ihr Geschlecht, wenn man sie aus dem Singular in der Plural setzt. Dieses Phänomen ist als Gender Polarity (Genuspolarität) bekannt. Dabei werden maskuline Substantive im Plural feminin und umgekehrt wie z.B.: buug-ga (m.) "das Buch" - buugag-ta (f.) "die Bücher".

quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Somalische_Sprache


liebe grüße
triona


nachsatz:
bitte nicht allzu ernst nehmen. Wink
aber für die witz- + satireabteilung fand ich das auch nicht ganz so passend.

Aw, Thou beloved, do hearken to the Banshee's lonely croon!

sinn féin - ça ira !

Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

Johanna
Bild von Johanna
Offline
Reale Person
dabei seit: 15.05.2007

In gewisser Weise ist das im Deutschen doch auch so. Der Mann wird im Plural "die", also mit dem eigentlich weiblichen Artikel (die Männer). (Frauen werden im Plural allerdings nicht männlich.) Trotzdem haben wir im Deutschen nicht das Gefühl, das Geschlecht ändere sich, und den Somalis wird es genauso gehen.