Ayna ist weg!

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Ayna
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dabei seit: 20.12.2011

 

>)

Jezz, wo so viele TS, TV, oder was auch immer draußen rum rennen, oder an diesem Forum teilnehmen? Warum nicht dies?

Torture Master – The Game

deutscher Versionsname:

Folterkammer – Das Spiel

Vorwort

Ziel des Spiels ist entweder als Folterknecht oder als Gefolterter so viele Punkte zu erreichen wie möglich. Im Modus „Hexenjagd“ zum Beispiel steigt man vom Folterknecht zum Großinquisitor auf. Umso schneller, wie man die Punkte sammelt und in der Levelkarriere aufsteigt. Dabei kann es von Vorteil sein, als Folterknecht besonders grausam zu sein. Je lauter der/die Delinquent/in gequält schreit, desto mehr Punkte pro Zeiteinheit kann man erreichen. Außerdem erhält man einen Bonus, je länger das Opfer überlebt. Als Großinquisitor muß man durch geschicktes Fragen den Gefolterten zu unmöglichen Geständnissen bringen, die dann in der Regel mit einem grausamen Tod bestraft werden. Man kann das Spiel aber auch als Opfer spielen, bei dem man die Qualen so lange wie möglich erträgt, oder sich nicht zu Geständnissen erpressen lässt. Beides bringt zahlreiche Bonuspunkte, bis dann der Tod eintritt. Zur Handhabung der Folterinstrumente lesen sie bitte den Abschnitt:

Die Folterinstrumente 1 – 24 …………………………Seite 12

Man kann eine Lightversion des Spieles in Folterkammern restaurierter Burgen und/oder Schlössern zum Kauf anbieten, durch die regelmäßig zum Beispiel Schulklassen und Jugendgruppen geführt werden. In dieser entschärften Version fließt kein Blut, da nur glühende Zangen als Instrumente benutzt werden dürfen. Diese Version liegt mit dem FSK 12 Gütesiegel „pädagogisch wertvoll“ vor.

Fast, wie im richtigen Leben.

 

☆~☽✪☾~☆

 

Fanny
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dabei seit: 26.08.2005

Nach neuster EU-Richtlinie besteht in Folterkammern jetzt auch ein Rauchverbot.

Um es mal politically correct zu sagen.

Cool

Eyleen
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dabei seit: 09.08.2008

Also ich erinnere mich an an kelien Aisflug in Schottland. Da habe ich natürlich auch eine Burg besucht - ich meine das es auf Skye war - die Gefängniszelle lag ca 5 Meter tief. Die Gefangenen wurden von oben herab gestoßen - und wo ist nun die Folterei - ganz einfach bei Wasser und Brot wurden ganz einfach die Küchendämpfe durch diese Zelle geleitet. Einfach Genial- Foltern pur......... 

 

*Unser Glück und Seelenfrieden beruhen darauf, dass wir tun was wir für richtig halten und nicht das, was andere sagen oder tun.*

**Mahatma Gandhi**

Ayna
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dabei seit: 20.12.2011

 

Eine Gruselgeschichte                                        

Letzten Sonntag morgen, so gegen halb acht, es dämmerte draußen gerade gräulich, erwachte ich. Ich musste mal. Bis hier normal. Die Möbel in meinem Wohn-Schlafraum standen noch da, wo sie am Abend zuvor auch gestanden hatten. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn ich bin wohl Schlafwandlerin. Das behaupten jedenfalls meine Freunde und Söhne. Tatsächlich bin ich vor elf Jahren einmal schlafwandelnd aus dem Fenster in der ersten Etage auf die Terrasse gesprungen. Ich hatte eine schwere Krise mit dem "Mannsein". Dabei zog ich mir ein angebrochenes Fersenbein zu, mehr nicht! Ich erwachte so langsam bei dem Versuch, das Gartentor zu öffnen, um in den Wald zu gehen. Etwas konsterniert trat ich den Rückweg an und schlief den Rest der Nacht tief und fest. Am nächsten Morgen konnte ich mit dem rechten Fuß nicht mehr auftreten, er war auch deutlich angeschwollen. Es folgten drei Monate kranksein mit Gehstützen, Schmerzmittel, Krankengymnastik. Die anderen Kunststücke wie das Erklimmen eines freistehenden Regales mit Wein- und Sektgläsern, ohne! eines umzustoßen, oder noch das Erwachen in der Küche am Tisch sitzend, erwähne ich nur am Rande.

So weit, so gut. Ich habe also vor meiner Balkontür zu meiner Sicherheit ein kleines Tischchen stehen, damit ich nachts nicht vom Balkon springe. Da dieses Tischchen morgens beim Erwachen öfters woanders stand und die Balkontür sperrangelweit offen stand, bin ich dazu übergegangen, abends ein ziemlich schweres Schränkchen vor die Balkontür zu rücken. Unheimlich wurde es mir dann, als eines Morgens dieses Schränkchen mitten in der Wohnzimmertür stand, und mir den morgendlichen Weg zur Toilette versperrte. Ich glaubte langsam, dass außer mir noch etwas anderes in meiner Wohnung wohnte. Grundlos komme ich nicht auf solche Gedanken, hatte ich in der vorherigen Wohnung ebenfalls merkwürdige Erlebnisse. Ich hatte, vor dem Computer sitzend öfters das Gefühl, „Etwas“ geht hinter mir diagonal durchs Zimmer, durch Tisch und Stühle hindurch. Ich hörte sogar die Schritte.  Ich tat so, als wäre nichts, als aber eines Tages mein Sohn Jonathan das gleiche Erlebnis hatte, als er allein bei mir war, wurde es mir schon unheimlich. Dass in dieser Wohnung auch morgens einige Dinge „umgeräumt“ waren, Türen und Fenster offenstanden, machte die Geschichte nicht einfacher. Gut, tief springen konnte ich hier nicht, ich bewohnte eine Souterrain-Wohnung. Aber wie gesagt, sogar meinem Jüngsten, der sonst eigentlich Realist ist, wurde regelmäßig so unheimlich zu Mute, so dass er nicht mehr bei mir alleine bleiben wollte.

Zurück zum Sonntagmorgen. Ich erwachte also mit Harndrang. Ich stand auf und ging im dunkelgrauen Zwielicht zur Toilette. Im Flur plötzlich hatte ich das Gefühl, ich sei gerade an Jemandem vorbei gegangen. Er stand direkt neben der Wohnzimmertür. Das Gefühl war übermächtig. Ich traute mich auf dem WC nicht durch die halb geöffnete Tür in den dunklen Flur zu blicken. Mich schauderte es auf einmal. Dann dachte ich: „So ein Quatsch! Wir haben doch keine Geisterstunde!“ Ich ging also zögerlich zurück zu meinem Bett und wieder: diesmal im Flur. Da stand doch jemand! Ich bin doch nicht blöd! Traute mich dann aber nicht zurück, um mich zu vergewissern. Wollte ES nicht sehen! Ich schloss die Wohnzimmertüre ab und legte mich wieder hin. Vor lauter Herzklopfen konnte ich nicht weiterschlafen. Ich hab es genau gespürt, da war „irgendetwas“ im Flur! Zur Flucht hätte ich vom Balkon springen müssen, in den Flur zurück traute ich mich auf keinen Fall! Ich musste mich konzentrieren, um nicht in Panik zu geraten. Ich glaubte sogar, ER hätte mir ins Gesicht geblickt wodurch ich ihn sehen konnte. Ein trauriger Blick, halblanges, lockiges Haar, etwas heruntergekommen. Erst, als es heller wurde und aus der Nachbarwohnung Geräusche kamen, schlief ich wieder ein.

Tagsüber, nach dem Aufstehen graute es mir in meiner eigenen Wohnung. Ich hatte schon Angst vor dem nächsten Abend. Ich ließ den ganzen Tag alle Lampen an, und hielt mich nur in der Küche auf bis es dunkel wurde. Dauernd hatte ich dieses Gesicht vor den Augen. Der „Geist“ sah mir irgendwie ähnlich. Er erinnerte mich an denjenigen, der mich fast das ganze Leben in seinem Kopf eingesperrt hatte. War ER zurückgekommen? Was wollte er von mir?

Da ich immer auf der Suche nach einer natürlichen Erklärung bin, damit ich wieder furchtlos in meiner Wohnung wohnen kann, kam mir zunächst in den Sinn, es handelt sich um Quantenverschränkung in den sieben, uns verborgenen Dimensionen. Sogar ernstzunehmende Kosmologen glauben mittlerweile hiermit sogenannte „übernatürliche Phänomene“ erklären zu können.

Für mich scheidet dies aus, warum sollte ich zufällig von einem Geist, der „mir von früher“ dazu auch noch ähnlich sieht, heimgesucht werden?

Ich glaube eher etwas anderes. Ich werde durch irgendwas aufgefordert, mich mit meiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Ich muss mit dem, in dessen Kopf ich fast ein ganzes Leben lang eingesperrt war, Frieden schliessen. „ Ins Reine kommen“, wie es so schön heißt. Meine frühere Daseinsform hat früher gemalt, viel musiziert und war kreativ, wohingegen ich mit seiner Hinterlassenschaft, bestehend aus diversen Synthesizern, Keyboards, Verstärker, Kabel, Mischpulte, Ölfarbmalkästen bis heute noch nichts anfangen kann. Als Frau habe ich noch nie Klavier gespielt. Noch nie gemalt. Kann ich das überhaupt? Kann ich auch Löcher in die Wand bohren, um endlich den Badezimmerschrank aufzuhängen, der seit über einem Jahr vor der Toilette auf dem Boden steht? Kochen ist das Einzige, was ich noch mache. Ayna kann supergut kochen! Was ist also schlimm daran, die alten „Sachen“ weiter zu tun.  Ich glaub, da muss ich noch durch, erst dann bin ich richtig Ayna, egal, was in meinem Personalausweis steht!

 Eigentlich doch ein schönes Erbe!

Außerdem muss ich zu meiner Ex-Frau Kontakt aufnehmen, um die Vergangenheit zu beenden. Frau kann sie nicht einfach verleugnen! Meine Ex hat auch fünfzehn Jahre mit meiner Geschichte zu tun gehabt. Ich muss sie annehmen und hoffe dann, dass ich dann vor „Geistern“ endlich meine Ruhe habe.

Ayna

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Sarah-HL
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dabei seit: 01.06.2012

Derbe Geschichte. Um hinter die nächtlichen Turnübungen zu kommen, könntest Du dir an strategisch sinnvollen Stellen Webcams mit Netzwerk (gibt es auch mit Wlan) hinstellen und auf deinem Rechner eine Software mit Bewegungserkennung laufen lassen. Dann kannst Du a mächsten Morgen sehen, ob Du überhaupt die Aktion veranstaltet hast.

Die andere Geschichte, ich komme ja aus einer 'Hexenfamilie' und von daher würde ich solche Erfahrungen mit 'Geistern' nicht so pauschal in das Reich der Spinnerei verweisen. Es gibt Leute, die an einem Ort festhängende Seelen verstorbener loslösen können, damit sie 'in den Himmel' können.

Es könnte aber auch deine alte Seite sein, die dein Hirn/Unterbewustsein dir in den Weg projiziert hat.

Spannend.

Smile Sarah

En fiddl fund Wurbln un ein Harbsch mit Schronk un Borsch...

Ayna
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dabei seit: 20.12.2011

Hallo Sarah, danke für deine Post!

Die Kameraidee hatten schon meine Söhne, aber ehrlich gesagt, will ich nicht wirklich wissen, was ich oder was auch immer nachts so treibe. Wer weiss, was ich da zu sehen bekomme! Das würde mich sehr an "Paranormal Activities" erinnern. Übersinnliche Erlebnisse hatte ich schon häufiger in meinem Leben. Sowas passiert doch öfters. Das hat nichts mit dran glauben zu tun, sie waren einfach da. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass ich ein Faible für Horrorfilme habe? Jedenfalls kann es auch außerhalb der Geisterstunde "spuken". Ich denke eher, das ist mein alter Ego, muss ich mich mit auseinandersetzen. Mal schauen, was dabei rauskommt.

vlg,  ;)  Ayna

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Ayna
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dabei seit: 20.12.2011

 

Nur ein schlechtes Gewissen ist ein gutes Gewissen!“

Andreas Rebers, Kabarettist

Meine Söhne hatten mir zum Geburtstag einen Gutschein über einen „Kabarettabend mit meinen Söhnen“ geschenkt. Am neunten November war es dann soweit. Andreas Rebers Auftritt in Bonn im Pantheon, gegenüber vom alten Bundeskanzleramt, war unser Ziel. Um zwanzig Uhr sollte es losgehen. Ich holte also meine Söhne um sechs zu Hause ab, um einigermaßen pünktlich da zu sein. Auf dem Hinweg auf der Autobahn gab es mehrfach Staus, zähfließenden Verkehr, so dass wir erst gegen zwanzig vor acht da waren. Wir parkten hinter dem „Haus der Geschichte“. Schnell noch eine Kippe auf dem Fussweg. Vor dem Pantheon standen nur zwei Personen. Nichts los hier? Im Gegenteil. Als wir hereinkamen war es im Foyer gerammelt voll. Ich gab meine Jacke an der Garderobe ab. Ich wollte schließlich auch gesehen werden! Schwarze Schuhe, weiße Stulpen, schwarze Strumpfhose, weißer Rock, dunkelbraun-orange geringelter Strickpulli, strahlend blaue Fingernägel. Ich kam mir vor, wie ein Karussell. Dann im Theater selbst angekommen mussten wir feststellen, dass alles brechend voll war. Mich sprach eine junge Dame an, mit wievielen Personen wir hier seien. „Drei!“ sagte ich. Sie schien gar nicht zu bemerken, dass ich eine Transe bin. Dann führte sie uns durch die Menschen, ich in der Menge badend auf die andere Seite  und wies dort auf drei noch freie Stühle am äußersten linken Rand der Bühne. Meine Güte, wie unaufgeregt. Es war alles so normal wie noch was! Ich saß zwar ganz links, genoss dadurch jedoch  beste Aussicht auf die Bühne. Andreas Rebers saß hinter seinem e-Piano in etwa viereinhalb Metern Entfernung von mir, ich konnte alles sehen! Zu Beginn begrüßte er das Publikum: „Liebe Brüderinnen und Brüder, ich bin gekommen, euch die Verkündigung zu bringen.“ Das tat er dann auch. Mit einer Unterbrechung von etwa fünfzehn Minuten, brachte er uns bis um dreiundzwanzig Uhr zum Lachen und Nachdenken. Ein sehr intensives Programm, fantastisch vorgetragen. Max, Jonathan und ich tat fast schon vor Lachen der Bauch weh. Gegen Ende ließ unsere Konzentration nach, so dass wir einige Gags gar nicht mehr mitbekamen. Andreas Rebers war immer noch hochkonzentriert, und feuerte weiter seine kabarettistischen Gedanken ins Publikum. Grandios!  Mein erstes Kabaretterlebnis als Frau! Ich fiel gar nicht weiter auf. Während der Pause, meine Söhne holten Getränke an der Bar, drängten sich einige Zuschauer an mir vorbei, ich klappte die Beine weg, wurde freundlich angelächelt. Nach dem Auftritt leerte sich der Saal nur sehr zäh. Alles schob zum einzigen Ausgang. Hoffentlich bricht kein Feuer aus. Dann noch einmal Schlange stehen an der Garderobe. Ich fiel immer noch nicht sonderlich auf. Ich sagte zu meinen Söhnen: „Guckt ja irgendwie gar keiner!“ „Du siehst ja auch sehr weiblich aus!“ sagte mein Ältester zu mir. Oh, danke für das Kompliment! So endete der Abend zu Hause um halb eins dann doch ziemlich spät. Hat lange gedauert, war dann aber leider doch zu Ende.

Jezz lauf ich draußen so rum, wie ich früher dachte massiv damit aufzufallen, und das Gegenteil tritt ein. Ich glaube, ich habe mich endlich selbst gefunden und kann in der Unauffälligkeit versinken. Eine tolle Idee von meinen Söhnen, wunderbares Geschenk und ein unvergesslicher Abend. Damit das so bleibt, habe ich es für mich aufgeschrieben.

(... bei YT mal nach "Andreas Rebers" suchen... )

Ayna

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Ayna
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Allerheiligenkirmes in Soest, 11. November 2012

Am Sonntagnachmittag fahr ich mit Barbara, Uwe und Lukas nach Soest. Die größte Innenstadtkirmes in Europa. Die Karussells stehen vor mittelalterlicher Kulisse, Kirchen und Fachwerkhäusern. Sehr pittoresk! Die Sonne scheint, es ist nicht kalt. Wir fahrn, fahrn, fahrn auf der Autobaaaan. So sitze ich, das "Karussell", auf dem Beifahrersitz neben Uwe, wir schnacken so rum. Wirklich schönes Wetter für die Kirmes. Das denken offenbar auch viele, viele andere. Seit der Abfahrt „SOEST“ von der Autobahn geht es nur noch ruckelnd voran. Richtung „Soest-Zentrum“. Ich denk, wo will er hin? Warum parkt er nicht hier, wo noch Plätze frei sind, und wir gehen den Rest zu Fuss. Sind doch nur zehn Minuten!  Weiter in der City ist natürlich alles noch voller. Gut, dass ich nicht am Steuer sitze. „Da! Ein Parkplatz!“ sage ich nach rechts zeigend. „Also wo soll ich denn nun hinfahren, zur Kirmes, auf den Parkplatz hier? Das musst du mir schon früher sagen, meine liebe Ayna!“ maßregelt er mich. Ich rechtfertige mich: „Ich kann doch erst was sagen, wenn ich einen Parkplatz gesehen habe!  -  Besser, ich schweige!“ Uwe herrscht mich an: „Und DANN will SIE nichts mehr dazu sagen!!“  -  ???  -  Ich glaube, er verwechselt mich mit seiner Frau. Naja, lustig! Ich koche innerlich!

Nachdem wir uns dann so eine gute dreiviertel Stunde durch die wirklich sehr schöne Innenstadt an der Kirmes vorbeiruckeln, hat der Albtraum endlich ein Ende: ein Parkplatz! Endlich, endlich, ich muss! Auf der Kirmes neben dem ersten Karussell auf den Klowagen. Wir müssen alle! Fünfzig Cent fürs Wasserlassen. Ich finde den Preis ganz okey, weil ich ganz schön musste! Ich geh straight on aufs Damenklo im Klowagen, bezahle meinen Obulus, verrichte meine Notdurft. Es riecht streng nach „Gyrosteller“. Alles gut! - Halt! - Gyrosteller? Ich habe eher andere Gerüche erwartet, aber Gyrosteller? Beim Verlassen des Damenklos sehe ich ES am Ende des Ganges im Klowagen: eine ziemlich übergewichtige Frau mit fettigen, dunklen Haaren, zu engem, gelben T-Shirt mit dem Aufdruck „CLEANING-TEAM“, breitbeinig auf einem Campingstuhl sitzend wie „Pascha“, einen Gyrosteller vertilgen.  Im Klowagen! Bei Durchfallgeräuschkulisse! Sachen gibts! Aber das Klo ist wirklich sauber! Ich hoffe, die Finger der Frau auch! Überraschendes Fahrgeschäft!

Obwohl die Kirmes extrem voll ist, hat sie eine tolle Atmosphäre! Jezz-Zeit-Kirmes im Mittelalter! Sie schmeckt auch wirklich sehr gut nach knusprigem Backfischbrötchen und aromatischen Bratchampignons! Eigentlich eine Sünde, aber es ist halt toll hier! Langsam geht die Sonne unter, die Lichter an. Düfte, Musik, Action, Johlen… . Tut mir leid, ich find das gut!

Ich überlege, auf der nächsten Kirmes einmal nur auf die Toilettenwagen zu gehen statt auf Karussells. Natürlich nur auf Damenklos!

Ayna    ;)

 

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Ayna
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Ayna, die erste Transe am Südpol

Vierzigster Tag. Noch zwei Tagesmärsche bis zum Pol!

Wir brachen morgens in gehobener Stimmung auf. Meine vier Begleiter mit Kapitän Scott, Leiter der Expedition, Edward Wilson, Oates und Bowers vor dem Schlitten mit der Nahrung und der Ausrüstung, ich vor meinem Schlitten mit der Garderobe, dem Schminktäschchen und dem Schuhschrank. Zum Frühstück schnitt mir einer meiner Kameraden wie üblich mein Frühstückspemmikan klein. Ich aß zur Zeit immer etwas weniger, da ich Diät machte. Da wir wohl morgen den Südpol erreichen würden, legten wir noch ein Depot an, in das ich die Badesachen, Abendkleider, und das sportliche Outfit legte. Zum Pol wollte ich mit meinem Kleid aus Segeltuch, welches durch den Schlittenhund, den ich mir um den Hals legte, eine gewisse Eleganz ausstrahlte. Es passt farblich am besten zu der weißen Umgebung.  Dazu die Pumps mit Eskimomuster. Sie erwiesen sich nach ein paar Meilen als ungeeignet auf der Eisoberfläche, so dass ich die Spikes unterschnallen musste. Das morgendliche Schminken nahm wie immer am meisten Zeit in Anspruch, da die Schminke erst von minus fünfundzwanzig Grad am Körper auf Temperatur gebracht werden musste. Aufgetragen im Gesicht gefror sie sofort wieder, so dass ich einen Augenblick abpassen musste, in dem ich nett aussah. Die anderen schlugen derweil das Lager ab. Ausgerechnet heute habe ich mich bei der Lippenstiftfarbe vergriffen. Meine Kameraden trösteten mich damit, dass mich hier auf dem Polarplateau doch sowieso keiner kennen würde. Ich weiß nicht, warum sie so sicher waren, aber zum Glück sind wir auch niemandem begegnet.

Vorgestern hatte ich mir beim Umziehen einen Fingernagel abgebrochen. Ich bat daher meine Begleiter mich mit einer Pistole auf dem Weg zurückzulassen. Sie bestanden jedoch darauf, dass ich so weit wie eben möglich mitkommen sollte. Widerwillig willigte ich ein. Ich wollte für sie nicht zur Belastung werden. Meine kleine Blase an der rechten Ferse war das Hauptgesprächsthema. Meine „Männer“ sorgten sich sehr um mich, was mich die Entbehrungen der Expedition einigermaßen ertragen ließen. Ich hatte ganz andere Probleme. Welchen Nagellack lege ich für den Pol auf, wie bekomme ich den kleinen Fleck an meinem Hut weg, und: werden wir Norwegern begegnen? Ich übte den koketten Augenaufschlag, da ich kein norwegisch sprechen konnte. Das war gar nicht so leicht mit gefrorenen Augenbrauen.

Abends schlugen die Männer das Lager auf, während ich mich abschminkte. Es wurde deutlich kälter, der Schminkspiegel  beschlug in kurzer Zeit mit einer Eisschicht. Lästig diese dauernde kratzen. Wer von euch schon einmal am Südpol war, weiss wovon ich spreche. Beim Zeltaufschlagen stellten die Männer fest, dass mein Kopfkissen vom Ausrüstungsschlitten gefallen sein musste. So gingen Oates und Wilson nochmal zurück, um es zu holen. Nach etwa sechs Stunden waren sie zurück. Völlig durchgefroren weckten sie mich vorsichtig in meinem Zelt. Ich schenkte ihnen zum Dank eine Tüte Gummibärchen und schlief daraufhin mit Kopfkissen weiter. Morgen zum Pol! Das ich das geschafft habe, ich kann es selbst noch gar nicht glauben! Hoffentlich bin ich die Erste! In dieser Nacht träumte ich von einem feschen Norweger, der sich in mich verliebte! Meine Begleiter taten solches nicht, es hätte nur Stress und Eifersucht gegeben. Vielleicht gebe ich ihm meine Handynummer. Mal sehen.

;) Ayna

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Ayna
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Wichtiges zu meiner „Frauwerdung“

Als ich gestern aus dem Supermarkt kam und zu meinem Auto auf dem Parkplatz ging, sah ich plötzlich meine Ex. Sie wollte offenbar in den Getränkemarkt. Für einen Augenblick sahen wir uns in die Augen. Es sah so aus, als freute sie sich mich zu sehen. Sie weiß, wie ich als Frau aussehe. Als ich registrierte daß SIE es war, drehte sie sich um und steuerte zielstrebig auf den Markt zu. Ich rief noch zweimal ihren Namen, aber sie tat so, als hörte sie mich nicht. Solches Verhalten habe ich früher bei ihr als ihre unnahbare Stärke empfunden. Zuerst kam mein „altes“ Verhaltensmuster hoch: ich fühlte mich gedemütigt, sollte wohl hinter ihr herlaufen, war echt konsterniert. Es wich aber schnell meinem „neuen“ Verhalten: ich stieg in mein Auto und fuhr nach Hause. Ich bin nicht hinter ihr hergelaufen, habe nicht mehr auf sie gewartet, oder einen Zettel ans Auto geheftet: „Warum ignorierst du mich?“ Bin nach Hause gefahren. Ich bin eben jezz Ayna! Und habe meinen Stolz!

Sie tut mir leid. Das war der dritte Versuch in sechs Monaten, Kontakt zu ihr aufzunehmen, nachdem wir jezz zweieinhalb Jahre getrennt sind. Mich auszublenden wird für sie heißen, die zwanzig Jahre zu verdrängen, in denen wir uns geliebt haben. Somit einen großen Teil ihres eigenen Lebens.

Ayna weiß aber eins genau, und deswegen gebe ich die Hoffnung noch nicht auf: Sie kann vielleicht vor mir weglaufen, aber nicht vor sich selber! Sie wird sich stellen müssen, sonst hat sie ein Riesenproblem! Wer wüsste das besser als ich selbst?

Denn was soll ich später meinen Enkeln sagen, wenn die mich fragen, warum Oma nichts mit mir zu tun haben will? „Ich weiß es nicht, fragt eure Oma!“ Das kann es doch echt nicht sein!

Erst dachte ich: Mein persönlicher Südpol! Eine furchtbare Enttäuschung! Aber es stimmte nicht! Er zeigt mir, wozu Ayna fähig ist! Und dass ich es endlich selbst bin!

:star:  Ayna

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