Verfolgtwerden beim Einkaufen

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Maike
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dabei seit: 21.05.2004

Hallo an die geneigte Leserschaft,

hat jemand von euch schon mal die Erfahrung gemacht, beim Einkaufen verfolgt zu werden? Bevor ihr mich aber für paranoid haltet, lest selbst:
Hatte gestern beschlossen, bei dem schönen Wetter einen Einkaufsbummel durch Bonn zu machen.
Ja ich gebe zu, vielleicht war der Rock etwas zu kurz, aber dafür waren die Schuhe schön flach, wenn auch weniger geeignet einen 100-m-Lauf zu gewinnen. Aber dies dürfte sicher kein Grund dafür gewesen sein, daß sich eine mir unbekannte Person an meine Fersen geheftet hat und mich selbst in einem Geschäft nur für Damenoberbekleidung durch seine Anwesenheit beglückt hat. Allerdings waren bei einem Dessousgeschäft seine Hemmungen so groß, daß er es taktvoll vorzog, draußen auf mich zu warten, um dann seine Verfolgung wieder aufzunehmen.

Ich habe ihn die ganze Zeit ignoriert und ihn keines Blickes gewürdigt. Zwischendurch versuchte er meine Aufmerksamkeit zu erregen, in dem sehr dicht hinter mir vorbeiging und mir dann mir irgend etwas Unverständliches zuraunte. Sprache und Aussehen ließen darauf schließen, daß dieser Herr aus einem eher südländischen Kulturkreis stammte. Irgendwann hat er dann anscheinend eingesehen, daß es keinen Zweck hatte, weiter wie ein Hund hinter seinem Herrchen herzulaufen und ist einfach verschwunden.

Ich habe mich aber trotzdem sehr über diese Person geärgert, da sie es geschafft hat, meine Aufmerksamkeit so stark zu beanspruchen und ich mir auch verschiedene Szenarien überlegt hatte, wie ich ihn am elegantesten loswerden könnte. Wie würdet ihr denn mit dieser Situation umgehen?

n/v
Monika-Tersch
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dabei seit: 26.10.2005

Hallo Maike,

ich weiß nicht wie ich reagieren würde, ich bin ja noch nicht soooo lange en femme unterwegs und ganz allein war ich auch noch nicht in der Stadt unterwegs.
Aber es ist sicherlich unangenehm, obwohl so lange die Stadt noch voll ist, geht es ja noch.
Vielleicht muss man es auch als Kompliment sehen, das Deine Erscheinung einfach Klasse war (was sie ja immer ist Laughing out loud )

Man sollte sich wahrscheinlich nichts draus machen und cool drauf reagieren. (kann ich aber auch (noch) nicht)

Dir einen Lieben Gruß

Moni

__________hier ist mein Beitrag zu Ende__________

pendolina
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dabei seit: 18.07.2005

Im Januar dieses Jahres war ich für eine Woche in München auf der Messe. Mein Hotel lag ausserhalb in Neubiberg. Jeden Abend bin ich mit S- und U-Bahn in die Stadt gefahren. Vielen Dank an alle neuen Bekannten für die Treffen.

An einem Abend auf der Heimkehr hatte ich auf dem Bahnhof Giesing keinen direkten Anschluss mit der S-Bahn und musste gegen Mitternacht ca. 20 Minuten warten. Als ich den Fahrplanaushang studierte, stellte sich ein Mann neben mich und hat mich eingehend gemustert und nicht den Fahrplan studiert. Als ich feststellte, dass es doch noch einige Zeit dauern würde und ich doch mit Stifeletten mit 10cm-Absatz unterwegs war, habe ich mich auf eine Bank gesetzt, diese war zwar etwas entfernter. Der Mann ist mir gefolgt, hat sich ca. 3 m entfernt aufgestellt und mich dauernd angestarrt. Als ich ihn fragte was er wolle, stellte er die Gegenfrage, was es mit mir koste? Ich erklärte ihm, dass ich nicht käuflich sei. Trotzdem starrte er mich unverwandt weiter an. Dies ist schon ein komisches Gefühl, auch wenn ich keine Angst hatte, weil auf dem Bahnsteig noch andere Leute waren. (Ob die bei einem Vorfall jedoch geholfen hätten, ist ja eine andere Frage.)

Ich habe mich dann doch wieder unter die wartenden Leute gemischt. Der Mann ist dann in den gleichen Zug eingestiegen wie ich. Ich habe dann eine andere Türe gewählt und mich zu einer Dame in Abteil gesetzt, obwohl es noch viele freie Abteile gab. Der Mann setzte sich in Sichtweite, glücklicherweise in Fahrtrichtung mit dem Rücken zu mir. Erleichtert stellte ich beim Aussteigen fest, dass der Mann weiterfuhr.

Obwohl ich oft als Frau unterwegs bin, muss ich doch sagen, dass kaum Probleme hatte. Ich kenne kein Geschäft oder Restaurant, wo ich nicht willkommen gewesen wäre. In den allermeisten Fällen werde ich sehr zuvorkommend bedient. Dazu ist aber auch noch zu sagen, dass ich als Frau gar nicht auffallen möchte, sondern es einfach geniesse.

liebe Grüsse
pendy

Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

pendolina schrieb:
... hat sich ca. 3 m entfernt aufgestellt und mich dauernd angestarrt. Als ich ihn fragte was er wolle, stellte er die Gegenfrage, was es mit mir koste?

Tzz... Shock ..sehr charmanter Zeitgenosse.

Natürlichkeit ist langweilig    

Beate_R
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dabei seit: 03.02.2005

Andere Frage: passiert sowas eigentlich auch Bio-Frauen?

Viele liebe Grüße

Beate 

Renate-TG
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dabei seit: 08.01.2007

Hallo Maike,

das mit der Verfolgung ist mir gestern auch gleich zweimal passiert. Zugegeben, es war schon am späten Abend, wo man schon eher mit sowas rechnen muss.

Ich kam von einem Treffen in Düsseldorf. Da es noch nicht so spät war, wollte ich hier in Krefeld noch in eine Kneipe, um noch eine Cola zu trinken. Am Bahnhof wurde ich ganz dreist von einem Mann verfolgt. Als ich meinen Schritt soweit verlangsamt hatte, dass er an mir vorbeiziehen mußte, machte ich kehrt, und lief in der anderen Richtung weiter. Nach 20 m drehte ich mich um, und er war wieder hinter mir. Glücklicherweise habe ich ihn dann in der Einkaufsstraße abhängen können.

Und auf dem Rückweg fragte mich ein Mann im vorbeigehen, ob alles klar sei. Ich antwortete "Klar doch". Als ich mich nach einigen Metern umdrehte, hatte mich auch dieser Mann verfolgt. Ich fuhr ihn an, was denn das solle. Als er mir dann ins Gesicht sah und meine Stimme hörte, erschrak er: "Das ist ja ein Mann!"

Angst hatte ich bei beiden Begebenheiten eigentlich keine. Dennoch ist das schon ein blödes Gefühl, verfolgt zu werden. Und ich kann Bio-Frauen verstehen, wenn sie in der Dunkelheit nicht mehr alleine raus gehen. Denn zumindest im zweiten Fall wurde ich ja mit einer Bio-Frau verwechselt.

Liebe Grüße
Renate

n/v
Gast
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Mir ist das vor ein paar Jahren mal in der Kölner Innenstadt passiert. 2 junge Männer hatten festgestellt das da ein "verkleideter" Mann durch di Fußgängerzone ging. Die beiden waren so ca. 18 Jahre und wahrscheinlich auch leicht angetrunken, wodurch ihre Zunge auch entsprechend locker war um ständig lautstarke und vermeintlich dumme Sprüche über Transen und Schwanzfrauen unters Volk zu streuen. Das war schon ziemlich peinlich.
Das schönste war jedoch, das die beiden durch ihr Gebrülle die Aufmerksamkeit von 2 Streifenpolizisten erregt hatten, die dem Spuk damit beendeten, das sie sich von den Idioten die Ausweise zeigen ließen. Danach hatte ich meinen Vorsprung weit genug ausgebaut um Ihnen zu entkommen.

jean-simone
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dabei seit: 26.09.2006

Hallo

ist doch nett wenn wir als Frauen auch die Männer anziehen - biologisch ja vollkommen normal.

Weglaufen ? Geht doch eh nicht wirklich. Also besser an belebter Stelle stehen bleiben und nachfragen. Manchmal erledigen sich Dinge dann auch von allein.

Jean / Jeanette

Gast
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Hallo ihr Lieben.

Vor ein paar Jahren passierte mir mal etwas in dieser Art.

Ich ging recht spät nach draußen und war eigentlich froh, dass kaum jemand auf der Straße war. Grund: zu der Zeit trug ich noch einen Oberlippenbart und meine neuen Pumps hatten Metallabsatz. Das Klackern drang also recht gut durch die Häuserschluchten.
Ich ging also durch die Straßen und sah von weitem (vielleicht 100 Meter) einen Passanten auf meiner Straßenseite. Um nicht direkt dem Passanten begegnen zu müssen, wechselte ich die Straßenseite. Blöd, denn er machte das gleiche. Was tat ich also? Richtig, wieder auf die andere Seite. Der Typ auch! Es war offensichtlich, er wollte mir direkt begegnen, hatter er doch keine Ahnung,was da auf ihn zukam Tongue

Jetzt ging ich mit etwas schnellerem Schritt einen kleinen Weg rein, in der Hoffnung... Genau, war nix mit der Hoffnung. Ich wollte aber keine direkte Konfrontation und ging einfach in einen Hauseingang rein. Zum Glück ging der "Verfolger" weiter und meine Herzfrequenz konnte sich wieder runterschrauben.

Fazit: Schnauzer ab - keine Straßenseite wechseln - Kopf hoch und durch. Selbstsicherheit bringt bestimmt am meisten.

Schönen Feiertag wünsche ich!

Gruß

Tanja

christineb
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dabei seit: 06.08.2005

Huhu,

also zu Verfolgern kann ich nichts sagen (also nicht, daß ich wüßte...) Aber:

Gestern bin ich gegen Abend auf die Reeperbahn gefahren, um mit einer lieben Freundin einen Snack zu nehmen. Auf dem Weg zum treffen kamen mir zwei Russen entgegen, die schon ne komische Bemerkung ließen, auf dem Rückweg war noch so ne Bemerkung fällig, aber das "schönste" war der "südländische" Taxifahrer (weil ich keine Lust auf nochmehr Bemerkungen oder angaffen in der Ubahn hatte).

Der Typ war so Hin und weg von mir, daß er irgendwann nach etlichen Bemerkungen über meine "Schönheit" und diversen Schlangenlinien vom dauernden rüberschielen das Taxameter ausgemacht hat und, als wir kurz hinter der "gefakten" Haustür angekommen waren sogar seine Schicht beenden wollte um mit mir gleich hochzukommen Laughing out loud

Ich habe ihn dann sein Geld gegeben, noch 50 Cent draufgeschlagen und mich höflich verabschiedet...

Keine Ahnung, was der in mir gesehen hat, aber es war (noch) eine positiv/lustige Begegnung der dritten Art... Wenn auch kurz vor dem Umschlagen ins peinliche/negative

LG
Chrissi

Lenu
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dabei seit: 23.01.2007

HuHu, Hallo Ihr Lieben,

Erfahrungen dieser Art sind nicht neu und sie werden nicht nur von unsereins, sondern auch von Biofrauen gemacht. Die Erfahrungen zeigen uns aber, dass ein Ausweichen (also schneller gehen, Straßenseite wechseln usw.) nur ein Zeichen von Schwäche ist, Angst signalisiert und unser "gegenüber" noch mutiger oder noch dreister werden läßt. Jede Begegnung dieser Art ist individuell verschieden und muss immer im Einzelfall bewertet werden. Kriminalpolizeiliche Beratungsstellen empfehlen hier auch eine Signalpfeife (Trillerpfeife) mitzunehmen, wenn einem einer zu nahe kommt. Eigenprävention ist daher wichtig, wie z. B. nachts keine zu hohen Absätze und keine zu kurzen Röcke.

Kommt gut durch die Nacht, Eure Lenu