Ts kennen lernen

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Fumiko
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dabei seit: 03.06.2013

Da gibt es einen ganzen Schwall an Gründen und ein wenig muss ich hoffen, dass es gut geht.

Da hätten wir einmal Ärztinnen und Ärzte über die Grenzen von Bundesländern hinweg, bei denen im Gespräch einfach deutlich wurde, dass sie mehr über mich wussten, als sie hätten wissen dürfen. Ich habe mittlerweile mein Vertrauen einfach verloren und möchte mich nicht bei Menschen unters Messer legen, für die eine Rechtsvorschrift und ethisch-moralische Notwendigkeit, für die die ärztliche Schweigepflicht einfach keine Rolle mehr zu spielen scheint. Insbesondere nicht wenn es um den Genitalbereich geht.

Dann war da noch eine Richterin (Rätzlaff), die sich im Verfahren nach TSG einfach viel zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte. Die Verknüpfung von Dingen, die nicht zusammengehörten, riecht verdächtig nach Rechtsbeugung. Da recherchiere ich mal. Dann gab es noch diesen Druck, der auf mich ausgeübt wurde, was die Zeugungsunfähigkeit betrifft. Zwar wollte ich es damals auch eher nicht anders, aber dennoch geht es SO schon mal gar nicht nach den Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts. Sowas kann ich auch einfach nicht auf mir sitzen lassen - Unrecht bleibt Unrecht. Sowas macht mein streitbarer Charakter auf Dauer nicht mit - selbst dann nicht, wenn ich es mir wünsche. Es geht einfach nicht.

Dann habe ich den in früher Kindheit durch meine eigenen Eltern erlittenen sexuellen Missbrauch immer weiter verarbeitet und bin dadurch an einen Punkt gelangt, an dem ich es zumindest ganz gut aushalten kann, einen männlichen Körper zu haben. Ich gehe davon aus, dass sich die bisherige Tendenz in diese Richtung weiter fortsetzen wird, auch wenn da mehr zu verarbeiten ist als ich eigentlich dachte - das ist bei dem Thema ja nicht ungewöhnlich.

Von der Hormonersatztherapie wurde ich immer dusseliger. So habe ich zwar mehr Sympathiepunkte bekommen - aber was ich auch tue, etwas darf dabei nicht geschehen, und zwar dass ich geistig abbaue.

Ich gehe davon aus, dass ich zwar eine große Sehnsucht nach Weiblichkeit habe, auch jetzt noch solcher bei mir selbst, es aber besser ist, diese eben durch eine enge Beziehung mit einer Frau zu stillen.

Sobald die Vergangenheit durchschimmert wird man meist wie ein Mensch dritter Klasse behandelt und mir taten viele schon leid, die das schon gar nicht mehr merkten - ich selbst kann nicht derartig viel ausblenden und/oder verdrehen.

Auch habe ich nicht mehr die geringste Lust, mich von unseren charmanten Mitbürgern mit Migrationshintergrund beschimpfen und bedrohen zu lassen. Wann immer man an einem von diesen Arschloch-Kümmeltürken (und wer sie alle sind) vorbeigeht, muss man sich nach meinem Geschmack zu viel gefallen lassen. Es ist einfach nur noch widerwärtig. Um Belehrungen vorzubeugen sei noch das Folgende erwähnt: Ich sage nicht, dass alle so sind. Mir sind auch sehr viele sehr nette begegnet, auch Transfrauen. Immer wieder gab es auch sehr herzliche Begegnungen und lustige Zeiten, schon mit Freunden in der Schulzeit. Meine Erfahrung ist aber, dass es besonders laut und heftig wird, wenn die Diskriminierungen und Beleidigungen auf offener Straße von Menschen dieser Art kommen, und die Hemmschwelle scheint mir bei ihnen niedriger zu sein. Selbst auf einer Demo, auf der ich mit der Linken war, rief einer von ihnen vom Straßenrand "Transen raus!" Es reicht einfach. Ich habe außerdem den Eindruck, dass Menschen wie die für unsere Form von (Un-)Rechtsstaat tatsächlich mittlerweile nennenswert gefährlich sind. Entschuldigt den langen Absatz - gerade gestern war es wieder soweit. An einer Hausecke stand einer, zeigte auf seinen Freund und meinte, dass er mich gut findet und gerne mal in den Arsch ficken würde. Verdammt, da wird mir langsam kotzübel. Man sollte sie ausfliegen und ihre dreckigen Kamele ficken lassen, verdammt nochmal. Ich hoffe, ihr könnt verstehen, dass dieser Text sozusagen in "nachträglichem Affekt" entsteht und nichts mit meinen Einstellungen zu tun hat, sondern vielmehr mit erhöhten Adrenalin-, Noradrenalin- und Testosteronwerten. Smile Ich habe gegen Nazis demonstriert, war in eine türkische Transfrau verliebt und wünsche mir nichts sehnlicher, als dass Nationalität, Geschlecht und was auch immer keine so große Rolle spielt und die Menschen einfach gut miteinander auskommen - und muss mir von diesen Möchtegern-Ghettocheckern eine derartig widerwärtige Scheiße anhören? Nein, mir reicht's wirklich.

Auch möchte ich einfach längere Zeit nichts künstlich zuführen müssen und einfach nur gesund leben mit dem, was ich eben habe.

Ein weiterer Faktor, der zu dieser Entscheidung beigetragen hat, war und ist die Erinnerung daran, dass für mich trotz aller Schwierigkeiten (und Beleidigungen auf offener Straße) die Zeit am schönsten war, in der meine Weiblichkeit noch weniger selbstverständlich war als nach VÄ und PÄ und mit HET. Ich glaube, bei mir wäre die Luft raus, wenn das Ziel erreicht wäre - und das will ich nicht. Dann will ich lieber hin und wieder darunter leiden, dass ich nicht so schön, lieblich, souverän feminin oder was auch immer sein kann wie vor allem meine Freundin (ich hoffe mal und gehe davon aus, dass ich bald eine Frau zum Anhimmeln und Liebhaben an meiner Seite haben werde Smile ).

Avi
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dabei seit: 05.05.2008

Respekt Fumiko, dass Du hier nicht einer gewissen Eigendynamik erliegst sondern konsequent DEINEN Weg gehst.

Ich wünsche Dir alles Glück dieser Erde.

Sky is no Limit

kaninchen
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dabei seit: 26.12.2012

wenn das für dich das richtige ist, dann wird es so sein.

nur hoffentlich änderst du in ein paar jahren deine meinung nicht....es wird dann sicher schwieriger.

 

die erste zeit ist immer scheisse...da geht es jeder kacke....es ist hart,...aber irgendwann wird es besser....je mehr das passing stimmt...

 

deine identität solltest du nnicht ändern für jemand anders....das wäre übelst....und glücklich wirst du so auch nicht...

 

 

Andrea_K
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dabei seit: 29.11.2011

Ich finde es erfrischend mal von einer Detransition zu lesen und Du hast meinen vollen Respekt für Deine Entscheidung! Chapeau und alles Gute auf Deinem weiteren Weg!

Fumiko
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dabei seit: 03.06.2013

Vielen Dank für die Zusprüche! Ich hoffe alles geht gut.

@kaninchen: Die würde ich auch nur für mich ändern, nicht für jemand anderen. Wenn ich mich dazu entschließe, kann aber jemand mitreden, der mir sehr nahe steht - so jemanden gibt es aber momentan nicht. Ich bin hier ganz allein und mittlerweile denke ich, dass es so auch am besten ist. Ich bin in letzter Zeit ausschließlich enttäuscht worden. Nun kümmere ich mich erstmal in Ruhe um die Detransition.

kaninchen
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dabei seit: 26.12.2012

meine erfahrung ist, dass ich nieeee wieder jemand mitbeschlließen lasse, wie ich mein leben gestalte.

da bin ich ziemlich egoistisch geworden, da auch oft enttäuscht. aber das ist nicht schlimm. im nachhinein geht es mir besser, wenn man egoistisch ist.

 

 

stell dir vor, du trennst dich irgendwann, und dann wirst du dich tot ärgern, dass du dein leben ausgerichtet hast nach einer anderen person. oder sie mitbestimmen lässt. das wär das dümmste was man tun kann.

ich will und kann dich weder belehren, aber denke darüber nach.  nichts hält für ewig , ausser die beziehung zu dir selber. mit dir musst du ständig versuchen auszukommen. 

der partner sollte sich nach dir richten ( ist meine meinung.  ich bin egoistisch geworden mit der zeit. früher hab ich mein leben nach dem partner gelebt...seit jahren ist schluss damit!  zwar kann dies zur beendigung einer beziehung führen, aber was ist wichtiger????  das man einigermaßen zufrieden ist oder dass man den partner hält (  und alles nur aus angst vorm alleinsein...)

 

ich hatte früher starke angst alleine zusein. dank einer trennung ,die mich jahre gekostet hat darüber wegzukommen,  bin ich jetzt gerne alleine!  und hab kein problem es auch zukünftig zu sein. wenn ein mann was von mir will ( beziehungsmäßig) , muss er sich fügen. wenn nicht,...ciaoo

 

 

 

 

 

Fumiko
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dabei seit: 03.06.2013

Ich mag es gerne, wenn jemand sich in Maßen einmischt. Wenn es liebevoll geschieht, dann ist es die schönste Form der Zuwendung, die ich kenne.

Was die Identität betrifft, so würde ich ja auch nicht allein auf mein Gegenüber bauen. Ich würde meine jetzige Identität nur Ablegen, wenn ich das wirklich will. Dann könnt eine Partnerin aber den Zeitpunkt mitbestimmen - so lässt sich etwas Schönes für die Beziehung damit verbinden, und das ist nur eine Möglichkeit.

Was den Namen betrifft, so würde ich ja nur einen nehmen, den ich selbst auch wirklich mag. Wenn sie dann mit darüber entscheidiede, dann verbände er mich mit ihr und auch nach einer eventuellen Trennung (sowas möchte ich am liebsten gar nicht mehr erleben und als nächstes eine Beziehung für den Rest meines Lebens führen, aber der Wunsch und Wille und meine Strickart allein sind dafür ja keine Garantie) könnte ich den Namen noch lieber haben als so schon, weil er mit einem Menschen in Verbindun stünde, mit dem ich einmal eins war. So der Idealfall. Es kann natürlich auch sein, dass es Krach gibt - in dem Fall könnte es schwierig werden mit meiner Akzeptanz für meinen eigenen Vornamen. Ich könnte aber irgendwann sicherlich an die guten Zeiten zurückdenken und meinen Namen so wieder besonders lieb haben, wie einst sie.

Fumiko
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dabei seit: 03.06.2013

Seht Euch vor, was Victorias Gesuch betrifft! Es handelt sich um Verarschung!

Victoria1 EX
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Ehemaliges Mitgllied
dabei seit: 14.10.2012

Oh Fumiko also echt. Übertreib halt mal voll ... Nur weil wir nicht harmonieren ist das doch nicht der Weltuntergang.

Dani
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dabei seit: 11.10.2011

@Fumiko

Respekt! Für Deine Selbsterkenntnis und Deine neuen Schritte - finde ich wirklich klasse.. wenn die Transition nur weh tut, soll man sie lassen, m.E. macht es gar keinen Sinn gegen diese Flut stur zu kämpfen, geh mit dem was sich für Dich gut und richtig anfühlt.. es hat einen Grund, warum sich bei best. Entscheidungen das Leben einfach Sch.. anfühlt.. das darf man nicht mißachten, folge diesen Winks.. und dieses Gefühl wird ja nicht nur von Innen bestimmt, sondern wenn wir an äußerlichen Dingen arbeiten, ist die Resonanz von Außen auch extrem wichtig um das Zusammenspiel von Innen und Außen zu echter, innerer Zufriedenheit abzurunden. 

lg Dani

 

Das Leben meistert man lächelnd,

oder überhaupt nicht.