Zivildienst im Lebenslauf

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Sarah-HL
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dabei seit: 01.06.2012

Moin,

das war wohl mal im offline-Forum ein Topic, wie gehe ich am besten bei Bewerbungen mit dem Thema Zivildienst um?

Feiwilliges soziales Jahr? Oder doch stumpf den Zivildienst erwähnen?

Ich hab kein Problem mit meiner Geschichte, aber ich will das ganze Zeug schon einigermaßen plausibel haben.

Habt einen schönen Wochenstart.

Smile Sarah

En fiddl fund Wurbln un ein Harbsch mit Schronk un Borsch...

Andrea_K
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dabei seit: 29.11.2011

Ich werde, sollte ich mich bewerben, den Zeitraum leer lassen. Beim Bewerbungsgespräch selber erwähne ich das gerne, aber ich möchte so eine Unstimmigkeit nicht bereits im Bewerbungsschreiben haben, was meine Chancen eingeladen zu werden erst einmal schmälert. Im Gespräch kann so etwas viel besser eingepflochten werden, da ich davon ausgehe, dass TS dann ggf. auch Thema sein könnte.

Minolfa
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dabei seit: 06.12.2007

Ich hatte mich knapp zwei Jahre nach der Vornamensänderung erfolgreich auf eine neue Stelle beworben, und da sicherheitshalber in den schriftlichen Unterlagen keinerlei Hinweis auf TS gegeben. Auf Nachfragen beim Vorstellungsgespräch hatte ich mich gut vorbereitet, aber es kamen dann keine. Nun bin ich Ü40 und konnte mich raustricksen, indem ich die Lücke (Bundeswehr) kaschierte: Ich gab nur Jahreszahlen an, keine Monatsangaben. Das geht natürlich nicht bei jungen Absolventen, die noch kaum was im Lebenslauf auflisten können.

Es soll mit Verweis auf das Offenbarungsverbot möglich sein, sich die Zivildienstbescheinigung in eine Bescheinigung für ein freiwilliges Jahr umschreiben zu lassen. Dies aber ohne Gewähr, ich habe das nur über viele Ecken gehört. Eigenmächtige Falschangaben sollte man jedenfalls vermeiden: Wenn sowas auffliegt, ist das ein fristloser Kündigungsgrund.

Micha.Anna
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dabei seit: 18.03.2006

Andrea_K schrieb:

Ich werde, sollte ich mich bewerben, den Zeitraum leer lassen.

Das ist keine gute Idee. Ich hab selbst schon Bewerbungen und Bewerber gesichtet und eingestellt, meine Erfahrung war, dass Lücken zusammen mit anderen Anzeichen schon ein Hinweis darauf waren, ich hätte die betreffende Person nicht einstellen sollen. Im Lauf der Zeit hab ich so gelernt, einen Bewerber dann nicht einzuladen, es sei denn der war besonders qualifiziert. Oder eben, bei mehreren gleich qualifizierten, die ohne Lücken einzuladen.

Die anderen Anzeichen waren dann (mehrere) abgebrochene Ausbildungen, Beschäftigungen unter 18 Monaten, mehrere kurzzeitige Anstellungen (so um die 6 Monate).

Ich hab auch mit Personalvermittlern zusammengearbeitet, die haben mir dann solche Bewerbungen nur unter Vorbehalt ("normalerweise sortier ich sowas ja aus, aber vielleicht...") oder gar nicht vorgelegt, und dann, falls es zu Gesprächen kam, bei den Bewerbern extrem auf andere Indikatoren geachtet. ("der hatte aber feuchte Hände," oder, "so schlank wie der/die ist, da ist was faul, da würd ich auf xxx-Probleme tippen").

Bei Brüchen wird schon genauer geschaut, ob die Richtungsänderungen nachvollziehbar waren, oder zum Anforderungsprofil der Stelle passten.

Sorry dafür, ist aber  leider Fakt, dass so verfahren wird, wenn qualifizierte Mitarbeiter gesucht werden.

Minolfa's Hinweis auf ein anders formuliertes Zeugnis ist natürlich hilfreich, da sollte es sicher möglich sein, nach Vornamensänderung ein Zeugnis auf Mitarbeit irgendeiner Art in der betreffenden Einrichtung zu erhalten. Ich kenne zumindest eine Herr Leutnant, die nach erfolgter Namensänderung ein Zeugnis auf ein paar Jahre Dienst in einer Sanitätskompanie erhalten hat.

Andrea_K
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dabei seit: 29.11.2011

Eine Lücke von ca. einem Jahr zwischen Schule und Studium, gefolgt von einer Ausbildung und bis zum heutigen Tage lückenlose Beschäftigung wird wohl kaum unter "Bruch" fallen. Zumal es oft genug eine Lücke gibt, weil die Leute nach der Schule bspw. reisen gehen.Dieser Wahn, bloß lückenlos zu bleiben ist m.E. da fehl am Platze.

Man wird mich nicht aussortieren, weil es zwischen Abi und Studium zu einer kurzen Lücke kam. Am Ende entscheidet das Gesamtbild - und wenn nach der Lücke ein lückenloser Ablauf vorherrscht, ein nebenberuflich durchgeführtes Studium und eine ehrenamtliche Tätigkeit, dann zweifel ich ernsthaft an der Kompetenz der Personalsachbearbeiterung, wenn sie mich wegen dieser Lücke (die im Bewerbungsgespräch schnell als "keine Lücke" enttarnt wird) aussortiert.

Was Du oben skizzierst, ist ein Lebenslauf, der nicht nur wegen der einen Lücke problematisch ist. Der wird dann aber auch nicht zwingend "besser", wenn die eine Lücke gefüllt ist.

Mia86
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dabei seit: 10.02.2014

Meine Bundeswehrzeit würde ich glaube ich sogar einfach angeben. Ich bin da etwas komisch glaub ich, aber ich mach das so. Aber ich hab durch die depression und die vielen psychischen probleme riesen Lücken im Lebenslauf wo ich tatsächlich einfach gar nichts gemacht hab außer im dunkeln in der ecke zu liegen.

 

Irgendein tipp wie man damit umgehen soll? Confused

 

lg

Mia

Micha.Anna
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dabei seit: 18.03.2006

Andrea_K schrieb:

Man wird mich nicht aussortieren, weil es zwischen Abi und Studium zu einer kurzen Lücke kam.

Wegen einer kurzen Lücke nicht unbedingt. Zu meiner Zeit war so eine Lücke 18 Monate. Wenn's dann noch eine zweite gäbe...

Andrea_K schrieb:

dann zweifel ich ernsthaft an der Kompetenz der Personalsachbearbeiterung,

keine Angst, das tu ich auch. Beim Rekrutieren wird ziemlich oberflächlich gearbeitet. Ich hab ja die Dienste der Agenturen als Arbeitgeber, und auch als Arbeitssuchende(r) in Anspruch nehmen dürfen. Da wird grauenvoll agiert, und solang es mehr "makellose" Lebensläufe gibt, als offene Stellen, haben die Leut auch kein Problem, genügend Bewerber vorstellen zu dürfen. Leider sind diese Platzhalter aber die erste Hürde, die zu nehmen ist.

Es kommt auch ganz auf die Stelle an, und auf die Qualifikation. Ich glaub aber, dass sich seit "meiner Zeit" nicht viel geändert hat. Bei meiner Tochter hat sich die Rekruiterin mehr für das Travel & Work Jahr in Australien und das Auslandssemester in Granada  interessiert, als für die Abschlußnote oder den Inhalt der Diplomarbeit.

Andrea_K
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dabei seit: 29.11.2011

Micha.Ann schrieb:
Wegen einer kurzen Lücke nicht unbedingt. Zu meiner Zeit war so eine Lücke 18 Monate. Wenn's dann noch eine zweite gäbe...

Bei mir waren's noch 13 Monate.

Micha.Ann schrieb:
keine Angst, das tu ich auch. Beim Rekrutieren wird ziemlich oberflächlich gearbeitet. Ich hab ja die Dienste der Agenturen als Arbeitgeber, und auch als Arbeitssuchende(r) in Anspruch nehmen dürfen. Da wird grauenvoll agiert, und solang es mehr "makellose" Lebensläufe gibt, als offene Stellen, haben die Leut auch kein Problem, genügend Bewerber vorstellen zu dürfen. Leider sind diese Platzhalter aber die erste Hürde, die zu nehmen ist.

Es kommt auch ganz auf die Stelle an, und auf die Qualifikation. Ich glaub aber, dass sich seit "meiner Zeit" nicht viel geändert hat. Bei meiner Tochter hat sich die Rekruiterin mehr für das Travel & Work Jahr in Australien und das Auslandssemester in Granada  interessiert, als für die Abschlußnote oder den Inhalt der Diplomarbeit.

Es kommt auch darauf an, wo und wie Du Dich bewirbst. Ein Personaldienstleister geht anders mit den potentiellen Kandidaten um, als eine inhouse-Personalabteilung. Darüber hinaus ist aber festzuhalten, dass das Gesamtpaket relevant ist. Eine Lücke oder gar zwei können durchaus problemfrei sein, wenn dafür der Rest passt, bzw. im Rest mehr Bemühungen drin stecken, die die Lücken kompensieren lassen oder dass während der Lücken bspw. über ehrenamtliche Tätigkeiten oder Weiterbildungen eine Bereitschaft zur Arbeit gezeigt wird.

Oft genug gibt es auch gute Gründe für Lücken. Die Aussage dass eine Lücke ein Makel ist, ist - wie Du selber geschrieben hast - sehr oberflächlich. Aber ich verstehe auch die Seite der Personalsachbearbeiter, die die Anzahl der Bewerber schlußendlich auch nach harten Kriterien aussieben müssen.

In meinem konkreten Fall glaube ich jedoch nicht, dass in einer möglichen Stellensuche die Lücke etwas ausmacht. Tut sie das doch, kann ich sie leicht wieder füllen. Wink

Lina
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dabei seit: 02.03.2008

Sarah-HL schrieb:

Moin,

das war wohl mal im offline-Forum ein Topic, wie gehe ich am besten bei Bewerbungen mit dem Thema Zivildienst um?

Feiwilliges soziales Jahr? Oder doch stumpf den Zivildienst erwähnen?

Ich hab kein Problem mit meiner Geschichte, aber ich will das ganze Zeug schon einigermaßen plausibel haben.

Habt einen schönen Wochenstart.

Smile Sarah

 

Kommt völlig darauf an, als was und bei wem du dich bewirbst. Es gibt ja auch eine dritte Möglichkeit - deine tatsächliche Tätigkeit nennen.