Wir sind für Dich da (Bravo München!)

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NB-Sabine
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dabei seit: 26.12.2006

Hallo Zusammen,

auf der Homepage von www.t-girl.ch bin ich auf eine (etwas ältere Aktion) von der Stadt München aufmerksam geworden, die mir sehr gefällt:

http://www.muenchen.de/Rathaus/dir/glei ... index.html

Zu der Aktion gibt es auch Poster, die man unter kgl.dir@muenchen.de anfordern kann.

Die Poster kann man online hier sehen:

http://www.muenchen.de/Rathaus/dir/glei ... /wir2.html

Vielleicht wäre das ja eine Idee für ähnliche Aktionen bzw. zur Nachahmung?

n/v
Konstanze
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dabei seit: 29.04.2005

Die Diskussion gabs schon mal hier.

Ich glaube die meisten waren nicht begeistert, da sie als Frauen durchgehen wollen.

Ich bilde mir aber ein, dass Jessica Spirit Plakat Ideen hatte.

n/v
NB-Sabine
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dabei seit: 26.12.2006

Konstanze schrieb:
Ich glaube die meisten waren nicht begeistert, da sie als Frauen durchgehen wollen.

Mag sein, daß viele als Frauen durchgehen wollen, aber tun sie das auch immer? Viele sehen geschlechtlich nicht so eindeutig aus, wie sie es sich selbst wünschen. Umso besser, wenn dann auch geschlechtlich nicht ganz eindeutiges Aussehen akzeptiert würde/wird.

Am Rande:
Wie sehen denn die Frauen genau aus? Sehen wirklich alle Frauen gleich aus? Sehen alle Frauen auch wie Frauen aus? Diese Fragen könnten man in unzähligen Variationen stellen und letztlich muß man eigentlich immer zu dem Schluß kommen, daß auch Frauen sehr unterschiedlich sind/sein können. Man wird wahrscheinlich nicht eine einzige Frau finden, die alles vermeintlich weibliche in sich vereint und man wird umgekehrt wohl bei jeder Frau auch etwas vermeintlich männliches entdecken. Diese Kategorien sind konstruiert und letztlich paßt keine(r) wirklich vollständig in eine davon. Diversity Politik hat die Akzeptanz von Unterschiedlichkeit/Vielfältigkeit zum Ziel, nicht die Vereinheitlichung von Menschen/Menschengruppen. Auch diese Aktion wirbt für die Akzeptanz der Unterschiedlichkeit von Menschen. Dabei sind die 3 dargestellten Möglichkeiten letztlich ja nur exemplarisch für die real existierende Vielfalt.

n/v
Mabel
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dabei seit: 02.12.2005

Konstanze schrieb:
Die Diskussion gabs schon mal hier.

Ja stimmt.
Mich persönlich stört(e) an der sicherlich gutgemeinten Aktion vor allem, daß TG hier wieder mal einfach so in einem Atemzug mit "gleichgeschlechtlichen Lebensweisen" bzw. mit der homosexuellen (der Ausdruck "schwullesbisch" steht bei mir auf dem Index Laughing Szene, und das heißt für MzF-TG (jedenfalls für "Außenstehende") automatisch mit der schwulen Szene, genannt werden.
Nicht jeder kann das so gut unterscheiden wie wir hier Wink
Außerdem finde ich (im Gegensatz zu den beiden anderen Plakaten) gerade auch das Plakat mit dem schwulen Pärchen viel zu ("Softie"-) klischeehaft ... SO sehen die meisten Schwulen nämlich eben NICHT aus.
Sicherlich ist auch das Lesben-Plakat etwas zu "soft" und "idyllisch" geraten ... das TG-Plakat finde ich da sogar noch am realistischsten.

JuliaTZF
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dabei seit: 02.01.2007

Mabel schrieb:
Sicherlich ist auch das Lesben-Plakat etwas zu "soft" und "idyllisch" geraten ...

Das ist ja noch harmlos ausgedrückt - die meisten Lesben am CSD waren in die Kategorei "Kampflesbe" einzuordnen: Ein Bürstenhaarschnitt, der jedem Bundeswehr-Offizier ein Lob für die vorbildliche Frisur entlocken würde, Holzfäller-Hemd, der Inhalt so gut wie möglich kaschiert, dafür die Hosen (je männlicher, desto besser) ausgepolstert...
Nein, SO sehen Lesben auch selten aus...

Drag is, when a man wears all those things a lesbian won´t ever do.

Mabel
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dabei seit: 02.12.2005

JuliaTZF schrieb:
Mabel schrieb:
Sicherlich ist auch das Lesben-Plakat etwas zu "soft" und "idyllisch" geraten ...

Das ist ja noch harmlos ausgedrückt - die meisten Lesben am CSD waren in die Kategorei "Kampflesbe" einzuordnen: Ein Bürstenhaarschnitt, der jedem Bundeswehr-Offizier ein Lob für die vorbildliche Frisur entlocken würde, Holzfäller-Hemd, der Inhalt so gut wie möglich kaschiert, dafür die Hosen (je männlicher, desto besser) ausgepolstert...
Nein, SO sehen Lesben auch selten aus...

Da hast du leider recht ... es gibt aber auch andere, z.B. hier:

http://www.brigitte.de/foren/showthread ... 21&page=10 Smile

NB-Sabine
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dabei seit: 26.12.2006

Mabel schrieb:
Mich persönlich stört(e) an der sicherlich gutgemeinten Aktion vor allem, daß TG hier wieder mal einfach so in einem Atemzug mit "gleichgeschlechtlichen Lebensweisen" bzw. mit der homosexuellen (der Ausdruck "schwullesbisch" steht bei mir auf dem Index Laughing Szene, und das heißt für MzF-TG (jedenfalls für "Außenstehende") automatisch mit der schwulen Szene, genannt werden.

Das hört sich ja schon fast so an, als hättest Du ein Problem mit Homosexuellen!

Mabel schrieb:
Nicht jeder kann das so gut unterscheiden wie wir hier Wink

Muß man das wirklich unterscheiden? Sind es nicht mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede? Letztlich haben alle genannten Gruppen im Umgang mit Außenstehenden die gleichen Probleme in Sachen Intoleranz und Diskriminierung, nur im Detail aus anderen Gründen!

Es geht hier übrigens in keiner Weise um irgend eine Szene, sondern vielmehr um das alltägliche Leben der Betroffenen! Es geht darum, daß man entsprechenden Menschen eine Kontaktmöglichkeit anbietet, alles andere ist letztlich persönliche und individuelle Interpretation.

n/v
NB-Sabine
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dabei seit: 26.12.2006

JuliaTZF schrieb:
...die meisten Lesben am CSD waren in die Kategorei "Kampflesbe" einzuordnen: Ein Bürstenhaarschnitt, der jedem Bundeswehr-Offizier ein Lob für die vorbildliche Frisur entlocken würde, Holzfäller-Hemd, der Inhalt so gut wie möglich kaschiert, dafür die Hosen (je männlicher, desto besser) ausgepolstert...
Nein, SO sehen Lesben auch selten aus...

Es leben die Klischees und laßt sie uns jeden Tag aufs Neue zum Leben erwecken, damit sie auch ja nicht in Vergessenheit geraten!

Es ist schon erstaunlich, wie man als einzelne Person eine statistische Erhebung darüber machen kann, wie die meisten Lesben auf einem CSD aussehen!

Übrigens, jemanden als "Kampflesbe" zu bezeichnen ist auch schon eine Diskriminierung!

Die Beschreibung, wie eine so genannte "Kampflesbe" denn aussieht, ist dann schon wieder ein Klischee! Auch Lesben sind nicht alle gleich und wo jemand eine Lesbe als "Kampflesbe" bezeichnet würde ein anderer eine entsprechende heterosexuelle Frau als "Emanze" bezeichnen, was dann wieder genauso diskriminierend wäre!

Wie sehen denn Lesben nun angeblich aus??

In der Regel sehen sie vor allem alle unterschiedlich aus, genau wie heterosexuelle Frauen auch. Auch bei den heterosexuellen Frauen gibt es welche, die ihre Weiblichkeit nicht "zelebrieren" und einen Bogen um Highheels und Nagellack machen, ebenso gibt es lesbische Frauen, die sehr attraktiv aussehen.

Die ganzen Klischees und Kategorien haben mit der Realität herzlich wenig zu tun und vor allem haben sie im Alltag keinen tieferen Sinn.

Ich finde es ist einfach nur traurig, wenn durch solche Texte Intoleranz gegenüber anderen gezeigt wird, obwohl man selbst Toleranz bzw. Akzeptanz fordert. Aus Sicht von Außenstehenden sind wir alle etwas queer und wir wollen alle trotzdem "dazu gehören".

Es scheint für manche nur schwer verständlich zu sein, daß man gemeinsam einfach mehr erreichen kann, als jede Gruppe für sich alleine. Thinking Sad

Statt, daß man zu Kenntnis nimmt, daß offizielle Stellen sich um die Integration verschiedener Gruppen in die Gesellschaft bemühen, ist man selbst mit dem Gegenteil beschäftigt sich immer weiter und immer wieder neu gegeneinander abzugrenzen! Thinking Sad

Ob das wirklich sinnvoll ist?? Ich glaube eher, daß wir es uns selbst mit so was eher (noch) schwerer machen, als es (ohnehin schon) ist. :roll:

P.S.: ...daß man für entsprechende Plakate Motive auswählt, die möglichst viele Menschen positiv ansprechen, liegt eigentlich in der Natur der Sache, weil ja beabsichtigt ist, daß sich möglichst viele Menschen mit den entsprechenden Themen beschäftigen (sollen)...wären die Plakate anders gestaltet, würden sie ganz sicher genauso kritisiert, dann eben aus anderen Gründen...

n/v
seamstress
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dabei seit: 10.06.2007

Ich kann mich Sabine nur anschließen. Es ist reichlich unangebracht zu diskutieren, wie "typische" Lesben oder Schwule aussehen. Eine Darstellung eines typischen Transgenders in Heels und Minirock und auffällig geschminkt würde hier schließlich auch nicht auf viel Gegenliebe treffen.

Und ja, für Plakate sucht man nun mal sympathisch wirkende Personen aus.

Mir ist aber noch nicht ganz klar, worauf dieser Thread abzielt. Soll angeregt werden, dass wir sowas aufziehen? Oder dass sich weitere Städte dem Beispiel Münchens anschließen sollen?

Sabine

__________________________
It's a Barnum and Bailey world
Just as phony as it can be
But it wouldn't be make-believe
If you believed in me

Monika-Tersch
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dabei seit: 26.10.2005

...ich gebe den beiden Sabinen vor mir mal 100% Recht, ich habe auf dem CSD nur nette Menschen gesehen...nicht mehr und nicht weniger. Laughing out loud

Liebe Grüße

Moni

__________hier ist mein Beitrag zu Ende__________

NB-Sabine
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dabei seit: 26.12.2006

seamstress schrieb:
Mir ist aber noch nicht ganz klar, worauf dieser Thread abzielt. Soll angeregt werden, dass wir sowas aufziehen? Oder dass sich weitere Städte dem Beispiel Münchens anschließen sollen?

Zuerst ist mir einfach mal positiv aufgefallen, daß die Stadt München und einige dortige Organisationen sich aktiv um Aufklärung, Akzeptanz und Hilfestellung für Betroffene bemühen. Ich persönlich fände es natürlich schön, wenn andere Städte solchen Beispielen folgen würden. Sowas kann unterstützt werden, indem man bestehende Initiativen bekannter macht, als Beispiele was es gibt und wie man sowas gestalten kann.

Lokal bin ich hier im CSD Konstanz e.V. mit aktiv und habe z.B. die Pressearbeit für den CSD gemacht. Zudem habe ich aktiv, auch im Verein und in Foren, dafür geworben, Transgender in unseren Verein, bei unseren Veranstaltungen und beim CSD zu integrieren. Ebenso habe ich viele Leute rund um Transgender (auch Autoren, Referenten, Fotografen, etc.) persönlich eingeladen sich beim CSD zu beteiligen. Somit liegt es nun, zumindest hier für uns, regional auch Nahe, das Beispiel von München aufzugreifen und etwas ähnliches hier zu initieren. Der Oberbürgermeister der Stadt Konstanz war Schirmherr des CSD. Die Universität ist solchen Themen gegenüber sehr aufgeschlossen und es gibt viele Aktivitäten im Bereich der sogenannten Genderstudies. Die Kontakte sind, z.B. durch den CSD, ebenfalls vorhanden. Da der CSD erst wieder in 2 Jahren stattfindet, wäre das durchaus eine Möglichkeit in der Zwischenzeit in so einer Art und Weise aktiv zu werden. Mal sehen, was hier so daraus wird.

Vielleicht gibt es ja eben auch noch andere, die dadurch auf Ideen kommen, wie aktiv und vielleicht auch mit öffentlichen Stellen zusammen Öffentlichkeitsarbeit gestaltet werden kann. Natürlich wäre es auch schön, wenn wir hier aus der Community heraus entsprechende Aktivitäten auf den Weg bringen könnten - etwas mehr Gemeinschaftssinn bzw. Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Queer-Community wäre da schon mal ein guter Anfang.

n/v