Wie habt ihr euren Namen ausgesucht?

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ManuelaHH
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dabei seit: 03.03.2013

Ein sehr spannendes Thema, zumal ich in den letzten Jahren ins Wanken gekommen bin.

Das große Knallerlebnis in meiner Kindheit war doch, dass ich eines Tages auf dem Spielplatz ein ganz niedliches Mädechen mit Namen Angela kennen gelernt habe. Ich hab sofort gedacht: "So niedlich würde ich auch gerne sein".

Abends kamen meine Schwestern dann auf die Idee, dass wir uns alle verkleiden sollten. Ohne Zögern schnappte ich mir die Perücke meiner Mutter und ihre hochhackigen Schuhe. Meine Schwester stülpte mir ein passendes Kleid über. Ich sagte "Ich bin jetzt Angela". Und als das Verkleiden zu Ende war, sagte ich "Ich will jetzt öfter Angela sein!".

Mit 10 Jahren wollte ich aber lieber einen Namen, der sehr nahe an Manfred oder Manne ist, wie ich damals eigentlich meistens genannt wurde. Der Name Manfreda war mir zwar bekannt, klang mir aber nicht weiblich genug. Da kamen mir Ma[ria]nne oder Man[u]e[la] in den Sinn.

Obwohl die Zeit meiner Unentschiedenheit zwischen Marianne und Manuela sehr kurz war, fühle ich mich immernoch ein bisschen angesprochen, wenn ich den Namen Marianne höre.

Es hat sich dann sehr schnell entwickelt, dass ich mich mit dem Namen Manuela sehr viel intensiver identifizierte als mit meinem männlichen Vornamen.

Leider habe ich festgestellt, dass der Name Manuela in Transgender-Foren sehr häufig ist, unter biologischen Frauen aber ziemlich selten. Darum verwende ich jetzt gelegentlich den Namen, der in meiner Kindheit für den Durchbruch stand.

Aber wer in meiner Gegenwart den Namen Manuela ausspricht wird sich wohl für alle Zeiten auf mein sofortiges Lächeln verlassen können.

Liebe Grüße an Euch alle

Manuela

 

Kerstin Sonsbeck
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dabei seit: 09.12.2009

Ja, hallöchen!

da will ich auch mal wieder was schreiben;)

Ich wollte einen bodenständigen Namen, wie er in meiner Generation nicht ungewöhnlich ist. Viele Namen, wie man sie heutzutage bei jüngeren hört, habe ich zum Teil noch nie vorher gehört.

Es sollte aber auch kein Name sein, den jemand aus meiner Umgebung , Freundeskreis oder Nachbarschaft trägt, weil ich ihn nicht unbewusst mit dieser Person in Verbindung setzen wollte.

Es sollte ein Name sein, der wie ein Schlüssel auf mich passt. Dazu sammelte ich mir aus dem Internet und, ich glaube auch aus dem Telefonbuch, eine ganze Reihe von Namen zusammen, die ich mochte. Viele konnte ich ausschließen. Die Restlichen habe ich mir immer wieder selbst gesagt, wie einem zugelaufenen Hund, um zu sehen, auf welchen Namen er regiert. Es ist dann ziemlich eindeutig "Kerstin" gewesen. Ich vermute, es hat damit zu tun, das da ein Laut drin ist, der auch in meinem männlichen Namen vorhanden ist.

Erst brauchte ich ihn sozusagen nur als "Projektnamen" um Bilder zu benennen u.ä. Damals hätte ich nie daran gedacht, das ich irgendwann sogar mal als Frau draußen unterwegs wäre, geschweige denn, das sich das Ganze als Frage der Identität durch und durch entwickeln würde.

 

Einige Jahre später fing ich an, im Internet nach dem Thema zu suchen. Ich fand da auch mehrere Foren in denen ich teilweise 1 1/2 - 2 Jahre still mitlas bis ich mich in dem ersten schließlich anmeldete. Dafür reichte aber nur "Kerstin" nicht. Es gab noch andere die Kerstin hießen. Um eine Verwechselung zu vermeiden, mußte also ein Nachname her. Mein Bürgerlicher ging natürlich nicht. Es sollte einer sein, den es nicht schon gab. Ich wollte vermeiden, das es eine Verwechselung mit einer "Bio" Kerstin gibt oder das diese sich gar auf dem Schlips getreten fühlt und rechtliche Schritte gegen mich einleitet. Ich wollte auch keinen Namen, der eindeutig künstlich ist, wie der vieler Dragqueens. Eine Farbe hätte ich mir auch vorstellen können. Die gibts ja auch. Da gibt es eine Schauspielerin, die mich total fasziniert. Es war Claudia Black. "Kerstin Black" fand ich gut. Aber leider musste ich feststellen, das es im Internet schon eine solche gab. Dann fiel mir ein, das es viele Nachnamen gibt, die nach Städten klingen. Da bin ich auch so einige durchgegangen, bis mir "Sonsbeck" einfiel. Damals war ich u.a. in dieser schönen Gegend viel mit dem Motorrad unterwegs. Eine Recherche im Telefonbuch und im Internet zeigte mir, das der Name frei war.

Den Vornamen "Farina" fand ich auch wunderschön, aber alleine nicht so passend.

Also heiße ich "Kerstin Farina Sonsbeck"- auf den meisten Platformen einfach nur "Kerstin S." oder "dat Kerstin"

Liebe Grüße,

dat Kerstin;)

Nicht Anzüge, sondern Kleider machen Leute!

Hier gibts so einige Bilder von und mit mir:

https://www.flickr.com/photos/41786035@N03

http://picasaweb.google.de/Kerstin6000

Anja-Andrea
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dabei seit: 16.01.2014

 Ich überlegte Anfangs einfach die feminine Form meines männlichen Vornamens zu nehmen, also Andrea, aber ich bin ja verheiratet und so heisst meine Frau............Da erinnerte ich mich daran, das ich als Kind mal meine Mutter gefragt hatte wie sie mich genannt hätte wenn ich als Mädchen zur Welt gekommen wäre. Sie sagte dann entweder Andrea oder Anja. Andrea kam für mich nun nicht in Frage, also nannte ich mich zunächst Anja-Andrea. Mit diesem Namen bin ich auch in einigen Internetforen angemeldet. Aber Anja-Andrea sagt kein Mensch, alle nennen mich nur Anja, und so habe ich im Antrag auf die Änderung des Vornamens und der Geschlechtszugehörigkeit nur Anja angegeben. Mir gefällt der Name sehr gut, er klingt sehr weich und weiblich. Und nun hoffe ich das ich die Namensänderung schnell durch habe das ich ganz offiziell Anja heissen werde und bald meine Papiere mit meinem weiblichen Namen bekomme.

Liebe Grüsse Anja