Widerspruch in sich ??????

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tanjak
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dabei seit: 08.03.2005

Ich lese immer wieder gerade bei TV das sie hetero sind und lieber mann bleiben wollen. Ich zähle mich auch dazu, habe mir aber noch nie so intensiv gedanken gemacht. Warum wollen wir dann aber doch Frau sein. Wir ziehen uns so an wir wollen möglichst perfekt eine Frau sein und ja nicht als amnn erkannt werden. Wie passt das zusammen? Ich bin auch verh und würe mich als hetero bezeichnen ich denke auch nicht über eine OP nach aber dennoch würde ich liebend gern ständig als Frau sein ich verstehe das nicht mehr. Vielleicht habt ihr ja schon mehr gedanken darüber gemacht. Mich würde auch Interessieren was Transsexuelle von uns Transvestiten halten. Also bitte nicht falsch auffassen ich mache mir da nur so meine gedanken ich bin gerne das was ich bin .
LG Tanja

lady.manu
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dabei seit: 28.09.2006

Hallo Tanja,
warum Du so bist, wie Du bist, das kann ich Dir auch nicht sagen, aber Du bist kein Einzelfall.
Du möchtest wissen, was Transexuelle von TV`s halten, da kann ich etwas zu sagen: sehr viele TS lehnen TV strikt ab, das weiß ich durch eigene Erfahrungen. Ich denke, viele TS sind im Grunde Heterofrauen und möchten Männer als Männer, nicht als Männer in Frauenkleidung. Ich persönlich kann als TS dieses denken nicht teilen, denn ich bin der Meinung, das ein Mensch nicht aus seiner Haut kann und deshalb sollte jeder sich so ausleben, wie es ihm gefällt. Außerdem kenne ich viele TV und das sind alles tolle Menschen und das zählt für mich in erster Linie.
Vielleicht schreiben ja auch noch TV`s hier zum Thema, würde mich doch auch interessieren, was da rauskommt.
Gruß aus Hannover, Manuela

n/v
Gast
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Hallo Tanja,

man kann zwischen TV und TS nicht unbedingt so klare Grenzen ziehen...

Jeder Mensch hat weibliche und männliche Anteile in sich...

Warum möchtest Du denn gerne ständig eine Frau sein?

Du solltest dabei zwischen dem sozialen Geschlecht und der sexuellen Orientierung unterscheiden...

Um sozial als Frau leben zu können, mußt Du nicht unbedingt eine gaOP an Dir machen lassen...

Fühlst Du dich als Mann in der Gesellschaft wohl?

Wirst Du gerne von anderen als Mann wahrgenommen?

Es gibt auch Frauen, die auf Frauen stehen... Auch nicht jede Frau ist hetero... sondern vielleicht lesbisch oder bi...

Denke bei diesen Fragen auch nicht nur an Deine jetzige Situation, sondern auch an weiter zurück liegende Zeiten... Kindheit, Jugend...

Grüße

Lena-Svenja

jacl249
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dabei seit: 14.08.2006

Hallo Tanja,
ich als Ts würde dir gerne meine Ansicht gegenüber Tv darlegen.
Ich gebe es zu, daß ich jahrelang ein Klischee-haftes Denken gegenüber
Tv hatte, wobei ich mich ziemlich oft erzürnt über die zu viel geschminkten
und zu viel aufgetackelten Tv im Fernsehen zum Ausdruck gebracht habe.
Da wir Ts chamäleonartig versuchen in der Frauenwelt unterzutauchen.
So kam auch oft bei mir die Frage auf, ob Tv das alles nur als Hobby oder
als Sexantrieb und Sexerregung machen.

Nun, nach einigen Jahren lese ich aber immer öfters, daß ihr jetzt auch
versucht, etwas angenäherter an dem weiblichen Erscheinungsbild zu kommen. Ebenfalls lese ich öfters, daß ihr mehr und mehr nach weiblichen
Gefühlen ausschau haltet und in euer Leben aufnehmt.

Also die Grenzen zwischen Ts und Tv werden immer näher zusammenkommen.
Was liegt an euch Tv dann eigentlich an Männerklamotten, wenn ihr sie
nicht ablegen wollt. Sicher ist noch viel Gedankenaustausch zwischen
Ts und Tv nötig um sich gegenseitig besser verstehen zu können.
Ich will es jedenfalls versuchen.

LG
Jacqueline

n/v
Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

Hier hat sich bisher noch kein TV zu Wort gemeldet - vielleicht weil wir uns selbst nicht ganz verstehen?

Nicht alle TV denken und empfinden gleich, das brauche ich wohl nicht zu betonen. Ausserdem sind die Grenzen zu TS´s, wie gesagt, oft fliessend. Ich spreche jetzt mal für mich - und die, die so denken wie ich.

Ich denke, der Kern, um den sich alles dreht, ist das Schönheitsempfinden. Wir haben spezielle Bilder im Kopf, wie eine Frau aussehen, was sie tragen und wie sie wirken sollte. Dieses Idealbild finden wir reizvoll und schön. So schön, daß wir selbst so aussehen und wirken wollen! Das bedeutet, wir wollen auch einfach schön sein, wenn wir in die Rolle schlüpfen, wollen uns dem Idealbild eines Menschen nähern, das wir haben.

In der Konsequenz heißt das in der Regel aber auch, daß der Transvestit keine Männer reizvoll findet. Warum sollten wir Zweitklassigkeit schön finden? Natürlich gibt es Phantasien, die uns kommen, wenn wir so im Zustand der erreichten Schönheit sind. Als "Göttin" will man auch verehrt und begehrt werden...Von wem? Von den Männern natürlich. Wie weit ins sexuelle dieser Begehrungswunsch dann geht, ist ganz unterschiedlich. Ich bin mir aber sicher, daß ein Transvestit so gut wie nie einen Mann als schön empfinden wird, er wird ihn viel eher nur als reines Attribut benötigen um seine Vorstellungswelt zu vervollkommnen. Er ist nur nötig ein Bild im Kopf abzurunden.
Eine Antriebswelle beim schnittigen Sportwagen ist nötig, aber der Wagen als Ganzes ist schön und reizvoll, nicht die Welle an sich. Niemand wird sich ein Auto kaufen, um eine Antriebswelle zu bekommen.

So jetzt werden sicher einige Entgegnungen mit anderen Einschätzungen kommen.

Natürlichkeit ist langweilig    

Gast
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Hallo,

es ist ja auch immer die Frage, um was es einem TV eigentlich geht... Nur um das Tragen von Frauenkleidern, oder auch darum, von anderen als Frau wahrgenommen zu werden, die soziale Rolle einer Frau zu (er)leben? Oder vielleicht beides zusammen?

Wer auch in der Gesellschaft als Frau wahrgenommen werden will, wird sich ja dann automatisch viel unauffälliger kleiden und stylen, als z.B. jemand, dem es hauptsächlich darum geht, sehr feminine Kleider zu tragen...

Und heutzutage tragen eben Frauen nur noch selten Kleider oder auch Schuhe mit hohen Absätzen... Was ja aber nicht heißt, daß es zwischen Männer- und Frauenkleidung deshalb heute keine signifikanten Unterschiede mehr gibt...

Was die sexuelle Orientierung angeht, da war z.B. mein eigenes Denken am Anfang vom "Normalen" geprägt. Ich hatte mich zwar an den Gedanken gewöhnt, eine Transe zu sein; aber dann vielleicht auch noch homosexuell zu sein (also auch als Frau auf Frauen zu stehen), das sprengte quasi zu dem Zeitpunkt noch mein eigenes Akzeptanzvermögen... Ich habe deshalb sogar damals bei meinem Outing vor meinen Eltern gemeint, daß ich eben als Frau dann mit einem Mann zusammen sein wollte... Aber in Wahrheit finde ich eigentlich gar nichts an Männern (zumindest kann ich mir momentan einfach nicht vorstellen, mit einem Mann zusammen zu sein, ich mag Männer nicht), sondern interessiere mich eben auch sexuell für Frauen... Egal, ob ich jetzt als Mann weiterlebe, oder vielleicht mal als Frau, auch wenn das dann eben eine lesbische/homosexuelle Beziehung wäre...

Aber irgendwo habe ich mal gelesen von jemandem, "Ich liebe den Menschen und nicht das Geschlecht!"... Außerdem gehe ich eben davon aus, daß eben jeder Mensch männliche und weibliche Anteile in sich hat, und ein Freund meinte mal zu mir, daß eigentlich eh alle Menschen mehr oder weniger bi wären... Und deswegen denke ich da heute ehrlich gesagt inzwischen, sch*** doch drauf, warum soll ich mich an einer "Normalität" orientieren, die für mich aber eigentlich gar nicht normal ist...???

Was TVs und TS angeht, da muß man leider noch ganz klar sagen, daß die gesellschaftliche Akzeptanz von TS weitaus größer ist, als die von TVs...

Ja, selbst unter Transgendern ist es ja leider oft so, daß selbst viele TS andere Transen, die "nur" TVs sind, pervers und abartig finden... (Habe ich in anderen Foren wirklich so erlebt, daß TS TVs als Perverse und Abartige bezeichnet haben!!!)

Meiner Meinung nach kommt das daher, daß sich die meisten Menschen eben grudnsätzlich immer nur entweder als Mann oder Frau sehen können... Eine TS strebt ja meistens den völligen Wechsel des sozialen und körperlichen Geschlechts an. Das können sich die meisten Menschen eben auch durchaus vorstellen, daß sich jemand eben im falschen Körper fühlt, oder/und in der falschen sozialen Rolle; und haben deswegen dann eben auch Verständnis dafür, wenn jemand sowas macht. Bloß können sich eben die wenigsten anscheinend vorstellen, daß davon völlig unabhänging eben jeder Mensch männliche und weibliche Anteile in sich drinne hat, und eben manche Menschen jeden dieser Anteile auch real ausleben wollen... Die verstehen dann nicht, wie jemand mal (mehr) dieses oder jenes sein kann/will, weil sie eben denken, daß man ja immer nur ein Geschlecht sein kann...

Genau deswegen haben eben wohl auch die meisten Menschen Probleme damit, wenn jemand vom Aussehen her eher androgyn ist, als eindeutig männlich oder weiblich... Also wenn sie jemanden eben nicht auf den ersten Blick als eindeutig Mann oder Frau einordnen können...

Dazu kommt dann auch noch, daß die meisten Menschen sich selbst eben als "normal" ansehen bzw. ihren Zustand als ideal ansehen, also z.B. eindeutig ein Geschlecht zu leben. Nur, für einen anderen Menschen ist der Idealzustand eben vielleicht gerade nicht das eindeutige Leben von nur einem Geschlecht...

Grüße

Lena-Svenja

Babs.TG
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dabei seit: 17.09.2006

Hallo Tanja,

ich bin auch hetero, verheiratet und kann Roxanne voll zustimmen muss aber noch anfügen, dass sich bei mir auch das Empfinden verändert hat.

Wenn es früher in der Jugendzeit wo es eher in Richtung sexuelle Ausrichtung ging, ohne sich darüber groß Gedanken zu machen und sich dann in ein " normales " Leben einpendelte, sind es heute in nicht unerheblichem Maße Empfindungen oder Empfindlichkeiten die das Ganze abrunden ( oder erst zum Tragen brachten?).

Es ist wie mit der Henne und dem Ei.
Ich meine, dass es nicht ohne dem Idealbild, das wir anstreben wollen ( und nie ereichen bzw. versuchen zu kopieren) und dem seelischen ( eben fraulicher Denken und Handeln, aus dem Bauch heraus, zickig sein ) geht ,sondern beides vorhanden sein muss oder wird.

Wir alle haben uns schon Gedanken gemacht , warum gerade ich und warum so!

Vielleicht ist es eine Verweigerung die Realität der Umwelt ( Beruf, Arbeitsbelastung usw. die jeder unterschiedlich empfindet ) so anzunehmen wie Sie ist und wir uns gern in eine andere, FÜR UNS emotional weniger „harte“ Welt flüchten?
Darum vielleicht auch so wenige die sich am Arbeitsplatz outen und wenn dann mit allen Konsequenzen, es sind eben zwei Welten.

Ich meine auch, dass es ohne eine angeborene seelische Verwandtheit nicht funktionieren würde.

Meine Frau meint, ich sollte psychologische Hilfe in Anspruch nehmen um Antworten zu erhalten. Ich lehnte es ab, da ich ihr sagte, dass mir meine jetzigen Empfindungen lieber sind und ich mich besser fühle.
Allerdings muss gesagt werden, dass andere Probleme dazukommen die man auch erst bewältigen muss. Scheinbar können oder wollen wir alle aber lieber mit diesen neuen Problemen leben.

Ich finde es gut Tanja, dass Du dieses Thema aufgegriffen hast, da jeder von uns, mal mehr mal weniger, sich darüber Gedanken macht oder Antworten darauf haben möchte.
Aber auch wenn wir für uns Antworten darauf finden ändert sich nichts, da sich die Akzeptanz unserer Mitmenschen uns gegenüber nicht ändert und nur dies würde unser größtes Problem, nicht zu jedem beliebigen Zeitpunkt so sein wie man sich fühlt, beseitigen.

Schöne Grüße

Babs.TG

Ein Freund ist, der die Vergangenheit kennt, in die Zukunft begleitet und dich so nimmt wie du bist. ( Autor unbekannt )

Gast
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Ja das Thema ist toll und es wird wieder sehr viel geschrieben was Sinn und nicht Sinn macht .Ich selbst hatte auch mal als TV angefangen um den Druck zu mindern der in mir war um nicht zu verzweifeln , nur ob ein TV TS wird oder nicht ist eine frage die sich nicht per Sexuallität beantworten läst sondern aus dem eigenen Gefühl heraus das was man tut wohl tut oder nicht aus eine aussage TV/TS sind Hetero oder Schwul , lesbisch oder gar nix ist eine eine Entscheidung .Sollte keine Frage werden , eine reine Selbst Entscheidung oder Veranlagung .Das Wessen TV/TS ist in vielen Kulturen bekannt und Wohl noch mehr umstritten wie es hier manchmal ist , in www.Wikipedia.org kann man da einiges darüber nach lesen. Ich bin auch gespannt was hier noch kommen wird .

Diane

jacl249
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dabei seit: 14.08.2006

Wie versprochen werde ich mich jetzt mehr über Tv informieren und
frag mal ganz dumm. Aber bitte nicht schlagen.

Kann ich das mit Männerbekleidung an, dann wieder aus: mit einer gespaltenen Persönlichkeit vergleichen.
Und für das eigene Persönlichkeitsverständnis muß man doch ständig
im Zwietracht sein. Mal Mann, mal Frau.
Ich als Ts bin einmal Frau, immer Frau. Aber als Tv 1000 mal das erste
Coming out zu erleben muß doch voll streßig sein.

Und weiß euer Partner oder ihr selbst eigentlich. welche Person gerade
sich mit der anderen spricht. Mal weibliche mal männliche Gedanken?

Wie gesagt, wer nicht fragt stirbt dumm.

LG
Jacqueline

n/v
Annabelle_Legault
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dabei seit: 31.12.2004

Hi Jacqueline,

Klare Antwort - Nein ! (also für mich gesehen)

Ich bin keiner Weise irgendwie gespalten - und die Leute, die mich genauer kennen - also den Kerl dahinter und auch Annabelle - wissen, dass es sich immer um die ein und selbe Person handelt. Ich unterscheide nicht ob ich männliche oder weibliche Gedanken habe - Manche Leute würde bestimmt sofort behaupten, dass ich durchaus weiblich denke & handle. Laughing out loud

Wie dem auch sei - es ist mir egal. Ich bin ich und passe einfach in keine der sog. Schubladen, die einige Zeitgenossen(innen) von uns immer permanent suchen.

Sicherlich achte ich natürlich auf Gestik und Körperbewegungen...was mittlerweile zur Folge hat, dass der Kerl unbeabsichtigt z.B. während einer Geschäftsbesprechung die Beine weiblich übereinander schlägt. :oops:

Ich bin nun einmal beides - und genieße beide Seiten.

Für mich (und viele andere auch) ist es absolut kein Problem beide Seiten zu leben - ganz im Gegenteil !

Ciaoii

La Annabelle

Zwischen Wahnsinn und Verstand ist oft nur eine dünne Wand. (Daniel Düsentrieb)

Daniella
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dabei seit: 11.10.2006

Hallo ihr lieben
Wollt ihr wirklich wissen wie ne TS über TV denkt???

n/v