Warum seid ihr transexuell geworden?

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Michaela
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dabei seit: 11.11.2012

Karin schrieb:
Ich habe mich immer wieder selbst gefragt, welche Alternativen es gäbe.

Und genau das rate ich den Leuten, bevor sie zu Hormonen greifen. Je älter man ist, umso sorgsamer sollte man Alternativen bewerten.

Lythande
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dabei seit: 23.02.2011

Michaela schrieb:
Du meinst damit z.B. die Themenstarterin, die sich in vielen Foren bemüht, gegen den verbohrten Strom sinnvolle Warnungen auszusprechen? Es gibt jenseits der dreißig einige wenige positive Beispiele und sehr viele verkorkste Weg.

Jasmin ist ziemlich einzigartig, habe noch niemand sonst derartiges in den Foren getroffen.

Natürlich ist es sinnvoll, vor übertriebenen Erwartungen zu warten, aber wenn es nach dir geht, scheint ja jede späte Transition im Selbsmord zu enden, das kann ich nicht so recht glauben.

 

Sabine

 

Suse
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dabei seit: 07.11.2012

Danke Karin, für deinen ausführlichen Beitrag, der sich letztendlich mit meinen eigenen Erfahrungen deckt.

Dass Michaela nicht darauf eingeht, sondern sich nur ein Sätzchen herauspickt und auch nicht mehr auf meine Beiträge bzw. meine Frage antwortet, habe ich mir schon gedacht. Sie will den Anschein erwecken als sei sie Ärztin. Allein mir fehlt der Glaube...

LG

Suse

Ich war kein Mann, ich sah nur so aus.

Jana72 EX
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dabei seit: 03.08.2009

@Michaela

ich möchte Dir doch in sehr vielem zustimmen. Allerdings hast Du in Deiner Argumentation den sehr großen "Rundumschlag" gemacht.

Ich will es mal so, aus meiner eigenen Erfahrung heraus, formulieren: Ich bin sehr sehr sehr froh (über einen Umweg fast "aus Versehen") in therapeutische Behandlung gekommen zu sein......und auch aus Versehen dabei noch in die HardcoreVariante, nämlich der Tiefenpsychologie. Und ich kann nicht weniger sagen als das mir das das Leben gerettet hat. Transsexualität war bei mir nur Nebenkriegschauplatz von ganz anderen Problemen und auf meinen TG Weg hatte (und hätte ich weiter) meinen selbstzerstörerischen Kreislauf immer nur weiter manifestiert. Und ich finde es sehr schade, dass in solchen Foren wie hier so oft von vornherein so kategorisch der "TherapieWeg" ausgeschlossen wird, weil angeblich alles so klar und unverrückbar wäre ("in Stein gemeißelt" hat Babs mal formuliert, glaube ich.) 

Somit habe ich viel Verständnis für Deine warnenden Worte. Auch Deine Worte bezüglich den "Spätentwicklern" kann ich in vielem teilen. Das eigenartig komische Gefühl bezüglich der Gutachten bei TS habe ich auch und über die Dämlichkeit von Selbstmedikationen ist auch genug gesagt.

Allerdings, und das müsstest Du eigentlich wissen wenn Du beruflich damit zu tun hast: So wie Du es hier formuliert hast, gehts natürlich nicht. "Wie wird man TS?" fragt Cveta und die Antwort könnte man sich leicht machen. TS ist in allererster Instanz erst mal eine persönliche Lebensentscheidung, und zwar auf einer Ebene die ich erst einmal zu respektieren habe. Das es für alle TS ab 40 geeignete Therapien auf den "Weg zurück" gibt, ist eine gewagte These, die selbst stringente Psychotherapeuten so vielleicht nicht  sagen würden.  Gerade weil man nicht außer Acht lassen darf, dass es ernst zu nehmende Indizen auf das Phänomen TS gibt, die begründen, dass da eine Entwicklung (auch aufgrund vorgeburtlicher Konstellationen) gegeben hat, die nicht umzukehren ist. Denen argumentativ hinterher zu werfen "Ich weiß es aber besser" ist da nicht sehr hilfreich, glaube ich.

Trotzdem bin ich dankbar, dass es solche Wortmeldungen wie Deine gibt. Nicht weil es zwangsweise so ist, dass wir beide Recht hätten, aber weil es die Gesamtdisskussion mal endlich etwas breiter aufstellt.

 

 

jasminchen
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dabei seit: 17.06.2007

Michaela schrieb:
Und genau das rate ich den Leuten, bevor sie zu Hormonen greifen. Je älter man ist, umso sorgsamer sollte man Alternativen bewerten.

 

Wobei ja der Hormonmangel bei mir erwiesen war, aber nicht weiter in der Behandlung thematisiert wurde. Nach dem Konzept gesunder Mann hält sich für Frau, darf ja nicht nach links oder rechts geschaut werden.

Behandlung mit weiblichen Hormonen und männlicher Personenstand + männliche Rolle werden von vielen Ärzten ja nicht als Dauerzustand akzeptiert.

Nichtdiagnostizierter Hormonmangel und Intersexualiät machen krank!

Pflegebedürftige Familienangehörige, Kindheitstraumata und eigene Schwerbehinderung machen Situation aber speziell. Wobei der Riesenwuchs durch Hormonmangel in der Jugendzeit schon ursächlich zu den Rückenproblemen beiträgt.

 

LG Jasmina

 

 

Jestem prawda, nie mam tajemnicy.

Extra Gottingam non est vita, et, si est, non est ita. Cogito ergo sum

Hrad přepevný jest Pan Bůh náš ….

 

http://en.wikipedia.org/wiki/Prime_Directive

 

jasminchen
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dabei seit: 17.06.2007

Michaela schrieb:
Die Anfangseuphorie vergeht und wenn man Patienten länger begleitet, erlebt man viele Phasen.

 

Wobei die Anfangseuphorie mit von den Hormonen induziert ist. Wegen Hormonmangels erlebte ich dies besonders intensiv. Weder Akohol noch Marihuana gaben mir einen solchen Flash.

Viele Kiniken wie Göttingen operieren gar nicht mehr; ich möchte nicht wissen, wie Hormonbehandler, Gutachter und Operateure mit Haftungsfragen konfrontiert werden und sich deshalb von der Transbehandlung abwenden. Daneben ist der Umgang mit diser fordernden Patiengruppe teilweise unangenehm. Ich erlebe es ja immer wieder, ich möchte helfen, und dann fällt man mir in den Rücken.

 

Nachtrag: Wer z.B. in der AIDS-Hilfe arbeitet, muss nicht selber HIV infiziert sein, wer Metadonprogramm leitet, muss kein junkie sein, usw, besser koniec.......

 

 

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susanne-ffm
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dabei seit: 14.10.2007

Michaela schrieb:
Bei sehr vielen manifestiert sich erst später im Leben der Wunsch, das zerrüttete männliche Leben zu beenden und etwas anderes zu versuchen. Diese Gruppe, ich nenne sie "spontan Transsexuelle", geht mit falschen Erwartungenin den Weg und scheitern regelmäßig, da sie von den alten Problemen eingeholt werden und gesellschaftlich vereinsamen.Ich rate heute allen ab mittlerem Alter davon ab, eine Transition zu beginnen. Es gibt genügend therapeutische Ansätze,um als Mann glücklich zu werden. Es werden heute viel zu schnell Hormone gegeben und es werden Menschen nur deshalb operiert,weil die Ärzte keine Lust auf weitere nervende Gespräche mit Androhung von Selbstmord haben.
Schön das das du den Mut hast dich hier als TS hassenden Psychotherapeuten outest.Mir ist klar geworden das das Verhältnis zwischen Psycos und TS genaso vertraunsvoll und voller gegenseitigen Respektbeseelt ist wie das Verhältnis Palistina und Israel
Suse schrieb:
ich habe keine Ahnung was du beruflich machst, aber nachdem was du hier so von dir gibst rate ich dir,wechsele aus deinem zerütteten Berufsleben in einen anderen Job und verschone eventuelle Betroffene mit deinen Weisheiten!
ich schlage ein wechsel vor - befass dich mit arbeitsfaulen, die behaupten die hätten ein "burn out" um sich vor der Arbeit zu drücken den Leuten kann man das auch ausreden - bestimmt Innocent
jasminchen schrieb:
Nachtrag: Wer z.B. in der AIDS-Hilfe arbeitet, muss nicht selber HIV infiziert sein,

wenn mir ein nicht betroffener vorschreibt wie ich mit einer unheilbaren Krankheit zu leben hat ist das schlicht unglaubwürdig.

Was die Leute von der Psycofront einfach vergessen oder nicht war haben wollen - eine nicht Transition kann auch zu Körperlichen gebrechen führen. Merkwürdigerweise sind plötzlich Beschwerden die man als Mann hat mit dem Tag vorbei wo man die Transition beginnt - aber das sind sicher nur einbildungen.

Das wird mit Vemennz die behandlung von jugendlichen verhindert (siehe alex berlin) oder wie in deinem Fall alle über 40 sind nicht mehr behandelbar. Und wenn ein Therapeut eine Selbstmord nicht ernst nimmt wie du - frage ich mich wieviele hast du denn schon auf den Gewissen die eine entgültige Lösung gefunden haben weil du ihnen den transit verweigert hast ?

Weil ich schon dabei bin - nach dem Motto andre Krankenversicherten zahlen deine Behandlung - mit andren Zipperlein die ich habe bin ich immer noch auf der Habenseite - sprich ich habe mehr ins System eingezahlt wie denn raus bekommen. Das nur weil ich den Eindruck habe das meiste wird nur verweigert weils Geld kostet und "wir meinen es nur gut" vorgeschoben ist.

Ich habe eins gelernt: Gutachter und Psychos kann man nicht für voll nehmen, sie sind leider notwendiges Übel. Im Mittelalter waren das die Leute die als Folterknecht oder Inquisitor unterwegs waren. Wie war doch noch die Hexenprobe ? Ins Wasser werfen - schwamm sie wurde als Hexe verbrannt - ertrunken als wahre Christin beerdigt - hauptsache Tot war das Kredo denn das Vermögen der beklagten ging an die Kirche.

eine psycische begleitung zwischen TS Diagnose und Op ist unnötig und dient nur dem Behandler als Einkommensquelle. Der MDK ist für die verhinderung von Kosten für eine gaOP zuständig - auch mit dem Hinweis auf Alter wir da gerne genommen das man sich dann durch langfristige einnahme von androcur die leber oder niere zerfetzt wird ist unintressant - oder gewollt ? ein Irrer weniger auf der Welt. (man darf als TS nicht vergessen wir sind in den Augen des MDS potenzell geisteskrank)

Und wie passt das "überreden als mann weiter zu leben" mit der massgabe überein kein Einfluss auf das Ergebnis zu nehmen - Ihr seit Beobachter und nicht wie auch in deinem Fall anmassende Beurteilerin! Und wenn doch die Beurteilung so sicher ist wie immer behauptet wie kam dann Jasminchen durch ? -ok die ist ein sonderfall - hätte sie ne ablehnung bekommen würde sie rumjammern das sie nicht als Frau leben darf - für mich gehört die in die Abteilung - egal was es ist hauptsache unzufrieden und ich kann ein paar Mitleidspunkte einsammeln. Ach übrigens - ich bin wütend auf euch Psycos und im Moment brodelt es wider - aber ich nehme mir einfach das Recht raus einfach mal zurück zu hassen.

Susannetransit mit 50 und froh drum

trotz MDK das dafür gesorgt hat das ich mit zwei zusätzlichen unheilbaren aber nicht lebensbedrohlichen Krankheiten leben darf.

 

jasminchen
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dabei seit: 17.06.2007

susanne-ffm schrieb:

wenn mir ein nicht betroffener vorschreibt wie ich mit einer unheilbaren Krankheit zu leben hat ist das schlicht unglaubwürdig. 

 

Da liegt der Hase begraben.

Jestem prawda, nie mam tajemnicy.

Extra Gottingam non est vita, et, si est, non est ita. Cogito ergo sum

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Minolfa
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dabei seit: 06.12.2007

susanne-ffm schrieb:
wenn mir ein nicht betroffener vorschreibt wie ich mit einer unheilbaren Krankheit zu leben hat ist das schlicht unglaubwürdig.

susanne-ffm schrieb:
Schön das das du den Mut hast dich hier als TS hassenden Psychotherapeuten outest.

Schon mal in Erwägung gezogen, dass es in medizinischen Einrichtungen viele Berufe gibt, und auch durchaus manche Betroffene nach der Transition in ihrem ursprünglich gelernten Beruf arbeiten? Dass manche Aussagen vielleicht auf eigener Erfahrung beruhen?

Ich teile Michaelas Meinung bezüglich der erwähnten Prozentsätze nicht und würde so rigoros ab einem bestimmten Alter nicht abraten. Ein Funken Wahrheit steckt aber doch tatsächlich drin in ihren Beobachtungen? Wie oft liest man in Foren von Ärztetourismus? Oder von Leuten, die die Alltagserprobung nicht als Befreiung leben, sondern mehr oder weniger nur vortäuschen? Oder was ist mit Reisen durch die halbe Republik, weil ein bestimmter Doc im Internet für seine Gefälligkeitsgutachten bekannt ist? Haben wirklich alle ein Problem mit ihrem Körper?

Ich freue mich, wenn in einer Diskussion auch Gegenpositionen vertreten werden. Solange sie sachlich vorgetragen werden, bereichern sie die Auseinandersetzung mit dem Thema. Jasminchen tendiert halt zu einer immergleichen Leier von persönlichen Fehlschlägen, die wir alle längst kennen, und die aufgrund der Wiederholungshäufigkeit nervt. Und auch Jasminchen schreibt manchmal sachlich wertvolle Beiträge. (@Jasminchen: Gerne mehr davon, ich weiß, dass Du mehr kannst als jammern.)

Konstanze
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dabei seit: 29.04.2005

Na ja, Das Sveta direkt gesagt einen an der Klatsche hat und ständig provozierende Themen einwirft sollte eigentlich langsam jeden bekannt sein. Aber trotzdem wird immer drauf geantwortet.

Aber nicht mal ernsthaft zu ihrer Frage, sondern irgendwie.

Die einzige die versucht hat darauf einzugehen war Suse.

Viele haben sich mit Aussagen wie "ich war schon immer TS" selbst belogen. Macht euch erst mal bewusst was TS ist und TS bedeutet.

 

Ich bin ja froh, dass es sowas wie Sveta gibt, sie stellt aus Not die richtigen Fragen, auch wenn sie nen Knall hat.

 

 

n/v