Warum seid ihr transexuell geworden?

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Michaela
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Martin-a schrieb:

Aber Deine Formulierungen lesen sich nicht unbedingt wie eine objektive Aussage. Meiner Interpretation nach sprichst Du allen (auch den "einigen wenige positive Beispielen") die Berechtigung und die Chance ab, sich auf den für sie vielleicht doch richtigen Weg zu begeben, nur weil Du zu viele verkorkste Wege gesehen hast?

Nein, die Leute sollen nachdenken und ebenso andere Wege prüfen, bevor sie endgültige Entscheidungen treffen. Viele verrennen sich in der eigenen Diagnose und glauben, für Transsexuelle gibt es nur einen Weg. Und Foren unterstützen dieses Denken. Das ist gefährlich.

Suse
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Michaela schrieb:
Aus meiner beruflichen Arbeit wird immer klarer, dass es nicht "die Transsexualität" gibt. Sehr wenige wissen von frühester Kindheit eindeutig um die eigene Transsexualität und kämpfen dafür. Bei sehr vielen manifestiert sich erst später im Leben der Wunsch, das zerrüttete männliche Leben zu beenden und etwas anderes zu versuchen. Diese Gruppe, ich nenne sie "spontan Transsexuelle", geht mit falschen Erwartungen in den Weg und scheitern regelmäßig, da sie von den alten Problemen eingeholt werden und gesellschaftlich vereinsamen. Ich rate heute allen ab mittlerem Alter davon ab, eine Transition zu beginnen. Es gibt genügend therapeutische Ansätze, um als Mann glücklich zu werden. Es werden heute viel zu schnell Hormone gegeben und es werden Menschen nur deshalb operiert, weil die Ärzte keine Lust auf weitere nervende Gespräche mit Androhung von Selbstmord haben. Wer nach zwei eindeutig negativen Gutachten so lange weiter zu anderen Psychiatern rennt, bis er ein Papier in den Händen hält, welches Ärzte zur Gabe von Hormonen veranläßt, ist selber über die Folgen dieser Fehlbehandlung verantwortlich. Denkt über Euer Leben nach. Ihr habt nur eines.

Hallo Michaela,

ich habe keine Ahnung was du beruflich machst, aber nachdem was du hier so von dir gibst rate ich dir, wechsele aus deinem zerütteten Berufsleben in einen anderen Job und verschone eventuelle Betroffene mit deinen Weisheiten!

Dass ich ein Mädchen bin (nicht transsexuell) weiß ich seit meiner frühesten Kindheit und ein Kampf vor 50 Jahren hätte mir allenfalls eine Einweisung in die geschlossene Abteilung einer Psychiatrie gebracht, erst recht wenn man auf einem 400 Einwohner Dorf in der Eifel aufwächst.

Ich hatte auch kein zerrüttetes männliches Leben, sondern ein Leben in dem ich aufgrund meiner "Andersartigkeit" zeitweise sehr gelitten habe. Ich hatte während dieses Lebens das ein oder andere Mal Selbstmordgedanken, aber ich war zu feige dazu es tatsächlich auch durchzuführen. Heute würde ich nicht mehr auf die Idee kommen, mir selbst das Leben nehmen zu wollen, da ich mittlerweile als Frau lebe und arbeite und nur noch ein paar "Kleinigkeiten" fehlen, um meine körperliche Diskrepanz zu beseitigen.

Da meine PÄ erst beantragt ist, habe ich noch keinerlei Gutachten, schon gar kein negatives, womit ich auch nicht wirklich rechne. Erst recht brauchte ich kein solches Gutachten, um eine Hormontherapie unter ärztlicher Aufsicht zu beginnen und schon mal gar keine Selbstmorddrohungen. Im Gegenteil, ich denke mal, dass Selbstmordabsichten einen Gutachter eher dazu bewegen, ein negatives Gutachten auszustellen.

Glaube mir eins, ich habe lange genug Zeit gehabt, sehr wahrscheinlich mehr als du, um über mein Leben nachzudenken. Und dass ich nur eins habe ist genau der Grund, warum ich die Transition in recht hohem Alter begonnen habe!!! Im übrigen kann ich mir nicht vorstellen, dass es eine Therapie gäbe, die mir ein glückliches Leben als Mann bescheren könnte. Das wäre ja quasi zurück in die Zukunft der Psychotherapie, mit der man dann Transsexualität heilen könnte.

Alles in allem hast du ziemlichen Unsinn geschrieben, in erster Linie deshalb, weil du pauschal Urteile fällst und meinst Ratschläge geben zu müssen. Aber jeder Mensch ist ein Individuum, und da du das scheinbar nicht verstanden hast, empfehle ich dir einen Jobwechsel bzw. bei dem was du scheinbar machst, dich erst mal weiterzubilden, ehe du womöglich Transsexuelle ins Unglück laberst...

LG

Suse

Ich war kein Mann, ich sah nur so aus.

Michaela
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dabei seit: 11.11.2012

Hallo Suse,

warum fühlst Du Dich angesprochen, wenn keine meiner Eingrenzungen auf Dich zutrifft? Wenn Du genügend nachgedacht und bewertet hast, mach mit Deinem Leben, was Du für richtig hältst. Aber bedenke bei manchen Schritten, dass sie entgültig sind.

Das die Gruppe der Transsexuellen überwiegend beratungsresistent ist, ist unter Kollegen hinreichend bekannt und wird kontrovers diskutiert. Manche sehen darin Zielstrebigkeit, andere Verbohrtheit.

Wenn ich Älteren zur besonderen Vorsicht rate, hat das seine Gründe. Die kann man sich anhören, oder man kann es sein lassen.

Alles Gute auf dem weiteren Weg.

Suse
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dabei seit: 07.11.2012

Michaela schrieb:
Hallo Suse, warum fühlst Du Dich angesprochen, wenn keine meiner Eingrenzungen auf Dich zutrifft? Wenn Du genügend nachgedacht und bewertet hast, mach mit Deinem Leben, was Du für richtig hältst. Aber bedenke bei manchen Schritten, dass sie entgültig sind. Alles Gute auf dem weiteren Weg.

 

Hallo Michaela,

deine Eingrenzung steht gleich an mehreren Stellen, nämlich das Alter, und da du es gleich mehrfach erwähnst, dazu noch Menschen davon abrätst, die 15 Jahre jünger sind als ich, dachte ich, dass gerade dies ein besonders wichtiges Kriterium für dich ist!

Außerdem, das was du als "spontante Transsexuelle" bezeichnest, hat den leider feststehenden Begriff "sekundäre Transsexuelle" In beidem kann man durchaus eine Diskriminierung erkennen wenn man will. Gerade wieder mal die Pauschalisierung deinerseits, dass automatisch alle etwas älteren TS, dies so ganz plötzlich und spontan entschieden haben. Die meisten älteren TS die ich kenne, und das sind einige, haben jahrelang wenn nicht zig Jahre lang mit sich gerungen, ehe sie sich zu diesem Schritt entschieden haben. Wenn man deine Ausführungen liest, dann könnte man als Unbeteiligte glauben, dass die Menschen von denen ich spreche, eine Minderheit darstellen... das Gegenteil ist der Fall. Ich kenne niemanden, der schon älter ist und sich spontan entschieden hat: "Hey, ich schmeiße jetzt mal mein zerrüttetes männliches Leben über Bord. Alles kann ja nur besser werden. Deshalb werde ich jetzt Frau und tue alles dafür, damit ich Hormone bekomme und lasse eine GaOP durchführen."

Diese Pauschalisierung finde ich tatsächlich diskriminierend und da ist es völlig egal ob ich mich dadurch persönlich angegriffen fühle oder ob es mir um etwas Grundsätzliches geht, was noch viel eher der Fall ist. Persönlich kann ich nur mitleidig über deine Ansichten lächeln, denn ich weiß was ich will und was ich tue. Aber, wie schon geschrieben, so manche andere TS, die vielleicht nicht so gefestigt ist, lässt sich da vielleicht etwas ausreden und wird evtl. dadurch unglücklich...

Ich war kein Mann, ich sah nur so aus.

Martin-a
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dabei seit: 22.11.2012

Michaela schrieb:
warum fühlst Du Dich angesprochen, wenn keine meiner Eingrenzungen auf Dich zutrifft?

Vielleicht weil Du Dir nicht die Mühe gemacht hast, Deine Aussagen entsprechend auszuarbeiten?

Michaela schrieb:
Ich rate heute allen ab mittlerem Alter davon ab, eine Transition zu beginnen. Es gibt genügend therapeutische Ansätze, um als Mann glücklich zu werden

Das liest sich halt nicht wie eine Eingrenzung auf eine bestimmte Gruppe von Betroffenen.

 

Suse
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dabei seit: 07.11.2012

Michaela schrieb:
Das die Gruppe der Transsexuellen überwiegend beratungsresistent ist, ist unter Kollegen hinreichend bekannt und wird kontrovers diskutiert. Manche sehen darin Zielstrebigkeit, andere Verbohrtheit. Wenn ich Älteren zur besonderen Vorsicht rate, hat das seine Gründe. Die kann man sich anhören, oder man kann es sein lassen.

Na super, während ich meine Antwort schrieb, hast du noch schnell eine weitere Pauschalisierung/Diskriminierung eingebaut. Vielen Dank! Du hast immer noch nicht verraten, was du beruflich so machst, aber dir und deinen Kollegen möchte ich nicht im Dunkeln begegnen...

Ich war kein Mann, ich sah nur so aus.

rafaela62
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Obwohl ich mich hier im Forum mit Beiträgen doch in Letzter Zeit zurückgezogen haben (ebend auch aus Zeitgründen), doch auch eine Bermerkung hierzu von mir:

Michaela, deine Bemerkung kann ich nicht ganz unterstützen. 

Ich kenne aus Erfahrung verschiedene dieser Wege, die transidente (ich schreibe das bewust so) Mdenschen gehen, gehen wollen oder auch nicht ! gegangen sind. Um das zu vermeiden, was du geschrieben hast, gibt es ja den sogenannten "Alltagstest".

Ich habe auch transidente Menschen, im Rahmen unserer SHG - Arbeit kennen gelernt, die auf grund ihres Alltagstestes eine Entscheidung gegen Transsexualität getroffen haben. Und genau vor solchen Mensche habe ich auch absoluten Respekt. Weil diese für sich festgestellt haebn, das es doch nicht TS ist, wie sich eine Zeit lang gefühlt haben. Ich selbst habe mich zwei Jahre im Alltagstest geprüft , ob es wirklich TS ist. Und glaube mir, ich habe mir diese Entscheidung auch nicht leicht gemacht. Und ich hatte auf meinem Weg, den ich selbst und nur für mich gegangen bin, mich nicht auf irgendwelche Foren gestützt. Ich hatte Hilfen und Rat (was wird auf mich zukommen, wenn ich mich für die Transition entscheide). Und das nicht aus irgend welchen Foren, sondern von ebendfalls Betroffenen, zu denen ich Kontakt gefunden habe.

Und hier liegt leider das Problem vieler Transsexueller. Man versucht diesen Weg allein oder ebend mit geschrieben in irgendwelchen Foren zu gehen. Wir sehen das imer wieder, wenn Betroffene zu uns in die SHG kommen, und um Rat Fragen:

- Wie geht es weiter

- Was kommt noch auf uns/mich zu

- Wie können wir als Angehörige mit diesem Thema umgehen

- Wo finde ich weitere Hilfen

Und hier liegt ebend das Problem. Teilweise Fehlberatung und leider auch Fehlbehandlungen von Ärzten. Und dann wenden sich Betroffene bzw. Angehörige oftmals erst an eine SHG, wenn es schon fast zu spät ist (siehe im Satz vorher), oder schon eine gewisse Verzweiflung über das Weiterkommen sich breit geacht hat. Dafür gibt es auch zwei ganz konkrete Beispiele in den letzten vier Wochen hier bei uns.

Nach den Gesprächen in unserer SHG haben wir sowohl Dankesanrufe in unserem Selbsthilfezentrum als auch Dankesmails für die ausführliche und gute Beratung bekommen.

Und genau hier sollte bei der Beurteilung von transidenten Wegen angesetzt werden, und nicht nur pauschalisiert werden.

Auch finde ich es nicht ganz Richtig, trasidenten Menachen jenseits der 40 die Möglichkeit abzusprechen, die Ga - Op machen zu lassen!

Auch dafür gibt es auch in unserer Gruppe viele erfogreiche Beispiele - auch mit neuer Familiengründung.

Mittlerweile sind hier auch einige Beiträge geschrieben worden, die dies ähnlich zum Ausdruck bringen.

Gruß Rafaela

Leitende Betreuerin der SHG Trans Jena   

http://jena.transhilfe-thueringen.de

Optimismus und Selbstvertrauen sind das Wichtigste

Michaela
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dabei seit: 11.11.2012

Suse schrieb:

Aber, wie schon geschrieben, so manche andere TS, die vielleicht nicht so gefestigt ist, lässt sich da vielleicht etwas ausreden und wird evtl. dadurch unglücklich

Oder evtl. glücklich. Wer kann das vorher beurteilen.

Die Anfangseuphorie vergeht und wenn man Patienten länger begleitet, erlebt man viele Phasen. Die Warnungen von Jasminchen sind nicht von der Hand zu weisen. Sieh es als Diskriminierung, wenn Ärzte ihre Erfahrung weitergeben und rede allen anderen ein, dass Du den einzigen Weg zum Glück für alle kennst. Wenn Du das für sinnvoll hältst, mach es. Es ist in Foren üblich.

Ich rate allen und besonders den Älteren, die nicht plausibel beschreiben können, wann sie das erste mal eindeutig die eigene weibliche Identität wahrgenommen haben, alle möglichen Wege zu prüfen. Ich rate eindringlich von Selbstmedikation mit Hormonen ab, wie es in den meisten Fällen passiert.

Suse
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dabei seit: 07.11.2012

Michaela schrieb:

Ich rate allen und besonders den Älteren, die nicht plausibel beschreiben können, wann sie das erste mal eindeutig die eigene weibliche Identität wahrgenommen haben, alle möglichen Wege zu prüfen. Ich rate eindringlich von Selbstmedikation mit Hormonen ab, wie es in den meisten Fällen passiert.

Geht doch!! Ich frage mich nur, warum man dich erst mehrmals gegen dein Schienbein treten muss, damit mal etwas Konkretes und halbwegs Durchdachtes von dir geschrieben wird.

Leider hast du dich aber mit dem was du davor geschrieben hast, bei mir persönlich disqualifiziert:

Michaela schrieb:
Suse schrieb:
Aber, wie schon geschrieben, so manche andere TS, die vielleicht nicht so gefestigt ist, lässt sich da vielleicht etwas ausreden und wird evtl. dadurch unglücklich
Oder evtl. glücklich. Wer kann das vorher beurteilen. Die Anfangseuphorie vergeht und wenn man Patienten länger begleitet, erlebt man viele Phasen. Die Warnungen von Jasminchen sind nicht von der Hand zu weisen. Sieh es als Diskriminierung, wenn Ärzte ihre Erfahrung weitergeben und rede allen anderen ein, dass Du den einzigen Weg zum Glück für alle kennst. Wenn Du das für sinnvoll hältst, mach es. Es ist in Foren üblich.

Ich habe die Möglichkeit überhaupt nicht ausgeschlossen, dass jemand glücklich wird, wenn er sich gegen die Transition bzw. GaOP entscheidet, sondern nur einen Gegensatz zu dem aufgeführt was du als alleinige Wahrheit darstellen wolltest.

Ich habe weder Ärzten Diskriminierung unterstellt, wenn sie ihre Erfahrungen weitergeben, sondern Diskriminierung im Zusammenhang mit "pauschaler Beratungsresistenz" erwähnt. Auch habe ich, im Gegensatz zu dir, niemandem einreden wollen, dass ich den einzigen Weg zum Glück für alle kenne. Deine Polemik kannst du dir bitte sparen. Es ist allerdings ein verbreitetes Mittel, wenn man sich verbal anders nicht mehr zu wehren weiß...

Übrigens frage ich dich jetzt zum 3. Mal was du beruflich machst!? Es scheint was beim Geheimdienst zu sein, oder?

Ich war kein Mann, ich sah nur so aus.

Karin
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dabei seit: 03.04.2007

Michaela schrieb:
Aus meiner beruflichen Arbeit wird immer klarer, dass es nicht "die Transsexualität" gibt. Sehr wenige wissen von frühester Kindheit eindeutig um die eigene Transsexualität und kämpfen dafür. Bei sehr vielen manifestiert sich erst später im Leben der Wunsch, das zerrüttete männliche Leben zu beenden und etwas anderes zu versuchen. Diese Gruppe, ich nenne sie "spontan Transsexuelle", geht mit falschen Erwartungen in den Weg und scheitern regelmäßig, da sie von den alten Problemen eingeholt werden und gesellschaftlich vereinsamen. Ich rate heute allen ab mittlerem Alter davon ab, eine Transition zu beginnen. Es gibt genügend therapeutische Ansätze, um als Mann glücklich zu werden. Es werden heute viel zu schnell Hormone gegeben und es werden Menschen nur deshalb operiert, weil die Ärzte keine Lust auf weitere nervende Gespräche mit Androhung von Selbstmord haben. Wer nach zwei eindeutig negativen Gutachten so lange weiter zu anderen Psychiatern rennt, bis er ein Papier in den Händen hält, welches Ärzte zur Gabe von Hormonen veranläßt, ist selber über die Folgen dieser Fehlbehandlung verantwortlich. Denkt über Euer Leben nach. Ihr habt nur eines.

Sorry,

aber meiner Meinung nach ist einiges Quatsch mit Soße, die du da von dir gibst.

Du rätst allen im mittleren Alter ab! Diese Frauen könnten als Mann glücklich werden, schreibst du?

Das glaubst du ja wohl selber nicht. ~X(

Auf meine Freundinnen, und das sind inzwischen einige, die größtenteils schon den schweren Weg, incl. OP hinter sich haben, trifft das kaum zu. Und die meisten wußten es seit dem Vorschualter.

Viele davon waren um die 50, als es für sie kaum einen anderen Weg gab, um glücklich zu werden.

Die meisten fassten erst spät den Entschluß, nicht mehr auf gesellschaftliche Zwänge zu hören, sondern auf ihr eigenes Wesen. Mit vielen habe ich nächtelang am Telefon geheult, weil wir nicht glaubten, jemals Frau sei zu können, für unsere Mitmenschen. Und doch haben wir es geschafft.

Die ich kennenlernen durfte, hatten eher vorher wenig Schwirigkeiten mit dem alltäglichen Leben. Wenn ich nachdenke, alle waren auch finanziell versorgt, wenn auch nicht reich. Probleme mit Mitmenschen hatten die eher nicht. Weil jemand, der es verdrängt sich sowieso gut anpassen kann und muß. Und noch etwas fällt mir auf, die in meinem Alter sich entschlossen, und auch hinterher nach der OP glücklich wurden, hatten vorher, bis auf die unsagbare Traurigkeit, die ich oft bei ihnen erlebte, keine anderen psychischen Probleme. Sie waren eben nur Frauen im falschen Körper. Gut, eine stotterte, aber seit sie als Frau lebt, ist auch das Stottern weg.

Was allerdings bei vielen, die ich kenne, mit zunehmenden Alter, einstellte, waren körperliche Leiden.

Auch bei mir waren die Ärzte ratlos. Auslöser einer schlimmen Krankheit, die ich bekam, ab etwa 35 LJ. war, nach Auskunft 3 verschiedener Fachärzte das   TESTOSTERON.

Nach 10 Jahren Therapie keine Besserung. Wie auf wundersame Weise besserte sich mein Leiden, als ich endlich akzeptierte eie Frau zu sein mit 45 ! Und das ohne Medikamente oder Hormone! Scheinbar eben dadurch, dass ich endlich akzeptierte eine Frau zu sein. Ich lebte in der für mich richtigen Geschlecht einige Zeit, und mir ging es besser und besser. Wohlgemerkt, keine Hormone!

Ich habe mich immer wieder selbst gefragt, welche Alternativen es gäbe. Ich hatte einen sicheren Job, ein abbezahltes großzügiges Einfamilienhaus, Ehefrau und erwachsene Kinder, ein soziales Umfeld. Mir war vorher klar, das vieles davon den Bach runter gehen kann. Ich glaube jede Transsexuelle, die sich vorher selbst immer wieder prüft und ehrlich abwägt, wird nach dem Umstieg zwar vieles verlieren (  Ehefrau, Arbeit, Bekannte), aber das Lebensgefühl wird endlich richtig sein. Die Schwierigkeiten, mit denen alle zu kämpfen haben, ob jung oder alt, sind schwer zu ertragen. Scheinbar ist bei stark ausgeprägter und lange verdrängter Transsexualität eine psychosomatische Beeinflussung der physischen Gesundheit möglich.  Und von einigen Spätentschlossenen, habe ich ähnliches gehört.  Leider konnte ich darüber bisher keine Studien finden.

Ja, ich gebe zu, auch ich kenne einen Mann, der die Psychos oft gewechelt hat, bis er ein Attest für Hormone hatte.

Das ging schief, der Typ ist reif für die Klapse, ums mal deutlich zu sagen. Aber das es so schleche Ärzte gibt, dass die nicht erkennen, dass da andere Probleme vorliegen tzzz. Inzwischen kommen einige aus meiner Nachbarschaft auf mich zu, sie möchte mal mit mir reden. Diese haben sich dann mir gegenüber geoutet. Es waren meiner Meinung nach durchwegs keine TS, sondern eher Fetischisten in Frauenkleidern. Aber eben keine transsexellen Frauen. Ja, einige wollten den Weg gehen, wie ich. Ich hab ihnen immer das selbe geraten: " wenn du irgendwie glücklich werden kannst, ohne diesen harten Weg mit Hormonen und Operation zu gehen, dann sei lieber so glücklich!" Manche kamen nicht mehr, obwohl ich meine Hilfe angeboten hatte.