Warum haben viele TS/TV keinen Job?

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Triona
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tina666 schrieb:

Hi Triona

Also meinst du das ja ich schreibe es wie ich es denke (viele faul sind zu arbeiten bzw. dazu zu lernen um ein besseren posten zu bekommen?)

Klar gibt es diese Menschen auch, aber ich denke auch das natürlich nicht alle so sind

 

 

Das habe ich so nicht gemeint + auch nicht geschrieben.

Klar, es gibt auch unter T* solche Leute.

Aber mit den Umständen meinte ich vor allem zb familiäre Verhältnisse, ungünstige Bedingungen für Wohnortwechsel, uä., was bei vielen auch eine mangelnde Flexibilität (meint: geistige Beweglichkeit) fördert.

Viele Menschen mit einer sogen "Arbeitnehmermentalität" fühlen sich auch einfach nicht in der Lage, eine selbständige Tätigkeit zu versuchen, auch wenn sie vlt die fachlichen Qualifikatioinen dazu hätten.
Dies würde idR den Versuch auch von vorn herein zum Scheitern verurteilen.

(Diese Erfahrung habe ich schon mehrfach gemacht mit Menschen, die mit T* überhaupt nix zu tun haben.
Evtl durchaus vorhandene Arbeitswilligkeit allein reicht hier meistens nicht, selbst bei hinreichender fachlicher Qualifikation.)

Außerdem fördert die herrschende Sozialgesetzgebung nicht gerade die Möglichkeiten, es doch zu versuchen. Hartz4 ist einerseits zu wenig leben. Aber wer etwas "dazuzverdienen" will + evtl auch kann, wird dafür nur bestraft. Außerdem fördert die Gesetzgebung auch nicht bzw bestraft mögliche Arbeitgeber, die dies versuchen. (Hohe Rückzahlungsforderungen, wenn ein Versuch nicht erfolgreich ist, übermäßige Belastung durch Sozialversicherungszahlungen.)

Es ist eben alles nicht immer so einfach.

 

liebe grüße
triona

 

 

Aw, Thou beloved, do hearken to the Banshee's lonely croon!

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Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

Triona
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tassi hat mich richtig verstanden.

liebe grüße
triona

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tina666 EX
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Ich denke ihr bewertet es zu extrem Kompliziert, ihr habt eine Wunschvorstellung von Arbeitnehmer die ich in Moment gar nicht nachvollziehen kann.

Das was ihr schreibt hört sich extrem nach Arbeitgeber an.

Sorry aber ich denke in moment das ihr gar keine Ahnung habt, was in und am Arbeitsmarkt los ist.

Ihr  schreibt von sachen die Leute die Arbeit suchen rein gar nicht verstehen können, ich glaube auch das Menschen Flexibel werden können wenn diese eine Chance bekommen mehr zun verdienen.

Wenn der Lohn das hält um damit leben zu können, dan bewegen sich halt Menschen, es kommt darauf an was am Monats ende übrig bleibt.

Wenn Menschen nur etwas mehr verdienen wie Harz 4, denkt ihr dan das sie von Berlin nach Stuttgart ziehen würden?

Um dan für das geld zu arbeiten?

Arbeit muß sich lohnen, so einfach ist das.

 

GabiStern
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Das hast du wundervoll formuliert, liebe Tassi:-)

n/v
Triona
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dabei seit: 05.10.2007

Hallo Tina,

zwar befinde ich mich seit Jahrzehnten eher in der Rolle eines "Arbeitgebers" bzw richtiger in der eines  selbständigen Geschäftspartners.

Aber die Lage eines Arbeitnehmers ist mir aus ebenfalls jahrzehntelanger Erfahrung nicht unbekannt.
Auch die stetige Verschärfung dieser Lage in den letzten Jahrzehnten ist mir nicht entgangen.

Deswegen habe ich auch die Bezugnahme, auf "Faulheit" oder ähnl zurückgewiesen, um Mißverständnissen vorzubeugen.
Rechtskonservative Einstelllungen + Handlungsweisen sind mir fremd + werden von mir auch nicht in der Praxis gepflegt. Der (wirtschftliche) Klassenwiderspruch zwischen Arbeitgebern + Arbeitnehmern ist mir sehr wohl bewußt + die daraus folgenden Probleme ebenfalls.
Ich schere auch nicht alle Menschen über einen Kamm + betrachte jeden Einzelfall besonders.

 

liebe grüße
triona

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Konstanze
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dabei seit: 29.04.2005

Da hier eher nur rumteoretisiert wird, erzähl ich mal meine Erlebnisse bezgl. Arbeit - Transe


Vornewech, ich bin Freiberufler also mein eigener Chef und erzähle beim Auftraggeber natürlich nicht sofort rum, dass ich Transe bin.

Das erste (passive) Erlebniss war in einer Werbeagentur. Ein Kollegin hat längere Zeit mit einer Kundin telefoniert. nach Ende des Gessprächs erzählte die Kollegin, dass die Kundin ihr ihr ganzen Leben erzählt hat, auch dass sie Transsexuell ist. Bei irgend einem Anschreiben an diese Kundin, passierte, dass sie mit "Herr" angesprochen wurde. Da die Email schon weg war, wurde beraten, was man machen soll. Genau weis ich nicht mehr, was gemacht wurde, ich bilde mir jedoch ein, dass beschlossen wurde nichts zu machen, da eine nachgeschobene Entschuldigung noch blöder kommen würde. Was mir aber auffiel, dass dies nicht bewusst passierte und dass keine Vorbehalte gegen TS da waren. Die Geschäftsbeziehung hat darunter nicht gelitten

Zu der Zeit als ich zwar schon aushäusig getranst habe aber nur Eingeweihte bescheid wussten, plante ich mein Outing, damit das aus dem Haus stehlen, endlich nicht mehr nervt. Als Vorabendevent für Schlampenfest habe ich kurzerhand in meiner Galerie eine Transthema bezogene Ausstellung organisiert und war bei der Vernissage als Konstanze anwesend. In meinen Einladungsverteiler waren auch einige Geschäftspartner und Auftraggeber. Die hatte ich vergessen rauszulöschen. Und tatsächlich ist einer davon aufgetaucht. Vernissage, 100 Besucher, davon ca. 30 Transen und ich eine davon. Als K. mich erkannt ist er gleich zu mir gekommen und hat erklärt, dass er dies super findet und warum ich dies nie vorher erzählt habe. Ich habe auch weiterhin Aufträge von K. bekommen.

vor 2 Jahren, hatte ich einen größeren Auftrag in Karlsruhe. Da dieser über ein Jahr ging und ich viele Leute aus Ka kenne, hab ich Konstanze nach Feierabend auch ausgelebt. Natürlich hat mich irgendwann ein Arbeitskollege gesehen. Sogar mein direkter Vorgesetzter, ich hab ihn jedoch nicht gesehen. Am nächsten Tag hat er mich angesprochen, "Du warst gestern im XXXXXX, gelle". Mir war auch sofort klar, was er meint, darum hab ich nur mit "Ja" geantwortet. Dann war erstmal pause, dann meinte er, falls mich in der Arbeit irgendjemand deswegen dumm anmacht, soll ich es ihm sagen, er würde sich dann darum kümmern. Punkt. Später hat er sich noch etwas genauer über die Thematik erkundigt, aber es gab nie ein Problem.

 

Evtl. kann ja mal jemand seine "negativen" Erfahrungen berichten.

n/v
Tassi EX
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Klingt doch super!

Nun das mit dem "Rumtheoretisieren" stimmt nicht ganz - nur gibt es halt keine allgemein gültigen Rezepte.

Interessant ist natürlich der Punkt, bei welchem man Geschäftsbeziehungen über einen längeren Zeitraum hat. Bei einigen Projekten ist dies auch bei mir der Fall. Witzig ist halt immer Punkt, dass ich im Vorfeld meine geschäftlichen Termine am Telefon vereinbare (daher gibt es auch manche Tage, an welchen ich hier doch etwas intensiver mit schreibe...). Der Erstkontakt ist dann immer insofern spannend, da viele von meinem Mitarbeiter sprechen, mit welchem sie  zuvor am Telefon sprachen Smile . Manchaml kläre ich die Kunden darüber auf, dass ich es war - manchmal lass ich aber auch die Kunden in dem Glauben... Ein Teil der Kunden kennt mich allerdings noch aus meiner äusserlich männlichen Vergangenheit und selbst hier gab es überhaupt keine Probleme. Viele sagen, dass ich jetzt wesentlich besser aussehe als vorher und manche eben auch, dass sie von Anfang an dachten, dass mit mir etwas ist oder mich eben für schwul hielten - war aber schon immer ein Punkt, der mich Zeit meines Lebens begleitete ... insofern Gewohnheit. Wink

Wie schon weiter oben angedeutet, erfolgte der Wechsel im Geschäftlichen als letztes und besonders hier war es mir wichtig, mich so zu kleiden wie ich mich fühlte und nicht, was ich gerne sein wollte und ich denke, dass es genau der Punkt ist, welchen man als authentisches Auftreten bezeichnet.

Wenn man dann beim Zahnarzt vor dem Röntgen routinemäßig gefragt wird, ob man eventuell schwanger ist, kann man sich wohl sicher sein, dass es einfach stimmig ist (passierte mir erst kürzlich zu Weihnachten während des Notdienstes in der Kölner Zahnklinik).

Gerade im Aussendienst erwarten viele Firmen von ihren Mitarbeitern ein steriles, fast schon uniformes Auftreten und dem möchte ich nach meinen Erfshrungen widersprechen, denn solche Leute sind in meinen Augen einfach nur ohne Aussage und austauschbar.

 

JenniferS
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dabei seit: 31.12.2006

Roxanne schrieb:

Und ganz sicher würden viele TV das supergern mal tun. Nicht immer, aber immer öfter. Und warum tun sie es nicht: Weil sie Nachteile befürchten.

Oh ja, und genau deswegen mach ich es nicht und was hie rlos wäre kann ich mir denken, weil die Jungs ihre diskriminierenden Reden schon gehalten haben, ohne zu wissen, daß der Feind mithört.

Wird von anderen Tvs auch bestätigt. In manchen Berufen macht es allerdings keinen Sinn EN FEMME zu erscheinen, auch für einen TV nicht, weil er/sie dann eh in klobige Schutzkleidung müßte. Da dürfte EN FEMME vermutlich nur auf die Büro Tvs zu treffen.

Jenny

JenniferS
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Ronja S. schrieb:

Eine Mitarbeiterin der Agentur für Arbeit sagte mir, "sie könne mich in Frauenberufe als Mann niemals vermitteln, wo gäbe es denn sowas!"


Nennt man das nicht "Steward" ? Smile

Ob wohl, den, den ich mal im Flugzeug getroffen habe, der war unheimlich nett , echt, aber mit Sicherheit nicht hetero Wink

Der muß Mario Barth als Vorlage gedient haben.

Jenny

Triona
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Tassi schrieb:

Gerade im Aussendienst erwarten viele Firmen von ihren Mitarbeitern ein steriles, fast schon uniformes Auftreten und dem möchte ich nach meinen Erfshrungen widersprechen, denn solche Leute sind in meinen Augen einfach nur ohne Aussage und austauschbar.

 

Einige Kunden (Handwerker) haben mir da schon gesagt, daß sie bei den gelackten Vertretern des großen Schraubenhändlers mit dem W, die alle im vorgeschriebenen Einheitserscheinungsbild mit Schnäuzer, Schlips + Lederjacke usw erscheinen, hauptsächlich deshalb nix kaufen wollen, weil sie zu diesem Verkäufertyp kein Vertrauen hätten.

Bei genauso uniformierten Einkäufern in Großbetrieben mag das natürlich bisweilen schon wieder anders aussehen. Aber die kaufen meist eh nix bei Kleinbetrieben.

 

liebe grüße
triona

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