Warum haben viele TS/TV keinen Job?

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Minolfa
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Zu Thema "Netzwerke" möchte ich ergänzen, dass es zwischen "Unternehmertypen" und "Angestelltentypen" große mentale Unterschiede gibt. Einer überzeugten Angestellten wird es kaum zu vermitteln sein, dass es wünschenswert wäre dauernd Kunden anwerben zu müssen, finanzielle Risiken zu tragen, Werbung zu schalten oder gar in beruflichen "Networking-Portalen" rumzuspringen. Und das alles nur wegen der Aussicht, möglicherweise mehr Geld zu verdienen denn als Angestellte.

Die meisten Existenzgründungen, die die Agentur für Arbeit irgendwelchen arbeitslosen Angestellten aufs Auge gedrückt hat, sind auch entsprechend schief gegangen. Im Studium hatte ich selber einen Gewerbeschein, leben können hätte ich nicht von den Aufträgen. Und mein Haupt-"kunde" war eine Firma, wo ich die Stechuhr bedient und nach Arbeitsstunden abgerechnet hatte. Was im Prinzip dann einem Angestelltenverhältnis ohne Arbeitnehmerrechte gleich kam. Sad

Eyleen
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Die Frage die ich mir schon seit längerem Stelle ist die:

"Wieviel haben meine Kollegen/innen und mein AG schon von meinem "Anderssein" mitbekommen?"

Gewisse äußere Veränderungen lassen sich einfach nicht mehr verbergen..... Big smile

 

 

*Unser Glück und Seelenfrieden beruhen darauf, dass wir tun was wir für richtig halten und nicht das, was andere sagen oder tun.*

**Mahatma Gandhi**

Triona
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michela schrieb:

... Im Studium hatte ich selber einen Gewerbeschein, leben können hätte ich nicht von den Aufträgen. Und mein Haupt-"kunde" war eine Firma, wo ich die Stechuhr bedient und nach Arbeitsstunden abgerechnet hatte. Was im Prinzip dann einem Angestelltenverhältnis ohne Arbeitnehmerrechte gleich kam. Sad

Und idR auch noch ohne entsprechende Zahlungen an die Sozialversicherungen läuft.

Und daher seit einigen Jahren unter bestimmten Umständen als gesetzwidrige "Scheinselbständigkeit" verfolgt wird, wenn es bestimmmte Größenordnungen erreicht oder Kriterien erfüllt.

 

liebe grüße
triona

 

Aw, Thou beloved, do hearken to the Banshee's lonely croon!

sinn féin - ça ira !

Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

tina666 EX
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Also von den Beiträgen von Lina und  von Tassi bin ich richtig begeistert.

Das mit den Helfen untereinander ist ein Toller anhaltspunkt.

Aber ich glaube nicht daran das so etwas in der Realität möglich ist, der Mensch ist an sich ein Egoist und denkt nur an sich selber.

Tassi scheint ein sehr interessanter Mensch zu sein, da sie mein denken hat.

 

Triona
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Eyleen schrieb:

Die Frage die ich mir schon seit längerem Stelle ist die:

"Wieviel haben meine Kollegen/innen und mein AG schon von meinem "Anderssein" mitbekommen?"

Gewisse äußere Veränderungen lassen sich einfach nicht mehr verbergen..... Big smile

 

Als mich irgendwann mal die ersten Kunden von sich aus mit "Michaela" statt "Michael" angesprochen hatten,  bin ich schritttweise dazu übergegangen, auch auf Arbeit nur noch eindeutig als Frau zu erscheinen.

Nachdem ich dann auch meine Visitenkarten + Korrespondenz auf Frau umgestellt hatte und mich am Telefon nur noch so meldete, war dann die lange hinausgezögerte Vornamensänderung irgendwann einmal unumgänglich geworden. (Hormonbehandlung + Bartepilation hatte ich da auch schon seit einiger Zeit begonnen gehabt. Die VÄ ging dann auch ohne Probleme von statten.)

Für TV ist das wahrscheinl aber meist nicht die Vorgehensweise der Wahl.

 

liebe grüße
triona

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Triona
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dabei seit: 05.10.2007

@ Lina, Tassi + Tina:

Wir sind da nicht die einzigen.

Sogar hier im Forum sind mir noch andere bekannt, die derartiges schon versucht haben, wie auch ich.

Leider sind die Umstände in Einzelfällen nicht immer gerade förderlich für einen Erfolg.
Auch lassen  Flexibilität und Lernbereitschaft mancher Betroffenen bisweilen zu wünschen übrig.
Das von Michela angesprochene Problem mit "Angestelltenmentalität" + "Unternehmermentalität" darf hier auch nicht vernachlässigt werden.

 

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Tassi EX
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dabei seit: 02.05.2007

@Triona ... stimmt!

GabiStern
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dabei seit: 18.05.2005

In einem anderen Thread haben Steffi und ich ja  bereits von der Light-Sheer Gesichtsbehandlung bei Steffi erzählt. (auch die 2. Behandlung bei Marla Schnee in Köln war übrigens klasse:-) Man sieht auf Steffi's heller Haut den dunklen Bartschatten natürlich besonders gut. In dem dunklen Bartschatten sind inzwischen richtige Schneisen heller Haut, manche Stellen erinnern gar an ein Schachbrett. Zwei Arbeitskollegen von Steffi fragten offen nach was denn mit dem Bart sei. Zu diesem Zeitpunkt war die Haut auch noch leicht geschwollen und gerötet von der Behandlung. Steffi erklärte, dass sie sich von ihrem Bart dauerhaft trenne und gut war es. Sie hat nicht gesagt, dass sie es auch deswegen tut um in der Freizeit als Frau authentischer zu sein.

Will sagen: mit der kosmetischen Behandlung an sich hatte keiner der Arbeitskollegen ein Problem, alle arbeiten weiter resepktvoll und als Team zusammen. Meine Einschätzung zum jetzigen Zeitpunkt ist, dass Steffi sicher niemals als Frau arbeiten gehen wird, sie strebt ja auch keine Umwandlung an. Es gibt also keinen Grund sich im Betrieb als TV zu outen.

In der Vergangenheit gab es auch schon Fragen wegen der rasierten Arme und Beine. Eine ehemalige Kollegin hat, nachdem sie bemerkte, dass die Haare auf dem Kopf immer länger wurden dafür die auf Armen und Beinen aber verschwanden, auch mal ganz offen gefragt: Du bleibst aber ein Mann? Steffi antwortete mit ja, daraufhin war das Thema erledigt und Steffi hatte auch nie den Eindruck, dass hinter ihrem Rücken getuschelt wurde.

Wahrscheinlich sind die meisten Menschen toleranter als wir denken.  Wenn es nämlich die reine Gleichgültigkeit wäre die nach dem Anfragen durchkommt, dann wäre wohl erst gar nicht gefragt worden.

Warum haben (manche) TS Probleme im Beruf?

Vor einigen Jahren lernte ich eine TS zufällig kennen. Sie lebte als Frau, hatte ihren Job verloren. Warum, das weiss ich nicht. Ich weiss aber, dass ich diese Dame niemals eingestellt hätte wenn ich personalverantwortlich wäre. Sie war von ihren Problemen schlichtweg überwältigt worden und sah auch so aus. Harz4, körperlich ungepflegt, den ganzen Tag daheim aber auch die Wohnung sehr ungepflegt, unehrlich vor allem auch sich selbst gegenüber und die ganze Welt hat Schuld an ihrem Dilemma und sie ist immer nur das arme Opfer. Ich hatte den Eindruck, dass sie vor OP geglaubt hat, dass durch die OP ein Zauber geschieht und die Welt sich ihr von ganz allein zu Füssen legt.  Nunja, die Geschichte eines Lebens wird aber idR nicht von Anderssen, Hauff oder den Gebrüdern Grimm geschrieben, man schreibt sie selbst. Dazu war diese Dame aber offensichtlich nicht in der Lage. Jede(r) ist seines/ ihres Glückes Schmied, man muss eben ein bisschen dafür tun. Ganz sicher ist es in manchen Berufen schwerer Fuss zu fassen oder "Fuss zu behalten". Durch entsprechendes Engegament erhöht Frau aber auch ganz sicher ihre Chancen, dass man wieder fest in den Sattel kommt oder auch fest im Sattel bleibt.

 

 

n/v
tina666 EX
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Hi Triona

Also meinst du das ja ich schreibe es wie ich es denke (viele faul sind zu arbeiten bzw. dazu zu lernen um ein besseren posten zu bekommen?)

Klar gibt es diese Menschen auch, aber ich denke auch das natürlich nicht alle so sind

 

Tassi EX
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@Tina ... nein Triona meinte es genrell, dass es Menschen gibt, welche sich in einem Angestelltenverhältnis wohler fühlen als in der Selbständigkeit - umgekehrt geht auch ebenso, ich für mir kann mir nur sehr schwer vorstellen, dass ich fest in einem Büro von morgens bis abends fest rumsitze.

Ich brauche den Kontakt zu Menschen, tausche mich mit ihnen gerne auf geschäftlicher Ebene aus und stehe beratend zur Seite - egal ob es nun der ganz kleine Handwerker oder die große Solartechinkfirma mit mehreren hundert Angstellten ist.

Nachdenklich stimmt mich generell die Tatsache, dass es auf der einen Seite sehr viele Firmen in Deutschland gibt welche auf der Suche nach Mitarbeitern sind und auf der anderen Seite reichlich Menschen ohne Job sind und gerne arbeiten würden (hat ja auch was mit Selbstwertgefühl zu tun..).

 

@Gabi ... ja, die von Dir gemachte Ausführung habe ich auch schon öfters erlebt, oder den gleichen Eindruck darüber gewonnen.

Ist es verkehrt wenn ich es so formuliere, dass nicht wenige sich nur um sich selbst drehen und eventuell nach Abschluss ihres Weges zu der Erkenntnis kommen, dass auf der anderen Seite doch nicht der Rasen grüner und der Himmel blauer ist?