Wann ist man angekommen?

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Beate_R
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dabei seit: 03.02.2005

Jula schrieb:
...Vielleicht ist es auch gar nicht möglich überhaupt anzukommen, egal welchen Weg man geht....

Vermutlich ist es das sogar. Wäre man nicht erst dann wirklich angekommen, wenn "das Thema" kein Thema mehr wäre? Wenn also irgendwann nach der Transition einmal ein Stadium der Selbstverständlichkeit erreicht wäre, in dem der Wechsel keine Rolle mehr spielte?

Jetzt schreibe ich mal bewusst nicht, dass ich niemanden als transsexuell kenne, bei der oder dem dieser Zustand erreicht wäre (könnte ich "es" dann wissen?), sondern wohl besser, dass ich überraschend viele Frauen kenne, die im Sinne meiner obigen Eingrenzung des Begriffs zwar mit sich im reinen, aber noch lange nicht angekommen sind.

Viele liebe Grüße

Beate 

Suhi
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dabei seit: 27.07.2008

Ich muss zugeben, dass ich das Thema Transition schon sehr anstrengend finde, eben weil es mich so sehr beschäftigt. Noch mehr ärgere ich mich darüber, dass ich die wenigen eingeweihten Freunde damit so oft nerve.

Daher glaube und hoffe ich auch, dass man die Transition abschließen kann. Man sollte sich nur darüber im klaren sein, dass man das Ziel, vollkommen dem anderen Bio-Geschlecht anzugehören, nie erreichen wird - es ist vielleicht auch gar nicht notwendig. Ziel sollte einfach sein, seine Persönlichkeit zu finden. Bei transidenten Menschen gehört eben auch die Transition an sich dazu, welche aber wegen der gesellschaftlichen Umstände meist verheimlicht werden muss.

Jeder Mensch besteht halt aus männlichen als auch weiblichen Anteilen - und das sowohl im Geist als auch im Körper. In meinem Geist dominieren die weiblichen Anteile in Bereichen wie der Sexualität, wodurch ich Probleme mit meinem männlich dominierten Körper habe. Hier muss ich also irgendwie einen Ausgleich finden, ohne dabei aber meinen inneren männliche Anteil zu unterdrücken. Wenn ich diesen Ausgleich gefunden habe, ist für mich die Transition abgeschlossen - mit den kleinen Details kann man sich ja dann, wie alle anderen Menschen auch, ein Leben lang beschäftigen...

Vielleicht ist das aber auch alles nur naiv. Irgendwann werde ich das aber bestimmt heraus bekommen. Wink

Noch etwas zu Gabi: Sie meinte in dem anderen Thread, dass sie als Lebenspartner einer Transfrau keine Transition durchgemacht hat. Das sehe ich ganz anders! In meinen Augen macht auch die Familie und insbesondere der Lebenspartner eine Transition durch, sonst würden sie ja einen nicht zumindest mit dem neuen Namen ansprechen. Als Lebenspartner muss man zudem sicherlich auch die Liebe hinterfragen, was ebenfalls belastend sein kann. Insofern finde ich es vollkommen natürlich, dass man in diesem Forum auch die Lebenspartner antrifft.

n/v
Brigitte
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dabei seit: 22.07.2008

Jula schrieb:
Eine sehr tiefgründige Frage,

Zitat:
Immer zwischen den Geschlechtern stehen? Nein Danke. Irgendwann möchte ich ankommen, irgendwann möchte ich endlich zu Hause sein.

schreibt Johanna.
Genau das ist der Grund, warum ich in einem Artikel auf meiner Site (für den ich komischerweise noch keine Dresche gekriegt habe) ein wenig rumjammere.

Aber um die konkrete Hoffnung, ankommen zu können beneide ich andere schon.

Hallo Jula,

ich kenne die Empfindungen, die du in dem Artikel beschreibst. Es ist das Gefühl, nirgends so richtig dazuzugehören. Kein "richtiger Mann" zu sein, eine echte Frau schon garnicht. Da ich mich schon immer eher non-konform verhalten habe, komme ich damit zurecht.

Liebe Grüße

Brigitte

[Inzwischen missfällt es mir aber schon, mich von Mo. - Fr. als Mann zu verkleiden und mir die Fingernägel abzubrechen. Weiterführende Gedanken verdränge ich konsequent und freue mich an der Zeit, die ich e.f. verbringe]

erika67
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dabei seit: 16.03.2009

Also,wenn ich so nach fast 30 glücklichen Frauenjahren zurückblicke,hat sich

mein Weg gelohnt.

Nach der OP und PSÄ bin ich in eine andere Stadt gezogen und habe ein

neues Leben angefangen.Da die Menschen,in meinem neuen Umfeld

keine Ahnung von meinem Vorleben haben,können sie auch kein

Kopfkino einschalten. Alles ist auf einmal so normal als hätte ich

schon immer als Frau gelebt.Manchmal habe ich mich gefragt,wer

ist denn nun verrückt,ich oder die sogenannte Gesellschaft

Du geht in einem Verein, zeigst bei der Anmeldung, den Ausweis und das war es.

Alle Anmeldungen auf dem Rathaus, verlaufen auf einmal,ganz normal

man muss manchmal seine Heimat verlassen,um eine Neue zu finden.

 

bild

Kimber EX
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dabei seit: 05.05.2009

Wann man angekommen ist?

Wenn man glücklich ist.

Wann das allerdings ist, muss jeder Mensch selbst wissen. Irgendwann war bei mir der Punkt erreicht, dass ich mir dachte, dass das Leben eigentlich viel mehr ist, als ständig über sich selbst nachzudenken.

Also akzeptierte ich wie ich bin -müssen andere Menschen ja auch-, wog meine Möglichkeiten ab, was ich mit dem Körper anfangen kann, verstieß meine Transsexualität von Platz 1. der Prioritätenliste -das nervt(e) auf Dauer-, änderte mein Leben gemäß meiner Möglichkeiten, bis es meinen Ansprüchen genügte, handelte einen Waffenstillstand mit mir aus und machte eben das Beste draus.

So weit, so gut bis jetzt Smile

Und hin und wieder weinen ist okay, und Glücklichsein ist ebenso okay.

Doug hatte Recht: Macht´s gut und danke für den Fisch.

Bettina EX
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Reale PersonEhemaliges Mitgllied
dabei seit: 15.02.2009

Jede/r ist irgendwie auf den Weg, und ankommen ist auch nicht immer so einfach.

Ich war irgendwann mal mit mir im reinen, lebte gut als TV wenn ich meine beiden Rollen in aller Regelmäßigkeit ausleben konnte und war glücklich.

Aber dennoch kam irgendwann der Punkt an dem ich mir bewusst wurde das ich doch nicht angekommen war, nein ich fing an meine männliche Rolle abzulehnen, möchte seitdem nur noch Frau sein, wo das hinführt weiß ich noch nicht, aber eines ist gewiß, egal wie es ausgeht, als Mann möchte ich nie wieder leben !

Ich kann meine Träume nicht entlassen, ich schulde ihnen noch mein Leben !

jacl249
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Reale Person
dabei seit: 14.08.2006

Meine Frau sagt immer, und was kommt dann?

Aber wer weiß schon, wann Schluß und Zufriedenheit ist.
Da spielt sicher viel im Kopf statt, wie bei der letzten
Zigarette. So muß man sicherlich irgendwann das Thema
Ts hinter sich lassen.
Man merkt zwar oft, daß einige sich abmelden um einen
Neustart zu wagen, und nach Monaten sieht man sich
wieder.
Hoffe bei innerlicher Zufriedenheit ein Ende zu finden.
Momentan sag ich mir noch immer: wenn ich jemanden
helfen kann bin ich da, und somit bleibt das Thema Ts
an mir hängen.

LG
Jacqueline

n/v
katja-os
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dabei seit: 06.05.2009

ich glaube als tv bin ich angekommen - da ich seit jahren meine damengarderobe nicht mehr entsorgt habe. passierte vorher schon mal häufig.

aber die akzeptanz der frau ist da, wie und wie häufig entscheiden oft zufälle und anlässe.

bei ts ist dies sicher schwiergier zu beantworten .

die frage rote pille oder blaue stelle ich mir nicht mehr - ziel in dieser hinsicht erreicht.

 

Cathrine
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dabei seit: 30.04.2007

Jula schrieb:
Eine sehr tiefgründige Frage,
Zitat:

Immer zwischen den Geschlechtern stehen? Nein Danke. Irgendwann möchte ich ankommen, irgendwann möchte ich endlich zu Hause sein. [url=http://www.julaonline.de/nichtfroh.htm]

Also ich kann das auch gut nachemfinden weil ich dieses Spagat Zeit kenne was Job und Privatsphäre angeht. Dadurch das ich mich jetzt entschieden habe, ist alles irgendwie viel einfacher. Allein für das Einkaufen brauche ich nicht mehr doppelt soviel Geld. :bigsmile:

Aber ehrlich gesagt wann der weg zu Ende ist kein Plan. Klar habe ich Sachen wie GAOP geplannt aber mal ehrlich gesagt nach1,4 Jahren Hormonbehandlung einen Tanner IV stadium kann ich nicht sagen das ich mit AA glücklich bin vieleicht wirds ja mehr aber Planbar sicherlich nicht selbst meine Endokrinologin weiß das ich gerne ein B hätte, nur wachsen tut seit 7 monaten nichts mehr. :| 

Auf der anderen Seite steht eh alles offen weil man bei mir jetzt ein Fistel in der Herzkammer diagnostiziert hatt. Alles bleibt irgendwie offen ohne Vollnakose kein GAOP. Crying

Habe nur einen vorteil im vergleich zu allen anderen ich hatte nie einen richtigen Bartwuchs. Big smile

Und bin schon in der Jugend immer als Frau angesprochen wurden Von Leuten die es nocht besser wusten.

n/v
Yvonne- Alison
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dabei seit: 24.09.2007

Ich sage es mal so,

Ich bin jetzt 4 Monate post op und ich bin mit dem Ergebnis zufrieden.

Gut mein Weg ist auch noch nicht zu ende und wird denke ich nie zu ende sein.

Warum ? Nun jeder Mensch ist auf einer Art Reise zu sich und einem besseren Sein, jedenfalls sagt mir mein Verstand das es so ist. Ich Lebe in einer lesbischen Beziehung, und meine Frau hält zu mir und das seit 9 Monaten.

Sie hat mich mitten in meiner Transision kennengelernt und hat mit mir so manche Laune von mir erleben dürfen und sie ist immernoch bei mir.

Für mich ist der Weg und das Ankommen warscheinlich eine Lebensaufgabe.

Gut ich werde auch mal kommisch angeschaut oder gemustert und ja es geht mir ziemlich auf die Nerven, aber nur an sch.... Tagen wo mir eh alles auf die Nerven geht.

Was ich sonst mache ? Ignorieren oder zurückstarren. Glaubt mir das hilft.

Ankommen; gerade weil es doch eine sehr spezielle für jede von uns anders definierte Sache ist, ist die Antwort auch sehr verschieden, wie wir es doch auch sind.

Ich bin so wie ich bin und ich definiere meine Persönlichkeit nicht in Seiten oder was ist noch Männlich oder Weiblich, nein jeder Mensch hat doch beide Teile in sich und es ist doch an uns es für sich selber zu Leben was wir sind.

Wenn ich zurückschaue, war meine Transision schon eine Entscheidung und auch eine art Findung.

Ich kann sagen "ich bin Angekommen" in mir und ich werde mich, so Denke ich weiter Entdecken und Finden.

Weiter werde ich für andere TS und TG`S da sein und ihnen Helfen in der SHG Essen.

LG Yvonne

n/v