Wann ist man angekommen?

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Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

Suhi schrieb:
Und zum Thema Transition: Ich sehe eine Transition als abgeschlossen, wenn man mit Körper und Geist endlich in Einklang lebt. Das kann nach meinem Verständnis auch eine TV erreichen, und ist mir damit meilenweit voraus. Aber das wird jetzt alles wohl Off-Topic...

Ich nehme Suhis Posting mal zum Anlaß für eine neue Frage: Wann ist man angekommen? Wann hat man den "Einklang mit Körper und Geist" erreicht?

Ist es so einfach, daß eine TS diesen Zustand nach erfolgtem Rollenwechsel und ggfl. GaOP erreicht hat oder erreichen kann? Nicht alle sind schließlich dann zufrieden.

Ist ein TV "angekommen", wenn er sich weitestgehend mit seinem Zustand arrangiert hat oder befindet er sich immer auf dem Weg, weil er zwischen den Geschlechtern steht? Kommt die sogenannte"Spaßtranse" an, wenn keine Tiefs mehr kommen, sondern nur noch neue "Freudenhochs"?

Das wird von TVs und TS sicher ganz unterschiedlich gesehen. Auf den eigenen Lebensweg gemünzt und wohl auch auf den der anderen. Ich denke, daß da auch einige Vorurteile, bzw. Nichtkenntnis von fremden Sorgen und Problemen hineinspielen.

Ich kann für mich sagen, daß ich mich lebenslang auf dem Weg sehe.
Ich werde nie dort ankommen, wo ich hinwill - weiß ich das überhaupt? :roll:

Ich bin neugierig auf Wortmeldungen...

Natürlichkeit ist langweilig    

Gast
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Der Weg ist bekanntlich das Ziel... Leider ist der Leichte selten der Richtige. Wenn ich die OP hinter mir habe, hoffe ich, endlich mein inneres Gleichgewicht von äußeren Unwegsamkeiten befreit zu haben. Das Ende des Weges wird es nicht sein, sondern nur ein weiterer Schritt zur Unendlichkeit.

Monika-Tersch
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dabei seit: 26.10.2005

...der Weg wird niemals enden, dazu ist alles viel zu komplex und ständig in Bewegung, Leben heißt doch ständige Veränderung, aber sicher gibt es immer Ruhepunkte. Für mich hoffe ich, das ich den richtigen Weg gefunden habe, aber ich werde es Euch erst sagen können, wenn er zu Ende ist...ich hoffe so in 50, 60 Jahre... Laughing out loud

Liebe Grüße

Moni

__________hier ist mein Beitrag zu Ende__________

Ella
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dabei seit: 27.12.2005

Wir sind im Zugsabteil aufgewacht. Wir denken über den Hauptbahnhof nach und darüber, ob es einen Fahrplan gibt. Wir wandern ein wenig im Zug umher und wenn wir zurück zu unserem Sitz kommen, sind manche Mitreisende anscheinend bereits ausgestiegen oder schlafen den Rest unserer Reise. Wir erreichen Stationen inkl. mehr oder weniger langem und angenehmem Aufenthalt, ohne diesen gebucht zu haben. Spätestens wenn wir glauben, uns bequem eingerichtet zu haben, wird der Zug wieder pfeifen. Eines Tages werden wir im Abteil wieder einschlafen.

Die Karawane bellt, der Hund zieht weiter...

rika
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dabei seit: 02.12.2007

Ich versuche mal, von dem Gegenteil aus zu starten: der Mißklang oder Zwiespalt. Das heißt, ich kämpfe gegen einen Teil von mir und wenn der eine gewinnt, hat der andere verloren. Eine schlimme Situation.

Daher ist es, so glaube ich, wichtig, diesen Kampf zu überwinden, ganz gleich ob man TS, TV oder was auch immer ist. Danach wird es ruhiger. Später vielleicht sogar gelassener, das Leben. Und wenn dann noch etwas Bescheidenheit dazu kommt, wird es richtig schön und man wird sehr stark.

Ich habe meinen Weg schon einmal als Fluch und Segen bezeichnet und die zeitweise Zerrissenheit gehasst. Vieles hat sich geändert. Die Gelassenheit wurde stärker, je mehr ich zu beiden Seiten von mir gestanden habe und sie lebe, wobei ich nicht als rika durch den Ort gehen muss. Das gibt mir nichts.

Rika macht E. stark und E. ist glücklich, rika zu sein. Das ist kein Ziel, aber eine schöne Station auf einer Rundreise. Und ich fühle, dass die im Leben sind spannender sind als diejenigen mit einem endgültigen Ziel.

rika

n/v
seamstress
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dabei seit: 10.06.2007

Zitat:
Wenn es da ist werd ich feiern.
Ich weiß da ist noch mehr.
Es liegt noch soviel vor mir.
Ich lauf noch hinterher.
Bis jetzt fühl ich nur die Hälfte,
von allem was geht.
Ich muss noch weitersuchen,
weil immernoch was fehlt.

Ich und ich, So soll es bleiben

Um mal etwas Popkultur zu zitieren... Wink

__________________________
It's a Barnum and Bailey world
Just as phony as it can be
But it wouldn't be make-believe
If you believed in me

BettinaStaal
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dabei seit: 14.04.2005

Die drei Thesen der Bettina Staal (angehämmert an das TT-Tor)

1 . Mein Kumpel Sisyphos sagt ja immer: Ist schwer, aber macht Spaß.

2. Auf dem Weg sein ist dynamisch, angekommen sein statisch.

3. Die Fahrt in den Urlaub ist Abenteuer, der Urlaub nur teuer.

Fillosofisch grüßt
Bettina

n/v
Liv-Marit Norton
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dabei seit: 13.02.2006

Ich nehme meine Lebensgeschichte als Beispiel, keine Angst......ich breite sie hier nicht aus ! :mrgreen:

Nur soviel: sie war von schwerer Krankheit geprägt; vom Zeitpunkt der
"Befreiung" der kleinen Liv änderte sich auch der Gesundheitszustand dramatisch zum Positiven.

Krankheiten sind die spürbare und sichtbare Antwort des Körpers auf die anhaltende, zerstörerische Wirkung, die das Ungleichgewicht zwischen den Wünschen und Funktionen der Psyche bewirkt.

Mir wurde im Nachhinein bewusst, dass Krankheiten den Zweck erfüllen, auf Zusammenhänge hinzuweisen, die wir nicht sehen wollen oder können.

So bin ich in der Rückschau demütig und dankbar, dieses seit vielen Jahren gewünschte Bild wenigstens teilweise leben zu dürfen, allerdings auch wissend, den letzten Schritt zum Glück (Was bedeutet Glück überhaupt?) nicht gehen zu können.

Ich halte mich mit Prognosen lieber zurück.....Wenn mir Jemand
vor 10 Jahren Bilder aus dem Hier und Jetzt gezeigt hätte, wäre meine Reaktion bestenfalls ein wehmütiger und ungläubiger Blick gewesen.

Und dennoch....hemmungsloser Jubel kann nicht ausbrechen....es wird immer etwas fehlen....die Reise geht also weiter....wohin ??

Eine echte Vision entwickelt ihr Eigenleben !

Johanna
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dabei seit: 15.05.2007

Der Weg als Ziel? Immer zwischen den Geschlechtern stehen? Nein Danke. Irgendwann möchte ich ankommen, irgendwann möchte ich endlich zu Hause sein.

Für mich ist der Alltagstest zwar eine große Erleichterung gegenüber dem Jahr vorher, aber es ist immer noch ein unklarer Zwischenzustand.

Die Frage, wann ich angekommen sein werde, zu beantworten, das ist aber aus meiner jetzigen Position heraus nicht leicht. Die GaOP sehe ich noch nicht als die Ankunft, die dürfte erst später sein. Ich kann es aber noch nicht sagen, ohne diese Erfahrung gemacht zu haben.

Gruß
Johanna

Jula
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dabei seit: 12.12.2004

Eine sehr tiefgründige Frage,

Zitat:
Immer zwischen den Geschlechtern stehen? Nein Danke. Irgendwann möchte ich ankommen, irgendwann möchte ich endlich zu Hause sein.

schreibt Johanna.
Genau das ist der Grund, warum ich in einem Artikel auf meiner Site (für den ich komischerweise noch keine Dresche gekriegt habe) ein wenig rumjammere.
Mir geht es wohl wie Roxy. Ich muss (ob es mir passt oder nicht) den Weg als Ziel akzeptieren.
Wobei der Weg manchmal schon irriterend ist. Gerade komme ich von einem Kurztrip nach Wien zurück. Zwei Tage komplett Frau, zwei Tage (subjektiv) totale Unauffälligkeit und Selbstverständlichkeit in der weiblichen Rolle. Wow! Und in die Freude darüber, das es so leicht ist und den Genuss der Situation mischt sich der Zweifel, wieso es eigentlich nicht immer so sein kann.
Kann es nicht. Muss es nach derzeitiger Einschätzung auch nicht.
Eigentlich muss ich auch nicht unbedingt ankommen. Vielleicht ist es auch gar nicht möglich überhaupt anzukommen, egal welchen Weg man geht.
Aber um die konkrete Hoffnung, ankommen zu können beneide ich andere schon.

NIVEAU ist keine Handcreme! Julas Homepagehttp://www.julaonline.de/

Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

Jula schrieb:
Genau das ist der Grund, warum ich in einem Artikel auf meiner Site (für den ich komischerweise noch keine Dresche gekriegt habe) ein wenig rumjammere.

Vielleicht, weil die Seite erst wenig bekannt war? Das wird sich ja nun ändern. Smile

Aber was du da schreibst....Ich kann es sehr gut nachempfinden. :roll:

Natürlichkeit ist langweilig