Von Beat zu Bea: Transgender-Menschen in der IT-Branche

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Lena4866
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Von Beat zu Bea: Transgender-Menschen in der IT-Branche 

Bug oder Feature? Transgender und Gender in der Tech-Welt: Bea Knecht, Gründerin des Schweizer Fernseh-Streamingdienstes Zattoo verrät Überraschendes über Geschlechterrollen, Techies und das Internet. 

Als sich der Apple-Chef Tim Cook als schwul geoutet hat, war er nur einer von mehreren prominenten Homosexuellen im Rampenlicht. Rollenbilder für Transgender hingegen gibt es kaum. Die Gründerin und Verwaltungsrats-Chefin des Fernseh-Streamingdiensts Zattoo ist im Jahr 2012 als Beat Knecht in eine viermonatige Auszeit gegangen und nach ihrer Geschlechtsangleichung als Bea Knecht zurückgekehrt. Mit dem großen Schritt hatte sie kaum Probleme, erzählt sie rückblickend. Trotzdem sie in der Männer-dominierten Tech-Branche arbeitet – oder vielleicht genau deswegen? heise online: Ist es in der Tech-Szene einfacher oder schwieriger, Transgender zu sein?

Bea Knecht: Viel einfacher! Die Tech-Szene tickt so, dass die Wahrheit im Code liegt. Man sagt: Schauen wir mal, was du produzierst und wie du denkst. Es ist eigentlich völlig wurscht, ob man dabei Birkenstocks oder High Heels trägt.

heise online: Und wie ist es, in der Tech-Szene eine Frau zu sein?

Bea Knecht: Eine Frau, die Tech macht, ist selten genug. Eine Transfrau ist schon deswegen besonders. Männer stellen den klar überwiegenden Teil der Tech-Fachkräfte. Sie freuen sich in der Regel über Kolleginnen in der Branche. Vor allem, wenn die es auch noch drauf haben.

heise online: Spielt die Vorstellung eine Rolle, dass alles Soziale eh konstruiert und eine Art großer Code ist?

Bea Knecht: Das ist gut formuliert. Meiner Erfahrung nach gibt es nicht wenige Asperger unter ITlern. Sie sind talentiert in Computerwissenschaft. Es fehlt ihnen aber die soziale Intuition. Sie müssen sich im Kopf eine Art Alltags-Code zusammenbasteln. Dieser verrät ihnen beispielsweise, was das Anheben eines Mundwinkels beim anderen bedeutet. So gesehen ist das ganze Leben etwas weird und vieles ist erlernte Repräsentation.

ransgender als Bug oder Feature?

heise online: Kann man eigentlich sagen, dass Transgender eine Art Bug ist ... Sie sind eine Frau, wurden aber fälschlicherweise als Mann geboren, und diesen Bug musste man fixen?Bea Knecht: Transgender kann man als Bug oder Feature sehen. Unsere Hirnstrukturen entsprechen nicht unserem biologischen Körper. Niemand wünscht sich das. Aber vielleicht ist es auch ein Geschenk, und damit eine Art Feature.

heise online: Wieso?Bea Knecht: Ich habe mich mit vielen anderen Transgendern unterhalten. Meine Erfahrung ist, dass etwa 50 Prozent der Mann-zu-Frau-Transgender ein sehr gutes räumliches Denk- und Wahrnehmungsvermögen haben. Es gibt dazu in den USA Studien, die im Gang sind. In der gesamten Bevölkerung haben etwa 5 Prozent diese Fähigkeit, also zehn mal weniger. Vielleicht hat unsere Prägung, die uns zunächst benachteiligt, diese und noch weitere, noch nicht erforschte Konsequenzen im Hirn.Eine These ist, dass die linke und die rechte Gehirnhälfte intensiver miteinander korrespondieren. Viele Transfrauen sind wegen ihrem räumlichen Denkvermögen in Mathematik Elektrotechnik oder Informatik sehr gut. Einige haben in der Tech- und IT-Bereich Wichtiges geleistet. So hat zum Beispiel die US-Informatikerin Lynn Conway die heute gängige Design- und Layout-Methode für Chips entwickelt. Aber es gibt auch auffällig viele Architektinnen, Chirurginnen, Pilotinnen, Rennfahrerinnen oder Künstlerinnen.

heise online: Welche Rolle spielt allgemein das Internet für die Transgender-Identität?

Bea Knecht: Das Internet ist das Gateway für den Austausch mit anderen, für das Erkennen, die Behandlung und am Schluss das Teilen der Erlebnisse und die Weiterführung der Forschung. Das gilt auch für andere Aspekte des Lebens, die ein Bug oder Feature sind.

1 von 50 Personen 

heise online: Früher war es ein großes Problem, überhaupt an Informationen zu Transsexualität zu kommen. Heute ist das alles nur wenige Klicks entfernt. Wie war es bei Ihnen?

Bea Knecht: Ich hatte schon mit sechs Jahren geahnt, dass ich bin, wie ich bin. Anfangs dachte ich allerdings, ich wäre die einzige Person in der Welt. Das geht allen so. Im Jahr 1986 hatte ich gerade mein Informatikstudium an der Universität von Kalifornien in Berkeley begonnen. Ich bin in die Bibliothek gegangen. Da gab es etwa 6 Millionen Bücher und genau sechs Bücher zu Transgender. Und dann bin ich ins Internet. Alles lief damals über textbasierte, hackermäßige Message Boards, und die gab es zu wirklich jedem Thema. Heute ist das allen zugänglich ohne Spezialkenntnisse.

heise online: Wieso gibt es Ihrer Meinung nach noch heute so wenig Transfrauen und -männer in der Öffentlichkeit, beispielsweise im Vergleich mit Schwulen und Lesben?

Bea Knecht: Trans-Sein ist seltener als Schwul-Sein. Etwa 1 von 50 Personen tickt so. Noch seltener ist, das die Betroffenen diese Prägung auch zum Ausdruck bringen. Oft unterdrücken sie es selber. Damit ist das Thema in der Gesellschaft per Definition randständig. Hinzu kommt: Wir wollen nicht unter dem Mikroskop betrachtet irgendein rarer Schmetterling sein. Wir wollen eher fotografiert werden, wenn wir uns im Mikroskop etwas anschauen oder im Kontext unserer Firma oder Familie unterwegs sind. Transpersonen sind in der Regel bestrebt, sich zu integrieren und als normal wahrgenommen zu werden. Sie fühlen sich nach der Angleichung ja auch ganz normal. (Stefan Mey) / (axk)

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Von-Beat-zu-Bea-Transgender-Menschen-in-der-IT-Branche-2595257.html

Sarah-HL
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dabei seit: 01.06.2012

Danke, hier hatte ich es vergessen, im TG-F hatte ich es verlinkt.

Blöd nur, daß manche Kommentare bei Heise mal wieder zum vergessen sind....

Smile Sarah

En fiddl fund Wurbln un ein Harbsch mit Schronk un Borsch...

Petra-Susanne
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dabei seit: 21.10.2005

Sarah-HL schrieb:
Blöd nur, daß manche Kommentare bei Heise mal wieder zum vergessen sind....

Ja. Wobei es, denke ich mal, weniger das "Niveau der heise-Leser" ist, sondern wirklich nur das Niveau der Kommentatoren widerspiegelt.

Wer sind diese Leute? Meist doch wohl solche, die meinen, von Technik 'ne Ahnung zu haben, aber so wenig zu tun, dass sie Zeit für üppige Kommentarpostings haben.

Warum haben die soviel Zeit? Weil wohl genügend andere Menschen, die Ihnen (technische) Aufgaben geben könnten, nicht der Meinung sind, dass sie genügend Ahnung haben, um die dann auch lösen zu können.

Ich schätze die Mehrzahl (aber definitiv nicht alle!!) heise-Kommentatoren so ein, dass es stark Schema-F-verhaftete Regel-Fetischisten sind, die am liebsten konventionelle Admin- oder Standardprogrammieraufgaben lösen und auch über den beruflichen Bereich hinaus eine entsprechende Weltsicht pflegen. Kreative Programmierer und Weiterdenker sind da wohl eher selten zu finden; die werden nämlich anderweitig genug zu tun haben.

Tschüssi,

Petra

Mädels, traut euch raus, insbesondere in die anonyme Öffentlichkeit! Ich bin jedenfalls in den letzten 10 Jahren noch von niemandem gebissen worden!

Mia86
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dabei seit: 10.02.2014

Also die gut dutzend kreative Programmierer in festnastellung die ich privat kenne hatten da bisher ziemlich wenig Probleme mit. An unserem verhältnis hat sich dadurch eigentlich nichts geändert. Ist aber vielleicht auch eine Frage des Alters? Die älteren Generation sind mit mehr TABU groß geworden als wir.

 

lg

Mia

Petra-Susanne
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dabei seit: 21.10.2005

Mia86 schrieb:
... kreative Programmierer in festanstellung ...

Sag ich ja: Die blöden Kommentare dürften von den Losern kommen. Die brauchen einfach 'ne weitere Gruppe, auf die sie runterschauen (zu) können (glauben). Sick

Tschüssi,

Petra

Mädels, traut euch raus, insbesondere in die anonyme Öffentlichkeit! Ich bin jedenfalls in den letzten 10 Jahren noch von niemandem gebissen worden!