Transsexuelle Und Homosexuelle kommen nicht in den Himmel!!!

65 Antworten [Letzter Beitrag]
Minolfa
Bild von Minolfa
Offline
Reale Person
dabei seit: 06.12.2007

Wenn man vatikanische Gesundheitsminister mal außen vor lässt, dann sieht die katholische Amtskirche bisher an Transsexualität keine Sündhaftigkeit. Die umstrittene (und vom derzeitigen Papst verfochtene) Ehe-Unfähigkeit wird aus Matthäus 19,10-12 hergeleitet:

"Da sagten die Jünger zu ihm: Wenn das die Stellung des Mannes in der Ehe ist, dann ist es nicht gut zu heiraten. Jesus sagte zu ihnen: Nicht alle können dieses Wort erfassen, sondern nur die, denen es gegeben ist. Denn es ist so: Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht, und manche haben sich selbst dazu gemacht - um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, erfasse es." (Quelle: Die Bibel, Einheitsübersetzung, Herder-Verlag)

Die Bibelstelle kann so interpretiert werden: "Von Geburt an zur Ehe unfähig" seien geistig schwer Behinderte und Intersexuelle, "von den Menschen dazu gemacht" Kastraten bzw. Eunuchen. "Manche haben sich selbst dazu gemacht - um des Himmelreiches willen", dieses könnten Transsexuelle sein, wobei es einen Begriff dafür ja noch nicht gab. (Im Umfeld der Israeliten gab es aber andere Religionen, zum Beispiel den Kult der Cybille, deren Priesterinnen junge Transsexuelle waren.)

Elke-no
Bild von Elke-no
Offline
Reale Person
dabei seit: 19.08.2007

hallo zusammen

ich weis das ich nicht in den himmel komme den Hexen dürfen nicht höher wie 15 meter fliegen:)

Beate_R
Bild von Beate_R
Offline
Reale Person
dabei seit: 03.02.2005

Und? Wie hoch schaffst Du es?

Viele liebe Grüße

Beate 

Beate_R
Bild von Beate_R
Offline
Reale Person
dabei seit: 03.02.2005

Und? Wie hoch schaffst Du es?

Viele liebe Grüße

Beate 

Minolfa
Bild von Minolfa
Offline
Reale Person
dabei seit: 06.12.2007

Wo ich den Kult der Cybille erwähnte, den gab's nicht nur in Kleinasien. Bei Neapel gibt es zweimal jährlich eine katholische Prozession zu einem Madonnenheiligtum, das auf dem Platz eines alten Cybille-Tempels errichtet wurde. Diese Festgottesdienste werden gerne von Homosexuellen besucht. Die dort verehrte Madonna hat der Legende nach um das Jahr 1200 zwei Homosexuellen das Leben gerettet, die aus der Stadt gejagt und an einen Baum gefesselt wurden.

http://unisob.erpx.it/show.cfm?id=32 (Italienisch, englische Übersetzung unten.)

Lina
Bild von Lina
Offline
dabei seit: 02.03.2008

Gegenfrage 1

Wie kann man die offizielle katholische Amtskirche vom Vatikan unterscheiden? Es gibt doch keine interne Gerichtsbarkeit und keine Verfassung worauf die Mitglieder sich beziehen kann.

Gegenfrage 2

Wie zuverlässig die neue Übersetzung auch sein mag - was soll man von einer Textsammlung halten, wo den Kirchenmitgliedern die folgenden Informationen vorenthalten werden: Was ist umeditiert oder gestrichen worden und wer hat es mit welcher Befugnis gemacht?

Frage Nr. 3

"Die Kult der Cybille" - hast du da ein Quellenhinweis? Klingt irgendwie interessant.

michela schrieb:

Wenn man vatikanische Gesundheitsminister mal außen vor lässt, dann sieht die katholische Amtskirche bisher an Transsexualität keine Sündhaftigkeit. Die umstrittene (und vom derzeitigen Papst verfochtene) Ehe-Unfähigkeit wird aus Matthäus 19,10-12 hergeleitet:


"Da sagten die Jünger zu ihm: Wenn das die Stellung des Mannes in der Ehe ist, dann ist es nicht gut zu heiraten. Jesus sagte zu ihnen: Nicht alle können dieses Wort erfassen, sondern nur die, denen es gegeben ist. Denn es ist so: Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht, und manche haben sich selbst dazu gemacht - um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, erfasse es." (Quelle: Die Bibel, Einheitsübersetzung, Herder-Verlag)


Die Bibelstelle kann so interpretiert werden: "Von Geburt an zur Ehe unfähig" seien geistig schwer Behinderte und Intersexuelle, "von den Menschen dazu gemacht" Kastraten bzw. Eunuchen. "Manche haben sich selbst dazu gemacht - um des Himmelreiches willen", dieses könnten Transsexuelle sein, wobei es einen Begriff dafür ja noch nicht gab. (Im Umfeld der Israeliten gab es aber andere Religionen, zum Beispiel den Kult der Cybille, deren Priesterinnen junge Transsexuelle waren.)


Minolfa
Bild von Minolfa
Offline
Reale Person
dabei seit: 06.12.2007

Hallo Lina,

zu Frage 1: Offiziell hat sich der Vatikan bisher nicht dazu herabgelassen, Transsexualität als Sünde zu bezeichnen. Persönlich habe ich beim Bistum Bamberg u.a. diesbezüglich nach der "offiziellen Lehrmeinung" gefragt, und eine entsprechende Antwort erhalten. Die Taufe bleibt gültig und ich darf weiter an der Heiligen Kommunion teilnehmen. In der Pressemeldung aus dem Eingangsposting geht es um einen Gesundheitsminister im Vatikan, der seine persönliche Meinung öffentlich verbreitet hat. Zum Glück ist nicht alles, was die Leute im Vatikan erzählen, gleich offizielle Lehrmeinung.

Zu Frage 2: Welche biblischen Urtexte im ersten Jahrtausend vernichtet wurden, kann ich nicht sagen (wie auch?). Einige moderne Bibelübersetzungen versuchen aber, auch die vor der lateinischen "Vulgata" erschienenen (noch bekannten) Urtexte zu berücksichtigen. Es gibt auch Verschwörungstheorien, dass in den Geheimarchiven des Vatikans noch dem Klerus unangenehme Bibeltexte archiviert seien.

Zu Frage 3: Ein ausführlicherer Text, der aber als "Quelle" nicht vertrauenswürdig genug ist, könnte für weitere Recherchen hilfreich sein: http://paganizingfaithofyeshua.netfirms.com/no_4_attis_cybele.htm
Außerdem hat Google ein wissenschaftliches Buch zum Thema teilweise eingescannt, das ich allerdings weder gelesen habe noch lesen werde: http://books.google.de/books?id=K_EUAAAAIAAJ&pg=PA78&lpg=PA78&dq=Mysteries+of+Cybele&source=bl&ots=JarWf5Tw4u&sig=sXDSKcOztwgfndhkfCJibO9Z9IQ&hl=it&ei=aU0cS9PuN8KG_AaQ6fHRAw&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=4&ved=0CBoQ6AEwAw#v=onepage&q=Mysteries%20of%20Cybele&f=false

Liebe Grüße, Michela

Johanna
Bild von Johanna
Offline
Reale Person
dabei seit: 15.05.2007

Hallo Michela,

michela schrieb:
Eine theologische Ausarbeitung von Stefanie Seibel zum Thema (ab Seite 3):

http://www.ethikinstitut.de/fileadmin/ethikinstitut/redaktionell/Texte_fuer_Unterseiten/Sexualethik/Seibel_Transsexuelle.pdf

so ganz kann sich die Autorin mit Transsexualität nicht anfreunden.

Zitat:
Um Annahme zu signalisieren, kann es ratsam sein, den von dem / der Betroffenen gewünschten Vornamen zur Anrede zu benutzen.

Mit Akzeptanz des neuen Geschlechtes bzw. unserer Person hat das nicht das Geringste zu tun. Sie sieht uns weiterhin als Angehörige des Geburtsgeschlechtes.

Ich verstehe die Autorin nicht. Zum einen verlangt sie auf Grund der Bibel geschlechtliche Eindeutigkeit, zum anderen verweigert sie uns gerade diese. Wir möchten geschlechtliche Eindeutigkeit. Und gerade unter diesem Gesichtspunkt kann man die Stellen der Bibel auch anders interpretieren (die Interpretation aus historischem Kontext fehlt übrigens auch).

Statt dessen sieht sie uns als psychischg gestört, z. B. zitiert sie Hartmann und Becker

Zitat:
In den vergangenen 25 Jahren sind Transsexualität und Geschlechtsumwandlung immer mehr zu einer (vermeintlichen) Lösungsschablone für vielfältige Probleme mit der eigenen Identität geworden

Aus berechtigter Kritik an der "Lösungsschablone" macht sie eine von Hartmann und Becker sicher nicht beabsichtigte Verallgemeinerung

Zitat:
Dieser Umgang mit Geschlechtsumwandlung als „Lösungsschablone“ wird also der individuellen Situation von Betroffenen nicht gerecht, zumal transsexuelles Empfinden häufig nur eine Facette einer tieferliegenden Identitätsstörung ist.

Auch wenn Betroffene sich selbst als psychisch gesund und lediglich „im falschen Körper“ lebend empfinden, zeichnet die medizinisch-psychologische Erfahrung doch ein anderes Bild.

Während Hartmann und Becker auffordern, individuelle Lösungen zu suchen, was durchaus die Geschlechtsangleichung beinhalten kann aber nicht muss, und empfehlen, eventuell auftretende andere Störungen nicht zu ignorieren, wird bei Seibel daraus eine prinzipielle Ablehnung des transsexuellen Weges und alle Transsexuellen werden zu psychisch gestörten Menschen erklärt.

Außerdem hat sie nicht verstanden, was Identität, was ja den Kern unseres Problemes betrifft, überhaupt ist:

Zitat:
vor allem, wenn man bedenkt, dass Therapie im Sinne einer Psychotherapie mit dem Ziel, die eigene – auch biologische – Identität anzunehmen, kaum stattfindet.

Ja, ist es denn nicht die Annahme unserer eigenen inneren Identität, die verhindert, dass wir im Geburtsgeschlecht glücklich leben können?

Endglütig disqualifiziert sich die Autorin mit dieser Empfehlung

Zitat:
Für Seelsorger und Gemeindeleiter empfiehlt es sich, sich um Informationen oder Schulung durch erfahrene Fachleute, wie z.B. von wuestenstrom e.V., zu bemühen,

Wüstenstrom ist eine Organisation, die behauptet, Homosexualität sei therapierbar und die sich damit gegen sämtliche disbezüglichen wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten 100 Jahre stellt. Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Wuestenstrom#Kritik und http://de.wikipedia.org/wiki/Ex-Ex-Gay

Fazit: Schade. Ich hatte mehr erhofft von einem solchen Artikel. So ist er aber leider nicht zu gebrauchen und für uns nur kontraproduktiv.

Beate_R
Bild von Beate_R
Offline
Reale Person
dabei seit: 03.02.2005

Zitat:
Fazit: Schade. Ich hatte mehr erhofft von einem solchen Artikel. So ist er aber leider nicht zu gebrauchen und für uns nur kontraproduktiv.

Auch  derartige Artikel halte ich für wichtig - auch die Auseinandersetzung mit Auffassungen von Menschen, die uns nicht akzeptieren, führt weiter.

Viele liebe Grüße

Beate 

Beate_R
Bild von Beate_R
Offline
Reale Person
dabei seit: 03.02.2005

Ein Blick auf die Webseite des Ethikinstituts bestätigt meinen Eindruck, dass die Art der christlichen Grundhaltung dieser Gruppe insgesamt ausgesprochen rückwärtsgewandt erscheint.Ein Blick auf beispielsweise die Seite über Sexualethik spricht Bände.

Mit dieser Sorte Christen habe ich schon so viele schlechte Erfahrungen gesammelt, dass ich lieber einen großen Bogen um sie mache. Sie sind letztlich auch der Grund für meinen Kirchenaustritt vor einem Jahr - die Position der Kirche gegenüber Transgendern, die seitdem offen zum Ausdruck gebracht wird, war da nur der Tropfen, der ein Fass zum Überlaufen gebracht hat. Gemeinschaften von Scheinheiligen brauche ich nicht.

Viele liebe Grüße

Beate