TGs bei Blutspende unerwünscht

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Jula
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Konstanze schrieb:

Das würde jdoch die These dass TS verkappte Schwule sind, bestätigen und sie es erst ausleben können, wenn sie sich selbst angepasst haben.

 


 

Nur partiell.

Es gibt 2 Varianten, wenn ich dich richtig verstanden habe:

Version 1: Madame Tees hat schon immer auf Männer gestanden, war sich dessen vielleicht nicht mal bewusst und traut sich erst mit der Verwirklichung der Weiblichkeit, das an die Oberfläche zu lassen.

Version2: Madame Tees steht unverändert auf Frauen, aber unterdrückt diesen Wunsch und ersetzt ihn durch ein Bekenntnis zu Männern - Selbstmanipulation im Sinne der Klischeeerfüllung. Wenn sie richtig gut ist, glaubt sie sogar selbst dran.

NIVEAU ist keine Handcreme! Julas Homepagehttp://www.julaonline.de/

Kimber EX
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Johanna schrieb:

Aber Hormone sind diesbezüglich der einzige Faktor, der sich während der Transition ändert. Davon gehört habe ich schon häufiger, mein Psychologe meinte sogar, die falsche Verdrahtung in meinem Gehirn müsse dadurch erst mal geändert werden, und eigene Beobachtungen stützen das auch.

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Im Zusammenhang mit sexueller Orientierung von ´falscher Verdrahtung´zu reden...da kann man nur den Kopf schütteln. Das lässt tief blicken.

 

Konstanze schrieb:

Hormone sind ganz und gar nicht der einzige Faktor. Eine TS wird bei der Transition optisch immer weiblicher. Es stellt sich im Kopf ein neues Lebensgefühl ein. Imho ist dies wesentlich ausschlaggebender, dass sich gewisse verdrahtungen im gehirn lösen.

Viele TS wollen perfekter als eine Frau sein, und im Regelfall ist eine Frau mit einem Mann zusammen...

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Das sehe ich ähnlich, wobei nicht nur zwingend die optische Veränderung alleine ausschlaggebend ist, sondern auch die soziale und die eigene Akzeptanz. Letzteres wenigstens bei den Menschen, die jemals ein Problem damit hatten.

Wenn ich bedenke, dass so manche Transsexuelle Panik schiebt als schwul (und damit als Mann, der auf Männer steht) zu gelten, dann haben wohl nicht wenige vor der Transition und vor dem Beginn der HRT ein Problem mit ihrer Orientierung umzugehen.

 

Wenigstens konnte ich nicht feststellen, dass sich meine Orientierung durch Hormone grossartig verändert hat.

Doug hatte Recht: Macht´s gut und danke für den Fisch.

Triona
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Jula schrieb:


 

Version2: Madame Tees steht unverändert auf Frauen, aber unterdrückt diesen Wunsch und ersetzt ihn durch ein Bekenntnis zu Männern - Selbstmanipulation im Sinne der Klischeeerfüllung. Wenn sie richtig gut ist, glaubt sie sogar selbst dran.

 

Ich bezweifle nicht, daß das geht + daß dies auch öfters vorkommt.
Aber ob dieser Mensch nachher glücklicher ist als vorher, ist doch recht ungewiß.
Zumindest mit einer durch "Selbstmanipulation zwecks Klischee-Erfüllung" möglicherweise nicht angemessenen Sexualität dürften doch einige seelische Probleme vorprogrammiert sein.

Da frage ich mich, wer sich mehr verbiegen muß:

Ein Schwuler, der sein Schwulsein unterdrücken muß,
eine TS, die ihre Weiblichkeit unterdrücken muß,
eine eigentlich lesbische ex-TS, die ihre Orientierung selbst manipulieren muß,

jeweils alles immer um zwanghaft einem Klischee von irgendwas "Normalem" zu entsprechen.

Kommt mir so vor, wie vom Regen in die Traufe zu gehen oder Teufel mit Beelzebub austreiben.

 

Liebe grüße
triona

Aw, Thou beloved, do hearken to the Banshee's lonely croon!

sinn féin - ça ira !

Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

Inga
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Hi,

die scheinen wohl mehr als genug gespendetes Blut zu haben ... wichtig ist dch, dass das gespendete Blut gesund ist, d.h. auch frei von Vermuteten Keimen. Meines Erachtens ist das Blut bei TV/TS genauso gesund wie bei Bio-Standard.

Also, ich würde mal detailiert nachfragen und um Aufschlüsselung bitten, was denn an dem Blut von TV/TS verkehrt ist bzw. warum man welche Verunreinigungen vermutet, dass man es nicht annehemn mag.

ach, ich bin beim Blutspenden aus ganz anderen Gründen Risikogruppe (Auslandsaufenthalt) und darum dauerhaft gesperrt. Da wird TV/TS auch nichts mehr daran ändern.

 

Grüße

Inga

 

Minolfa
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dabei seit: 06.12.2007

@Inga: Es gibt zwei Argumentationslinien gegen das Blutspenden von Transsexuellen:

1) Manche Ärzte setzen Transsexualität in Beziehung zu Homosexualität. Weil Homosexuelle statistisch gesehen häufiger AIDS haben als Heteros, gelten diese als Risikogruppe.

2) Die im Rahmen der Hormontherapie zugeführten Medikamente erhöhen teilweise das Thromboserisiko und/oder andere Risiken. Schwerkranken Empfängern von Blutkonserven darf kein Material angeboten werden, dessen Risiko höher ist, als sich ohne Bluttransfusion durchzuschlagen.

Tassi EX
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@Michaela ...

 

zu Punkt 1 .... naja, da scheint sich aber das Blatt etwas zu wenden, denn nach Aussage von Fachleuten, verbreitet sich Aids derzeit erstaunlich starkt in einer recht neuen Risikogruppe und zwar der der Frauen ab 30 Jahren ....(kam neulich als Info zum Weltaidstag auf Antenne Bayern)

Johanna
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dabei seit: 15.05.2007

Kimber schrieb:
Im Zusammenhang mit sexueller Orientierung von ´falscher Verdrahtung´zu reden...da kann man nur den Kopf schütteln. Das lässt tief blicken.

Es bezog sich nicht nur auf die sexuelle Orientierung. Aber ich fand seine Ansicht eigentlich gut. Wir wollen jedes männliche Merkmal am Körper, so es denn geht,verändern, aber die hormonell bedingte Vermännlichung der Psyche wollen wir nicht anrühren? Zumindest sollte man sich bewusst sein, dass es in der Psyche hormonell bedingte Unterschiede gibt.

Zitat:
Wenn ich bedenke, dass so manche Transsexuelle Panik schiebt als schwul (und damit als Mann, der auf Männer steht) zu gelten, dann haben wohl nicht wenige vor der Transition und vor dem Beginn der HRT ein Problem mit ihrer Orientierung umzugehen.

Wenigstens konnte ich nicht feststellen, dass sich meine Orientierung durch Hormone grossartig verändert hat.

Bei beiden Punkten habe ich definitiv andere Erfahrungen. Als Mann konnte ich es definitiv ausschließen, auf Männer zu stehen. Dieser Frage habe ich mich mehrmal gestellt.

Also, durch die Hormone kommt es nicht zwingend zu einer Änderung der sexuellen Orientierung, und wie die Existenz von Homosexuellen zeigt, muss es auch noch andere Ursachen geben. Sie sind nur eine Ursache unter mehreren.

Johanna
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dabei seit: 15.05.2007

Noch ein Nachtrag zum Thema Hormone und Partnerwahl (sexuelle Orientierung):

http://abenteuerforschung.zdf.de/ZDFde/inhalt/5/0,1872,7921413,00.html

Man blättere bis zum Punkt "Damenwahl": Bei Frauen ändern sich die Vorlieben sogar mit den menstruellen Hormoneschwankungen.

Kimber EX
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Johanna schrieb:

Es bezog sich nicht nur auf die sexuelle Orientierung. Aber ich fand seine Ansicht eigentlich gut. Wir wollen jedes männliche Merkmal am Körper, so es denn geht,verändern, aber die hormonell bedingte Vermännlichung der Psyche wollen wir nicht anrühren? Zumindest sollte man sich bewusst sein, dass es in der Psyche hormonell bedingte Unterschiede gibt.

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Wenn das dein Weg ist, dann ist es eben dein Weg, hauptsache man ist am Ende zufrieden.

Da ich meine Psyche niemals als männlich empfunden habe, hatte ich auch niemals Grund meine Psyche zu verändern. Ich fühlte mich eigentlich nie falsch verdrahtet oder hatte das Bedürfnis meine Eigenschaften in wünschenswerte weibliche und nicht wünschenswerte männliche Eigenschaften einzuteilen. Mir reichts Eigenschaften wie jede andere Frau zu haben.

Übrigens ist gleichgeschlechtliche Liebe normal und kein Zeichen von gegengeschlechtlichem Verhalten. Eine heterosexuelle Frau ist nicht weiblicher als eine lesbische Frau.

Zwischen allen Menschen gibt es hormonell bedingte Unterschiede, nur für gewöhnlich überwiegen die Gemeinsamkeiten.

Johanna schrieb:

Also, durch die Hormone kommt es nicht zwingend zu einer Änderung der sexuellen Orientierung, und wie die Existenz von Homosexuellen zeigt, muss es auch noch andere Ursachen geben. Sie sind nur eine Ursache unter mehreren.

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Na, dann sind wir uns in dem Punkt einig. Ich wunderte mich nur, dass du vorher andere Gründe ausgeschlossen hast.

Johanna schrieb:

Aber Hormone sind diesbezüglich der einzige Faktor, der sich während der Transition ändert.

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Während der Transition ändert sich durchaus mehr, auch schon vor der Hormoneinnahme.

Manchmal denke ich mir, dass es kein Wunder ist wenn Aussenstehende der HRT so skeptisch gegenüberstehen, wenn man ihr pauschal eine solch gewaltige psychische Wirkung zuschreibt. Übermäßig persönlichkeitsverändernd sind Hormone nun wirklich nicht.

 

PS: Zu dem Link Posting...

Ist der Unterschied zwischen Vorliebe und Orientierung nicht klar?

Darüber ob und wie Hormone einen Einfluss auf eine hetero/homosexuelle Orientierung haben, steht da nichts.

Die unterbewussten Einflüsse von Hormonen bzw. Pheromonen sind nun auch schon länger bekannt.

 

Du lebst doch mit deiner Frau zusammen, und dir ist nie aufgefallen wenn sich im Verlauf ihres Zyklus bei ihr etwas verändert hat? Oder wenn sie mal eine Pillenpause hatte und Ähnliches? Irgendwie unterschwellig? Oder hat dir deine Frau nach dem Sport nie vielsagend lächelnd gesagt, dass du gerade irgendwie animalisch riechst...während man selbst gerade denkt, dass Pumakäfig oder Dusche angesagt wäre?

 

Doug hatte Recht: Macht´s gut und danke für den Fisch.

Renate-TG
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Kimber schrieb:
...Übermäßig persönlichkeitsverändernd sind Hormone nun wirklich nicht.

Oh doch. Vielleicht bei Transfrauen nicht ganz so offensichtlich, aber warst Du schon mal mit einem Transmann zusammen, der seine ersten Testospritzen bekommen hat? Diese wirken sehr wohl persönlichkeitsverändernd, wie ich leidvoll erfahren mußte. Und nicht nur ich.

LG Renate

n/v