TGs bei Blutspende unerwünscht

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rafaela62
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Hallo zusammen!

Habe da mal eine Frage an euch, über etwas, wo ich doch etwas überrascht war:

Situation:

Bin Seit vielen Jahren Blutspender(in). Das Betreuungsteam ist eigentlich immer das selbe. Gehe da natürlich als Frau hin! Der Eingangsfragebpgen wird durch mich immer fast komplett ausgefüllt (Frauenteil lasse ich immer weg - da noch keine GA). Es gab nie Probleme. Die gesundheitlichen Werte waren immer in Ordnung.

Beim letzten Mal, vor etwa 6 Wochen, war ein neues Team da, und schon gab es Probleme:

- Irgendwie war die Schwester, welche die Kreislaufwerte genommen hat, zu blöd - jawohl z u  b l ö d - Blutdruck zu messen. Ihrer Meinung nach hätte ich angeblich 160/90 gehabt - hallo was soll das. Medizinisch normal habe ich 125-130/90. Dafür gibt es auch ein medizinisches Gutachten.

- Dann macjht die doch auch noch, auf den Gesundheitsbogen irgendwie die Bemerkung TV/TS. Wieder - hallo was soll das?

Ergenbnis dieser ganzen Aktion war, Dauerausschlus von weiteren Blutspenden.

Ich als erstes ne mail an die dafür zuständige Stelle (ging aus dem Schreiben hervor) geschrieben, mit der Bitte um Erklärung. Zwei Wochen keine Reaktionen. Ich gestern Telefon genommen - den Zuständigen angerufen. Der war erstmal super nett, hat sich das alles angehört von mir, und mir ganz sachlich und ruhig die Sache erklärt.

- Auf Grund des Eintrags von dieser Schwester falle ich unter einen Ausschlußgrund welche von der Bundesärztekammer festgelegt sind. Der hat mir auch anstandslos den dazugehörigen Internetverweis gegeben. Siehe hier: http://www.bundesärztekammer.de/page.asp?his=0.7.45.3242.3244#22 

Dann hat er mir erklärt, das es dort zwar nicht direkt steht, das ich ausgeschlossen werden kann, aber alle! TV/TS (sollten sie sich zur Blutspende outen) zu dieser Gruppe gezählt werden. Als Ausschlußgrund hat er mir gesagt: Nach den Kriterien für einen Dauerausschluß nach Absatz 2.2.1. letzter Absatz, werden wir automatisch zu dieser Risikogruppe gezählt.

Hallo - wie geht das denn? Ich habe ihn versucht zu erklären, das ich schon ewigkeiten keinen sex mit anderen mehr hatte - stand auch so im Aufnahmebogen - weil die Schwester da schon rumgezickt hat. Das hat angeblich die Ärztekammer so nicht gelten lassen.

Damit fallen erstmal für mich jegliche Blutspenden flach.

Wie ist da eure Meinung dazu - habt ihr schon ähnliche Erfahrungen gemacht?

LG Rafaela

Leitende Betreuerin der SHG Trans Jena   

http://jena.transhilfe-thueringen.de

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Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

Sehr interessant. Als potentielle Träger der "Schwulenseuche" ist unsereins unerwünscht....

Merkwürdig, ich war auch jahrelang Blutspender, aber zu meinem Sexualverhalten wurde ich nie befragt. Wäre ich geschminkt hingegangen, wäre ich wohl gleich abgewiesen worden, weil es ja "offensichtlich" ist, daß ich anschließend auf dem Bahnhofskloo den Hintern hinhalte. Sick

Natürlichkeit ist langweilig    

Triona
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dabei seit: 05.10.2007

Wie sieht das denn bei dauerhafter Medikamenteneinnahme aus, besonders bei (gegengeschlechtlicher) Hormontherapie?

 

liebe grüße
triona

Aw, Thou beloved, do hearken to the Banshee's lonely croon!

sinn féin - ça ira !

Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

Tassi EX
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dabei seit: 02.05.2007

Also von TV/TS habe ich da ehrlich gesagt nichts gelesen.

 

Ganz ehrlich - mir wäre es auch schnuppe!

Auf der anderen Seite sieht man anhand der Äusserung von Roxanne, wie die Bevölkerung und das selbst innerhalb des medizinischen Bereichs denkt. Allein hieraus kann ich gut nachvollziehen, dass sich so Manche mit ihren Anliegen beim Arzt nicht wahrgenommen oder mißverstanden fühlt.

 

susanne-ffm
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dabei seit: 14.10.2007

Die einzige etwas merkwürdige begegnung mit einem Arzt war als ich grade vor Ihm ein Strip hinlegte damit er mich untersuchen kann und ich grade meine Strumpfhose auszog und er mich fragte wie ich denn gerne angeredet werden möchte Smile

Da meinte ich locker flockig Frau währe nett

 

Liv-Marit Norton
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dabei seit: 13.02.2006

Triona schrieb:
Wie sieht das denn bei dauerhafter Medikamenteneinnahme aus, besonders bei (gegengeschlechtlicher) Hormontherapie?liebe grüße,triona

Das wird wohl von Fall zu Fall bewertet, liebe Triona.

Medikamenteneinnahme
Regelmäßige bzw. gelegentliche Medikamenteneinnahme kann zu einer Nicht-Zulassung zur Blutspende führen. Sofern Medikamente eingenommen werden, geben Sie bitte den Namen der Medikamente und die verordnete Einnahme im Spenderfragebogen an. An dieser Stelle ist es leider nicht möglich, auf die Einnahme bestimmter Medikamente bzw. Medikamentengruppen einzugehen. (Bei Fragen vorher anrufen 0800 11 949 11)

aus: http://www.brk.de/Unterfranken/Wuerzburg/bereitschaft-rottenbauer/was-wir-tun/blutspendedienst/voraussetzungen-fuer-eine-spende

Eine echte Vision entwickelt ihr Eigenleben !

Hawkins
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dabei seit: 30.01.2009

Ohne Worte,fast,DIE HAM JA WOHL NEN KNALL,UNVERSCHÄHMT!!!!!!!!!!!! Angry Angry

Seejungfrau
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dabei seit: 08.04.2008

@ Rafaela - ich darf  als Bio noch nicht mal Blut spenden.

Außer das ich Diabetes habe - der sehr gut eingestellt ist - bin ich gesund.

Du lebst wie eine Nonne und wirst auch ausgeschlossen - wo geht das noch alles hin?

Deswegen hab ich auch kein Mitleid wenn sie immer jammern, sie hätten zu wenig Blut.

Kimber EX
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dabei seit: 05.05.2009

Wer mein Blut nicht will, hat es nicht verdient! Big smile

 

Unzählige Horden von Mücken beweisen mir Jahr um Jahr, dass es nicht so schlecht sein kann.

PS: Die spinnen, die Römer...ähm, nein, in diesem Fall spinnen mal andere, was allerdings nur beweist, dass auch manche Ärzte den Knall nicht gehört haben :mgreen:

Doug hatte Recht: Macht´s gut und danke für den Fisch.

claudiaw
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dabei seit: 18.12.2004

Kimber, hast vollkommen recht!

Ich darf auch nicht spenden, weil ich in den 90ern in England gearbeitet habe und damit ein potentieller Träger eines +feld-Jacob-Syndroms bin ...

Die sollten wirklich nicht jammern, sie hätten keine Spender!

 

rafaela62
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dabei seit: 20.01.2008

@ Seejungfrau und claudiaw

Eure Ausschlußkriterien sind ja noch nachvollziehbar - sind ja auch Bestandteil des Anfangsfragebogens - Einzusehen wären ja auch das Problem der regelmäßigen Medikamenteneinnahmen - aus was für Gründen auch immer.

Na ja - es sind da sicherlich ahlt noch zu viele Vorurteile über uns TG's, welches am Ende auch ein verzerrtes Bild über uns erscheinen läßt. Es ist ebend nur schade, das da so manche Ärzte da unverständlich und ebend auch teilweise intollerant reagieren.

 

Ich habe ja in zwei Wochen wiedermal einen größeren Arzttermin, mal sehen was sich da wieder ergibt, und was dabei herrauskommt. Ist dann sicherlich auch wieder ein Beitrag wert. Bisher hatte ich eigentlich recht gute Erfahrungen mit diversen Ärzten gemacht. Na ja, wir werden sehen.

LG Rafaela

Leitende Betreuerin der SHG Trans Jena   

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