Sonyas Entwicklung

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Kalen
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dabei seit: 07.02.2007

Hallo werte TT´s,

ich bin gerade dabei eine Webseite über meine Entwicklung aufzubauen.

Mit 8 Jahren habe ich Kontakt zu weiblicher Wäsche bekommen, als ich im Schlafzimmer meiner Eltern spielte.

Strumpfhosen waren ein Auslöser für sehr angenehme Gefühle und irgendwie liessen sie mich nicht mehr los.

Irgendwas war geweckt worden und wollte seitdem nicht mehr verschwinden.

Ich wußte das meine Eltern mich nicht verstehen würden und begann ein Doppelleben.

Dieses ging bis vor drei Jahren, als ich mich bei meiner Frau outete.

In der Zeit davor habe ich quasi 3 mal meine Sachen zerstört und aufgegeben und meine Gefühle versucht zu verdrängen.

Doch es klappte nicht. Irgendwie war dieses innere Gefühl immer da und kehrte irgendwie immer wieder.

Im Jahr 2000 legte mich wochenlang eine Krankheit flach, die die Ärzte nicht deuten konnten.

Keiner konnte helfen, sie schickten mich von einem zum anderen.

Als dann alle Lymphknoten anschwollen und die Lunge sich verhärtete rechnete ich mit dem schlimmsten.

Dann kam wieder das innere Klopfen.

Sonya meldete sich und ich entschied meine Gefühle zuzulassen und ihnen zu folgen und sie zu verstehen zu suchen.

Die letzten 10 Jahre waren sehr interessant.

Dressen, Passing, Schminken ... ich eigenete mir viele Fertigkeiten, Fähigkeiten und Talente an.

Einiges lief von ganz allein.

Ich bewegte mich in TS Kreise, merkte aber ist nicht meins.

Ich lebte als Transgender, wenn die Zeit es zulies und das reichte nicht.

Also vor 3 Jahren das Outing.

Mit den neuen Freiräumen, außer im Job und meiner Frau an meiner Seite begann ich frei zu leben.

So wie ich mich fühlte war ich unterwegs Mann oder Frau. Die Öffentlichkeit akzeptierte mich.

Der Leidensdruck sank. Die Gefühle waren da, hatten aber einen Kanal.

Dann entstand das Projekt und wird begannen mit TG´s und auch Partnerinnen zu arbeiten und uns auszutauschen.

Events, Workshops und diverses andere entstand.

Bei Unterstützung der Member stießen wir irgendwann an Grenzen.

So geschah es das wir im letzten Jahr privat eine Coaching Ausbildung anfingen.

Ich brachte das Thema Transgender, mein Thema mit in die Selbsterfahrung der Ausbildung mit ein.

NLP, Psychodrama, Psychoanalyse, Hypnose, Familientherapie, Stellungsarbeiten uvm. waren Teil der 9 monatigen wöchentlichen Ausbildung und auch der Selbsterfahrungswoche, bei der weitere Methoden vertiefend angewendet wurden. Ich las viel in den letzten drei Jahren über Transgender aus der ganzen Welt und in den verschiedenen Kulturen und auch ihre Geschichte, sprich Historie.

Ich merkte, dass es nicht um das Äußere ging für mich, sondern um Gefühle. Und durch die über 300 Gespräche mit TV, TG, TS, CD, DWT, Partnerinnen, DQ, Fetisch- sowie Zimmertransen fand ich gemeinsamkeiten, quasi wie ein Muster. Dieses Muster taucht auch in den Berichten aller Kulturen und Zeiten auf.

Im Dezember nach der Ausbildung war sehr viel Ruhe, Erkenntnisse und Wissen in mir.

Dann bei der Arbeit mit einer Methode, kam es dazu, das ich den Ursprung meiner Gefühle fand.

Ich entschied sie loszulassen.

Ich lernte was die gute Absicht war, was ich lernen sollte und gelernt hatte durch meinen weiblichen Anteil.

Dann wollte ich auf unser Projekt Event fahren, als Frau.

Und es ging nicht.

Ich tat es trotzdem und verkleidete mich als Sonya.

Mehr war es nicht. Das übliche Gefühl blieb aus. Der weibliche Anteil ist aber da.

Danach nahmen wir die Methode noch einmal auf und kombinierten sie mit einer anderen.

Ich ging wieder zu den Gefühlen und konnte sie jetzt noch besser wahrnehmen und begreifen.

Wieder stand ein Event an.

Ich ging als Mann.

Alles andere wäre ich nicht mehr ich gewesen.

Und es geht mir gut.

Liebe Grüße

Sonya

 

Für Fragen bin ich offen, die neue Webseite wird sich detailierter damit beschäftigen.

Allein im Urlaub hab ich versucht die Erfahrungen aufzuschreiben und schnell waren es 35 Seiten.

Ich arbeite daran jetzt weiter.

 

 

Ich befinde mich auf einer Reise www.transseelische-reise.de . Two-Spirit ein alter Weg, der gerade wiederentdeckt wird.Welchen Weg wir auch wählen, es wird der eigene individuelle Weg sein, wenn er aus uns "selbst" kommt.

Kalen
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dabei seit: 07.02.2007

Ich vergaß zu erwähnen als ich Sonya, meinen weiblichen Anteil in der Phase der seltsamen Krankheit zulies und auch noch zwei weitere Entscheidungen traf, verschwand die Krankheit und ist bis heute nicht wieder gekommen.

Der Ursprung meiner Gefühle lag aber nicht in oder bei der Krankheit.

Sie hatte eine andere Funktion, wie ihr dem Text entnehmen könnt.

LG

Sonya

 

 

Ich befinde mich auf einer Reise www.transseelische-reise.de . Two-Spirit ein alter Weg, der gerade wiederentdeckt wird.Welchen Weg wir auch wählen, es wird der eigene individuelle Weg sein, wenn er aus uns "selbst" kommt.

Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

Hmm, ich bin ja echt gespannt wie ein Flitzebogen und weiß noch nicht was ich davon halten soll...

Bisher steht für mich fest, wie das "Amen in der Kirche", daß es eben KEINEN Weg raus gibt. Viele verbrennen oder werfen ihr Outfit weg, teils unter theatralischen Begleitumständen, aber alle kommen sie irgendwann wieder.

Wenn du den "Stein der WeisenTransen" gefunden hast, dann kann das zweierlei bewirken: Erstens, die, die wirklich die "Pille zum Abgewöhnen" suchen, haben eine Möglichkeit (das ist gut) aber zweitens können Psychos dies als "Heilungsmethode" verkaufen - und zwar auch denen, die eigentlich nicht wollen, aber gedrängt werden - und das ist böse....

Ich bin wirklich sehr gespannt.

 

Natürlichkeit ist langweilig    

Beate_R
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dabei seit: 03.02.2005

Naja, ab und an gibt es schon Wege raus: TS-Rücktransitionen wie die von Airin und ab und an auch mal Wege, die eigene Weiblichkeit in der männlichen Rolle anerkennen zu können.

 

Da fällt mir ein: weiss denn jemand, was aus "Marion-TG", einer der hiesigen Mods der ersten Stunde geworden ist? Ich hab Marion mal nach - ich sollte wohl besser sagen - seinem Weg "raus" kennengelernt, also als Mann. Das ist jetzt auch schon ein paar Jahre her.

Viele liebe Grüße

Beate 

Kalen
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dabei seit: 07.02.2007

Bezogen auf das Projekt und was wir vorhatten war die Entwicklung etwas Kontraproduktiv. Puzzled

Ich hatte auch immer den Glauben in mir, das ich bis zum Lebensende so sein muss.

Ok ich hatte mir das nicht ausgesucht und daher war ich immer daran interessiert mich zu arrangieren.

Ich integrierte Sonya in Volker und im Laufe der Zeit wurden beide eins und dann lebte ich frei.

Ohne die intensive Selbstfindung im Laufe der Ausbildung, die wir genau genommen wegen der TG angefangen haben, wäre diese Entwicklung wohl auch nicht passiert. Oder vielleicht doch?

Ich hatte Kontakt zu meinem inneren Anteil und wir haben viel geredet. Ich habe systematisch das ganze Kopfkino abgelebt/ausgelebt und immer Schale um Schale abgelegt. Wollte sehen wer ich bin und warum.

Die neue Webseite füllt sich gerade sehr gut und ich hoffe das wir Montag den Startschuss geben können.

Sie wird dann Schritt um Schritt wachsen.

Ich bleibe am Ball.

Die Tulip war für mich z.B. ein Test der Gefühle.

Dort konnte ich viele Bekannte treffen und sehen und fühlen.

Wir schwelgten in Erinnerungen und alten Geschichten.

Als Mann dort zu sein fühlte sich gut an.

Auch die Erinnerungen lösten nichts aus.

Ich konnte die innere Ruhe richtig spüren.

Das war schon ein interessantes Erlebnis.

 

Wegen der Ärzte.

Als Herr Hirschfeld den Transvestiten erforschte und Herr Benjamin dann die Kategorien und Methoden verfeinerte hat es noch Jahrzehnte gedauert.

Selbst wenn ich jetzt eine Möglichkeit habe bei der Selbstfindung und Selbstwerdung zu helfen wird das bestimmt nicht zu den Ärzten durchdringen und die TS-Wege verändern. Herr Hirschfeld lebte vor 100 Jahren und Herr Benjamin vor 50 Jahren.

 

Körper, Geist, Seele und Gefühl sind verknüpft und suchen einen Weg des Ausgleichs.

Viele Wege führen nach Rom.

Apropos Rom Kelten kannten wahrscheinlich auch Transgender und Cäsar hat wohl auch über ihre offene Lebensart (Mann zu Mann Beziehungen) geschrieben. Es gab auch einen Kaiser der das Halbe Königreich dem geben wollte der ihn zur Frau machte. Er ist wohl auch als Frau unterwegs gewesen. Nach der Aussage wurde er vom Volk erschlagen.

Über diese ganzen Puzzlestücke habe ich mich immer Schritt um Schritt vorgetatstet.

Die Historie der Transgender Weltweit ist sehr interessant.

Ich befinde mich auf einer Reise www.transseelische-reise.de . Two-Spirit ein alter Weg, der gerade wiederentdeckt wird.Welchen Weg wir auch wählen, es wird der eigene individuelle Weg sein, wenn er aus uns "selbst" kommt.

Johanna
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dabei seit: 15.05.2007

Roxanne schrieb:
Bisher steht für mich fest, wie das "Amen in der Kirche", daß es eben KEINEN Weg raus gibt. Viele verbrennen oder werfen ihr Outfit weg, teils unter theatralischen Begleitumständen, aber alle kommen sie irgendwann wieder.

Wenn jemand wieder "rückfällig" wird und erneut mit dem Crossdressing beginnt, landet er wieder in der "Szene", du (oder ein Psychologe, der darüber berichtet) triffst ihn wieder und erfährst davon.

Wenn aber jemand das Phänomenen Crossdressing endgültig überwindet, hat er keinen Grund, darüber in der Öffentlichkeit jemals wieder zu reden, und weder du noch irgendwelche Psychologen werden es je erfahren. Es sei denn, jemand steht an so exponierter Stelle wie Sonya in ihrem Projekt.

Sonya-Rose-OWL schrieb:
Es gab auch einen Kaiser der das Halbe Königreich dem geben wollte der ihn zur Frau machte. Er ist wohl auch als Frau unterwegs gewesen. Nach der Aussage wurde er vom Volk erschlagen.

Elagabal. Nur der dritte Absatz von "Quellen" geht darauf ein. Der englische Artikel ist ein klein wenig ausführlicher in dem Punkt.

jasminchen
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dabei seit: 17.06.2007

Johanna schrieb:
Sonya-Rose-OWL schrieb:
Es gab auch einen Kaiser der das Halbe Königreich dem geben wollte der ihn zur Frau machte. Er ist wohl auch als Frau unterwegs gewesen. Nach der Aussage wurde er vom Volk erschlagen.
Elagabal. Nur der dritte Absatz von "Quellen" geht darauf ein. Der englische Artikel ist ein klein wenig ausführlicher in dem Punkt.

 

Womit wir dann bei der "spätrömischen Dekadenz" angekommen wären.

Jestem prawda, nie mam tajemnicy.

Extra Gottingam non est vita, et, si est, non est ita. Cogito ergo sum

Hrad přepevný jest Pan Bůh náš ….

 

http://en.wikipedia.org/wiki/Prime_Directive

 

jasminchen
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dabei seit: 17.06.2007

Sonya-Rose-OWL schrieb:
Ich integrierte Sonya in Volker und im Laufe der Zeit wurden beide eins und dann lebte ich frei. Ohne die intensive Selbstfindung im Laufe der Ausbildung, die wir genau genommen wegen der TG angefangen haben, wäre diese Entwicklung wohl auch nicht passiert. Oder vielleicht doch?

 

Hallo Sonya,

für mich klingt das wie Ansätze in der Therapie von MPS (mulitple personality disorder) und PTBS, wo es Ziel ist, die Persönlichkeiten  zu vereinen.

Bei wirklich vorhandenen weiblichen neurologischen Strukturen und/oder köprerlichen Abweichungen ins Weibliche, halte ich dieses Unterfangen für ergebnislos.

LG Jasmina

Jestem prawda, nie mam tajemnicy.

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http://en.wikipedia.org/wiki/Prime_Directive

 

Julia_mari
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dabei seit: 10.06.2005

Hallo Sonya,

wir haben uns ja schon vor einiger Zeit kennengelernt und ich muss sagen, dass ich Dich schon bei unserem ersten Treffen nicht als Transgender, Transe, Crossdresser, Damenwäscheträger o.ä. gesehen habe. Ich weiss nicht warum, aber da war nichts derartiges. Es kann auch an ein paar Äusserungen von Sabine gelegen haben, die mein Unterbewusstsein beeinflußt haben. Ich denke Du hast vielleicht in einer Art spätpubertären Phase ein wenig mit den Geschlechterrollen gespielt.
Ähnliches habe ich schon mal vor gut 10 Jahren erlebt, wo sich dann das ganze bei einer anderen Person ähnlich aufgelöst hat. Ich denke Du hast nicht den Stein der Weisen gefunden, bist aber um viele Erfahrungen reicher geworden, was ja auch viel Wert ist.
Ich bin wie Roxi der Meinung, dass es keinen Weg aus dem Transgenderdasein gibt. Die Sachen können verbannt und der "Drang" unterdrückt werden, aber irgendwann kommt es immer zurück und wenn man sich nur als Startfässchen einen Damenslip kauft.

Liebe Grüße und behalt am besten ein paar Utensilien, wenn dann doch wieder losgehen sollte Wink

Julia

n/v
Jeanine EX
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Hallo zusammen,

Julia_mari schrieb:
Ich bin wie Roxi der Meinung, dass es keinen Weg aus dem Transgenderdasein gibt. Die Sachen können verbannt und der "Drang" unterdrückt werden, aber irgendwann kommt es immer zurück und wenn man sich nur als Startfässchen einen Damenslip kauft.

da bin ich etwas anderer Meinung. Das kann funktionieren wie bei Sonya, aber das ist die ganz große Ausnahme.

Die Sexual-Mediziner und Therapeuten sprechen hier von Integration der weiblichen Anteile in den Alltag und sagen, dass dies nur in ganz wenigen Fällen tatsächlich dauerhaft gelingt.

Problematisch wäre für mich das aber erst, wenn jemand meint, dies müsse der einzige Weg für alle Transgender sein, oder wenn ein ehemaliger Transgender uns gegenüber auch wieder ähnliche Xenophobien wie die intolerant unaufgeklärte Mehrheit hätte.

LG Jeanine

Girlie be all you can be

Julia_mari
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Naja mag sein. Dann wäre es aber auch an der Zeit sich auch hier vom rattenscharfen Profilbild und weiblichen Namen zu trennen und  eine Namensänderung beim Admin zu beantragen.  Ansonsten sehe ich die "Integration der weiblichen Anteile in den Alltag" als gescheitert an.

Wie stellen sich die Sexualexperten denn eigentlich die Integration der weiblichen Anteile vor. Bei dieser Wortwahl würde ich ja meinen, dass ich weibliches in den Alltag einbaue, also Make Up, lange Fingernägel, weibliche Frisur, Kleidung o.ä. was dann ja eigentlich das gegenteilige, also die eigene Akzeptanz als Transgender, bedeuten würde.
Oder akzeptiere ich innerlich meine weiblichen Anteile und laufe äusserlich permanent als Mann rum, was dann ja bedeuten würde, dass ich sozusagen als unausgeglichenes und eine Seite verdrängendes Individuum durch die Welt gehe, was meiner Entwicklung auch als Mann ja nicht unbedingt förderlich wäre.

Eine neugierige

Julia

n/v