Personenstandsänderung ohne angleichende OP jetzt auch in Deutschland

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ElleCommandante
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Mona2004 schrieb:
... , es sollte mal genug sein.

 

Versprochen..?

n/v
Svenja-J
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Michi_2 schrieb:
Puh DeeJay, dann bin ich aber froh Dich während meines Alltagstests nicht getroffen zu haben! Oder was meinst Du, in welchen Waschräumen und Umkleiden ich mich in Schwimmbädern, auf Berghütten und auf Jugendzeltlagern (als Betreuerin) gewaschen und umgezogen habe?

Was Michi hier beschreibt, hat mehr mit Improvisation zu tun, als mit irgendwelchen PÄs oder der Ga-OP.

Wenn ich noch etwas dazu ergänzen darf: Ich unterziehe mich heute mittag einer Operation am Auge und werde danach für 2 - 3 Tage in stationärer Behandlung bleiben. Ich werde, wie jede andere Frau auch, als solche aufgenommen, operiert, sowie in einem Frauenzimmer untergebracht und habe viel mehr Massel vor der OP und um mein (einziges sehendes) Auge, als dass irgendwas wegen dem Ding zwischen den Beinen schief geht. Dabei habe ich gerade erst die VÄ. Im übrigen bin ich nicht die erste TS, die in dem Krankenhaus behandelt wird.

Michi_2 schrieb:
GaOP wegen eines bequemeren Passings in Umkleidekabinen ist wohl ein genauso dämlicher Grund wie Geburtsurkunden. Entweder es gibt eine medizinisch relevante Abneigung gegen das männliche Genital, oder das Ding kann dran bleiben. So werden es auch die Psychiater sehen.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Meine Ga-OP werde ich im nächsten Monat beantragen, wenn ich die restlichen Unterlagen hierfür zusammen habe. Und bestimmt werde ich mich nicht wegen irgendwelcher Urkunden, Umkleidekabinen oder der PÄ unters Skalpell legen lassen. Für's Passing bringt die OP nichts. Für solchen Bullshit hätte ich auch zu viel Bammel vor dem Eingriff und wenn's danach ginge, würde ich das Ding dranlassen und weiterhin improvisieren.

Für mich ist das ein Fremdkörper, der nicht zu mir gehört und mich lange genug gequält hat. Deshalb nehme ich das auf mich, nicht wegen irgendwelcher Papiere.

Damit übrigens keine Missverständnisse aufkommen: Die Karlsruher Richter haben nur einen kleinen Teil des TSG kassiert. Nicht das ganze TSG. § 1 z. B. behält seine Gültigkeit. Ebenso die nicht weniger wichtigen §§ 5 und 12 - um nur einige Beispiele zu nennen. Und das ist auch gut so, bei aller Reformbedürftigkeit des TSG, das z. B. die Belange von Intersexuellen nicht berücksichtigt, diese Personengruppe lebt z. Zt. noch in einem quasi "rechtsfreien Raum". Ich finde, dass TS selbst entscheiden sollen, welche Eingriffe sie vornehmen lassen und welche nicht. Daher begrüße und unterstütze ich das - zumindest vorläufige - Ende des Operationszwangs für die PÄ.  

 

Ronja S. EX
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Ich glaube, ich muß noch ein paar (nicht wenige) Zeilen zur Diskussion hinzufügen.

Michi_2 schrieb:

Ich denke, wir warten einfach, bis sich die ersten TS in den Foren melden, die aktuell eine VÄ nach §9 TSG laufen haben. Die wissen es dann aus erster Hand. Selber vermute ich, dass sie gleich die PÄ bekommen anstatt der VÄ.

Übrigens: Noch sind weiterhin die Gerichte für die PÄ zuständig, nicht die Standesämter. Letzteren braucht ihr nicht die Bude einzurennen...

...

Ich sehe es so - und bitte darum, das nicht als Aggression aufzufassen -  dass, wenn man es rechtlich detailliert sieht, mit der Außerkraftsetzung der entsprechenden Paragraphen zur Personenstandänderung demnach auch kein Gericht mehr zuständig sei. Es wird im TSG eindeutig festgelegt, dass die Personenstandsänderung durch ein zuständiges Gericht zu bestimmen ist. Da aber dieser Passus bzw. die Passi des genannten Gesetzes als illegitim in Bezug auf unser Grundgesetz erklärt wurde/n, wäre rein vom rechtlichen Standpunkt gesehen das zuständige Standesamt die für eine Personenstandsänderung zuständige Stelle. Wenn wie von mir geschrieben die Behörden die Angelegenheit nicht bis zu einer gesetzlichen Neuregelung aussitzen. Meinen zuständigen Richter werde ich zeitnah befragen und entsprechende Informationen einfordern.

Eines bitte ich aber trotzdem zu bedenken, und damit werde ich vmtl. mit diesem Beitrag nicht das erste Mal "in ein Wespennest stechen", ich sehe die Thematik Transidentität bzw. Transsexualität in einer Form wie viele Betroffene, die sich im Zwang zu befinden, sich anatomisch bestmöglich dem Wunschgeschlecht anpassen zu müssen, relativ kritisch. Es gibt Menschen, welche weiblich sind, so auch ich - seit der Kindheit ist es so! Nur kann ich - ich spreche hiermit persönlich und nur für mich - nicht als Frau leben, wenn ich "Besitzer" eines männlichen Genitale bin! Ich sehe für mich per sé keine Alternative als eine geschlechtsangleichende Operation, um mein zukünftiges Leben als Frau leben zu können! Und damit sehe ich mich nicht als Verfechterin für operative Zwangsmaßnahmen, um eine PÄ erreichen zu können. Nein! 

Viele andere wie ich möchten nach langer Zeit der Gutachten und allerlei anderer Querälen endlich alles hinter sich haben - Fakten schaffen; und nach ein paar Stunden auf dem OP-Tisch und ein paar Wochen Heilungsphase endlich das "ungeliebte Dingsda" gegen ein weibliches Genitale "getauscht" haben, damit Kopf und Körper endlich miteinander stimmig sind! Das ist nicht nur ein Wunsch, es ist ein - das - Bedürfnis, um so leben zu können, wie man es muß! Zum anderen, es ist eben so, dass es verschiedene Geschlechter gibt: ich in dem einen - falschen männlichen - geboren wurde und in das andere - richtige weibliche - gewechselt habe und mein Leben nach meiner Fasson leben kann. Sich wohlzufühlen und selbst zu finden ist meiner Meinung nach das Wichtigste in einer Situation wie einer solchen!

Männlich und Weiblich definiert sich eben an den Geschlechtsmerkmalen - primär wie sekundär - was ja primär mit einer gaOP prinzipiell nicht zu bewerkstelligen wäre. Die sekundären Geschlechtsmerkmal allerdings sind konstruierbar, bspw. ist Brustwachstum MzF möglich, Aufbau einer wirklich authentischen Neovagina; eine Peniskonstruktion FzM mit Erektionsfähigkeit usw. und so ist ein normales Sexualleben heutzutage kein Problem mehr.

Bitte seid mir nicht böse, wenn ich es direkt und offen schreibe, so mache ich das üblicherweise: ohne Hormone und OP gesehen - eine  Frau mit voll funktionierendem Penis, tiefer Stimme, Bart usw. kann ich mir eigentlich garnicht vorstellen...  Brust eine 0 D und ein dicker Phallus? Wie jetzt?

Schlußendlich geht es, sicher nicht nur mir sondern auch vielen anderen, nicht anders, wenn man konsequent seinen Weg geht. Und ich bitte darum, meinen Beitrag als persönliche Meinung aufzufassen und nicht als Angriff auf Personen, die anderer Meinung sind oder eine solche vertreten. Ich mag meine Meinung sagen und vertreten, aber mag damit auch keine "Stutenbeißerei" auslösen wollen, was bisweilen schnell passiert.

Alles Liebe Euch, Ronja

 

 

 

 

 

Lebe Dein Leben wie du selbst, und Du wirst überrascht sein, was Du alles kannst.

Nadine59
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dabei seit: 03.03.2010

Charlotte v.Mahlsdorf:"Ich bin meine eigene Frau":

" Die Nase hochtragen?Das kann ich gar nichr.Wir sind doch alle nur Menschen,ob nun Kuhmagd oder Königin.Geben wir doch zu,daß wir alle gleich sind:Das bisschen Fleisch und Knochen,das ist doch nichts Besonderes.

Mein Traum: Keiner fragt mehr nach Konfession,Hautfarbe,Weltanschauung,sexueller Orientierung,Parteibuch,Geld und gesellschaftlicher Position,Juden und Christen,Heteros und Homos,Schwarze und Weisse sitzen an einem schönen,runden Tisch im Freien und erzählen sich alte Geschichten.Und keiner kennt mehr Dünkel,und plappert mehr nach,was an Biertischen gestammelt wurde.Keiner wundert sich mehr über den anderen."

Das musste ich an dieser Stelle mal loswerden.

Eine schöne Woche Euch allen!

Eure Nadine-Ulrike

n/v
Nadine59
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dabei seit: 03.03.2010

Liebe Susanne!

Ich arbeite 30 Jahre als Krankenschwester auf Station-es gibt keine OP ohne Risiko!Selbst bei einer profanen Blinddarm-OP gibt es ein Restrisiko.Es ist immer ein Traum der Profitheischer-OP ohne Risiko-und dann werden Bypässe gesetzt,Herzklappen ausgetauscht,Stents implantiert usw.

Trotzdem kann ich die Kritiker verstehen,die mich aus der Damenumkleide jagen wollen-wenn die Kasse die Kosten übernimmt,werde ich die OP machen lassen.Bloss eine GA und Brustaufbau kostet in der Privatklinik Sanssouci 38.000 Eur. das sagt glaub ich alles.

Schwanger werden kann ich sowieso nicht mit meiner Neovagina,vom Alter mal abgesehen.

LG von Nadine 

n/v
Minolfa
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dabei seit: 06.12.2007

Hallo Ronja,

Ronja S. schrieb:
... wenn man es rechtlich detailliert sieht, mit der Außerkraftsetzung der entsprechenden Paragraphen zur Personenstandänderung demnach auch kein Gericht mehr zuständig sei. ... Da aber dieser Passus bzw. die Passi des genannten Gesetzes als illegitim in Bezug auf unser Grundgesetz erklärt wurde/n, wäre rein vom rechtlichen Standpunkt gesehen das zuständige Standesamt die für eine Personenstandsänderung zuständige Stelle ...

im Originaltext des Urteils (nicht unbedingt jeder Zeitungsmeldung) steht ganz deutlich, dass nur die beiden Absätze für nichtig erklärt wurden, die eine Genitaloperation als Zulassungsbedingung für eine Personenstandsänderung fordern. Weiterhin bleibt das selbe Amtsgericht zuständig wie bisher. Weiterhin muss eine PÄ durchgeführt werden! Deshalb erwähnte ich in meinem letzten Beitrag auch explizit §9, weil nach diesem Verfahren die PÄ zusammen mit der VÄ beantragt wird. Da sich die Voraussetzungen jetzt nicht mehr unterscheiden, müsste eigentlich in diesen Verfahren jetzt die PÄ gleich zusammen mit der VÄ erklärt werden. Wer derzeit eine VÄ hat und kein laufendes PÄ-Verfahren, beantragt die PÄ wie gewohnt beim Gericht nach §8. Nur die Arztbriefe oder Gutachten zur Feststellung der OP entfallen.

Ansonsten muss ich Dir zustimmen, wenn nach meinem persönlichen Gefühl gefragt wird. Auch ich könnte mir ein Leben als Frau kaum vorstellen, wenn das Genital noch dran wäre. Das hat was mit "Body Integrity" zu tun. Allerdings weiß ich von Transgendern, die ihr Genital nicht grundsätzlich ablehnen und dieses nach der OP vermissen würden, aber trotzdem sozial als Frau leben. (Bei Transmännern gibt es die PÄ übrigens schon lange ohne GaOP.)

Um Fehlbehandlungen zu minimieren und unnötige Schikanen möglichst abzubauen, befürworte ich politisch eine klare Trennung zwischen Personenstandsfragen und medizinischen Indikationen. Wenn sich Leute zum Affen machen wollen, weil sie meinen, Unbeteiligten ihre Besonderheit aufs Auge drücken zu müssen (Beispiel Sauna), müssen sie das selber wissen. Eine Urkunde im Wohnzimmerschrank macht da keinen Unterschied.

Liebe Grüße,
Michi

Johanna
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@Mona2004, DeeJay:

Seid ihr euch sicher, schon auf der anderen Seite angekommen zu sein? Wenn ja, warum diese Ablehnung, diese Intoleranz, ja fast schon Hass gegen andere? Wer mit sich selbst im Reinen ist, wer seine eigene geschlechtliche Rolle gefunden hat, dem ist egal, wie sonst die Geschlechter definiert, wer sonst als Mann oder Frau betrachtet wird, denn es betrifft ihn nicht noch greift seine Identität an. Wer jedoch seiner Identität selbst nicht sicher ist, mag sich an Oberflächlichkeiten klammern und fühlt sich angegriffen, wenn diese Oberflächlichkeiten in Frage gestellt werden.

Diese Ablehnung anderer ist Egoismus pur, denn es ist eure Methode auf Kosten anderer, zu vermeiden, sich erneut mit der Frage der Geschlechter und eurer Identität auseinandersetzen zu müssen. Dieser Egoismus ist meiner Ansicht nach die Ursache jeder Trans- und Homophobie.

Wenn ihr für euch die OP als zwingend nötig betrachtet, dann ist es in Ordnung und ihr sollt die OP haben. Aber andere Transsexuelle mögen anders denken. Es kann Gründe dafür geben, sich komplett als Frau zu fühlen, als Frau zu leben und trotzdem auf die OP zu verzichten - z. B. medizinische Risiken (im Urteil des BVG wurde das Alter explizit angesprochen), der Familie wegen oder einfach die Angst vor den möglichen Folgen. Lasst auch ihnen die Möglichkeit, entsprechend ihrer Identität leben, also genau das, was ihr für euch reklamiert und euch teuer von der Allgemeinheit bezahlen lasst - wir reden hier schließlich nicht von Transvestiten, die sich nur sporadisch weiblich kleiden, diese würden die Gutachten nicht kriegen.

Zitat:
Vorsorgeuntersuchung: Frauenarzt, wie peinlich, Urologe, wie peinlich, usw.

Das ist doch nicht dein Problem. Warum regst du dich darüber auf? Mal davon abgesehen wird ein Arzt, der seine Sache gründlich macht, auch bei dir erkennen, dass du mal ein Mann warst.

@Nadine:

Danke für das Zitat von Charlotte von Mahlsdorf. Das tat gut nach der hier geäußerten Intolranz, die mich auf die Palme gebracht hat.

DeeJay
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dabei seit: 21.11.2005

Diese Ablehnung anderer ist Egoismus pur, denn es ist eure Methode auf Kosten anderer, zu vermeiden, sich erneut mit der Frage der Geschlechter und eurer Identität auseinandersetzen zu müssen. Dieser Egoismus ist meiner Ansicht nach die Ursache jeder Trans- und Homophobie.

 

Ohjaaa. Ich bin sogar soweit, dass ich mir ernsthaft überlege nen kompletten Cut zu machen mit der ganzen Thematik. Nicht, weil ich mit mir und meiner Identität nicht klarkomme (da gibts hier ganz andere). Sondern weil ich mich so weit sehe, dass ich eigentlich nur noch lächelnd auf eine tolle Erfahrung zurückschaue und nur noch kopfschüttelnd über Jene schmunzeln kann, die sich Gesetzesänderungen wünschen und sich somit augenscheinlich evtl. selber Steine in den Weg geschmissen haben. Ausserdem sind diese Forendiskussionen (nicht nur speziell hier) immer ein schöner Ausgleich zum beruflichen Alltag. Somit: So what?

Gerade dieser Egoismus, hat mich dahin gebracht, wo ich heute bin. In einem kompletten Leben als Frau!!! (ohne Pullermann), mit viel Selbstbewusstsein, und der Erkenntnis, dass man alles schaffen kann, wenn man nur fest genug daran glaubt.

Und ja: Ich möchte hiermit niemandem auf den Schlips treten, aber ich persönlich finde Feminisierte Männer mit Gehängsel und vollzogener PÄ lächerlich, ja sogar teilweise krank.

Und ich rede hier als Frau, nicht als Transsexuelle.

LG

 

 

jasminchen
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dabei seit: 17.06.2007

DeeJay schrieb:
Ausserdem sind diese Forendiskussionen (nicht nur speziell hier) immer ein schöner Ausgleich zum beruflichen Alltag. Somit: So what?

Ja, in Foren lässt sich so prima der Kerl ausleben nach dem ganzen Frauengespiele untertags.

Jestem prawda, nie mam tajemnicy.

Extra Gottingam non est vita, et, si est, non est ita. Cogito ergo sum

Hrad přepevný jest Pan Bůh náš ….

 

http://en.wikipedia.org/wiki/Prime_Directive

 

DeeJay
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dabei seit: 21.11.2005

jasminchen schrieb:
DeeJay schrieb:
Ausserdem sind diese Forendiskussionen (nicht nur speziell hier) immer ein schöner Ausgleich zum beruflichen Alltag. Somit: So what?
Ja, in Foren lässt sich so prima der Kerl ausleben nach dem ganzen Frauengespiele untertags.

Das ist also der Grund warum du dich so sehr vor der Arbeit drückst.. ein Licht geht auf...