Parteiencheck zur Bundestagswahl

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Minolfa
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dabei seit: 06.12.2007

Ja genau Lydia, das schöne an unserem in Deutschland erreichten Standard ist, dass medizinische Hlfe unabhängig von der Schuldfrage geleistet wird. Dies ist überhaupt nicht selbstverständlich auf der Welt, sondern eine der großen Errungenschaften unserer Gesellschaft. Deshalb habe ich hier auch ein Problem damit, meine Wahlentscheidungen davon abhängig zu machen, was die einzelnen Parteien in Sachen Trans so vom Zaun gelassen haben. Letztens ist eine Hau-Ruck-Reform des TSG (Transsexuellengesetz) gelaufen, da gab es auch ein paar Vorschläge von Parteien. (Wer hätte das gedacht? Laughing out loud ) Die einzigen beiden Parteien, die dort was in meinen Augen sinnvolles zu Papier gebracht hatten, kann ich aus vielerlei anderen Gründen auf keinen Fall wählen! Und jetzt?

Also wähle ich mal wieder nach den üblichen Mainstream-Politikthemen, und das Transgender-Dingens fällt hinten runter. Was bleibt, ist Lobbbyarbeit vor Ort. In der Hoffnung, dass - wenn viele das in vielen Städten machen - irgendwann mal TG kein wirklich interessantes Thema mehr ist für die "Normalbevölkerung".

Liebe Grüße, Michela

Martina-Berlin
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dabei seit: 09.12.2008

Johanna schrieb:

 

Vor 75 Jahren haben Leute mit dieser Einstellung dann Hitler gewählt, weil die Männer der SA so schöne schneidige Uniformen hatten (Originalton meiner Oma). Wo das hingeführt hat, als die Bürger nicht mal bereit waren, sich ein klein wenig für ihren Staat zu interessen. ist bekannt. Heute geht das teilweise wieder los. Insbesondere im Osten (aber nicht nur da!) werden dann NPD und DVU gewählt, weil die dagegen sind, aber ohne auch nur ansatzweise deren Programm zu kennen.

 

 

DAS IST JA WOHL DER GIPFEL DER FRECHHEIT WAS MIR HIER UNTERTSTELLT WIRD !

Ich überlege ernsthaft ob ich Anzeige erstatte gegen deine Person !

"Lebe dein Leben"

Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

Martina-Berlin schrieb:
Johanna schrieb:
Vor 75 Jahren haben Leute mit dieser Einstellung dann Hitler gewählt, weil die Männer der SA so schöne schneidige Uniformen hatten (Originalton meiner Oma). 
DAS IST JA WOHL DER GIPFEL DER FRECHHEIT WAS MIR HIER UNTERTSTELLT WIRD !

Öhh, Johanna, das führt tatsächlich zu weit. Nichtwähler sind eben keine Wähler - auch keine Rechtswähler.

Man kann zwar Rechenspiele machen, daß Nichtwähler die kleinen (extremen) Parteiein stärken und auch sagen, daß Wegschauen den Rechtsstaat schwächt. Aber Nichtwähler als Extremisten einzustufen ist definitiv falsch.

 

 

Natürlichkeit ist langweilig    

Eyleen
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dabei seit: 09.08.2008

@politisch

Ja dazu fällt mir auch noch etwas ein. Da hat doch in der letzten Zeit einer die Vollbeschäftigung versprochen. War da nicht schon mal einer gewesen, der so etwas gesagt hat. Nun bei dem Wiederaufbau gab es tatsächlich Vollbeschäftigung und noch mehr, so dass wir uns noch Arbeitnehmer aus anderen Ländern holen mußten.

@TSG

Ich möchte nicht an den gesetzlichen Möglichkeiten rütteln. Wir verfügen - auch wenn uns das andere immer wieder einreden wollen - über eines der besten Sozialversicherungssysteme der ganzen Welt. Über das erreichte können wir zu frieden sein. Eine kleine Anmerkung zum ICD, nein nicht überwertet - aber der ICD gilt als Schlüssel bei allen Institutionen. Leider gehören wir ja bedauerlicherweise zu einer "Randgruppe" in unserer Gesellschaft. Dem Grunde nach streben wir nur nach Normalität. Eine Normalität in der ich mich ohne wenn und aber als Frau oder Mann bewegen kann ohne ich der Masse aufzufallen. Momentan geht es halt nur über Lobby-Arbeit vor Ort. Aber viellicht können wir auch irgendwann einmal eine Petition in den Bundestag einbringen?

Aber genau an dieser Stelle kommt es dann zum nächsten Problem. Und das hat Lydia schon eingehend erläutert. Wieviele von uns stehen dazu?

"Eier" - Zitat Oliver Kahn

"Schmetterlinge" - Zitat Eyleen

 

*Unser Glück und Seelenfrieden beruhen darauf, dass wir tun was wir für richtig halten und nicht das, was andere sagen oder tun.*

**Mahatma Gandhi**

Minolfa
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dabei seit: 06.12.2007

Ich sehe beim TSG schon erheblichen Handlungsbedarf seitens der Politiker. Erstens sehe ich nicht ein, was der riesige Aufwand nur für eine dämliche Vornamensänderung soll, bei mir waren es 11 Monate Verfahrensdauer und 2.500 € selbst zu zahlende Kosten. Es gibt genügend Länder in Europa, wo sowas durch Zahlen einer Verwaltungsgebühr unbürokratisch möglich ist. Schließlich war die Vornamensänderung ursprünglich gedacht, um während der Alltagserprobung das Passing und die Erwerbsquote zu verbessern. So wie es jetzt läuft, gibt es die Namensänderung erst, wenn die Alltagserprobung eh längst gelaufen ist. Zweitens ist inzwischen bald das halbe Gesetz verfassungswidrig! In Kombination mit den ganzen Verfassungsgerichts-Urteilen kann man damit leben, aber sowas gehört in meinen Augen aufgeräumt. Wie liest sich das denn für unbedarfte Anwälte, wenn an jeder wichtigen Stelle Fußnoten dran sind, dass das nicht mehr stimmt und das Verfassungsgericht im Urteil sowieso... eine Lachnummer!

Ich beobachte schon, was die Parteien in Sachen Transgender machen, aber leider ist das zur Zeit so wenig, dass ich meine Wahlentscheidung bei dieser Wahl von anderen Themen abhängig mache.

Liebe Grüße, Michela

Lydia EX
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dabei seit: 18.01.2008

na in Anbetracht der Tatsache, dass das Trans-Wahlvolk eher erheblich kleiner sein wird als der Rest der Wahlberechtigten, sollte dies nicht verwunderlich sein, dass darauf ein besonderer Schwerpunkt gelegt wird. Das könnte vielmehr sogar noch weniger zweckdienlich sein. Schliesslich gehts nicht hauptsächlich um die Verbesserung gewisser Umstände (sollte es aber sein), vielmehr wohl um Pöstchen, und Sitze und Dienstwägelchen und andere Vorzüge. Es lohnt für die Rente wenigstens eine Legislaturperiode irgendwo drin gesessen zu haben - ob Landtag oder Bundestag.

 

 

Zonja EX
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Reale PersonEhemaliges Mitgllied
dabei seit: 09.02.2008

Hallo Martina!

Mit allem Respekt: WAS konkret hat Dir persönlich(!) denn die Johanna unterstellt, als dass Du gegen sie evtl. Anzeige erstatten könntest? Bitte zitiere doch die dto. Text-Passagen von Johanna.

Zonja

 

 

 

Heike_007
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dabei seit: 10.04.2006

Roxanne schrieb:
Martina-Berlin schrieb:
Johanna schrieb:
Vor 75 Jahren haben Leute mit dieser Einstellung dann Hitler gewählt, weil die Männer der SA so schöne schneidige Uniformen hatten (Originalton meiner Oma).
DAS IST JA WOHL DER GIPFEL DER FRECHHEIT WAS MIR HIER UNTERTSTELLT WIRD !
Öhh, Johanna, das führt tatsächlich zu weit. Nichtwähler sind eben keine Wähler - auch keine Rechtswähler.
Man kann zwar Rechenspiele machen, daß Nichtwähler die kleinen (extremen) Parteiein stärken und auch sagen, daß Wegschauen den Rechtsstaat schwächt. Aber Nichtwähler als Extremisten einzustufen ist definitiv falsch.

Rein mathematisch betrachtet ist es völlig egal, ob ich
- gar nicht zur Wahl gehe
- eine ungültige Stimme abgebe oder
- eine Splitterpartei mit 0,x % Stimmenanteil wähle, die garantiert nicht die 5%-Hürde überspringt. Der Einfluss auf die Sitzverteilung ist immer der Gleiche.

Der "springende Punkt" ist die Wahlkampfkostenerstattung. Berechnungsgrundlage ist dabei die Zahl der abgegebenen Stimmen. Logisch, das alle Parteien scharf auf eine hohe Wahlbeteiligung sind.

Es ist wie immer im richtigen Leben: Selbst nachdenken ist besser als irgendwelche Partei-Parolen für bare Münze zu nehmen Wink.

Bei mir mag ein Jeder nach seiner Fasson selig werden (Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg 1620-1688).

Johanna
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dabei seit: 15.05.2007

@Martina:

Ich habe nie behauptet, dass du NPD, DVU oder sonstige extremistische Parteien unterstützen würdest. Tut mir leid, wenn du den Eindruck erhalten haben solltest.

Ich wollte nur ganz pauschal sagen, dass die Unwilligkeit der Bevölkerung in der Weimarer Republik, sich ein wenig mit den Ideen der Parteien, die sie gewählt haben, auseinanderzusetzen und ihre Demokratie ein wenig zu unterstützen, ein wesentlicher Faktor für den Untergang der Republik und die Machtübernahme der Nazis war. In einigen Bundesländern gibt es wieder Tendenzen in diese Richtung, mit Neonazis in den Parlamenten. Fatal sind dann diejenigen, die sobald ihnen etwas in ihrer wirtschaftlichen Lage nicht mehr passt, aus Protest jene wählen, die am lautesten Nein schreien, ohne im geringsten deren Programm zu kennen, und das sind oft die extremistischen Parteien.

Um das noch mal klar zu sagen, ich spreche niemanden persönlich an, und ich weiß von keiner der hier Anwesenden, dass sie extremistische Parteien unterstützen würde.

Ich will damit sagen, dass es eine moralische staatsbürgerliche Verpflichtung gibt, sich ein wenig mit Politik und den Parteien auseinanderzusetzen, um zumindest gewissenhaft wählen zu können.

Roxanne schrieb:

Zitat:
Nichtwähler sind eben keine Wähler - auch keine Rechtswähler.

Solange es sich bei den demokratiefeindlichen Parteien nur um Splittergruppen handelt, hast du recht. Aber spätestens, wenn wie in Deutschland ab 1932 die demokratiefeindlichen Parteien mehr als 50% der Stimmen haben, unterstützt jeder Nichtwähler die Radikalen mit wenigstens seiner halben Stimme - er hätte ja auch demokratische Parteien wählen können.

 

Trans-Barbara
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dabei seit: 27.10.2008

Darf ich 'mal daran erinnern, dass es laut Grundgesetz eine Wahlpflicht gibt! Der Gedanke der Frauen und Männer, die das Grundgesetz entworfen haben, um damit den Querschnitt der Bevölkerung in der Politk zu repräsentieren, ist für Deutschland ein eminent wichtiger Schritt gewesen!!!!! Unser Ansehen weltweit beruht u.a. auch darauf, dass wir als starke Demokratie angesehen werden. Meine ausländischen Freunde sehen es so! Die hier geführte Diskussion schadet diesem Ansehen und unserer Demokratie!

Ich wiederhole mich: Rika und Johanna haben Recht. Auch jetzt ist Johanna voll zuzustimmen.

Martina, hast Du gemerkt, dass Du im Glashaus sitzt? Du könntest mit einer Flut von Klagen wegen Verleumdung überzogen werden.

Heike, Wahlkampfkosten sind für kleine Splittergruppen von Belang, nicht aber für die etablierten Parteien.

Auch wenn jetzt einige denken, die Alte hat wieder 'mal den moralischen Zeigefinger erhoben, dann ist mir das zwar nicht egal, aber mein Standpunkt scheint mir richtig zu sein.

Das war's von mir  zu diesem Thema! Barbara

 

n/v