Muffe oder was?

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Jula
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dabei seit: 12.12.2004

Hallo,
bekanntermaßen (oder müsste ich doch besser schreiben „gerüchteweise“) ist es nur eine Minderheit der Trannies, die sich nach draußen wagt.
Und mit „draußen“ meine ich nicht, bei Dunkelheit durch verlassene Straßen oder Waldwege zu laufen oder zu einem Trannieevent zu fahren, vom Parkplatz in die geschlossene Veranstaltung zu huschen und wieder zurückzufahren.
Mit „draußen“ meine ich, bei Tag oder Nacht durch Straßen oder in Kneipen zu gehen und sich den Blicken und Reaktionen der Welt auszusetzen. Es bedeutet, als Frau einkaufen zu gehen oder ins Kino oder Sport zu treiben.
Wir lesen und reden hier viel über die tollen Erlebnisse von denen, die in freier Wildbahn unterwegs sind.Das machen jedoch (vermutlich) nur die wenigsten von uns. Obwohl ich nach den Umfageergebnissen in dem Thread neulich, nicht sicher bin, ob wir hier in relevantem Maße „Stubentransen“ (jaja, das Wort ist diskriminierend, aber doch auch irgendwie witzig) haben.
Ich vermute, viele von denen, die nicht nach draußen gehen, würden eignetlich schon gerne.
Ich würde von euch gerne erfahren, warum sie es nicht tun.
Warum gehen wir nicht raus? Was hindert uns?

Die Umfrage wendet sich an diejenigen von uns, die entweder nicht rausgehen oder bei denen es eine Zeit in ihrem Leben gab, in der sie zwar gerne rausgegangen wären, es aber aus bestimmten Gründen nicht getan haben.

Ich habe übrigens die Nummer 2 angekreuzt.
Eine sehr lange Zeit in meinem Leben, war es für mich unvorstellbar, dass ich mit meinen körperlichen Voraussetzungen als Frau auf die Straße gehen könnte. Ich hatte schreckliche Angst, dass ich ausgelacht, verhöhnt, gedemütigt werden würde.

Meine Vermutung ist, dass es den meisten so geht bzw. ging wie mir: die Angst vor den Menschen da draußen hat uns daran gehindert, als Frau in die Welt hinaus zu gehen. Aber stimmt das überhaupt?

NIVEAU ist keine Handcreme! Julas Homepagehttp://www.julaonline.de/

Liv-Marit Norton
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dabei seit: 13.02.2006

Bei mir war es genau so, Jula......ich habe auch mal die Nr. 2 angekreuzt.

Obwohl mir inzwischen klar geworden ist, dass 80 % der Menschen
überhaupt keine Notiz davon nehmen, selbst wenn ihnen Frauen in
Basketball- oder Volleyballspielerinnengröße entgegen kommen.

15 % etwa schauen ein zweites Mal hin, und bei 5 % gibt es Kommentare, seien sie in Worte (negativ UND positiv) gefasst oder aber durch Blicke.

Maxi's schreckliches Erlebnis führt ebenfalls dazu, mehr Vorsicht walten zu lassen, wohin ich gehe.

Dann gibt es noch ein Agreement mit meiner Frau, Liv nicht in unserer kleinen Stadt zu präsentieren. Also ein Viertelpunkt für Nr. 4.... Wink

Ich sehe die Welt draußen allerdings nicht als große Mutprobe, ob ich es schaffe mich zu zeigen oder nicht.

Die Ruhe zu finden, draußen Körper, Geist und Seele zu einen, steht ganz klar im Vordergrund.

Eine echte Vision entwickelt ihr Eigenleben !

Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

Schwer...ich könnte jetzt auch frisch mal 2 ankreuzeln, aber bei mir ist es noch etwas anderes. Bei meiner Größe falle ich unweigerlich auf. Wenn ich also aufgetranst raus gehen würde, in einer Situation, ohne andere Transen rundherum, würde ich auffallen, wie eine blaue Giraffe in der Fußgängerzone. Es wäre mir total peinlich so extrem im Mittelpunkt zu stehen. Ich kann nie mit gutem Passing in der Masse verschwinden.

Angst vor Übergriffen ist da weniger. Einmal habe ich allgemein seltener Probleme damit, weil mir da vermutlich meine Größe einen Vorteil bringt. Und zum zweiten bin ich mir ziemlich sicher, mich gegen ein oder zwei Angreifer verteidigen zu können. Tja, also weniger Angst, eher das Schamgefühl. :oops:

Natürlichkeit ist langweilig    

Monika-Tersch
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dabei seit: 26.10.2005

...ja am Anfang war die "Drei" das ausschlaggebende Argument und die 2 ist nicht zu vergessen. Seit ich das mit dem Punkt 3 geregelt habe, musste ich nur noch die Angst bekämpfen, aber die wurde durch mein inneren Druck besiegt bzw. übergangen.
So gehe ich nun seit geraumer Zeit einmal die Woche unter Menschen, immer und egal wohin und zu welcher Tageszeit, ob Winter oder Sommer.
Ich weiß das ich durch meine Erscheinung und durch meine Größe auffalle und mich nicht in der Masse verstecken kann, aber das macht mir nicht mehr so viel und ich habe eigentlich nur ganz wenige negative Erfahrungen gemacht und die sind nicht der Rede wert. Dagegen sind die positiven Erfahrungen bedeutend größer und die möchte ich auf keinen Fall mehr missen.

Was ich nicht tue ist allein im dunklen herumzulaufen, das ist nicht schön und davor habe ich große Angst, da gehe ich lieber hell beleuchtet ins Kaufhaus, das macht auch viiiiiel mehr Spaß.

Hätte mir das jemand vor 1,5 Jahren erzählt, ich hätte ihn ausgelacht und in die Zwangsjacke gesteckt, aber es funktioniert Cool

Liebe Grüße

Moni

__________hier ist mein Beitrag zu Ende__________

Christine2611
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dabei seit: 22.10.2007

Ich geh ja raus - wenn ich Zeit habe. Die muss frau sich einfach nehmen. Am besten mal einen Urlaub en femme verbringen. Ohne Schleichwerbung machen zu wollen - bei Lydia geht das wirklich gut. Mit dem gesammelten Selbstvertrauen dann aber gleich weitermachen und richtig alleine irgendwo wohnen. Kleiner Tip: frau muss dann auch etwas Kleidung haben, die so halbwegs sozial verträglich ist. Im Discolook geh auch auch nicht mittags um 14 Uhr über den Jungfernstieg - Jungfer grins! Aber sonst ist z.B. Hamburg eine gute Gelegenheit, zu feminisieren.

La Rouge
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dabei seit: 20.02.2007

Guten Abend...

Also bei mir ist das schon sehr lange her, ich glaube 1991 war ich das erste Mal "gestylt" unterwegs. Abends, in Göttingen, Fussgängerzone. Und auch damals war es so wie heute... - kaum jemand beachtete es, es war irgendwie nicht das, was ich erwartet hatte. Damals war der Zeitpunkt plötzlich da, ich bin einfach nach dem schminken losgefahren, etwas weiter weg, wo mich keiner kannte - und es war stärker als die Scham und die Angst - dieser Punkt kommt irgendwann von alleine...

Und heute lebe und arbeite ich als Frau, komme nach Jahren endlich zur Ruhe, aber die Familie, die ich damals hatte, gibt es in der alten Form nicht mehr. Meine Kinder sind groß und stehen mir bei - ebenso die Eltern - mit den Parterinnen hat es nicht geklappt; das ist der Preis gewesen...

La Rouge

"Unsere Kräfte können wir abmessen, aber nicht unsere Kraft" Friedrich Nietzsche, dt. Philosoph

Gast
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Hallo!

Eigentlich wollte ich schon ins Bett gehen, aber da fiel mein Blick doch noch hier rein.

Schön wäre gewesen, man könnte mehrere Punkte markern.
Was habe ich angeklickt? Andere Gründe. Aber ich habe auch Angst (wenn auch wenig) und schäme mich.

Andere Gründe wären im Prinzip die beiden anderen zusammen gefasst. Im Grunde möchte ich hier nicht erkannt werden und anderer seits möchte ich hier auch so leben, wie es mir in den Sinn kommt.

Ich glaube, wenn ich wo anders hin fahren würde und nicht allein wäre, ich täte mich zeigen. Glaube ich :roll:

Bisher war ich später am Abend oder bei Dämmerung draußen. Schade, aber so traue ich mich nun doch nicht. Bin eben "noch" eine Stubenhockerin (klingt doch auch schön, oder?)

Eure

Tanja Feelgood (at Home)

Beate_R
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dabei seit: 03.02.2005

... und bei mir ist das noch gar nicht so lange her, das erste Mal draussen war kurz vor meiner Anmeldung hier im Forum. Das erste Mal nach langer Zeit des Wegdrückens ebenfalls. Anfang 2005.

Und vorher? Angst, meine Gefühle überhaupt zu äußern. Vor der Psychiatrie, vor der Belastung meiner Familie und über weite Zeiten einfach keine Chance.

Also Mehrfachnennung. 2,3,4. Läßt sich nicht machen. 4 war eine Zeit lang das wichtigste. Also 4, aber sehr halbherzig.

Viele liebe Grüße

Beate 

Gast
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Bei mir spielt 2 und 3 natürlich auch ne rolle, aber ich habe 5 angekreuzt.
Der Grund ist hier das ich ziemlich bequem (um nicht zu sagen faul) bin. Wenn ich rausgehe und der Öffentlichkeit zeige muss das schon stimmen. An allen sichtbaren und unsichtbaren Stellen rasiert sein, gut geschminkt (meine hier nicht viel Farbe aber eine gute Grundierung perfekter Liedstich usw) und passende Kleidung muss schon sein. (kicher... dann stell ich fest das ich doch ne Frau bin und nichts anzuziehen hab).
Dann ist auch die Frage wohin? Ich war noch nie der Partytyp, shopping macht spass aber wenn ich in Stimung bin ist es oft zu spät für alle Vorbereitungen.
Oft bleib ich dann gern zuhause. Ich kann mir die Sachen anziehen die mir spass machen, die ich aber (in der Kombination) nicht jeden zumuten möchte.
Ich hab schon ein paar outdoor Erlebnisse - schöne und weniger schöne und weis auch das das wirklich das beste ist was man erleben kann - raus als Frau. Aber in den seltesten Fällen passt alles. Und oft bin ich dann doch zu (schäm) faul.

Anette

Ella
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dabei seit: 27.12.2005

Zum einen fällt mir immer mehr auf, daß ich das Gefühl verloren habe, als "Mann" rauszugehen und mir zum anderen enFemme irgendwie "overdressed" vorkomme.

Bis auf Scham hielten und halten mich alle Argumente phasenweise vom "gedressed" Rausgehen ab. Zudem weitere Gründe ("5" habe ich angekreuzt):

- Mangel an Kleidung (nur Standards, kaum Angebot in meinen Grössen)
- Trägheit, mich entsprechend herzurichten
- Da nur einer kleinen Minderheit geoutet, fallen enFemme die meisten Orte flach, die ich grundsätzlich gerne besuche. Ich müsste weiter wegfahren und dazu fehlt mir die (Frei-)Zeit
- Kaum Möglichkeit für mich, in der Menge unterzugehen
- laufe zu Hause eh meist in Schlabberröcken und -pullis rum. Insoferne ist ein Anzug, der mir rein grössenmäßig passt, fast eine positive Abwechslung...

lgc

Die Karawane bellt, der Hund zieht weiter...

seamstress
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dabei seit: 10.06.2007

Da die Userschaft nun doch nicht ganz deckungsgleich ist, kopiere ich hier meinen Beitrag aus der Nachbarschaftsveranstaltung auch noch kurz rein.

Ich habe den Befreiungsschlag ja auch erst vor anderthalb Jahren geschafft. Davor hat mich die Angst, ausgelacht oder als pervers betrachtet zu werden davon abgehalten. Das geht ja dann wohl in Richtung Scham (wofür ich auch abgestimmt habe).

Heutzutage sind es hauptsächlich zeitliche Gründe, die mich davon abhalten öfter unters Volk zu gehen. Und zugegebenermaßen auch etwas die Bequemlichkeit. Es braucht in der Regel einen konkreten Anlass oder einen gewissen inneren Druck, um den Verwandlungsaufwand zu betreiben. Denn so sehr ich die Zeit en femme genieße, dem Prozeß der "Frauwerdung" kann ich im Gegensatz zu vielen anderen wenig abgewinnen.

Cool

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It's a Barnum and Bailey world
Just as phony as it can be
But it wouldn't be make-believe
If you believed in me