Meine Bewerbung als Model für den Laufsteg

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Rapunzel
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Ja, das wollte ich auch beitragen. Diesen Bericht sah ich ebenfalls. Und da es wohl eher nur die eine 12järige gibt........

Sie ist die Chefin und die Mama nur die lange Hand.

Dort wurde ebenfalls über eine noch jüngere Modedisignerin berichtet, die sich tatsächlich in jüngsten Jahren schon an die Nähmaschine setzte. Ich dacht, ich trau meinen Augen nicht, als sie dabei gefilmt wurde, wie sie fleißig vor sich hinratterte.

Tja, solche Ausnahmen gibt es wohl!

Zu Heike: Ja, ich denke auch aus Absagen, wenn sie begründet sind, kann man lernen. Gesetzlich sind Floskeln vorgeschrieben. Daher denke ich, das geht nur über ein persönliches Gespräch.

Modelagenturen sammeln und ziehen dann irgendwann mal raus, was sie brauchen. Da wären Absagen,  auch noch mit Begründung, wirklich viel verlangt. Ich glaub nicht, dass es sich da nur um Bewerber im Bereich von 100 Personen handelt, Liliane.

Wenn du wirklich etwas erfahren willst, da denk ich, ist der Tipp von Jula zu befolgen. Aber telefonisch oder persönlich.

Gruß von Rapunzel

 

Levve un levve losse!

Tassi EX
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Sorry, wenn ich mich hier nochmal einklinke, doch ich kann den ganzen Bohai wegen der Geschichte ehrlich nicht so ganz nachvollziehen.

Wir bekommen hier jeden Tag Bewerbungsmails von Darstellern und hiervon kommen wenn überhaupt ca. 10% in die engere Auswahl - diesen antworten wir, dass wir uns im Bedarfsfall erneut bei ihnen melden. Der Rest bekommt gar keine Nachricht. Dies mag zwar in den Augen einiger hier recht unhöflich klingen, doch wenn man sich auch noch mit dem Rechtfertigen einer Ablehnungen beschäftigen müßte, hätte man allein fast 2 bis 3 Stunden je Tag mit Mailbeantwortung zu tun.

Das jemand so penetrant eine Rechtfertigung für eine Ablehnung oder Nichtbeantwortung durch uns fordert, ist zum Glück allerdings noch nicht passiert.

 

 

.... Tassja

liliane
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Tassi schrieb:
Sorry, wenn ich mich hier nochmal einklinke, doch ich kann den ganzen Bohai wegen der Geschichte ehrlich nicht so ganz nachvollziehen. Wir bekommen hier jeden Tag Bewerbungsmails von Darstellern und hiervon kommen wenn überhaupt ca. 10% in die engere Auswahl - diesen antworten wir, dass wir uns im Bedarfsfall erneut bei ihnen melden. Der Rest bekommt gar keine Nachricht. Dies mag zwar in den Augen einiger hier recht unhöflich klingen, doch wenn man sich auch noch mit dem Rechtfertigen einer Ablehnungen beschäftigen müßte, hätte man allein fast 2 bis 3 Stunden je Tag mit Mailbeantwortung zu tun. Das jemand so penetrant eine Rechtfertigung für eine Ablehnung oder Nichtbeantwortung durch uns fordert, ist zum Glück allerdings noch nicht passiert.

Ich bekomme auch regelmäßig dutzende von Bewerbungen aus aller Welt für Stellen in meinem Bereich und strenge mich schon an, dass alle (1) eine Eingangsbestätigung bekommen und (2) einen Bescheid, auch wenn die Entscheidung manchmal aus sachlichen Gründen länger dauern kann, natürlich ohne individuelle Begründung. Das dauert pro Vorgang keine 30 Sekunden, weil es effizient organisiert ist. Sehr selten kommen dann auch mal Nachfragen von BewerberInnen wenn sie länger nichts hören oder auch nach einer Absage. Und ich habe mir durchaus schon mal 5 Minuten genommen, um einen wissensdurstigen, abgelehnten Bewerber genauer zu informieren. Das geht schon, wenn man will. 

So habe ich mir auch die Freiheit genommen, meinerseits nach zu fragen. Wenn die Leute im Team der Agentur auch so denken und handeln, wäre es doch schade, nicht zu erfahren, was die sich gedacht haben. Wenn es nicht so ist, werden die meine Email nach 3 Sekunden in den Papierkorb befördert haben (danach sieht es aus), und haben auch keinen Grund sich penetrant belästigt oder unglücklich zu fühlen. Ich werde deswegen nicht enttäuscht sein oder gar ein zweites mal nachfragen.  

n/v
Jula
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Immerhin hast du jetzt die Bestätigung, dass du das nicht perönlich nehmen braucht, sondern  dass in Agenturbusiness (1) offensichtlich allgemein nicht die im Geschäftsleben üblichen Höflichkeitsregeln gelten und die (2) eine lausige Büroorganisation haben, wenn selbst schlichte Absagen Arbeit machen.

 

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liliane
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dabei seit: 23.04.2006

Wie auch immer. Gestern war die Modenschau und ich habe mir ein paar Minuten davon angesehen. Wie nicht anders zu erwarten, machte das schon einen amateurhaften und provinziellen Eindruck. Die Moderatorin war sichtlich bemüht, etwas Stimmung zu machen, was nicht so recht gelingen wollte. Drumherum standen die stolzen Eltern, Geschwister und Freunde der Kids, die Kinderklamotten vorführen durften und ganz unbeholfen auf Fragen nach dem Tragekomfort z.B. der Bermudashorts antworteten.  Die Teenies stolzierten in zu hohen Absätzen über die Bühne und vertrautem dem Mikro ihre Träume von einer Modelweltkarriere an. Die reiferen Jahrgänge standen da in Sachen, die auch gut vom Grabbeltisch eines Schlussverkaufs hätten kommen können. Die hatten aber zumindest eine umfassendere Choreographie einstudiert, und daher nehme ich an, dass diese Models schon länger dabei waren und nicht erst durch die Anzeige in dem Stadtanzeiger rekrutiert wurden. Ins Mikro sprechen durften sie nicht.

Immerhin waren insgesamt sicher weit mehr als 100 Leute da, die sich das ansahen und auch fleissig Beifall klatschten. Wie mein Auftritt da gewirkt hätte, kann ich nicht beurteilen. Meine Begleitung war jedenfalls der Meinung, dass (1) es gar kein Verlust war, nicht dort auftreten zu können, und (2) falls ich doch dazu gekommen wäre, das dann sicherlich der Show einen Touch von Glamour verliehen hätte, den sie gar nicht verdient hätte. Nett gesagt als Schlusswort. Belassen wir es dabei, Schwamm drüber...

n/v
Jana72 EX
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liliane schrieb:
............ Wie nicht anders zu erwarten, machte das schon einen amateurhaften und provinziellen Eindruck. 

........aha...du hast es nicht anders erwartet...........das klingt jetzt aber schon ein bisschen nach dem Fuchs, dem die hohen Trauben eh zu sauer gewesen wären...  ;) 

 

schade, dass es nicht geklappt hat. Deinen Mut zu dieser Aktion bewundere ich jedenfalls weiterhin sehr

Jula
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Hey Liliane,

im Nachhinein kannst du doch froh sein! Was hast du mit provinziellen Amateuren zu tun, außer dass du dich von Ihnen abhebst?

 

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Sabi-Luma
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dabei seit: 08.05.2010

hallo,

ich kann nur sagen: eine prima sache! viele unter uns haben ja schon bedenken, sich gestylt auf die straße zu wagen. wobei man aber dann schnell merkt, dass da nichts dagegen spricht, wenn man nicht overdressed ist.

und dieses casting geht ja ein stück weiter. es gehört mut dazu. mut für die offene bewerbung, mut sich dort unter die anderen models zu mischen und auch jetzt mut, noch einmal nachzufragen.

ich erachte das ganze als sehr wichtig. denn nur dann, wenn man in der gesellschaft öfter wahrnimmt, dass ein tv oder cd unterwegs ist (und zwar dezent gestylt), kann der negative touch, der leider noch in manchen köpfen ist, langsam weichen... es wäre schön, wenn uns dies in der mittleren zukunft ein stückchen gelingt...

 

 

Lena4866
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dabei seit: 01.07.2005

Mir kommts   vor  als wenn  da jemand beleidigt ist das  sie nicht genommen wurde und jetzt auf den Veranstalter eindrischt.Meiner  Meinng hats du den Transsexuellen keinen grossen Gefallen gatan den die meisten  kämpfen doch um ne  Akzeptanz im Alltag und wollen keine  Glamour Paradiesvögel sein.Vor Allem das penetrante Nachhaken und dann das Nachschiessen auf die Veranstalte rist ein eher kindisches Verhalten.

Ich hab in den letzten Tagen in einem andren Forum  eine Diskussion  mit Männern über den Unterschied zwischn TS, TV und DWT geführt.Dort hat der Freund einer Transsexuellen die auch hier vertreten ist einen intresanten Satz gesagt:

Wir Transgender sollten endlich mal aus unsrer Selbstbeweihräucherngsecke herrauszukommen  und uns unter Menschen bewegen die es ehrlich mit uns meinen  und das heisst auch die uns ehrlich kritisieren.

Es bringt garnichts wenn einem gesagt wird  wie hübsch man doch als Frau ist wenn man als Frau im Alltag auf Ablehnung stösst.Ehrliche Kritik hilft uns besser zu werden , selbstbeweihräucherung lässt uns auf dem jetztigen Niveau verharren 

liliane
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dabei seit: 23.04.2006

@Lena: Ok, ja, ich bedaure, dass man mir nicht die Gelegenheit gegeben hat, auf der Bühne zu präsentieren. Und mehr noch, ich gebe zu, dass wenn es dazu gekommen wäre, dann hätte ich sicher Lampenfieber ohne Ende gehabt. Wer weiss schon vorher wie das ausgegangen wäre, es hätte auch gründlich daneben gehen können. Diese Herausforderung hätte ich angenommen, und ausserdem gilt bekanntlich: No risk, no fun. Beleidigt fühle ich mich nicht, die haben unter Zeitdruck von 100-200 Bewerbern ein Dutzend oder so ausgewählt, und eine Entscheidung für mich hätte schon einen erhöhten Aufwand und ein besonderes Risiko für die Agentur bedeutet.

Was die Wertigkeit der Veranstaltung angeht, möchte ich hinzufügen, dass die auch kaum wesentlich anders hätte werden können, wenn man die ganzen Begleitumstände berücksichtigt: das "Kulturfest" einer kleinen Stadt, die insbesondere von Rentnern als Altersruhesitz und von Touristen geschätzt wird, die Laien, die als Models erstmals auf die Bühne kamen, ohne viel üben zu können, die unpassende Bühne, die gestellt wurde, das grelle Sonnenlicht auf den freien Platz, die Klamotten, die von den Geschäften gestellt wurden, usw... Also, den Umständen entsprechend war es ok, aber nicht die herausragende Show. Für mich wichtig gewesen wäre mehr das Publikum als der ganze Rest, und davon war genug da. 

Was mir an deinem Post gleich doppelt missfällt ist die Einstellung, dass weil die meisten Transsexuelle um ihre Akzeptanz im Alltag zu kämpfen hätten, es schädlich für diese wäre, wenn ich als Transgender vermeintlich glamourös auf dem Laufsteg auftauchen würde.

Zum einen finde ich, dass man sich nur selber schadet, wenn man von vornherein davon ausgeht, dass man als Transgender oder Transsexuelle grundsätzlich nicht akzeptiert und ständig zum Kampf gezwungen wird. Man wird akzeptiert (hierzulande fast immer, nach meiner Erfahrung) oder eben nicht. Je mehr ich in mir sicher bin über mein Wesen und meine Rolle, desto deutlicher wird es für die anderen und desto leichter fällt es ihnen die Akzeptanz. Kampf im Alltag gegen die wenigen Hardliner, die nicht akzeptieren wollen, ist ziemlich aussichtslos, warum sollte man sich das antun? Ja, ich weiss, es gibt Diskriminierung bei Bewerbungen für Arbeit und im Beruf. Das ist eine andere Sache, wo man dann schon eher mal gezwungen werden kann zu kämpfen.

Zum anderen ist es so, glaube ich, dass Trangender und Transsexuelle sich zumeist eher scheuen, ins Licht der Öffentlichkeit zu geraten, und daher auch weniger wahrgenommen werden. Ich denke, dass es an der Zeit ist, dass sich das ändert. Meine Erwartung ist, dass es umso mehr Verständnis und Akzeptanz geben wird, je präsenter wir sind, im Alltag und auch auf den kleinen öffentlichen Bühnen wie diese Modenschau, zum Beispiel. Daher habe ich mich beworben und bei der nächsten passenden Gelegenheit werde ich es wieder tun. 

n/v