Man kennt sich unscharf...

23 Antworten [Letzter Beitrag]
Liv-Marit Norton
Bild von Liv-Marit Norton
Offline
Reale Person
dabei seit: 13.02.2006

Roxanne schrieb:
...... Was bleibt denn von diesen Gesprächen?........

Deine Gedanken berühren mich ebenfalls seit langer Zeit, Roxanne. Ich sehe es aus etwas differenzierter Sicht. Jeder Mensch, den wir treffen, hat eine Botschaft für uns. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Andere TG ist oder nicht.

Nun, da wir (noch) ein besonderes Völkchen zu sein scheinen, sind die Begegnungen "unter uns" meist die vorherrschenden. Ich versuche, dortige Gespräche und Anregungen in meinen kleinen familiären Kosmos mit aufzunehmen. Alle, die mich näher kennen, wissen, dass ich mich im anderen Geschlecht wohler fühlen würde......lassen wir die unpassenden körperlichen Voraussetzungen mal außen vor. Eine GaOp würde mir jedoch die geliebte Hälfte meines Lebens nehmen......die Familie. Trotz aller wahnsinnigen Fortschritte und Akzeptanz würde dieser letzte Schritt vier Menschen ins Unglück stürzen.

Daher nehme ich den Gedankenaustausch mit anderen TG als Lebenshilfe, mich in meinem Wirrwarr zurechtzufinden und geordnet weiterleben zu dürfen. Ich bin diesen Menschen so dankbar für Ihre Anregungen, Sorgen und auch Hilfen. Dabei hoffe ich auch ein wenig zu ihrer Wegfindung beizutragen.

Meine Gedanken halt....in aller Kürze und aus dem "Lameng" geschrieben.....

 

Greetz

Liv- Marit

 

Eine echte Vision entwickelt ihr Eigenleben !

Nadine59
Bild von Nadine59
Offline
dabei seit: 03.03.2010

Guten Abend,Ihr Lieben!Das sind Gedanken am Ende eines Arbeitstages,die ich hier studieren durfte.Zunächst mal danke ich Euch dafür- ich sehe diese sozialen Bindungen ähnlich hemmend,problematisch,schwierig wie Jana.Bei den regelmässigen Treffen der Buddhisten als Nadine aufzutauchen,würde unsägliche Probleme bringen-schon mit der Vermittlung von Glaubensinhalten.Diese starken,inneren Gefühle sind auf jeden Fall da,und werden immer stärker-ich fühle mich immer fremder in Männerklamotten-ich kaufte in meinem ganzen Männerleben noch nie soviel Gardrobe,wie jetzt als Nadine-war ich froh,als ich endlich meinen buntgemusterten,neu gekauften Sommerrock zur neuen weissen Leinenbluse anziehen konnte,und die Jeans in den Rucksack stecken- könnte es sein,das viele Menschen sich viel zu wichtig nehmen?Oft Zuhörer suchen,ohne dann im Gespräch mal die Ebenen zu wechseln,und sich mit den Problemen des Zuhörers beschäftigen wollen?Kann aus so einseitigen Rollenverteilungen Freundschaften entstehen- ich würde wirklich gern mal zu einem Treffen kommen, um Erfahrungen zu sammeln-aber der 3 Schichtdienst im Krankenhaus macht es schwierig.Entbehrlich empfinde ich das Vehikel der Frauenklamotten in keinster Weise für das innere Empfinden,liebe Roxanne-ich spüre so einen Hauch von Authentizität-so eine Spur von nach Hause kommen zum eigentlichen Geschlecht.(sexuelle Erregung spüre ich wenig in diesem Outfit!)-Familienerfahrungen kann ich nicht beurteilen- und Freunde hab ich wenig-dort akzeptiert man Nadine teils, teils-aber raus en femme muss ich allein.Nun bin ich ins Schwafeln geraten-sorry-macht wohl die späte Stunde.Ich bin gespannt auf die weiteren Beiträge in diesem Thread.

Alle besten Wünsche für Euch alle!Danke,und gute Nacht!

Nadine;)

n/v
Heike_007
Bild von Heike_007
Offline
Reale Person
dabei seit: 10.04.2006

Aus meiner Sicht beschreiben die Beiträge von Liv-Marit und GabiStern die Situation am besten. Jede(r) hier hat ihre/seine ganz konkreten Bedingungen (Familie ja/nein, soziales Umfeld, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit usw. usf.), so dass kaum eine T*-Biographie der anderen gleichen wird.

Ergo wird es von der Stubentranse bis zur abgeschlossenen ga Op alle Spielarten incl. sämtlicher Zwischenstufen geben, und jede(r) hier wird auch ihre/seine ganz konkreten Gründe dafür haben es so zu machen und nicht anders. Dies trifft auch und gerade für das Outing zu: Wer zu 100% ungeoutet lebt hat entsprechende Gründe dafür, nur sollte sich dann niemand darüber wundern, wenn sie/er außerhalb der Foren/Stammtische/Parties niemanden weiter für einen entsprechenden weiterführenden geistigen Austausch hat.

Wir sind alle erwachsene Menschen und so mag jede(r) das tun was ihr/ihm gefällt (Treffen auch en homme, familiäre Besuche etc.), allgemeingültige Ratschläge kann es aber nicht geben. In einer Atmosphäre der Diskretion ist nun mal nur ein "unscharfes Kennenlernen" möglich, denn auf diese Weise lerne ich den betreffenden Menschen nur in einem kleinen Ausschnitt kennen (Art und Stil von Forenbeiträgen, Verhalten auf Stammtischen und Parties) und nicht als komplette Persönlichkeit. Dies ist der Preis der Diskretion in unseren Kreisen, dies werden wir wohl oder übel so akzeptieren müssen. Dass diese "Unschärfe" gelegentlich Frust erzeugt, wird deshalb nicht zu vermeiden sein.

Bei mir mag ein Jeder nach seiner Fasson selig werden (Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg 1620-1688).