Haben wir einen Gen-Defekt?

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Roxanne
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Zitat:
Gentechnisch veränderte Mäuseweibchen besteigen ihre Männchen
London (dpa) - Dramatischer Rollenwechsel: Forscher haben einen molekularen Schalter im Hirn weiblicher Mäuse umgelegt, die daraufhin versuchten, Männchen zu begatten.

Die Filme aus dem Labor von Tali Kimchi an der Harvard-Universität in Cambridge (US-Staat Massachusetts) zeigen, dass die gentechnisch veränderten Nager plötzlich um Männchen werben, sie besteigen und auch ihren Unterkörper auf unmissverständliche Weise gegen die Männchen pressen. Die Wandlung ist aber nicht vollständig. Wenn die Weibchen zusammen mit Männchen gehalten werden, bringen sie Nachwuchs zur Welt. Die Resultate sind im Journal "Nature" (online veröffentlicht) nachzulesen.

Die Gruppe um Kimchi hatte in ihren Experimenten das vomeronasale Organ in der Nase der Weibchen verändert. Damit nehmen die Tiere Duftmoleküle und Sexuallockstoffe (sogenannte Pheromone) wahr. Diese Signalkette funktionierte in den gentechnisch veränderten Weibchen nicht mehr. Daraufhin zeigten sie das männliche Paarungsverhalten.

Die US-Gruppe vermutet, dass das männliche Handlungsrepertoire von vornherein auch im Hirn der Weibchen angelegt ist, dort aber ruht. Dafür verantwortlich seien die Signale des vomeronasalen Organs (auch Jacobson-Organ genannt).

Wenn die Duftstoffe des Männchens keinen Einfluss mehr nehmen könnten, reichten vielleicht schon die geringen Testosteronmengen in den Körpern der Weibchen, um das männliche Verhalten auszulösen, spekuliert Nirao Shah von der Universität von Kalifornien in einem begleitenden "Nature"-Text.

Ob solche einfachen Regeln auch für menschliche Herzensangelegenheiten gelten, sei unklar.

Quelle: GMX

Durch das simple Umlegen eines Schalters, weist ein Weibchen plötzlich männliche Verhaltensweise auf. Eine Maus ist kein Mensch, aber das Ergebnis des obigen Experimentes ist Futter für die, die der Theorie anhängen, daß Geschlechtsidentitätsstörungen bei Menschen körperliche Ursachen haben können.

Natürlichkeit ist langweilig    

Monika-Tersch
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...na ja in 100 Jahren lacht man wahrscheinlich über unseren Wissensstand!

Aber HEUTE halte ich mich noch für vollständig gesund...na gut bis auf die paar Wehwehchen die sich in meinen Alter so ergeben :roll:

Liebe Grüße

Moni

__________hier ist mein Beitrag zu Ende__________

anja-k
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Aso bis auf meine normalen Altersbedingten beschwerden. Ist bei mir alles in grünen Bereich. Ganau so wie Moni auch schon schrieb.
Zitat:
Durch das simple Umlegen eines Schalters, weist ein Weibchen plötzlich männliche Verhaltensweise auf. Eine Maus ist kein Mensch, aber das Ergebnis des obigen Experimentes ist Futter für die, die der Theorie anhängen, daß Geschlechtsidentitätsstörungen bei Menschen körperliche Ursachen haben können."
Da Kenne ich einige Frauen, da muß kein Schalter umgelegt werden. Wenn die Ausgehen wollen sie nur das EINE.
Oki
Eure anja-k

jasminchen
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Roxanne schrieb:
[Durch das simple Umlegen eines Schalters, weist ein Weibchen plötzlich männliche Verhaltensweise auf. Eine Maus ist kein Mensch, aber das Ergebnis des obigen Experimentes ist Futter für die, die der Theorie anhängen, daß Geschlechtsidentitätsstörungen bei Menschen körperliche Ursachen haben können.

Hallo Roxanne,

das ist doch mal was neues neben holländischen studien an den Hirnen Verstorbener. Es ist eben nur eine Frage der Sex, bis der Beweis für Ts als hirnorganische Intersexualität erbracht ist. Dann kann auch die falsche Klassifizierung als geistesstörung F 64.0 korrigiert werden.

LG jasminchen

Jestem prawda, nie mam tajemnicy.

Extra Gottingam non est vita, et, si est, non est ita. Cogito ergo sum

Hrad přepevný jest Pan Bůh náš ….

 

http://en.wikipedia.org/wiki/Prime_Directive

 

Gast
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Persönlich würde ich sagen, daß bei uns TS eine physische Anomalie
( Anomalie ohne negativen Beisgeschmack... wer will, kann auch
Besonderheit dazu sagen) vorliegt, die schon im frühesten Stadium
(wahrscheinlich embryonal) dafür sorgt, daß sich in einem physisch
männlichen Körper ein physisch weibliches Gehirn entwickelt.
(Siehe auch hier)

Ob jetzt durch fehlerhaftes Andocken von Hormonen an Rezeptorzellen,
deren Fehlfunktion, oder auch einfach durch ein pränatales Hormonungleichgewicht kann ich nicht sagen.

Es ist aber falsch, eine physische Besonderheit sofort auf das Zauberwort
des 21. Jahrhundert "Gene" zurückzuführen. Daß es kein Gendefekt ist,
unterstützt wohl schon die Seltenheit, mit der Nachkommen von TS
ebenfalls TS sind. Somit kann es zumindest kein vererbarer Gendefekt
sein. Wenn es aber ein nicht vererbbarer Defekt wäre, so müßte nur die
DNS im Gehirn betroffen sein.
Deswegen verändert sich unser Körper ja ohne Hormoneinnahme nicht in
Richtung Frau. Eine örtlich beschränkte Genvariation (oder -mutation?)
könnte nun höchstwahrscheinlich (bin leider nicht so fit in dem Bereich)
durch äußere Einflüsse entstanden sein. Vielleicht Strahlung, etc...

Dem steht aber entgegen, daß das TS-Phänomen aller Wahrscheinlichkeit
nach im letzten Jhd. nicht angestiegen ist(wir haben ja kaum gesicherte
Daten aus dem hochchristlichen Mittelalter... ^^)

Somit könnten Elemente aus moderner Zeit (Röntgen,...) wohl als
unwahrscheinlich erachtet werden.

Also, wenn es genetisch sein sollte, woher kommt's dann?
Und warum sind die TS-Kinder in der Regel keine TS?

[Edit] Und wenn dieser Schalter das Sexualverhlaten umlegt, was sagt das
schon aus? Genug Post-OP TS haben ja auch weibliche Partnerinnen...

Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

Changeling schrieb:
Daß es kein Gendefekt ist,
unterstützt wohl schon die Seltenheit, mit der Nachkommen von TS
ebenfalls TS sind. Somit kann es zumindest kein vererbarer Gendefekt
sein.

Meines Wissens kein Argument, denn beim Vererben gibt es einen zweiten DNS-Satz des anderen Elternteils, der eventuelle "Löcher" oder "Fehler" beim Partnersatz auffüllen, bzw. korrigieren kann.

Zitat:
Wenn es aber ein nicht vererbbarer Defekt wäre, so müßte nur die DNS im Gehirn betroffen sein. ..

Ein Mensch hat nur einen DNS-Satz, egal ob im Haar oder in der Speichelzelle.

Natürlichkeit ist langweilig    

Beate_R
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Tja, die berühmte BSTc-Studie... das einzige einigermaßen abgesichterte Ergebnis, und was sagt es? Dass es wohl bei einem Teil der Transsexuellen körperliche *Prädispositionen* geben *kann*. Nicht mehr, aber viel wichtiger, auch nicht weniger. Was man aus derlei Studien jedoch auf keinen Fall folgern kann, ist, dass Transsexualität monokausal ist. Mehr noch, ich weiss von Betroffenen, die nach ihrer OP erkennen konnten, dass sie in der frühsten Kindheit tief traumatisiert gewesen sind. (Ob man so ein Trauma dann auch therapeutisch erfassen kann, würde dann nochmal auf einem anderen Blatt stehen).

Was wir darüber hinaus nicht wissen können, aber durchaus erwägen sollten, ist, ob es körperliche Prädispositonen für ein Klasse von Abweichungen gibt, die psychisch sichtbar werden.

Und das führt auf mein Hauptanliegen: führt nicht die Annahme einer Monokausalität für ein derart komplexes Leiden wie Transsexualität so gut wie immer zu einer Ausgrenzung eines Teils der Betroffenen, nämlich derjenigen, die vom gerade aktuellen Modell nicht erfasst werden?

(Roxy, noch ne Bitte an Dich: wärst Du so nett, die lange URL in ein [URL=... ] Tag zu verpacken, damit wir bem Lesen nicht immer horizintal scrollen müsssen?)

Viele liebe Grüße

Beate 

Gast
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Roxanne schrieb:
Ein Mensch hat nur einen DNS-Satz, egal ob im Haar oder
in der Speichelzelle.

Anfangs ja. Aber äußere Einflüsse können dafür sorgen, daß dieser Satz in
manchen Teilen des Körpers modifiziert wird. Viren machen ja genau das,
indem sie einer Körpereigenen Zelle ihre DNS einsetzen.