Geheimnis Transidentität

13 Antworten [Letzter Beitrag]
Dani
Bild von Dani
Offline
dabei seit: 11.10.2011

Hallo Ihr Lieben,

es tut mir soooo leid, dass Ihr nun wieder mal 'Opfer meiner kreativ-philosophisch-pädagogisch-psychologischen Phase werdet'

hahahaha.. echt sorry, hoffe, Ihr versteht das nicht als Spam.. bin nur wieder so oft nach dem 'WARUM IST DAS SO? WIESO IST DAS SO? WIE IST DAS SO?' gefragt worden, dass ich überschäumte.. ganz ehrlich, finde meine Theorie gewagt (und die Transmänner verzeihen bitte, dass ich von uns Mädels spreche, liegt daran, dass es ja nur meine eigene Meinung und Sicht meiner Situation ist) wahrscheinlich ein wenig zu pathetisch, und immer doof, wenn ich soclhe Texte runtertippe, wo es mir eigentlich mehr nach Dichten wäre.. aber gut... der Beitrag kann ja immer noch gelöscht oder einfach ignoriert werden. Wink Vielleicht jedoch, lässt sich die/der Ein oder Andere darauf ein und schreibt ne Meinung dazu.. schließlich ist ja alles stets im Fluss und das letzte Wort wird erst vom Pfarrer am Grab gesprochen.. also.. *räusper*

Meine leicht pathetische Sicht zur Transidentität:

Ja, heute gebe ich es frei heraus zu, ich bin transident, transsexuell, transgender – wie auch immer es Euch passt. Grob gesprochen sagt man: „Er fühlt sich als Frau!“ und ergänzt in heutzutage oft mitfühlend anmutendem Tonfall: „Er will jetzt eine Frau werden!“

Diese Formulierungen mögen in guter Absicht gesprochen sein – aber treffen sie wirklich meine Realität? Mir nahestehende Menschen fragen oft sorgenvoll nach, was denn wirklich in mir und mit mir los sei. „Ich verstehe das nicht, bitte erkläre es mir.“ und ich muss zugeben – erklären kann ich das alles auch nicht. Es war immer da, so wie der Regen, die Sonne – mir ist kein Leben ohne dieses Element meines Seins bekannt. Unsicher frage ich oft zurück: ‚Wie fühlt es sich an, sich als Mann oder Frau ‚richtig‘ zu sehen? Ich kann mir DAS leider nicht vorstellen.‘

Aber heute will ich es wagen – nach dreißig Jahren innerer Isolation und Kontemplation über mich selbst und diese merkwürdige unerklärliche Sehnsucht in mir, es hätte alles besser anders begonnen.

Es sei gleich vorangestellt, ich glaube nicht, dass es eine einzige transsexuelle Person gibt, die 'grundsätzlich' einen Geschlechtswechsel wünscht – wir wünschen uns, wir hätten all diese inneren und äußeren Spießrutenläufe, die eine ‚Geschlechtsumwandlung‘ mit allen Konsequenzen mit sich bringt, nicht nötig – und uns wäre die Gnade einer gegengeschlechtlichen Geburt zuteil geworden. Wer mag schon diese Schnipseleien.. *urgs*

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das Aschenputtel-Märchen das erste Mal gehört habe. Ich weiß nur, dass ich lange geweint habe. Solange ich zurückdenken kann würde ich mein Leben als ein Aschenputteldasein beschreiben. Dieses Märchen hat die Kraft zu erklären, was das Wesen meiner Transsexualität in Wahrheit ausmacht – davon bin ich zutiefst überzeugt.

Das Märchen vom Aschenputtel ist in gewissem Sinne die Geschichte aller Kinder, die in ihrem Selbstwertgefühl unerwünscht und überzählig in scheinbar wohlgeordneten Verhältnissen aufwachsen müssen. Wie wir uns trotz allem unsere Sehnsucht nach Liebe und unsere Hoffnung auf Glück auch als Heranwachsende und Erwachsene bewahren können, das ist unser eigentliches Geheimnis, dem wir in dem Grimm‘schen Märchen begegnen können.

Was ein Aschenputtel ist, weiß scheinbar jeder, und solange ich das Märchen kenne, fühle ich mich genau so.

Was also ist ein Aschenputtel? – Dem Namen nach ist ein ‚Aschenputtel‘ „die in der Asche wühlende, sich wälzende Küchenmagd, ein geringfügiges, unreines Mägdlein“ – ‚pusseln‘ oder ‚pöseln‘ im Sinne von ‚mühsam suchen‘ und ‚södeln‘  = sudeln, ‚im Schmutz verderben‘ steckt in dem Wort.Eine andere Vermutung möchte den Namen aus dem Griechischen ableiten: aus den Worten ‚achylia‘ = Asche und ‚puttos‘ = weibliche Scham; Aschenputtel wäre dann ein Mädchen, das ‚mit Scham in der Asche‘ sitzt. So oder so ist der Name mehr als ungenau, denn er beschreibt nur die Außenseite, das, was man sieht; viel wichtiger aber für das Wesen einer Transidenten ist die Innenseite, das, was man nicht sieht, doch unbedingt sehen muss, um unser Wesen zu verstehen.

Irgendwann nämlich kommt bei jeder offiziell Transidenten der Tag an dem sich die jahre-, ja gar jahrzehntelange ‚Sehnsucht‘ in existenzielle Not wandelt. Die Suizid-Rate derjenigen Transidenten, die sich an diesem Punkt wiederfinden ist gigantisch und läuft älteren Statistiken zufolge gen 50%.

Das Wunder unseres Lebens als Transsexuelle, wie des ‚Aschenputtels‘ nämlich besteht darin, mitten im Elend niemals das Gefühl für unsere eigene Würde zu verlieren und gegen eine vor allem subjektiv erfahrene, erdrückende Macht der Widerstände der gesamten äußeren Welt den Traum nicht aufzugeben, im Grunde zu etwas, verzeiht bitte die stilistische Übertreibung, Königlichem bestimmt zu sein.

Dieser Kontrast: zwischen äußerer Erniedrigung und innerer Berufung, zwischen Ausgangsbedingung und Ziel, zwischen Schicksalsungunst und Herzenssehnsucht bestimmt den Kern der Aschenputtelgestalt. Wer die Geschichte eines Aschenputtels, insbesondere einer Transsexuellen verstehen will, kommt also nicht umhin, sich in die Seele von Menschen hineinzudenken, besser hineinzufühlen, die den äußeren Vorbedingungen nach chancenlos sind – auf den ersten Blick sind wir traurige Gestalten, die verwirrt und verirrt sind und nichts haben, außer, dass wir den Mund zu halten und uns in Bescheidenheit zu üben haben. Und das ist unabhängig von sozialer Herkunft und Bildung. Wir dürfen dankbar zusehen, wie man uns abstempelt und ablegt.

In Bescheidenheit üben – ja das tun wir dann auch. Vermeintlich! Nach außen hin! – Unter der Asche aber, mitten in dem Ruß eines scheinbar hoffnungslos ausgeglühten Lebens glimmt dennoch die unerstickte Glut eines verborgenen Verlangens nach einem ganz anderen, wahren Sein, zu dem es im Augenblick zwar keinen Zugang gibt, das aber dennoch eines Tages zweifellos loslegen wird – wenn, entgegen aller suizidalen Tendenzen, irgendein Leben noch sein soll. 

Transsexualität – ‚Aschenputtel‘, das ist mithin ein oft langes Warten gegen alle Enttäuschung, das ist die Geschichte von einem unbeugsamen Stolz entgegen aller Erniedrigung, das ist ein von geheiligten Tränen genährtes, zähes, geduldiges Hoffen wider alle äußere Entbehrung; Transidentität – das ist ein Leben in hundert Stunden 'unerhörter' Einsamkeit, das ist ein unbemerktes Weinen unter der nach außen zur Schau getragenen Maske von Wohlwollen, Gehorsam, Folgsamkeit und womöglich von Lustigkeit und Spaß; das ist ein stummes Klagen in äußerem Schweigen – oder in äußerer Redseligkeit; ‚Aschenputtel‘ – das ist das brennende Gefühl eines unaussprechlichen chronischen Unrechts, das es zwar jetzt zu durchleiden gilt, mit dem aber jemals einverstanden zu erklären ein Rest verbliebenen selbstwertgefühls sich ein für alle Mal weigert. Transsexualität ist wie ‚Aschenputtel‘ das Märchen vom Mysterium des Menschen, der selbst dann noch an seine Würde glaubt, wenn man in einer Kette nicht endender Demütigungen ihm seinen vorgeworfenen Irrglauben mit manches Mal wirklich schikanöser Gewalt auszutreiben sucht. ‚Aschenputtel‘ ist im Grunde viel mehr als ein transsexuelles Geschichtlein, sondern trifft den Kern menschlichen Wesens und Strebens, überall dort, wo Menschen nicht davon lassen, an die Berufung ihres Wesens – trotz allem – zu glauben.

So einsam wir diesen Weg bisweilen gehen, wir sind nie allein. Mit unserem Weg schenken wir den Menschen um uns den Mut, an ihren traumhaftesten Erwartungen festzuhalten und auf den Wert und die Einmaligkeit unser aller Leben nachhaltig zu bestehen. Es bedeutet, wie ‚Aschenputtel‘ an die Widerlegbarkeit der sogenannten ‚Realität‘ durch die wirklich märchenhaften  Möglichkeiten unseres Daseins zu glauben. Es bedeutet, immer wieder den äußeren Anschein der Unscheinbarkeit eines Menschen beiseite zu räumen und mitten im Weinen das beginnende Glück, mitten im Zerbrechen der Hoffnung das Reifen einer größeren Gestalt und mitten im vermeintlich Aussichtslosen die ersten Umrisse einer nur erst zu erahnenden Wahrheit zu erkennen.

‚Aschenputtel‘ – wie Transsexualität – das ist als Erstes, so glaube ich, das Märchen von dem Sieg der Schönheit über die Schande, des wahren Seins über den falschen Schein, des inneren Wesens über die Verfälschungen des Äußeren. Es ist der noch nie zu Ende geträumte Traum von dem verborgenen Königtum ‚in jedem Menschen‘.  Welch einem Menschen in diesem Leben geschieht schon Recht? Kennt dieses Gefühl nicht jeder – irgendwie?! Was aber ist die Alternative dazu?

Bekannt ist der ‚amerikanische Traum‘ – Du kannst alles werden, was du willst und an dich glaubst! Du kannst wie Rockefeller, vom Schuhputzer zum Millionär, wie Bill Gates vom ‚Nerd‘ zum Milliardär, wie Leon Spinks vom Prügelknaben der Slums zum gefeierten Profiboxer, vom Niemand in den Straßen New Yorks zum Präsidenten der Vereinigten Staaten – Du musst nur wollen und unbeirrt an deiner Karriere basteln.

Gemessen an solchen Träumen der pragmatischen Äußerlichkeit weist 'mein' Transidentitäs-/Aschenputtel-Märchen in all seinen Varianten einen echten Unterschied auf. Es erzählt nicht von einem Aufstieg zu Ruhm, Geld und Macht durch zielstrebiges Handeln und berechnendes Auftreten. Es schildert vielmehr den Durchbruch des wahren Ichs in all seiner Schönheit durch die bestätigende Entdeckung eines anderen Menschen (unser Prinz). Gerade eben nicht dieser narzisstische Traum von der eigenen Unüberwindlichkeit oder Unwiderstehlichkeit ist es, sondern das ganze ‚Märchens‘ drehtsich um unsere zögernde, wartende Hoffnung auf die hellsichtige Liebe und Zuneigung eines Anderen, der imstande ist, unseren Wert wirklich zu begreifen und in das Gesicht des Mädchens tief in unserer Asche zu schauen. ‚Erwählung‘ – nicht Selbstdurchsetzung ist das Thema des ‚Aschenputtels‘, wie der Transidentität.

Der amerikanische Traum, wie geschildert, gleicht eher meinem jahrzehntelang gehegten ‚Willen‘ ‚Mann zu sein‘. Das 'Aschenputtel' ist aber kein Selbstverwirklichungstrip, sie führt uns im Gegensatz zurück zu Glaube, Hoffnung und Liebe. Da gibt es nichts zu gewinnen – selbst im besten Fall, sind wir äußerlich ansehnliche Karikaturen einer BioFrau – ein Leben lang unter Medikamenten, unfähig Leben zu gebären.. wohl aber gilt es, die wahre Gestalt des eigenen Wesens aufblühen zu lassen; da ist nichts zu erobern, wohl aber alles geschenkt zu erhalten. Das eigentliche Geschenk aber besteht in dem Wunder einer Verwandlung die sichtbar werden lässt, was im Grunde immer schon war und nur unter der ‚Asche‘ verborgen lag.  Es geht, wie man sieht, um eine Erfahrung die für mich tief heranreicht an das Religiöse. ‚Gott hat dich erwählt!‘ – diese Sprache verstehen in unseren Tagen doch wirklich nur noch einige wenige Kirchengläubige – und verstehen die wirklich etwas von der Freiheit und Kühnheit hinter den Erfahrungen einer besonderen ‚Fügung‘ und ‚Berufung‘ im Leben? Oder aus einem andere Blickwinkel: Wer vermag einen Menschen mit den Augen Gottes zu sehen? Welch eine Chance für unsere Gemeinschaften… oftmals vertan durch Verurteilung und deplatzierte Unterstellungen. Wie schade.

Aber diese religiöse Betrachtung mag geboren aus meiner Asche sein – meiner Hoffnung wirklich in meinem gegebenen Wesen, meiner Art erkannt zu werden. Transidentität ist für mittelbar Beteiligte ein Wahlfach in der Schule des Lebens – für uns Transsexuelle ist es mit Sicherheit ein Grundlagenkurs – wer hier versagt, wiederholt keine Klasse, sondern fällt heraus aus dem ‚System Leben‘. Eine Strafe für Gewaltverbrecher – aber für ein ‚Aschenputtel‘? Mit Sicherheit nicht!

 

*fühlt euch alle gedrückt*

Eure 'Spam'-Danni Laughing out loud

 

 

Das Leben meistert man lächelnd,

oder überhaupt nicht.

Kalen
Bild von Kalen
Offline
Reale Person
dabei seit: 07.02.2007

"Es geht, wie man sieht, um eine Erfahrung die für mich tief heranreicht an das Religiöse. ‚Gott hat dich erwählt!‘ – diese Sprache verstehen in unseren Tagen doch wirklich nur noch einige wenige Kirchengläubige – und verstehen die wirklich etwas von der Freiheit und Kühnheit hinter den Erfahrungen einer besonderen ‚Fügung‘ und ‚Berufung‘ im Leben?"

Ich kann den Satz sehr gut nachvollziehen. Wobei es für mich nicht religiös ist, wenn dann spirituell (hätte nicht gedacht, das ich das mal schreibe). Es ist eine Gabe der Natur und der Mensch ist Teil davon. Es gibt dir Möglichkeiten und lehrt dich sehr viel über das Selbst, die Menschen, die Gesellschaft und das System an sich.

Vor über zwei Jahren nun kam bei mir alles zur Ruhe. Das Wissen und das Annehmen des Selbst und die Findung haben mein Leben noch einmal kräftig umgekrempelt. Ich bin in dem alten Weg und mache sehr gute Erfahrungen. mein "in der Mitte sein" ist sehr hilfreich im Alltag und auch zu anderen Zeiten.

Eine wunderbare Erfahrung.

Bin gespannt was du entdeckst. Für die, welche die Erfahrung nicht gemacht haben, ist es schwer verständlich und noch schwerer nachvollziehbar.

Wobei es auch eine psychologische, eine biologische und eine physiologische Erklärung gibt (wenn ich/man sieh denn braucht).

Bin gerade etwas in Zeitdruck, sonst würd ich gern mehr schreiben.

Bis denne

 

 

 

Ich befinde mich auf einer Reise www.transseelische-reise.de . Two-Spirit ein alter Weg, der gerade wiederentdeckt wird.Welchen Weg wir auch wählen, es wird der eigene individuelle Weg sein, wenn er aus uns "selbst" kommt.

Ayna
Bild von Ayna
Offline
dabei seit: 20.12.2011

Dani schrieb: "Das 'Aschenputtel' ist aber kein Selbstverwirklichungstrip, sie führt uns im Gegensatz zurück zu Glaube, Hoffnung und Liebe." 

Und damit zu unserem innersten Selbst. Dein Beitrag ist sehr intensiv und rührt mich zu Tränen. Danke dafür! Mit 54  Jahren endlich erleben, was mir mit 14 versagt blieb! Deine Worte füllen die Zeit dazwischen mit irgenwas wie einen Sinn. Gerne Opfer deines Schreibens, Ayna 

☆~☽✪☾~☆

 

Sarah-HL
Bild von Sarah-HL
Offline
dabei seit: 01.06.2012

Hui, das ist alles andere als Spam. Das Bild von Aschenputtel in unserer Situation finde ich ganz gut.

Was mir zu Rockefeller und Aschenputtel einfällt; der Amerikanische Traum hat die Selbstverwirklichung (Egoverwirklichung) im äußeren, während die  Aschenputtelnummer die Selbstverwirklichung, oder besser die Selbstentblätterung/Selbstentwicklung  oder Selbstfreilegung, im inneren ist. Es steht ja irgendwann bei Unsereiner der Moment der Selbsterkennung/Selbsterkenntnis an, wenn man denn die Zeit bis dahin überlebt hat...

Beide Wege können sehr egoistisch sein, auch wenn (zumindest bei mir) der Gedanke näherliegt, daß die äußere Selbstverwirkluchung die egoistischere Variante ist. Mir geht es so, daß mein T* Weg letztendlich ziemlich egoistisch ist. In der äußeren, Rockefellerselbstverwirklichungswelt ist es eher möglich einen für alle Seiten akzeptablen Deal zu machen, als der (in meinem Fall) weiblichen Seite irgendwelche Kompromisse vorzuschlagen. Das kann dann so eine Dynamik und Kraft entwickeln, daß dabei eine Familie zerbröseln kann. 

Ich hoffe, mich irgendwie klar ausgedrückt zu haben......

Alles Liebe, 

Sarah Smile

En fiddl fund Wurbln un ein Harbsch mit Schronk un Borsch...

Dani
Bild von Dani
Offline
dabei seit: 11.10.2011

Die Familie..

Welche Familie bleibt bei unserem Weg intakt? Aber es gibt 1000 Gründe aus denen eine Familie 'zerbröselt' - mE ist es nicht wichtig, ob ein Familienverbund intakt 'scheint' - es ist nur wichtig, dass die Familienmitglieder nicht selbst 'zerbröseln' - und das erreicht man nicht über faule Kompromisse, Lügen und heldenhafte Selbstverleumdung, sondern alle Beteiligten können nur dann recht gesund bleiben/werden, wenn 'alle' sich geliebt, umsorgt, bekümmert und geschätzt fühlen können. Es reicht nicht aus 'scheinbar' stolz auf einen 'scheinbar' erfolgreichen Vater oder Mann sein zu können. Denn letztlich zählt nur dies Eine - sich geliebt fühlen - und wenn die Welt um uns herum zusammenbricht. Das ist keine Träumerei, sondern so wichtig, wie Essen und Trinken. Menschen überall auf der Welt.. auch Eure vielleicht verständnislosen Nachbarn, Kollegen und 'Freunde'.. zerbrechen nicht an Situationen, sondern an ihrer eigenen Mut- und Hoffnungslosigkeit. Und an diesen Stellen im Leben kommt 'jeder' irgendwann, früher oder später. Unser Weg ist ein mutiger, von nichts mehr, als von Hoffnung geprägt, ist mit Sicherheit ein mutiger Weg und hoffentlich geprägt von Achtsamkeit und Liebe.. wenn ich in der Lage sein sollte, genau das meinen Kindern vorzuleben und ihnen mit auf den Lebensweg zu geben.. was mehr könnte ich mir für sie wünschen? Sorgenfreiheit? Die gibt es nicht, nur Arten mit Sorgen umgehen zu lernen. 

Lieben Dank für Eure Kommentare Kiss

Eure Danni

 

Das Leben meistert man lächelnd,

oder überhaupt nicht.

Kalen
Bild von Kalen
Offline
Reale Person
dabei seit: 07.02.2007

Hi,

ich möchte nicht rumunken, doch ist es nicht gerade das was du schreibst an das viele TG/TS Glauben "wollen" und wachen oft danach in der Realität auf, die anders ist.

Meine Familie hat mich unterstützt, soweit sie konnte. Meine Frau war meine größte Stütze. Ich habe meine Eltern losgelassen, weil unser Verhältnis ok aber of nicht so war wie ich es mir wünschte. Dann kam mein Vater zu einem unserer Events, das hatte ich nicht erwartet. Er sagte das er mich unterstützen wird, auch wenn er es nicht versteht und alles befremdlich ist.

"Ein Raum voller Männer, die wie Frauen gekleidet sind." ist bestimmt gewöhnungsbedürftig.

Dann wandelten sich die Gefühle durch die direkte Kontaktaufnahme mit dem Selbst. Ich drehte mein Leben wieder um, sagen wir 180 Grad. Heute fast 3 Jahre nach der Wende, wenn wir über die 10 Jahre als Frau sprechen, ist das Gespräch ein anderes.

Wichtig finde ich, die Freiheiten zu haben, sich zu finden. Doch viele der Wünsche und auch Lösungen für die Situation mit dem inneren Gefühl kommen von außen.

Wenn du deinen Traum lebst, wird dir das Kraft geben. Wenn du eine Phantasie lebst, wird es ein Albtraum werden. Der Grad zwischen Traum und Phantasie ist ein schmaler und schon so mancher hat seine Phantasie für einen Traum gehalten. Sonst wäre die Selbstmordrate nicht so hoch.

Lebe deinen Traum

P.S: in den alten Kulturen dauert der Findungsprozess (Ausbildung durch einen anderen Two-Spirit) laut den Berichten und Legenden 3-7 Jahre. Ich verstehe heute warum das so ist. Die Zeit ist begleitet von diversen Visionssuchen und Reisen. Wir leben nicht mehr in diesen Kulturen, doch wir können viel daraus lernen.

 

 

Ich befinde mich auf einer Reise www.transseelische-reise.de . Two-Spirit ein alter Weg, der gerade wiederentdeckt wird.Welchen Weg wir auch wählen, es wird der eigene individuelle Weg sein, wenn er aus uns "selbst" kommt.

susanne-ffm
Bild von susanne-ffm
Offline
dabei seit: 14.10.2007

Dani schrieb:

Unser Weg ist ein mutiger, von nichts mehr, als von Hoffnung geprägt, ist mit Sicherheit ein mutiger Weg und hoffentlich geprägt von Achtsamkeit und Liebe..

das erinnert mich an die reaktion von meinem (ex) Arbeitskollegen als ich mich in meiner darmaligen Firma geoutet hatte:

(Sinngemäss) Ich finde es schön das ich jemanden kenne der zu sich selbst steht, das erfordert Mut.

Meine damalige Reaktion war - das war doch kein Mut sondern Notwendigkeit.

Wenn man aber merkt wieviele Menschen Ihr "Ich" aus Angst vor Konventionen der "Leute" verstecken kann man eventuell doch von Mut reden - wenn auch vom Mut der Verzweiflung.

Hast du Mut aus dem Fenster im Ersten Stock zu springen ? - im Normal Fall nicht - wenn hinter dir das Sofa lichterloh brennt ist die Mutivationslage eine andre

"Halb zog sie ihn, halb sank er hin." die richtung .. Hinten schubst die Frau, vorne sind die Ängste von denen sich bei mir wenigstens die meisten in Luft aufgelöst haben - also "Scheinängste" waren. Die haben sich aber erst aufgelöst als ich mich ihnen gestellt habe - Ist wie beim "Scheinriesen"  - wenn man Ihn kennt ist er ganz anders wie man glaubt.

Wenn ich eins beim Transit gelernt habe - Ich schätze die Reaktionen der andren immer falsch ein. Die von mir erwartete Haltung von andren Menschen zu meiner Info das ich doch eigendlich eine Frau bin wurde nicht einmal erfüllt ...

Dani
Bild von Dani
Offline
dabei seit: 11.10.2011

@Kalen:

ich bin wirklich dankbar für Deine unermüdlichen Hinweise, dass es ein Erfahrungsprozzess ist. Ich stimme Dir absolut zu, dass es einen 'Schmalen Grad zwischen Traum und Phantasie' gibt, dass man sich irren kann, ist nicht nur eine typisch menschliche Angewohnheit - sie ist geradezu erforderlich. Aber ich glaube nicht an Abkürzungen auf dem Weg der Erkenntnis - wie ich schrieb, glaube und hoffe ich auf Achtsamkeit, Bewusstheit in diesem Prozess. Wir müssen aufpassen in unserem 'Leid', oft auch Selbstmitleid, nicht den Blick für das Wesentliche zu verlieren, nämlich für unsere Entwicklung. 

Zum Leidwesen aller 'wohlmeindenen Schubladendenker' sage ich 'bewusst' niemandem um mich, ich 'sei eine Frau', ich sage 'ich bin transident' - irgendwas dazwischen, das war ich ohne irgendein Wissen um eine medizinische Diagnose, das bin ich und das werde ich im Zweifel auch mit einer GaOP noch immer sein. Es geht doch nicht darum heute Mann, morgen Frau zu sein - es geht nur darum, in welcher Lebensform wir uns besser zu Hause fühlen und wohler fühlen, in der wir es schaffen, den Kopf und das Herzwieder so frei bekommen, dass wir lebensfähig werden.

Die meiste Zeit meines Lebens habe ich in männlicher Lebensform verbracht und ja, es war nicht 'nur' schön, aber das Leben war so bunt und so schön, dass diese Problematik im Hintergrund dümpelte, mich ab und an 'erwischte', doch grundsätzlich ging es immer irgendwie. Jeder Mensch hat seine Probleme und muss irgendwie erdulden. Aber es kam eine Zeit, in der kein Leben mehr möglich war, in der innerlich alles nur noch um das Thema 'Transidentität' ging und jeden Handgriff, jeden Schritt, jeden Gedankengang dominierte. Ich sprach immer vom 'verflucht fühlen'. Nicht Transidentität ist der 'Fluch', sondern seine überraschende Kraft zu einem derartigen inneren Ungleichgewicht zu führen, das Nichts im Leben mehr lebenswert erscheint. Welcher 'Grad' an Frau-sein ist 'heute' notwendig, um nachts wieder problemlos schlafen zu können, um tatsächlich wieder für die Menschen um mich herum wahrnehmbar zu sein, um wieder Teilzunehmen an diesem Wunderbaren Geschenk Leben?.. Wie bei einem Pendel schwingen wir von einer gefühlt zu starken männlichen Lebensweise, in eine entsprechend übertrieben gelebte weibliche, um uns als Ergebnis eines Prozesses irgendwann, irgendwo eingependelt zu haben. Ein Prozess, liebe Kalen.. dessen Ausgang unbestimmt ist. Und nochmal.. ich scheue mich vor Deinen Versuchen, dieses Pendel anhalten zu wollen, Du selbst hast lang genug gebraucht um das Auspendeln zu erleben, Du betonst das ja selbst immer wieder. Ohne diese Erfahrung des Einpendelns gibt es kein Gleichgewicht und es wird immer halbherzig bleiben. Ich finde es toll, dass Du so oft bemerkst, das Einpendeln könnte ganz woanders enden, als wir es derzeit glauben - wichtig, sich dessen bewusst zu sein - mein Grund, warum ich derart auf 'die Liebe und Achtsamkeit' poche. Alles kann ganz anders sein, als vermutet, wie Susanne schrieb, ist unsere Vermutung eigentlich 'immer falsch' - gehe ich meine Schritte nicht in Liebe und mit größter Achtsamkeit für die Anderen um mich herum, entwickele ich nur neues Potenzial für innere Probleme, weil ich in meinem Prozess verletzt, getäuscht und mich selbst belogen habe. 

@ Susanne:

Ich weiß, wie viele um mich herum immer davon reden, ich fühle oder sähe mich als Frau.. aber in keiner Weise erwarte ich von Anderen, dass sie mich in eine der beiden vorhandenen Schubladen stecken. Was ich mir stattdessen wünsche würde, ist, dass Menschen meinen Findungsprozess einfach nur respektieren, achten.. meine Wohnung brennt und ich versuche in diesem leben-erstickenden Qualm einen Weg zu finden, endlich wieder Luft zu bekommen. Es wäre im Sinne meines Aschenputtels einfach nur ein Traum, jemand käme irgendwann auf mich zu und würde mich in den Arm nehmen und sagen: "Ich finde es toll, dass Du Dich bemühst, am Leben zu bleiben und nicht am Leben verzweifelst - egal, wie Du Dich entwickelst, ich bin bei Dir, stütze Dich wo ich kann!"

Ich erwarte nicht, dass man mich 'als Frau Brück' anerkennt, sondern ich erhoffe mir nur, dass man mich erkennt als das was ich bin: Ein Mensch, dem das Leben und die Menschen um mich herum so wichtig sind, dass ich mich nicht aufgebe, sondern für das Leben und meine Teilnahme an dieser Welt kämpfe.

Ich wünschte mir, man würde mir einfach diese Zeit gewähren, ergebnisoffen wieder richtig fit für das Leben zu werden. 

Ich wünschte mir, die Menschen um uns herum hätten nicht diese unerklärliche Angst einen Mann, einen Vater, einen Sohn, sondern vielmehr Angst einen wertvollen Menschen zu verlieren.

Und für uns wäre alles einfacher. Aber ich frage mich oft, ob wir das nicht selbst schuld sind, weil wir dazu neigen, das Leben infrage zu stellen w/ unseres Geschlechtes - wie können wir da erwarten, andere würden mehr in uns sehen, als Mann oder Frau, wenn wir es selbst offenbar (noch) nicht können?

In der christlichen Szene gibt es diesen wunderschönen Spruch: "Mach's wie Gott, werde Mensch!"

Liebe Kalen - das Pendel wird irgendwann zwischen Mann und Frau bei 'Mensch' schwingen und ich befürchte, erst dann wird es auch den Menschen um uns herum möglich werden, dieses 'Er fühlt sich als Frau' zu Gunsten eines 'So gut, einen Menschen wie Ihn/Sie bei uns zu haben' werden.

Danke, dass Ihr mit dabei seid Smile

*drückt Euch ganz lieb*

Eure Danni

 

Das Leben meistert man lächelnd,

oder überhaupt nicht.

Kalen
Bild von Kalen
Offline
Reale Person
dabei seit: 07.02.2007

Hi,

"Und nochmal.. ich scheue mich vor Deinen Versuchen, dieses Pendel anhalten zu wollen ..."

Oh, da kommt was falsch rüber ... es geht nicht um Anhalten. Es sei den du möchtest das.

Vielmehr geht es um weiterentwickeln, Grenzen überschreiten und sprengen. Wir haben schon immer Jenseits der Grenzen gelebt.

Die Entwicklung, aus meiner Erfahrung, geht in Richtung einer Weiterentwicklung.

 

Die Anthropologen teilen uns in 4 Kategorien ein. Migrating, Oszillating, Negating und Transcending Transgender.

Letzteres ist das was früher passierte und vereinzelt auch heute passiert. Es geht bei weitem nicht um Anhalten. Ich lerne auch immer noch dazu, der Kopf (Geist) hat jetzt Luft sich mit anderen Dingen zu beschäftigen ;-)   und die Intuition (Seele / Unterbewußtsein) führt mich momentan. Es ist interessant was seitdem passiert. Das wäre aber für einen Thread zu zeitaufwendig. Ich werde das mal im Zusammenhang als Text schreiben, wenn ich im Oktober im Urlaub bin.

Es Anzuhalten habe ich früher mehrfach versucht, das funktionierte bei mir nicht.

Interessant das du Kalen als weiblichen Namen oder als weiblich wahrnimmst, danke dafür. Ich hatte den Namen vor Jahren gefunden und als Mann genutzt. Scheinbar erfüllt er auch den Zweck etwas in der Mitte zu sein Wink

 

Ich habe in der Trommelgruppe im Moment eine Frau, die ihre männlichen Anteile verstärken möchte, weil das für sie wichtig ist. Das Thema Mann / Frau existiert in jedem Menschen. Nur bei uns wirkt es sich stärker aus.

 

Was ich mit Freiräumen meine:

Ein Beispiel aus alter Zeit, ca 150 - 200 Jahre her.

Im Alter von 4-8 Jahren zeigen Jungen ein Verhalten das sehr an Mädchen erinnert. Die Eltern bemerken das und beobachten das Kind, um zu sehen ob es Auserwählt ist. Sie Wissen, sich gehen die Wahl zu stellen führt zu Qual, Krankheit und auch innerem Schmerz. Wenn das Kind wirklich befähigt ist, sich zu wandeln, mehr zu werden als ein Junge, dann bringt das der Familie viel Status, Reichtum und Ansehen. (Einige versuchten daher ihre Kinder in die Richtun zu drängen.) Die Lebensabschnitte werden mit Visionssuchen und ähnlichen "Ritualen" begleitet. Im Alter zwischen 8-12 Jahren wird das Kind geprüft und auf einer Visionssuche begleitet (quasi eine Art Test und Kontaktaufnahme mit dem Unterbewußtsein / der Seele / den Spirits ... jede Gesellschaft hat da ihre Begriff) Ein sehr tiefer Prozess der das Innere nach Außen sichtbar macht oder zu einer Erkenntnis / Entscheidung führt. (Es gibt da verschiedene Arten, kann ich gern mal mehr zu schreiben, wird auch heute in der mdernen Psychologie genutzt ... der Jakobsweg ist auch so eine Erfahrung). Wenn das Kind sich entscheidet das soziale Geschlecht zu wecheln, werden die Dörfer der Umgebung eingeladen und e gibt eine große Feier. Im Laufe der Feier bekommt das Kind weibliche Kleidung und tanzt. Es hat jetzt den "Freiraum" zu leben wie es sich fühlt und die Gefühle zuzulassen. Zu dieser Zeit, wird das Kind von anderen Two-Spirits / Nadle / Berdachen (es gibt über 130 Namen) aufgenommen und begleitet. Es ist in der Kultur normal, das ein Kind auch mal bei einer anderen Familie lebt, wenn es dadurch etwas lernt, sich entwickelt oder es das Gefühl hat, das es ihm hilft.

In den nun folgeden 3-7 Jahren wird das Kind begleitet, es lebt Sozial als Mädchen / Frau. Auch hier folgen wieder der Kontakt mit dem inneren, sowie auch Visionssuchen und einige mehr. Es lernt eine Menge über sich. Während der Zeit geht es mit den Frauen zum Fluss und wäscht, sowie es auch alle anderen sozial weiblichen Tätigkeiten erlernt. Kreativität wird sehr gefördert. In den Legenden des Stammes und auch ihrer Schöpfungsgeschichte sind es gerade diese Menschen die die "Erfindungen" von den "Spirits" bekommen. Was nicht verwunderlich ist, da durch die Techniken, anders als bei Meditation alle 3 Gehirne verbunden werden und das Auswirkungen auf Intuition, soziale Integration, Ppersönlichkeitsentwicklung und Kreativtät hat. 

Des weiteren lernt das Kind die Sprache der Frauen und die Sprache der Männer. Es steht also in der Mitte und kann mit beiden sprechen. Da es bei den Frauen ist, weiß es um die Sorgen, Nöte und Wünsche der Frauen ... und der Männer. Bei besonderen Zeremonien stiftet es Partnerschaften, die als besonders gesegnet betrachtet werden.

Im Alter zwischen 15 und 19 Jahren nimmt das Kind seine soziale Funktion im Dorf ein. Sein besonderer Status ist oft gekennzeichnet, dadurch das die Frisur, die Kleidung, das Verhalten eine Mischung aus Mann und Frau ist. (Das machte es den Missionaren sehr leicht sie zu erkennen und dann in "Umerziehungsamps" zu stecken, daher änderten viele ihre Kleidung und Haartracht, um den Missionare zu entgehen).

Häufig wurde aus diesen Kindern Künstler, Diplomaten, Schamanen, Medizinmäner / frauen, Mediatoren ... . Einige behielten die soziale weibliche Rolle, einige nahmen eine andere ein. Einige waren durch die Vermischung der Kleidung zu erkennen, andere kleideten sich als Männer.

Es kam auch vor, das die Berufung sehr spät kam (nach dem Kindesalter oder sogar im späteren Erwachsenenalter). Ebenso kam es vor, das sie den weiblichen Pfad verließen, wobei sie trotzdem Two-Spirits / Berdachen / Nadfle / Winkte blieben.

Einige lebten mit Männern zusammen, einige mit Frauen. Homosexualität oder Bisexualität kannten sie nicht. Es war nur verpöhnt gleichgeschlechtlichen Sex zu haben. Da sie aber Männer, Frauen, Mann-Frauen und Frau-Männer kannten löste sich dies wie von allein. Sie waren was Sex anging auch freizügiger als wir. Two-Spirits waren beim Sex in der Regel empfangend.

Es ging auch soweit das es zu (Schein)-Schwangerschaften kam und das Kind nach 9 Monate als Fehlgeburt betrauert wurde. Etwas das befremdlich anmutet, jedoch für den Betreffenden bestimmt eine wichtige Erfahrung war (und er hatte den Freiraum sie zu Leben).

 

Das was ich an den Berichten interessant finde ist: Es ist eine Weiterentwicklung und der Mensch benötigt die Freiräume und Begleitung, um sie zu erforschen und zuzulassen. Es ist ein Weg, der sehr offen ist.

 

Heute ist das anders, wir leben in einer anderen Gesellschaft und doch sind da sehr viele Parallelen.

Der Freiraum wird uns als Kind verwehrt, bis die Seele / die Spirits / das Unterbewußtsein sie sich wehement holt. Wir durchlaufen einen Erfahrungsprozess, eine Selbstsuche / ein "Selbst"(ver)such.  Dies wird selten bis nicht begleitet oder wenn, dann meist nur mit Techniken die am Ego und der rationalen Gehirnhälfte arbeiten, die Intuitive Gehirnhälfte wird selten gefördert.) Die Begleitung wird oft auch durch den Stempel der Transsexualität und dem modernen Weg der Hormone und GAOP begleitet.

Viele suchen Angeschiedenheit, um sich selbst klar zu werden; eine moderne Form der Visionssuche. Visionssuche ist etwas, das in der Natur unseres Gehirns liegt, biologsch, physiologisch und auch psychologisch, nur heute machen wir das anders oder gar nicht, weil uns die Zeit fehlt und/oder das wissen.

Auch heute wird jemand von anderen seiner Art begleitet, doch es ist anders als früher. Häufig fehlt sie "Selbsterfahrung" da die Foren und die Mauern des eigenen Heims und der eigenen Erfahrungen und des eigenen Denkens es nicht zulassen.

Dazu ein kleine Geschichte:

Flöhe sind winzige Tierchen. Sie können aber vergleichsweise grosse Sprünge machen. Bringt man einen Floh in ein Glas, schwups ist er draussen. Ein Sprung, und weg ist er. Also, noch einmal. Der Floh kommt in ein Glas. Aufs Glas wird ein Deckel gelegt. Natürlich wird nun der Floh versuchen, sich mit einem Sprung ins Freie zu retten. Und er wird mit dem Kopf gegen den Deckel knallen. Booiinng! Noch einmal: Booiinng! Und noch einmal: Booiinng! Der Floh erkennt: Grosse Sprünge verursachen Kopfschmerzen.Jetzt kann der Deckel entfernt werden. Der Floh wird schön im Glas bleiben und seine Sprünge beschränken. Ein Gefangener seiner selbst.

 

Ich wurde heute morgen wach und konnte nicht einschlafen, da setze ich mich an den Rechner. Vielleicht hilft der Text dem oder der ein oder anderen Wink

Ein schönes Wochenende

Kalen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich befinde mich auf einer Reise www.transseelische-reise.de . Two-Spirit ein alter Weg, der gerade wiederentdeckt wird.Welchen Weg wir auch wählen, es wird der eigene individuelle Weg sein, wenn er aus uns "selbst" kommt.

Kalen
Bild von Kalen
Offline
Reale Person
dabei seit: 07.02.2007

"Liebe Kalen - das Pendel wird irgendwann zwischen Mann und Frau bei 'Mensch' schwingen und ich befürchte, erst dann wird es auch den Menschen um uns herum möglich werden, dieses 'Er fühlt sich als Frau' zu Gunsten eines 'So gut, einen Menschen wie Ihn/Sie bei uns zu haben' werden."

Das kann ich bestätigen, dies erfahre ich seit etwas über 2 Jahren.

 

Das Thema Anerkennung war bei mir auch sehr wichtig:

Auf einer der Reisen (eine sehr tief gehende alte Meditationstechnik) kam das Thema und die Antwort war für mich ... wenn andere mich Anerkennen wie ich bin, kann ich mich auch Anerkennen.

Als dann mein Vater zu einer Veranstaltung kam und mich Anerkannte, war das wie ein Meilenstein.

 

Das Thema sichtbar sein, gesehen werden war sehr wichtig:

Die Antwort von einer meiner Reisen war ... du musst als das erkennbar sein was du innerlich bist. Doch an Stelle von Kleidung bekam ich einen anderen Vorschlag, ein Tattoo. Ich machte einen Termin und die Wartezeit war ein Jahr. Mein Tattoowierer arbeitet frei gestaltend. In dem Jahr sammelte ich. Dann malte er an dem Abend frei, was ich fühlte und welches Bild sich anbot. Danach stach er es. Die erste Sitzung war etwas über 3 Stunden. In der Zeit reiste ich wieder und nutzte das Geräusch der Nadel. Auf der Reise (er)lebte ich alle Erfahrungen.

 

Verstehen war sehr wichtig, eine Erklärung haben, den Ursprung kennen.

Die Psychologen nennen es Reinkarnationstherapie oder auch Dissoziation, die Hypnosetherapeuten nennen es Rückführung, die NLPler nennen es Timeline-Arbeit, die Schamanen Seelenrückholung (wobei das mehr ist und tiefer geht, als die Trance Erfahrung der erstgenannten Techniken).

Ich erlebte dies in allen Varianten und meine Seele / mein Unterbewußtsein / die Spirits führten mich zum Ursprung, ich fand meine "Erklärung" / "mein Selbst" in meinem Weltbild und es änderte sich. Das geschah nicht in einer Sitzung / Selbsterfahrung / Reise sondern war ein Prozess. Interessanter Weise dauerte er 3 Jahre :-)  (als ich die Freiräume geschaffen hatte) und begann vor über 11 Jahren mit einer Krankheit / Visionssuche die über 40 Tage dauerte und als die innere Stimme sich meldete und ich endschied auf sie zu hören innerhalb einer Woche verschwand :-) 

Diese Erfahrung mit den Techniken wird für jeden anders sein, aber stimmig zu sich selbst.

 

Interessant ist für mich das viele der modernen Techniken den alten Methoden entsprechen oder oft nur Bruchstücke sind.  Ebenso fand ich viele Parallelen. Ich fand meine "Rolle" in der Gesellschaft, meinen Weg.

Doch ich weiß auch, das die wenigsten ihn gehen würden oder möchten, da ihr Leben in anderen Bahnen und Zielen verläuft.

Meine Aufgabe ist einfach da zu sein und denen zu helfen, die diesen Weg für sich entdecken möchten, zu der Zeit, wenn es für sie passt.

Und ab und an mal über meine Erfahrungen zu schreiben.

Wink

 

Ich befinde mich auf einer Reise www.transseelische-reise.de . Two-Spirit ein alter Weg, der gerade wiederentdeckt wird.Welchen Weg wir auch wählen, es wird der eigene individuelle Weg sein, wenn er aus uns "selbst" kommt.

Dani
Bild von Dani
Offline
dabei seit: 11.10.2011

Hallo Kalen,

nochmal Danke für Deine wirklich unermüdlichen Versuche auf den spirituellen Weg hinzuweisen. Du weißt, ich würde mich durchaus als spirituellen Menschen sehen, dennoch weißt Du auch, dass ich überhaupt keine Resonanz zu Two-Spirits, Indianern und Trommelgruppen spüre.. würde so gerne etwas Sinnvolles dazu schreiben, aber das geht alles irgendwie total an mir vorbei. Dass Two-Spirits immer mit mir in Verbindung gebracht werden halte ich für eine gewagte Theorie, die mir überhaupt nicht passt.. Auch geführte Meditationen, geführte Rückführungen & Co. mag ich im Übrigen ebenso wenig, wie Therapeuten, mit ihrem Gestochere... viel zu viel Projektion des Führenden, Leitenden oder Therapierenden von sich selbst auf mich - das ist für mich wie eine Sonntagspredigt von der Kanzel, aber bevor ich mir die 'Problemzonen' des Pfarrers mit seiner Aufforderung seinen Weg unbedingt auch für mich zu wählen *würg* anhöre, gehe ich lieber und helfe hier bei uns in der Suppenküche, besuche im Rahmen der Krankenhausseelsorge Menschen, nehme sie in den Arm, ganz ohne Tipps zu verbreiten.. selbst mein Job im Bereich KundenImpulsManagement, d.h.u.a. auch immer wieder, sich beschwerende Kunden zu besänftigen... sie kommen schreiend und gehen mit einem warmen lächeln und beidhändigem Handschlag.. das gibt mir so unendlich viel mehr, als jede Therapeutensitzung & Co. - dennoch bewahrt auch all das nicht vor Tief-Phasen - ich kenne kein Heilmittel für mich, aber auch wenn ich vielleicht bisweilen jammere Laughing out loud - als Christ, weißt Du, wovor ich, wenn ich der Bibel Glauben schenken mag, am Meisten Angst habe? Vor dem Himmel! Friede, Freude, Eierkuchen und singsang, Harfenspiel den ganzen lieben langen Tag, Löwen streicheln und überall nur lächelnde Menschen - Herrje, das ist mein größter Albtraum - ich würde kein Leben in ewiger Harmonie mögen, also besser: ich würde es nicht mögen, weil ich es nicht mehr spüren würde.. meine Schreibsel hier mögen manchmal durchdacht wirken, sie sind aber oft einfach von der Seele geschrieben.. ich bin kein, wie nennt es mein Therapeut, logisch, planender Manager, eher das, was mein Chef sagt, wenn er von mir als 'Blümchenkind' spricht.. (denke, das ist kein Lob, wenn man bei einer Bank arbeitet Laughing out loud ..ich mag es trotzdem Wink )

Daher, sei mir nicht böse - aber mit den Indianergeschichten und Reinkarnationtherapien - ist einfach nicht mein Ding, finde es aber toll, dass Du Deinen Weg dort gehst und es Dir hilft durch Deine schwierigen Zeiten zu kommen.

Wünsche Dir von Herzen alles Gute, liebe/r Kalen

Deine Danni

p.s.: Sei nicht traurig über meine Indianerapathie, eine vergleichbare Erfahrung musste mein Paps schon in früher Kindheit mit mir durchmachen, als ich vehement seine geliebte Karl May - Sammlung verweigerte.. er wurde auch nicht glücklicher, als ich stattdessen Hanni und Nanni las.. *lach* ..Du bist also in guter Gesellschaft Laughing out loud

 

Das Leben meistert man lächelnd,

oder überhaupt nicht.