Freikirche

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Dani
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dabei seit: 11.10.2011

Hallo Ihr Lieben,

dass ich nen GlaubensKlatsch weg habe, wisst Ihr ja, dazu stehe ich mindestens genauso gerne, wie zu meiner TransIdentität, aber hatte ich eigentlich mal erwähnt, dass ich in einer Baptistengemeinde groß geworden bin und diese Zugehörigkeit nicht zuletzt eine meiner großen Ängste war, mich zu outen? Naja, ich hab es ja mittlerweile auch dort getan, jeder weiß Bescheid, die Meinungen sind sehr unterschiedlich.. Mein Lieblingskommentar bislang war: "Dani, Du weißt doch - Gott kann auch Wunder tun..", auf den ich nur ganz naiv zurückfragte: "Na schon, aber - um welches Wunder soll ich ihn denn bitten?" Innocent

Was ich diese Woche erlebte, grenzte für mich jedoch tatsächlich an ein Wunder. Eine alte Freundin aus dieser Gemeinde, wir sind dort zusammen groß geworden, meldete sich bei mir - und outete sich als TransMann.. ich freu mich riesig, dass er diesen Schritt nun auch gewagt hat, auch wenn die Gemeinde ggf. Gefahr läuft, ihren Glauben zu verlieren Kiss

Nun gut, daran liegt mir natürlich wenig, diese Gemeinschaft ins Wanken zu bringen, aber ganz ehrlich, es tut mir gut, dass dieser 'KuschelClub der Erretteten' erlebt, dass selbst 'Kinder Gottes' Trans sein können, ohne dafür gleich Satan verfallen zu sein.. Thinking Oups obwohl ich zugebe, dass unsere Situation bisweilen fegefeuerartige Züge annimmt.. zu dumm, dass Gemeindemitglieder in diesem Rahmen öfter in Form der mittelalterlichen Dämonen mit ihren Spießen in der Hand, resp. in meinem Fleisch, auftreten.

Sorry, wenn ich mit dem Beitrag nerve, aber ich fand's ne Geschichte wert Smile

Ganz viele liebe Grüße,

Eure Danni

 

Das Leben meistert man lächelnd,

oder überhaupt nicht.

Dani
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dabei seit: 11.10.2011

Ümm.. nur so nebenbei - kann das sein, dass ich zickig werde? Blushing

 

Das Leben meistert man lächelnd,

oder überhaupt nicht.

Minolfa
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dabei seit: 06.12.2007

Nein Danni, mich jedenfalls nervst Du nicht.

Auch meine Gemeinde hatte spontan positiv reagiert. Gerade ein halbes Jahr nach dem Outing war es wieder Zeit für die Sternsinger, wo ich seit Jahren als Begleitperson mitlief. Als der Vorsitzende des Gemeinderats mich anrief und meinen Mann sprechen wollte, hob ich an zu erklären. Seine Antwort spontan: "Ja wollen Sie uns weiter unterstützen, oder nicht mehr?" So kam es, dass ich im Auftrag der katholischen (!) Kirche in einem Stadtviertel von Haus zu Haus zog, wo wohl doch viele mich in beiderlei Gestalt kannten. Auch in den Folgejahren bis zu meinem Umzug gab es keine Probleme.

Liebe Grüße, Michi

Beate_R
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dabei seit: 03.02.2005

Cool finde ich das mit dem Transmann. Kuschelcub der Erretten. Da sagst Du was...

(die Kuschler, gleich welcher Couleur, brauchen mal eine Portion Lebensrealität...)

... schreib ich mal als ehemals katholische Schwester einer Frau Baptistenpfarrer.

Viele liebe Grüße

Beate 

GabiStern
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dabei seit: 18.05.2005

Ich finds absolut nicht nervend, sonderm im Gegenteil erfrischend:-)

Die Gemeinde wird sich gewöhnen, das hoffe ich für dich / euch.

 

Liebe Grüße

Gabi

(aufgewachsen als Kind 2er Kirchenangestellen kath. Kirche)

n/v
Janet
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dabei seit: 16.12.2004

Hallo Dani, Hallo Michi,

 

ich finde es sehr sehr schön das dieses Coming Out für Euch so positiv verlief. Leider kann es auch anders kommen, hier als kleine Warnung an alle das was mir vor Urzeiten in einer Pfingstgemeinde passierte.

 

Suchend und auch neugierig geriet ich an diese Gemeinde, anfangs war es auch sehr nett und "kuschelig". Alles liebe Schwestern und Brüder, Friede, Freude und Eierkuchen sozusagen. Bis mich eines Tages der gar nicht mehr so liebe Bruder Gemeindefürst vor versammelter Mannschaft als "irre geleitet und vom Teufel besessen" titulierte. Klein Janet war erst baff, dann wütend, dann traurig. Dusselig wie ich war habe ich mir ernsthaft überlegt ob der Pfingstochse vielleicht Recht hat, ob sein Spruch zutrifft. Nö, tut er nicht. Jesus hat Menschen lieb und Mensch sind wir alle. Weder besser noch schlechter als andere,

Klar gesagt: nicht alle Pfingstler sind so, ein sehr guter Freund von mir ist einer von ihnen. Auch ihn haben sie angefeindet, er ging dann aus der Gemeinde und in eine andere in der er mittlerweile Pastor ist.

gesegneten Sonntag wünscht Janet

n/v
christineb
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dabei seit: 06.08.2005

Hi,

 

lass doch den Quatsch mit dem nerven mal weg... Viele Deiner Beiträge sind erfrischend und bereichernd.

 

Ich hab gestern ne Einladung zum Chilli essen bekommen, bei nem Arbeitskollegen, der ebenfalls in irgendeiner Freikirche aktiv ist. Der kannte mich bisher noch nicht so, aber seit gestern schon Wink Ich bin einfach hin, da ich eh unterwgs war, hatte ich auch keine Zeit mehr, mich zurückzubastekln...

Die Runde, die dort saß, waren alle irgendwie kirchlich aktiv. Zumindest gestern hat niemand negativ reagiert, wenn, dann werde ich es wohl nächste Woche zu Ohren bekommen...

Aufrütteln ist manchmal gut und wichtig. Denn wenn die alle nur unter sich kuscheln und auf "heile Welt" machen (zumindest was sie drunter verstehen) dann funktioniert das zusammenleben nunmal nicht.

 

Des weiteren gehe ich gelegentlich zum Kerzen anzünden in die Kirche, auch, wenn ich nicht an die Institution Kirche glaube, so denke ich, daß ich dort dem meinigen Glauben doch am nächsten bin.

jasminchen
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dabei seit: 17.06.2007

www.sexchangeregret.com von Walt Heyer und seine Freunde sind auch sehr christlich.....

Jestem prawda, nie mam tajemnicy.

Extra Gottingam non est vita, et, si est, non est ita. Cogito ergo sum

Hrad přepevný jest Pan Bůh náš ….

 

http://en.wikipedia.org/wiki/Prime_Directive

 

Avi
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dabei seit: 05.05.2008

Eine der schönsten und kürzesten Kommentare zu dem Thema, die ich, neben " na und" erlebte:

"Gott irrt nicht."

Thema durch.

Lg

Sky is no Limit

Eyleen
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dabei seit: 09.08.2008

Das Thema Kirche ist immer wieder eine tolle Angelegenheit. Auch schon alleine deshalb, da ja unser Oberhirte in der Rom.Kath. eine ganz spezielle Meinung zu diesem Thema und auch anderen Themen hat....

Eigentlich war und ist es mir immer egal gewesen was diese Menschen so von sich gegeben haben. Zumal ich ja auch aus anderen Gründen in die Kirche gehe - und nicht wegen eines in die Irre geleitetet Oberhirten...

In diesem Sinne.... 

 

*Unser Glück und Seelenfrieden beruhen darauf, dass wir tun was wir für richtig halten und nicht das, was andere sagen oder tun.*

**Mahatma Gandhi**

Dani
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dabei seit: 11.10.2011

@ Jasminchen, unserem eloquenten Mahner:

Der arme Walt Heyer, ich fühle mit ihm Sad ich bin immer beeindruckt von Menschen, die ihre Wege gehen.. wer weiß schon, wie ich mal 'enden' werde...?!?!?

Ich folge nach wie vor meinem Gefühl - geht es mir besser oder schlechter als vorher, mit dem eingeschlagenen Weg? Wenn es mal irgendwann 'schlechter' werden sollte, komme ich auf ihn zurück - dann ist es immer noch früh genug, wie sein Leben zeigt.

Nur mal unter uns.. Wink ich finde es über die Maßen bedenklich, wie sehr man immer wieder mißachtet, wo Einige von uns eigentlich herkommen (wohl denen, die an diesem Punkt nicht angelangt sind). Ich mache den Wechsel ja nicht, weil mir gerade langweilig war und ich nichts Besseres zu tun habe. Mein Leben lief annähernd perfekt - eine wunderbare Familie, ein toller, erfüllender Job...  Jahrzehntelang kam ich mal besser, mal schlechter mit meiner Situation klar und dann finde ich mich wiederholt im Begriff, mir wegen dieser dusseligen TS mein Leben zu nehmen. Ich sag Dir/Euch eines ganz überzeugt und ganz klar. NICHTS IST DIESEN SCHRITT WERT (Suizid). Herr Heyer 'bereut' seinen Schritt die Transition gewagt zu haben? Dann muss er entweder in diesem Stadium 'Selbstmord' gar nicht gewesen sein oder es vergessen haben. Wie kann ich es jemals bereuen, aus dieser Not heraus 'irgendwelche, auch möglicherweise falsche Schritte' gemacht zu haben? Jeder Schritt, der gegen Suizid zu helfen scheint, ist in diesem Stadium richtig! ..Ich würde sonst ja bereuen, ich hätte mir nicht die Kugel gegeben - sowas idiotisches möge mir niemals passieren. 

Ich freue mich derweil sehr für Herrn Heyer, dass er seine Bestimmung gefunden hat - ich wünsche ihm von Herzen, dass er diesmal klar kommt.

 

 

Das Leben meistert man lächelnd,

oder überhaupt nicht.