Fehlen wirklich so viele Transgender-Gruppen?

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Jana72 EX
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Ehemaliges Mitgllied
dabei seit: 03.08.2009

Michi_2 schrieb:
Immer wieder lese ich in Foren, dass außerhalb von Berlin viel zu wenige Transgender-Gruppen seien,  ...... In Mittelfranken haben wir keine Probleme Räume zu bekommen. Unsere Gruppe zum Beispiel hat gratis jeden Freitag einen Raum in einem städtischen Freizeitheim zur Verfügung. Wir trafen uns monatlich, und oft saßen wir zu dritt mit einem Referenten da.  Ein Ansturm an Neuen blieb aus. Jetzt treffen wir uns noch alle zwei Monate zum Kochen und Ratschen.

so ganz ist mir nicht klar, liebe Michi, worauf Du hinauswillst. Bei mir in der SüdLausitz gibt es imGegensatz zu Berlin eindeutig zu wenig TransStammtischgruppen  (gerundet Null). Das liegt aber nicht an fehlenden Räumen oder so was....es ist nur einfach so, dass (im Gegensatz) zu Berlin die erforderliche durschnittliche Schnittmenge an potentiellen Transstammtischbesuchern (also Menschen mit Transhintergrund MIT Lust sich damit auseinander zu setzen MIT Lust und Mut in die Öffentlichkeit zu gehen Mit Bock sich regelmäßig zu treffen und...und ...und) einfach viel zu gering ist. Und so ist die Transe inner Provinz immer potentiell etwas mit Einsamkeit beschlagen. Das betrifft mich zwar selbst nicht, aber ich musste als Provinzlerin für das Aufbauen eines Bekanntenkreises einen enormen Aufwand betreiben.

Mona2004
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dabei seit: 10.11.2010

Hallo Allesamt,

 

ich möchte mal sagen, es gibt zu wenig Transsexuelle für die reichlich angebotenen TS- Gruppen.

Aus meiner Erfahrung muss ich sagen, einige Zeit nach der

Angleichende OP, möchte Frau nicht immer wieder Vorträge über Operationsmethoden oder Hormone hören.

 

Liebe Grüße von Mona

 

n/v
Kalen
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dabei seit: 07.02.2007

Viele TS die ich kenne gehen weder zu Events, noch zu Stammtischen ... sie Leben einfach ihr neues Leben.

Sie haben auch oft wenig Kontakt zur TG-Szene.

Ich befinde mich auf einer Reise www.transseelische-reise.de . Two-Spirit ein alter Weg, der gerade wiederentdeckt wird.Welchen Weg wir auch wählen, es wird der eigene individuelle Weg sein, wenn er aus uns "selbst" kommt.

Triona
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dabei seit: 05.10.2007

Kalen schrieb:

Viele TS die ich kenne gehen weder zu Events, noch zu Stammtischen ... sie Leben einfach ihr neues Leben.

Sie haben auch oft wenig Kontakt zur TG-Szene.

 

Bei uns hier in der Gegend trifft das auf alle zu, die ich kenne oder von denen ich gehört habe.

Wer einen Kontakt wünscht, greift zum Telefonbuch, bittet gemeinsame Bekannte um Kontaktvermittlung oder sucht im Internet.
Wenn aber nicht mehr "Gemeinsamkeiten" als T* vorhanden sind, verliert sich der Kontakt meist recht schnell wieder.
Das erklärt auch, warum in ländlichen Gegenden wahrscheinlich auch kein so großer Bedarf an solchen "Angeboten" besteht.

Dafür sind es einfach zu wenige, die längerfristig eine gemeinsame Schnittmenge finden können.

 

liebe grüße
triona

Aw, Thou beloved, do hearken to the Banshee's lonely croon!

sinn féin - ça ira !

Hab nur kurz auf die Maus geklickt. Ich glaub ich hab das Internet gelöscht.

Minolfa
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dabei seit: 06.12.2007

Vielen Dank für Eure Meinungen. Smile Nun weiß ich, dass meine Vermutung nicht daneben lag. In der hiesigen SHG kam letztens die Diskussion auf, eventuell mehr Werbung machen zu müssen, kombiniert mit fortwährenden Appellen an die "fertigen TS", zu diversen Vorträgen zu kommen. Wie bereits in Euren Antworten erwähnt, werden Vorträge zur Transition aber irgendwann langweilig - und meiner Meinung nach ist auch dem Vortragenden nicht geholfen, wenn er zwar vor vielen Zuhörern spricht, diese aber als potentielle Kunden nicht mehr in Frage kommen.

Aus einem Anflug von schlechtem Gewissen heraus wollte ich mich hier noch mal vergewissern, mit der Umwandlung unserer SHG in eine (sehr nette) Ehemaligen-Laberrunde nicht unverantwortlich gehandelt zu haben. Immerhin verweisen wir jetzt eventuelle Vortrags-Interessierte an die Nürnberger Gruppe, was im ungünstigsten Fall 20 Extra-km bedeutet.

(Dass es auf dem Land ganz allgemein mit weiten Wegen verbunden ist speziellen Interessen nachzugehen, ist mir schon klar. )

Roxanne
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dabei seit: 03.01.2006

Nur auf die zu bauen, die Informationen suchen, ist im Endeffekt ein "Durchgangslager", denn sowas endet schnell oder fruchtet gar nicht weil man heutzutage leichter Infos im Internet findet - dazu braucht man sich nicht aufzudonnern und x Kilometer fahren.

Stammtische oder Treffen können nur auf der persönlichen Bindung und/oder Schicksalsgemeinschaft fußen.  

Natürlichkeit ist langweilig    

Johanna
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dabei seit: 15.05.2007

Svenja-J schrieb:
Ich kann mir am ehesten vorstellen, dass es in abgelegeneren Provinznestern oder stark ländlich geprägten Gebieten ohne nennenswerte Zentren eine gewisse Unterversorgung gibt. TS ist jedoch unterm Strich so selten, dass sich eine entsprechende SHG in solchen Gegenden nur schwer etablieren lassen dürfte..

Was noch hinzu kommt: Es muss auch zwischenmenschlich passen. Hier im Ort hat vor zwei Jahren auch eine TS-SHG angefangen, zuerst haben sie sich mit Enthusiasmus alle 14 Tage getroffen, und nach einem halben Jahr ist alles im Sande verlaufen. Ich war genau einmal da. Die anderen Teilnehmer kamen aus völlig anderen familiären Verhältnissen (keine Kinder, kein Ehepartner) und hatten ein ganz anderes Bildungsniveau, so dass kein ernstes Interesse bestand, einander näher kennen zu lernen. Nur TS als Gemeinsamkeit reicht für ein regelmäßiges Treffen nicht.

Zonja EX
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Reale PersonEhemaliges Mitgllied
dabei seit: 09.02.2008

Liebe Michi, du schreibst ,

"Aus einem Anflug von schlechtem Gewissen heraus wollte ich mich hier noch mal vergewissern, mit der Umwandlung unserer SHG in eine (sehr nette) Ehemaligen-Laberrunde nicht unverantwortlich gehandelt zu haben."

Dieses schlechte Gewissen brauchst du ganz bestimmt nicht zu haben; eher im Gegenteil. "Laberrunden" sind meiner Erfahrung nach mindestens die genauso guten SHG wie die Abende der "reinen TG-Lehre" - wenn nicht sogar gleichzeitig auch die bessere Selbst- und Fremdhilfe.
Denn wie Johanna schon schreibt: "Nur TS als Gemeinsamkeit reicht für ein regelmäßiges Treffen nicht." Also macht i.d.S. die Gleisen breiter und "labert" über alles, was spontan anliegt.

 

 

 

 

Kalen
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dabei seit: 07.02.2007

Thema Vortag:

da gibt es einige zu Beleuchten, auch für "fertige" TS.

Ich kann da gern über diverses Referieren  und Vortragen (rund um das Thema, Geschlecht, Two-Spirit, innere Weiblichkeit, gelebte Weiblichkeit, Ziele, Gefühle, Gesellschaft, Geschichte, Kontakt mit den inneren Anteilen Mann/Frau usw.), kann auch von mir erzählen unsd was mit den Gefühlen passierte und wie sich mein Leben wieder änderte; jedoch wären die Reisekosten und Aufwendungen vor Ort irgendwie zu klären.

Nürnberg bereise ich so gar nicht.

NRW, Nordhessen, Niedersachen, Bremen sind meine Reisegebiete. Wenn ich da in der Woche irgendwo übernachte, kann ich Abends gern einen Vortrag halten. Themen gibt es genug.

Ich befinde mich auf einer Reise www.transseelische-reise.de . Two-Spirit ein alter Weg, der gerade wiederentdeckt wird.Welchen Weg wir auch wählen, es wird der eigene individuelle Weg sein, wenn er aus uns "selbst" kommt.

MelanieD
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dabei seit: 08.10.2007

Michi_2 schrieb:

 Immerhin verweisen wir jetzt eventuelle Vortrags-Interessierte an die Nürnberger Gruppe, was im ungünstigsten Fall 20 Extra-km bedeutet.

 

Nur mal so aus Neugierde, was gibt es denn in Franken im Moment an Gruppen (oder Links dazu)? Nur TS oder auch das grössere TG Umfeld?

 

LG

Melanie